
1.Tag; 09.August 2007
Duodde – Roenne – ] FÄHRE [ Sassnitz ] ZUG [ Grimmen – Altentreptow – Neubrandenburg = 127 km
Während die Insel Bornholm noch im Nebel eingehüllt war, machte sich der ambitionierte Radfahrer Malte gemeinsam mit Martin auf den Weg. Zusammen mit den beiden Geschwistern und der Mutter hatten sie zu fünft ihren Urlaub auf dem dänischen Inselidyll genossen. Ihre Route führte die beiden zunächst die vertraute Strecke Richtung Roenne zum Fährhafen.(8 h Abfahrt der Fähre ; 11:30 Ankunft). Nach angenehmer Fährfahrt stand die große Verabschiedung an, nach dem Aufsatteln des Fahrrades war es soweit, die Reise ging richtig los, allein. Zunächst mit dem Rad zum Sassnitzer Bahnhof, die Zuganschlüsse waren so günstig, dass sich der Bremer Student wenig später in Grimmen befand. Nach letzten wichtigen Besorgungen ging es zunächst die deutsche Alleenstraße nach Loitz, ein Ort der von der Wiedervereinignung nicht profitieren konnte. Ein Auto erlaubte sich derweil auf dieser Strecke die Frechheit, aus unerklärlichen Gründen lautstark zu hupen, seit wann sind die Straßen nur für Autos bestimmt?
Danach wurde es einsamer, die Straßen leerer und schlechter, teilweise holperiger Kopfsteinpflaster, mit so viel Gepäck und ohne Federung unangenehm zu fahren. Auch durch Borgwall führte den Student sein Weg, ein trostloses Kaff, welches aus schätzungsweise 7 Ruinen und 3 bewohnten Häusern bestand. Es schien die strukturschwächste Gegend Deutschlands zu sein, irgendwo vergessen zwischen touristisch geprägter Ostseeküste und Mecklenburgischer Seenplatte. Erst vor Buchow wurde die Beschaffenheit der Fahrbahn besser. Nachdem der gebürtige Henstedt-Ulzburger Altentreptow und schließlich Neubrandenburg passiert hatte, erreichte der Student schließlich den Campingplatz am Tollensee.
Wetter: Sonnig, warm, Abends wolkig.
∑Km Gesamt: 127 km
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2.Tag; 10.August 2007
Neubrandenburg – Neustrelitz – Prebelow - Zechlinerhütte = 67 km
Aufgeweckt durch Regengeprassel begann der Tag für den Urlauber nicht wunschgemäß. Es sollte noch schlimmer kommen, nach den ersten zehn Kilometern überraschte den Radler gleich ein weiterer noch weitaus stärkerer Platzregen. Völlig durchnässt fand sich der nasse Student schließlich in einem halbwegs dichten Unterstand wieder, wo er sich umziehen konnte und über eine Stunde verweilte. Regenklamotten wollte sich der Fahrradfahrer erst noch kaufen, im nächsten größeren Ort. Größer und schneller war nun jedoch dieses sommerliche Gewitter. In Neustrelitz kaufte sich der arme Student nun endlich eine Regenjacke, nachdem ihn ein weiterer Regenschauer heimgesucht hatte. Sein Weg führte ihn weiter durch die ihm aus Kinder- und Jugendtagen vertrauten Orte, wie Seewalde, Prebelow und Wesenberg. Hierbei kamen in ihm Urlaubs-und Klassenfahrts Erinnerungen hoch.

Abends nach 67 km wählte der Abenteurer einen Campingplatz nahe Zechliner- hütte. Der angehende Camper sah sich mit dem Problem konfrontiert, dass ihm 3 Euro für das erforderliche Übernachtungs-entgeld fehlten, weil ihm in Neustrelitz auf unerklärlicheweise zehn Euro abhanden gekommen waren. Die ausgehandelte Vereinbarung mit der unerbitterlichen Campingwirtin: Am folgenden Tag im 6 km entfernten Rheinsberg Geld abzuholen, verhalf ihm zu dem heutigen Etappenstopp.
Wetter: Regen mit starken Schauern, Abends trocken
∑Km Gesamt: 194 km
3.Tag; 11.August 2007
Rheinsberg – Gransee – Oranienburg – Berlin – Wansee = 157 km
Beim Frühstück kam der Etzer Jung mit einer Thüringer Familienclique ins Gespräch, welches ihn mit wichtigen Routentipps für das Saale-Flussgebiet und dem fehlenden Campinggeld bereicherte. Somit blieb dem ambitionierten Radfahrer das dreimalige abradeln des schönen Waldweges mit mäßiger Qualität nach Rheinsberg erspart. Danach führte ihn seine Route auf schwach frequentierten brandenburgischen Alleen durch beschauliche Ortschaften mit Ostflair gen Berlin-Kopenhagen-Radfernweg. Dieser perfekt ausgebaute Radweg leitete den fussballbegeisterten Radfahrer an einem Samstagmittag entlang der Havel, später durch saftig grüne Wälder und schließlich zu einem Fährübergang über den Kanal, wenige Stunden bevor die neue Bundesligasaison startete.
Der blühende Berliner Vorort Oranienburg sollte als Premiere-Konferenz-Zwischenrastort dienen, die Suche nach einer geeigneten Sportbar dauerte aber so lange, dass der HSV Fan nur noch in den Genuss der letzten 20 Minuten des Spiels kam. Ein nüchternes dennoch überzeugendes 1:0 bescherte dem HSV ein gelungenen Saisonstart und dem Radfahrer gute Laune, denn er hatte noch die Berlin- Umfahrung über den Berlin-Mauerweg vor sich. Diese Umfahrung unterschätze der ortsunkundige Sportler gründlich, so dass er sich beim Einsetzen der Dämmerung noch nicht am Wansee befand, sondern in Berlin-Spandau. Nach langer orientierungsloser Suche im Nobelwohngebiet Berlins fand der erschöpfte Abenteurer schließlich einen Caravancamping,wo er nach rekordverdächtigen 157 km im Dunkeln bei Taschenlampenschein sein Zelt aufbauen musste.
Wetter: sehr bedeckt, jedoch kein Niederschlag
∑Km Gesamt: 351 km
4.Tag; 12.August 2007
Wansee – Potsdam – Busendorf – Lehnin -Nahmitz = 66 km
Abermals durch durch Regengeprassel wurde der schlafende Student aus dem Schlaf gerissen und durfte zu seiner großen Begeisterung sein nasses Industriefaserkonstruckt zusammenbauen. So eine Radtour bringt den ein oder anderen aus dem Wochenrhythmus, das musste auch der Reisende überrascht feststellen, als er sich an einem Sonntagmorgen vor verschlossenen Supermarkttüren wiederfand – zum Glück gibt es in Zeiten, in denen fossile Rohstoffe noch vorhanden sind, Tankstellen, die mehr als raffiniertes schwarzes Gold anbieten. Im weiteren Verlauf seiner Fahrradroute kam der 21jährige in den Genuss der Landeshauptstadt Potsdam, wo er am Schloss Sansaussi schon ein ersten sprachlichen Vorgeschmack durch die Unterhaltung zahlreicher französischer Touristen bekam.Während ihn sein Weg an schönen Seen gen Tagesziel Nahmitz führte, die Heimat seiner Nachbarin aus dem Bremischen Studentenleben, änderte sich das nassfeuchte Wetter und die Sonne kämpfte sich allmählich durch die Wolkendecke. Nachdem der anmutend klingende Ort „Busendorf“ passiert war, fand sich der mit nasser Fracht geplagte Radfahrer in einem völlig unbekannten Ort wieder, in dem ihm ein gut bekanntes Gesicht die Tür öffnete. Was gibt es schöneres!
Wetter: Morgens Nieselregen, Abends heiter
∑Km Gesamt: 417 km
5.Tag; 13.August 2007
Nahmitz – Belzig – Lutherstadt Wittenberg – Bergwitz(see) = 106 km
Da Maltes Gastgeberin praktikumsbedingt früh aufstehen musste, nutze der Student aus Bremen ebenfalls die Gelegenheit seine Reise in der Frühe fortzusetzen. Nach einem wunderbaren Frühstück begleitete der Student seine Nachbarin aus Bremen ein Weile auf dem Weg zum Praktikum, bis zur Abzweigung nach Belzig. Ab diesem Ort kam der Radfahrer wieder in den Genuß des gut ausgebauten Europaweges „R1“ gen Lutherstadt-Wittenberg, die Heimatstadt seines guten Freundes aus Bremen (ebenfalls Nachbar).

Dieser war an diesem Tag jedoch nicht zugegen, sondern mit seinen ehemaligen Schulkameraden im fernen Spanien unterwegs. Der bisweilen etwas schüchterne Radfahrer leistete sich den Faux Pas, ohne klingeln das Eltern-Haus seines Studienfreundes zu passieren. Doch Wittenberg hinterließ einen bleibenden Eindruck auf den Abenteurer, so dass er sich auf dem Weg zum Bergwitzsee vornahm, diese Stadt wieder zu besuchen. Nach einem erfrischendem Bad im See lernte der Student drei Gleichgesinnte von der TU Hamburg – Harburg. kennen, die Universität die dem Umwelttechnikstudenten auch einen Platz angeboten hatte und einer von ihnen studierte Umwelttechnik.
Wetter: Bedeckt, teils sonnig, ganz kurze Schauer
∑Km Gesamt: 523 km
6.Tag; 14.August 2007
Bergwitz – Bad Düben – Leipzig – Kutwitzsee
Ein mittlerweile vertrautes Geräusch weckte den vom Bremer Wetter gestählten Camper, lediglich ein kurzer Schauer. Bald darauf machte sich das Studentenquartet auf den Weg, doch wenig später befand sich Malte wieder allein auf dem „Berlin – Leipzig Fernweg“. Dieser schlängelte sich zu großzügig durch Sachsens Landschaft, so dass gegen Nachmittag die stark frequentierte B2 als direkte Verbindung anvisiert wurde. Jene Hauptstraße wurde immer mehrspuriger je näher die Grostadt rückte. Schließlich auch 'schnellstraßiger' was ein Hupkonzert zu Folge hatte. Eine Straßenbahntrasse leitete den sichtlich desorientierten Radler letztendlich in die Innenstadt, die vom Flair des Citytunnelbaus geprägt war. Den größten Eindruck hinterließ der imposante Sackbahnhof, welcher gleichzeitig die Funktion eines Kaufhauses erfüllt. Nachdem der Fußballfan das Zentralstadion besichtigte hatte ging es stadtauswärts zum Kutwitzsee. Nachtstätte war ein vollständig umzäunter Campingplatz in dem man sich mit drei Schlüsseln 'frei bewegen' konnte, aber erst nach 20 Euro Pfandzahlung.
Wetter: Ab Mittag sonnig
∑Km Gesamt: 616 km
7.Tag; 15.August 2007
Kutwitzsee – Weißenfels – Naumburg – Camberg – Jena = 104 km
Der mittlerweile routinierte Zeltzusammenbauer wurde gleich zu Beginn seiner Tour mit starkenGegenwind konfrontiert, wenig später erfolge jedoch die Belohnung – das schöne 'Saale'-Tal. Weinfelder säumten die Hänge und lieferten somit schon einmal einen Vorgeschmack auf südlichere Sphären.

Bald erreichte der Sportler Naumburg a.d. Saale, den Heimatort seiner Urgroßmutter. Nach einem Telefonat mit dem Großvater war der Kulturbanause mit der dringlichsten Empfehlung ausgestattet, sich den einzigartigen Dom anzuschauen – er wurde nicht enttäuscht. Doch wenig später war die Enttäuschung groß als die Weiterfahrt unverhofft an einer im Bau befindlichen Brücke behindert war und das in einem Tal. Ein wenig Orientierungssinn und der Wille Jena heute noch erreichen zu wollen, verhalfen den Fahrradfahrer aus seiner misslichen Lage, es ging querfeldein den Hang hinauf. In Jena hatte sich ein guter Schulfreund angekündigt: „Hey du Fahradjunky, sag mal wo du steckst, wo immer du bist, ich bin heute Abend da, habe einen Mietwagen! Gruß Basti“. So wurde Abends die Kneipenszene in Jena erkundet und einmal beherbergte das Zelt auch zwei Personen.
Wetter: windig, sonst sehr schön, abends schwül warm
∑Km Gesamt: 720 km
8.Tag; 16.August 2007
Jena – Weimar – Bad Berka – Hohenfelde = 64 km
Mittags um 12 Uhr ging die Reise für die beiden Schulkameraden weiter, Basti mit dem Auto und dem Gepäck, Malte mit dem Fahrrad. Nach ein bisschen Kultur, Wäschewaschen, Essengehen und Einkaufen stand am Nachmittag der Abschied an. Der Bremer passierte Bad Berka, den Heimatort seiner anderen Nachbarin Elisa, leider war sie auf den spontanen Ankömmling nicht vorbereitet und so musste der Campingplatz in Hohenfelde herhalten, dort fand aber gerade das 'Highfield Festival' statt, was ein unruhige Nacht zur Folge hatte.
Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig
∑Km Gesamt: 784 km
9.Tag; 17.August 2007
Hohenfelde – Ilmenau – Eisfeld – Coburg – Seßlach = 135 km
Der ambitionierte Fahrradfahrer befand sich so gar nicht in Festivalstimmung und wollte sich zum Unverständnis vieler Zeltnachbarn schleunigst auf die Weiterfahrt begeben. Zunächst ging es das schöne 'Ilmenau'-Tal hinauf, bei leichten Gegenwind und Anstieg. Nach einer gemütliche Pause in Ilmenau mit einer köstlichen 'Thüringer Bratwurst' stand nun der Thüringer Wald an. Der in der Norddeutschen Tiefebene beheimatete Radler hatte dieses Bergmassiv etwas unterschätzt, eine gewisse Kondition zahlte sich letztendlich aus, so dass die letzten 70 Kilometer in 3 Stunden meist bergabwärts bewältigt wurden und plötzlich befand sich der Bremer Student in Bayern, die Nord-Süddurchquerung der ehemaligen DDR war schon einmal geschafft.
Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig
∑Km Gesamt: 919 km
10.Tag; 18.August 2007
Seßlach – Bamberg -Forchheim -Bubenreuth – Erlangen und zurück = 103 km
Heute stand als Tagesziel die Heimat des Mitbewohners des Reisenden aus dem Bremer Studentenalltag auf dem Plan, Bubenreuth.

Vorher galt es aber noch Bamberg zu passieren. Diese Stadt gefiel dem Studenten sehr, vor allem weil sie eine perfekte Infrastruktur für Fahrräder vorzuweisen hatte. Weiter gen Süden führte ihn eine ebene Strecke nach Forchheim entlang des Donau-Main-Kanals. Gegen 15:30 an einem Samstagnachmittag zählte für den Fußball Fan nur eins, eine Kneipe für eine kleine Pause musste her. Zur Halbzeit war sie gefunden, eine illustre Runde an Fußballfans schaute sich den Bundesliga 'Kracher' Nürnberg gegen Rostock an (Anmerkung des Autors: Beide Vereine sind am Saisonende abgestiegen), während in München das neue Star-Ensemble die Werder Kicker düpierte. Dies schien die Franken jedoch wenig zu interessieren und somit war das bestellte Getränk schneller geleert, als zunächst geplant. Nächstes Hindernis auf dem Weg nach Bubenreuth war eine weg gespülte Brücke bei Baiersdorf, es kann noch nicht lange her gewesen sein, dass ein Unwetter den beschaulich anmutenden Fluss in ein reißendes Ungeheuer verwandelt hatte. Dennoch erreichte der Student am frühen Abend das Haus von Christophs Familie , auch hier waren die Spuren vom Unwetter noch präsent. Doch die Gastfreundschaft war dadurch ungetrübt, der Tag klang mit einem gemütlichen Abend im Biergarten aus– typisch Bayrisch eben.
Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig
∑Km Gesamt: 1022 km
11.Tag; 19.August 2007
Bubenreuth – Erlangen – Nürnberg – Oberasbach = 50 km
Erst kurz nach Mittag wies der ortskundige Christoph seinen Mitbewohner auf die richtige Fährte entlang des Kanals nach Nürnberg. Am Nachmittag war die schöne Innenstadt erkundet und ein paar Nürnberger Rostbratwürstchen im 'Weckle' verzehrt. Nun noch ein schönes Bier in der Kneipe, dabei erholte sich Sportler während auf der Leinwand HSV - Leverkusen lief, schon wieder ein schmuckloser 1:0 Sieg. Gegen Abend führte es den Studenten stadtauswärts gen Westen. In der Karte war ein verlockendes Campingplatzsymbol vermerkt, doch dieses entpuppte sich als Wohnmobilparkplatz des 'Play-Mobil-Funparks'. Für Alternativen war keine Zeit mehr und so musste der karge Schotteruntergrund herhalten. Das alltägliche Zeltaufbauen war an diesem Abend das Unterhaltungsprogramm für zwei Italienische Familien. Die Väter mit ihren 0815-Wohnmobilen hatten bisher ihrem Nachwuchs die ganze Faszination des Campens vorenthalten. So ein Zelt aufbauen ist wahrscheinlich spannender als Playmobil spielen. Auf gebrochenem 'Itadenglisch' fanden die Konversationen statt, dass der Fahrradfahrer das Fernziel Barcelona anpeilte begriff der Italiener nicht ganz und meinte sein Wohmobil sei doch das bessere Gefährt, jaja viel Spaß beim Playmobil spielen morgen! Wenig später wurde es dunkel, tief graue Wolken zogen herauf, die sich jedoch nicht entluden.
Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig
∑Km Gesamt: 1072 km
12.Tag; 20.August 2007
Oberasbach – Dietenhofen – Rothenburg o.d. T. – Kirchberg a.d. Jagst – Braunsbach = 125 km
Früh weckte sich der Deutsche Radfahrer zwischen Italienischen Wohnmobils um sich der Obhut des Parkwächters zu entziehen. In angenehmer Morgenstimmung ging es nach Rothenburg o.d. Tauber.
Eine sehr schöne im mittelalterlichen Stil erhaltene Stadt, wenn auch mit zahlreichen Touristen überfüllt. So kam der Reisende auch mal mit Engländern in Kontakt: „Ohh Barcelona - You will get strong legs“! „One of my cousins did the Tour de France“! Beste Voraussetzung für den weiteren Muskelaufbau waren durch die Strecke nach Rothenburg geschaffen, die Landschaft wurde zunehmend hügeliger, wenn auch gleichzeitig idyllisch Süddeutsch eben. Zum Abschluss des Tages gab es eine zügige Abfahrt ins Kochertal nach Braunsbach, das erste mal wurde die 60 kmh-Marke geknackt. Ort des Zeltens war diesmal ein Platz direkt am rauschenden Kocher.
Wetter: morgens Sonne, später bedeckt, teils Nieselregen
∑Km Gesamt: 1197 km
13.Tag; 21.August 2007
Braunsbach – Schwäbisch Hall – Mainhart - Sulzbach –.Winnenden - Stuttgart ] ZUG [ Karlsruhe = 71 km
Im Kochertal wurde die Fahrt in Richtung Schwäbisch Hall fortgesetzt. Dort angekommen wurde die Stadt bewundert und sämtliches abgeradeltes Kartenmaterial verpackt und nach Hause zu Mutti geschickt.
Stuttgart rückte immer näher und die geomorphologisch stark ausgeprägte Landschaft machte die Fahrt nicht einfacher. Schließlich war der Vorort Winnenden erreicht, dort ereile den Studenten ein unangenehmes Telefonat, dass ihm schließlich Gewissheit bescherte, dass die Mathe Klausur aus dem zweiten Semester nicht bestanden wurde. Zwei Wochen kürzere Semesterferien waren die Konsequenz, der Abstecher über die Bretagne in den Süden zu fahren, war gedanklich schon einmal gestrichen.
Großstädte größer als eine halbe Millionen Einwohner sind mit dem Rad zum abgewöhnen, da ist es keine Schande mal die S-Bahn zu nehmen. Nach ein paar Stunden in der Stuttgarter Innenstadt war der Camper mit dem Problem der Übernachtungsmöglichkeit gegenübergestellt. In einer unbekannten Agglormeration wie in der Baden Württembergischen Hauptstadt nicht ganz so einfach, da entsann sich der Student, dass ein Klassenkamerad in Karlsruhe lebt. Nach einem kurzem SMS-Wechsel war der Nachtplatz gesichert, nur musste die Regionalbahn etwas nachhelfen, damit das Ziel noch am selben Tag zu erreichen war. Ein gemeinsamer schöner Abend in der Karlsruher Kneipenszene und ein Dach über den Kopf – der Tag war doch noch gerettet, Danke Cornelius!
Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig
∑Km Gesamt: 1268 km
14.Tag; 22.August 2007
Karlsruhe – Rastatt – Rheinau -Kehl – Straßburg hin und zurück = 128 km
Während sein Klassenkamerad Cornelius alltagsbedingt in der Früh zur Arbeit musst, packte der Reisende seine Sachen und erkundete zunächst den schönen Schlosspark, welcher in kreisförmiger Struktur angelegt ist. Bis der Student allerdings den Weg aus der Stadt fand, dauerte es eine Weile, letztendlich war die Straße direkt am Rhein gefunden und es ging geradewegs in den Süden nach Kehl. Auf der anderen Uferseite des Flusses begann bereits Frankreich, die diagonal Durchquerung Deutschlands war nun fast geschafft. Bereits am frühen Nachmittag stand das Zelt auf dem Campingplatz direkt am Fluss, genügend Zeit um ein wenig Französische Atmosphäre zu schnuppern. Eine Fußgängerbrücke, die seit der Landesgartenschau 2004 existiert, führt über den Rhein und schon war man in La France. Nachdem der imposante Straßburger Münster besichtigt war, steuerte der Radfahrer den Hauptbahnhof an. Dieser befand sich im Umbau, aber die beeindruckende Glaskonstruktion war schon fertig. Die Französischkenntisse reichten aus um zu erfahren, dass im TGV auch die Fahrradmitnahme möglich ist. Hätte der Reisende nicht die Geheimnummer seines Sparkontos vergessen, wäre er schon der glückliche Besitzer eines Zug Tickets nach Paris gewesen, dann eben am nächsten Tag.
Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig
∑Km Gesamt: 1396 km
15.Tag; 23.August 2007
Kehl – Straßburg ] TGV [ Paris = 46 km
Um 7 Uhr aufstehen im Urlaub fällt schwer, um 8 Uhr stand der Reisende auf den Beinen, um 9 Uhr war das Fahrrad gepackt, um 9:45 war das Ticket gekauft schon um 10 15 saß der Reisende samt Fahrrad im TGV und mit „grand vitesse“ fand sich der single Student bereits um 12:30 in der Stadt der Liebe wieder. An diesem Tag herrschte ein anderes Reisetempo: 500 km in 2:15 Stunden. Den ganzen Nachmittag genoss der Radfahrer das Wiedersehen mit dem Eifelturm, dem Place de la Concorde, Notre Dame und auch das Fahren auf der Champs Elysee, mit der Ausnahme des achtspurigen Kreisverkehrs um das Arc de Triomphe. Das Fahrrad war widererwartend ein geeignetes Gefährt in dieser Großstadt, nur das Wetter wurde zunehmend schlechter. Schließlich steuerte der Reisende im strömenden Regen den Viersterne-Campinplatz im Bois du Bologne an. Die vier Sterne machten sich nur im Preis bemerkbar, nicht jedoch im Comfort: Eine unruhige Nacht nahe einer stark frequentierten Straße, über den Zustand der Sanitäranlagen soll kein weiteres Wort verschwendet werden.
Wetter: Morgens bedeckt, in Paris Regenschauer und sehr bewölkt
∑Km Gesamt: 1442 km
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16.Tag; 24.August 2007
Paris ] S-BAHN [ Raimboilet – Chartres – Illiers – Dangeau = 92 km
Das Wetter am nächsten Morgen machte dem Studenten Paris so richtig schmackhaft – Regen! Die Millionen Agglomeration mit dem Fahrrad verlassen zu können stellte sich als hoffnungsloses Unterfangen heraus, da jede Beschilderung letztendlich auf eine Autobahn führte. Der nächst beste S-Bahn Bahnhof war schließlich die letzte Ausflucht. Eine freundliche Konversation am Infoschalter führte zum Erwerb einer Fahrkarte nach Raimboilet.
Wetter gut, die Orientierung wieder gewonnen, frohen Mutes mit neuem Elan führte es den Reisenden nach Chartes. Eine kleine Stadt die aber schon 20 Kilometer vorher an den hohen Türmen der Kathedrale 'Notre-Dame-de-Chartres' auszumachen ist. Das Interesse an diesem UNESCO-Weltkulturerbe war deshalb so hoch, da sich der Vater des Abenteurers in seiner Schulzeit mit diesem hochgotischen Sakralbau in seiner Jahresarbeit beschäftigt hatte. Trotz einer Hochzeitveranstaltung war die Kathedrale zugänglich und so bekam der Kulturbanause nicht nur die beeindruckend bunten Rosetten-Fenster zu sehen, sondern auch einen Eindruck von der unglaublichen Akustik durch die Orgelmusik. Ein schlichter Campingplatz irgendwo zwischen Paris und Loire in Dangeau war die Übernachtungsstätte an diesem Tag.
Wetter: Morgens Regen, später bedeckt, abends klarer Sternenhimmel
∑Km Gesamt: 1534 km
17.Tag; 25. August 2007
Dangeau – Châteaudun – Frêteval – Vendôme – Amboise = 120 km
Nachdem am Abend der Himmel aufgeklart war, war nun am Morgen die ganze Umgebung im tiefen Frühnebel eingehüllt. Die größte Überraschung erfolgte beim Bezahlen. Für die eine Nacht im Zelt, wurden nur 2,50 Euro fällig, eine Nacht zuvor waren es noch 16,70 gewesen. Diese Nacht hingegen war ruhig und die Sanitäranlagen sauber. Als der Fahrradfahrer Chateaudun erreichte, strahlte wieder die warme Mittagsonne vom Himmel und der Reisende gönnte sich eine gemütliche Mittagspause im schattigen Park. In einem Bücher Geschäft erwarb sich der Student endlich einen richtig detaillierten Straßenatlas und so ging die Reise auf kleinen Nebenstraßen weiter um dem Verkehrslärm auf den Hauptstraßen zu entgehen. Am frühen Abend überquerte der Sportler bereits die Loire und suchte den nächstbesten Campingplatz am genannten Fluss auf. Direkt nebenan fand ein fröhliches Treiben auf dem Fußballplatz statt und sobald das Zelt errichtet war, fand sich auch der Radfahrer in mitten Fußball spielender Sportler wieder. Ein Vater und Sohn aus Karlsruhe spielten auch mit, Silas (9) und Harald (50).
Wetter: Sonnig, warm, kleine Schönwetterwolken
∑Km Gesamt: 1654 km
18.Tag; 26. August 2007
Amboise – Blois – Chambord – La Ferte – St. Aubin – Tigy = 121 km

Aus der abendlichen Bekanntschaft resultierte am folgenden Morgen für den Reisenden eine Einladung zum Frühstück, der Reisende aß mal wieder in Gesellschaft. Danach ging es frisch gestärkt erst nach Mittag los, entlang der Loire flussaufwärts, die Besichtigung der berühmten Schlösser wurde zwischendrin als Pause genutzt. Am späten Nachmittag führte ihn seine Route durch ein waldige Gegend, es ging kilometerlang nur geradeaus und die Straße war von dichtem Grün umsäumt. Nachtstätte an diesem Abend war ein umfunktioniertes Landgut, schlicht und gut und wieder sehr günstig.
Wetter: Bedeckt, schwülwarm, wenig Sonne
∑Km Gesamt: 1775 km
19.Tag; 27. August 2007
Tigy – Gien – Briare – Cosne Cour – Sancerre = 111 km

Am Morgen bei Frühnebel brach der Bremer Student nach dem routinierten Zusammenpack- prozedere auf. Sein Weg führte ihn durch schöne französische Landschaften, die durch liebevoll gestaltete Ortschaften und Städtchen und Schlösser aufgewertet wurde. Gegen Abend fand der mittlerweile erfahrene Camper einen sehr attraktiv gelegenen Campingplatz an der Loire.
Wetter: Leicht bewölkt, immer wieder Sonne, warm
∑Km Gesamt: 1886 km
20.Tag; 28. August 2007
Sancerre – La Charité s/Loire – Nevers – Decize – Bourbon – Lancy – Feldweg bei Dion = 141 km

Mit dem ehrgeizigen Ziel, bereits heute die 2000 km- Marke zu knacken, setzte der Sportler seine Route fort. Bis Nevers war die Strecke ansprechend, dort in dem schönen Städtchen gönnte sich der Radler eine Pause in einem der sehr wohl gepflegten Parks Frankreichs. Sport macht hungrig und so können in einer einzigen Mittagspause schon ein ganzes Baguette , zwei 'pains au chocolats', eine Birne, eine Möhre und ein Joghurt verzehrt werden, von den Süßigkeiten ganz zu schweigen. Die Strecke hinter Nevers stand im Sinne des Kilometer abradelns, die Gegend hatte nichts schönes zu bieten auch ein Campingplatz wollte nicht auftauchen.
Als der Tachometer schließlich 140 km als Tagesbilanz vorzuweisen hatte, wählte der Abenteurer einen einsamen Feldweg, der ihn schließlich an das Ufer der Loire führte – das erste mal Wildcampen nach knapp drei Wochen, die Loire diente als erfrischendes Naturbad, die Kühe auf der Weide schauten beim Zeltaufbauen zu.
Wetter: Leicht bewölkt, immer wieder Sonne, warm
∑Km Gesamt: 2027 km
21.Tag; 29. August 2007
Dion – Digoin – Mareigny – Pouily sous Charlieu - = 74 km
In der frühen Dämmerung wurde die Nachtruhe bei der Premiere des Wildcampings durch den Dieselmotor eines französischen Autoherstellers gestört, es war wohl ein Frühangler, welcher sich aber nicht am Camperdasein des Reisenden störte. Der Himmel war an diesem Tag wolkenverhangen , sobald sich der Fahrradfahrer auf den Weg machte, fing es an zu regen, zunächst nur ein Schauer. Doch gegen Mittag setzte ein kräftigerer Schauer ein, der den Sportler dazu zwang, sich in einer einsamen Scheune niederzulassen um dort sein Mittagsmal zu sich zu nehmen. Irgendwann war auch dieser Schauer vorbei und die Fahrt ging weiter, für einige Stunden im Trockenen aber schließlich näherte sich eine Gewitterfront die so lange anhielt, dass der Radler kurzentschlossen den nächstbesten Campingplatz anvisierte. Eine gute Wahl, denn der starke Niederschlag hielt bis in den Abend hinein an, noch nie hatte der Abenteuer ein siebenstündiges Gewitter erlebt.
Wetter: bedeckt, immer dunklere Wolken, ab 14 Uhr Gewitter durchgehend bis Abends gegen 20 Uhr
∑Km Gesamt: 2101 km
22.Tag; 30. August 2007
Pouilly s. Charlieu – Roanne – St. Jodars-Feurs – St- Etienne – près de Versanne = 135 km
Um es vorweg zu nehmen, nach dem gestrigen vielleicht ernüchterndsten Tag, folgte für den Norddeutschen Radabenteurer heute ein Bemerkenswerter. Wettertechnisch wurde seitdem die ununterbrochene Schönwetterperiode bis zum Ende der Reise eingeleitet, die bekanntlich noch über 2 Wochen andauern sollte. Ein trockenes Zelt wurde zusammengebaut, im nächsten typischen französischen Städtchen 'Roanne' ein Baquette und 'Pain au chocolat' in der Boulangerie gekauft.
Danach führte es den Reisenden direkt ins 'Central Massif' am Flußlauf der Loire entlang. Es ging stets bergauf-und bergab gegen Mittag erreichte der Radfahrer ein Chateau, welches mitten in die Loire errichtet wurde, der Ort an dem die heutige Mittagspause zelebriert wurde, typisch französisch wie immer. Irgendwann ist jede schöne Strecke vorbei und so fand sich der Student schließlich auf einer schnurgeraden Hauptstraße Richtung Saint Etienne wieder. Vom Rückenwind getragen wurden die 50 km bis in die Großstadt in knapp zwei Stunden bewältigt, doch vor der Großstadt das alte Problem, die Beschilderungen, welche nur auf Autos ausgelegt waren. Schließlich erreichte der tapfere Radler die Innenstadt über einen Umweg mit 7 % Anstieg über mehrere Kilometer, aber nur über eine Schnellstraße, auf der Fahrzeuge schneller 60 km/h erlaubt sind, das Gefälle machte es möglich. Nach einer Stadterkundung und einem Kebabverzehr galt es eine Unterkunft zu finden. Zunächst einmal die Großstadt verlassen und damit auch nach langer Zeit den Flußlauf der Loire. Der Abenteurer wählte eine Straße, die durch einen National Park zur Rhône führte, dazwischen ein Bergpass. Es bleibt bis heute ungeklärt was den Reisenden dazu trieb diesen Pass noch Abends nach halb Sieben nach über 120 km in Angriff zu nehmen, irgendein innerer Instinkt, der im sagte, dass sich es noch lohnen würde, muss es gewesen sein. Nach knapp eineinhalb Stunden war zumindest der Pass erreicht (1160m) und eine lange Abfahrt stand bevor. Diese wurde aber auf den folgenden Tag verlegt da ein Campinsschild auftauchte. Dieses führte den Reisenden zu einem alten idyllischen Landgut, das nunmehr als Campingplatz fungierte und von einem alten Ehepaar geführt wurde. Dieser hatte eine traumhafte Aussicht vorzuweisen, 'Belle vue' nannte ihn der Gutseigentümer.
Wetter: bedeckt, abends klarte es am Gipfel des Bergpasses auf
∑Km Gesamt: 2236 km
23.Tag; 31.August. 2007
La Versanne – Annonay – Sarras -Tournon – Valence – Soyons = 104 km
Blauer Himmel und Sonnenschein, ein langersehntes und bisher seltenes Wetter beglückte den Gastcamper auf dem Gut beim Zeltzusammenbauen. So sollte es auch in den nächsten Tagen bleiben, berichtete ihm der äußerst sympathische Campingwirt beim Kaffee trinken. Zu dem hatte er den Reisenden eingeladen, aber auch zu der Nacht auf dem Campingplatz, so geehrt fühlte er sich, dass ein Radfahrer, von der Ostseeküste kommend, sein Landsitz angesteuert hatte.
Die ersten 25 Kilometern wurden mit Hilfe der Gravitationskraft im Flug erledigt ehe der Sportler eine Pause in Annonay mit Wäschewaschen und telefonieren verbrachte. Aber auch die Weiterfahrt vollzog sich ohne weitere Anstrengungen da der 'Mistral' den Reisenden durch das Rhône-Tal gen Süden trug. „Trop Chère!“ Dieser Ausruf entfiel dem Studenten als er am Abend den Preis von seinem gewählten Campingplatz an der Rhône erfuhr. Quartorze Euro! Mit dem Beleg aus Dangeau (2,50 Euro) wurde sich schließlich auf ein Entgelt von zehn Euro geeinigt.
An diesem Abend fand eine feierliche Veranstaltung statt, bei derlernte der Reisende das richtige Leben der Menschen in dieser Region kennen, so erlebte er live mit, wie eine Frau ihrem Mann eine riesen Szene machte, weil rausgekommen war, dass er mit der 'Dorfmatratze' fremdgegangen war - Sehr unterhaltsam. Des weiteren machte der Student Bekanntschaft mit einem deutschen Paar aus Freiburg, Judith und Andreas – sie luden ihn zum Essen ein – insgesamt ein gelungener Abend.
Wetter: sonnig, warm, Rückenwind
∑Km Gesamt: 2340 km
24.Tag; 1.September 2007
Soyons – Montélimar -Orange – Bédarrides = 125 km

Der Morgen wurde durch folgende niederschmetternde Diagnose von Andreas getrübt: Der Hinterreifen des Gazelle Fahrrades war durch den Riss zweier Speichen vollständig instabil. Der durchaus erfahrene Radfahrer, war sich bisweilen der Speichenproblematik bei viel Gepäck einfach nicht bewusst. Er hatte zwar den leicht 'eiernden' Hinterreifen seit Paris bemerkt, ihn aber nicht weiter besorgt beachtet. Seitdem hatte dieser Reifen bereits weitere 800 Kilometer mehr auf dem Buckel und war arg in Mitleidenschaft gezogen, ein Fahradladen musste aufgesucht werden. Doch dies ist in Frankreich ein schwieriges Unterfangen, zumal es Samstagvormittag war und somit nicht mehr allzu viel Zeit vorhanden war. Die Fahrt gen Süden gestaltete sich weiter im Leichttritt, schwieriger hingegen die Suche nach einem Fahrradladen. Der Reifen musste über das Wochenende noch halten, eigentlich wollte der Abenteurer den Umweg über die 'Ardêche'-Region wählen, welcher viele Höhenmeter mit sich gebracht hätte, der Wind entschied sich gegen diese Route, in dem er dem Ortsunkundigen die entsprechende Karte fortblies – wohl die vernünftigere Entscheidung.
Wetter: sonnig, warm, sehr kräftiger Rückenwind
∑Km Gesamt: 2465 km
25.Tag; 2.September 2007
Bédarrides – Avignon – Tarascon – Nîmes – Russan = 105 km
Nach einer Nacht auf einem wiederum sehr teuren, leeren, öden Campinplatz, der zudem noch einen sehr heringunfreundlichen Boden aufwies, ging die Weiterfahrt vom Vorort Bédarrides nach Avignon fortwärts. Die Straßen wurden allmählich mit Palmen gesäumt, der mediterrane Flair wurde präsenter, nicht nur wegen dem heißen Wetter.
Avignon war ein Ort des Wiedersehens und schon bekannt aus frühen Jugendtagen, diesmal sah die helle Stadtmauer nicht mehr ganz so weiß aus, die Statur an der sommerlichen Papstresidenz glänzte aber immer noch im strahlenden Gold. Unter der sengenden Hitze erreichte der ehemalige Elmshorner Schüler das Städtchen 'Tarascon' , die Partnerstadt von Elmshorn. Ein netter Ort mit einer imposanten Burg und einer Kirche. Jegliche Ähnlichkeit zur Norddeutschen Schulheimat war nicht zu erkennen und die Partnerschaft nur durch ein Schild bestätigt.
Bald war die Rhône überquert und die nächste Stadt Nîmes erreicht, auch sie hatte den typischen französischen südlichen Flair, welcher dem Reiseenden sehr gefiel. Dennoch wurde sich der Fußballfan gewahr, dass auch bald die Toppartie HSV-Bayern angepfiffen wurde, ein Internetcafe hielt den Fan auf dem aktuellsten Stand, während mit Freunden im Skype gechattet wurde, Endstand 1:1.
Recht spät am Abend galt es einen Nachtplatz zu finden, doch direkt außerhalb der Stadt verirrte sich der Abenteurer zunächst in einem Militärgelände, bis das durchquert war, mussten 12 km zurückgelegt werden. Die in der Karte eingezeichneten Flüsse existierten nur noch als trockengelegtes Flußbett und so half letztendlich eine Kneipe als Wasserquelle aus, bevor schließlich ein unbedeutender Platz inmitten knochentrockenen Gestrüpps als Wildcampingsstätte auserkoren war - ungeduscht.
Wetter: sonnig, sehr warm, windstill
∑Km Gesamt: 2570 km
26.Tag; 3.September 2007
Russan – La Calmette – Aigremont – Sauve -Ganges – Le Vigan = 90 km
In absoluter Dürre war der Abenteurer abermals dem Problem der Wasserknappheit gegenübergestellt, nur geschätzte 500 ml für Zähneputzen und als 'Treibstoff' für die nächsten sechs Kilometer bis 'La Calmette'. Dass dieses Kaff tatsächlich einen großen Supermarkt am anderen Ortsausgang besaß, bemerkte der Sportler erst, als er sich schon das blaue Gold in einem Kiosk zu überhöhtem Preis erworben hatte. Wie dem auch sei, fortan hatte der Radler stets mehrere Liter Wasser in diesem heißen Südeuropäischen Klima an Bord. Die Reise ging weiter westwärts mit dem Fernziel Millau. Die Landschaft wurde stets bergiger, so dass der Abenteurer immer mehr schweißtreibene Anstiege zu bewältigen hatte – der Reifen hielt.
In Le Vigan angekommen, war der vorerst letzte Campingplatz als heutiges Tagesziel gewählt. Die äußerst freundliche Campingwirtin wies den Reisenden auf ein 'Magasin de vélo' im Stadtzentrum hin. Geöffnet hatte er an diesem Abend nicht mehr und es war ungewiss, ob es am folgenden Tag der Fall sein wird.
Wetter: sonnig, sehr warm, leichter Wind
∑Km Gesamt: 2660 km
27.Tag; 4.September 2007
Le Vigan – Alzon – Sauclières - Millau = 90 km
Mit der inständigen Hoffnung, dass der Fahrradladen in 'Le Vigan' geöffnet hätte, setzte der junge Student seine Fahrt mit seinem arg in Mitleidenschaft gezogenen Hinterreifens fort. Beim Einbiegen in die Straße des Fahradhändlers erklang das Geräusch des Grauens durch die engen Gassen. Zugebenermaßen, es war nur ein dumpfes Knacken einer überforderten Fahrradspeiche.Doch die einladenen Türen des geöffneten „magasins de vélo“ linderten diesen Schreck erheblich, schon befand sich der erleichterte Radler in der Hand eines sehr kompetenten Fahradhändlers.
Binnen zwei Stunden war der komplette Hinterreifen inklusive Ritzel und Kette gewechselt und das Portemonnaie des Reisenden trotz Montage nur um 65 Euro erleichtert. Weitaus mehr erleichtert war der Sportler selbst und erklomm hoch motiviert die Hocheben von Millau – zwanzig Kilometer stets bergauf. In dieser Hochebene machte der Student Bekanntschaft mit acht Pfadfindern, welche sich in zweier Gruppen in weitem Abständen zueinander am Straßenrand durch Trampen fortbewegten. Gegen Abend nach rasanter Abfahrt war Millau erreicht. Ein Pizzadienst erleichterte dem Reisenden von der Aufgabe des Kochens und am Abend nutzte der Brücken-Fetischist die Gelegenheit am Fuße des 'Viaduc de Millau' sein Zelt aufzuschlagen, der größten Schrägseilbrücke der Welt.
Wetter: sonnig, sehr warm, im Hochland kühl und frischer Gegenwind
∑Km Gesamt: 2750 km
28.Tag; 5.September 2007
Millau – St.Afrique – Camares – St. Gerevais s/Marc – Hérrépian -Causses et Veyran = 116 km
Mit der Aussicht auf ein Dach über dem Kopf zuhaben, machte sich der Sohn eines Vaters in zweiter Ehe, motiviert auf den Weg, denn Christian (der Vater der Lebensgefährtin vom Vater) besitzt ein idylischen Landsitz in nahe der Ortschaft Causses et Veyran. Zunächst schaute sich der Student die Schrägseilbrücke aus näherer Betrachtung an und war schier beeindruckt, später ging es über St. Afrique Richtung Brusque bevor zwei Bergpässe unter brennender Hitze in Angriff genommen werden mussten. Endlich in Hérrépian angekommen, benachrichtigte der Abenteurer Christian über die baldige Ankunft.
Irgendwo in einer von Weinfeldern umsäumten Straße trafen sie sich, das letzte Stück wurde im Auto gefahren, da das Anwesen für einen Ortsunkundigen einfach nicht zu finden ist. Nach mehren Wochen konnte der Sportler mal wieder ein richtige Bett genießen und ein herrliches Abendessen unter freien Himmel in Südfranzösischer Atmosphäre.
Wetter: sonnig, sehr warm, phasenweise erfrischender Wind
∑Km Gesamt: 2866 km
29.Tag; 6.September 2007
Zu Besuch bei Evelin, Christian und Michael in Einmal ins Dorf und zurück = 6 km
Ein gemeinsames Frühstück zu viert bei angenehmen Sonnenschein, danach ging es für die Vier zu einem Ausflug an den 'Canal de Midi' zu einer Schleuse mit sieben Becken. Sehr interessant, so etwas hatte der Abenteurer noch nie zuvor gesehen. Danach nahmen die Vier ein Bad im Mittelmeer, welches aufgrund des ablandigen Windes sehr erfrischend war, bevor es zurück zum versteckten Landsitz ging. Gut gesättigt von einem köstlichen Abendbrot ging es nach einem Telefonat im Dorf ins Bett.
Wetter: sonnig, sehr warm, etwas windig
∑Km Gesamt: 2872 km
30.Tag; 7.September 2007
Immer noch zu Besuch - Nochmals ins Dorf und zurück = 6 km
Der heutige Tag stand ganz unter dem Motte Entspannung. Der Student saß den ganzen Tag auf der Terrasse unter dem Sonnensegel, las sämtliche verfügbaren Ausgaben der 'Süddeutschen Zeitung' aus vergangen Wochen und verfasste wohl auch einige Fragmente dieses Berichtes. Nach einem abermals herrlichen Abendbrot fuhr der Student wieder ins Dorf zum Telefonieren. Die frohe Kunde, dass ein Flug für den 15. September inklusive Fahrrad von Barcelona nach Hamburg gebucht wurde, ließ den Reisenden ruhig schlafen.
Wetter: wie gestern, einfach schön!
∑Km Gesamt: 2878 km
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31.Tag; 8.September 2007
Causses et Veyran – Capestrang – Narbonne – Sigean – Leucate -Toreilles = 116 km
Nach der Verabschiedung und zwei entspannten Tagen trat der Sportler wieder kräftig in die Pedale während an ihm eine schöne Landschaft, geprägt von leichten Bergmassiven und Weinfeldern, vorbeizog. Nach fünfzig Tageskilometern erreichte der von der Ostseeküste kommende Reisende nun endlich die Küste des Mittelmeeres, nach über vier Wochen.
Der Reiz der Gegend verflog gegen Abend insofern, als dass dem Studenten die Campingtarife abschreckten. Der niedrigste Tarif ist stets '2 Personen inklusive Fahrzeug', wofür über zwanzig Euro verlangt werden. Für eine Person mit Fahrrad wurde da keine Ausnahme gemacht. An manchen Plätzen hätte der Camper dafür acht Nächte bleiben dürfen. Als Konsequenz dieser Abzocke genehmigte sich der transpirierende Sportler ein Dusche zum Nulltarif und suchte sich gegen Einbruch der Dämmerung einen versteckten Schlafplatz irgendwo in der Wildnis.
Wetter: sonnig, warm, kaum Wind
∑Km Gesamt: 2994 km
32.Tag; 9.September 2007
Torreilles – Argéles s/Mer – Coullioure – Cerbère – [GRENZE] – Colera = 74 km
Schüsse weckten den nichtsahnenden Abenteurer am Morgen, beim Frühstück streifte ein Jäger durch das kleine bescheidene Revier des Campers. An dem Camperdasein des Reisenden störte er sich wenig und zog nach einem kleinen Klönschnack weiter seines Weges. Die morgendliche Atmosphäre war aber durch den Jagdeifer der Franzosen gestört und so machte sich der Radler so bald wie möglich auf den Weg.
Gegen Mittag erreichte der Sportler den malerischen Ort ‘Coullioure’ – traumhaft genauso wie es ihm seine Mutter am Telefon prophezeit hatte. Nach einer ausgiebigen Pause in welcher der Sportler in ein Gespräch mit Belgiern verwickelt wurde, sie konnten sogar Deutsch sprechen und dessen Kinder haben eine Zeit in Hamburg gelebt, standen nun die Ausläufer der Pyrenäen an der Mittelmeerküste an. Die Strecke war geprägt von langgezogen Anstiegen und Abfahrten.Die Kondition des Sportlers machte sich inzwischen deutlich bezahlt.
Ehe der Reisende sich besann, befand er sich in Spanien. Zwischendurch wurden immer wieder schöne Aufnahmen von der bezaubernden Aussicht gemacht, stets ist ein tief blaues Meer am Horizont zu sehen. Nach einer finalen Abfahrt wurde der vertrauens- erweckende Ort ‘Colera’ schließlich als Raststätte auserwählt. Die Zeit reichte noch für ein ausgiebiges Sonnenbad am Strand und ein Bad im Meer. Am Abend machte der Student eine weitere Bekanntschaft – Robert und Méri, er Maschinenbau–Erneuerbare Energien–Student und sie Künstlerin, in Teneriffa aufgewaschen, beide leben jetzt in Berlin.
Wetter: sonnig, warm,
∑Km Gesamt: 3068 km
33.Tag; 10.September 2007
Colera – Cadaques – Roses – Torroella – Palafragell – Palamós = 107 km
Die ausreichende Zeit zum Tourziel Barcelona ermöglichte dem Radler noch einen Abstecher nach ‘Cadaques’, eine Empfehlung von Robert. Die Strecke gestaltete sich mit vielen Höhenmetern, dafür auch weiterhin mit schönen Aussichten. In dem Ort selbst macht der Reisende eine Bekanntschaft mit einem Mitstreiter, dieser war bereits aus Italien kommend 3700 Kilometer gefahren und hatte kaum Gepäck dabei.
Bevor der Spanische Ort wieder verlassen wurde, kaufte sich der Student die letzte Karte für die Tour:’Costa Brava’. Barcelona war gerade noch darauf eingezeichnet. Nach einer langen schnellen Abfahrt mit Blick in die Tiefebene blieb die Stecke lange Zeit unspektakulär. Ab ‘Palafragell begann erneut die Campingsplatzsuche. Der Erste mit dem 13,50 Euro Tarif wurde ausgeschlagen, der Zweite mit dem Übernachtungsentgelt von 9,45 Euro schließlich notgedrungen gewählt, in Palamós.
Wetter: sonnig, warm,
∑Km Gesamt: 3175 km
34.Tag; 11.September 2007
Palamós – St.Felieu – Tossa des Mar – Lloret des Mar = 53 km
Der Blick auf die Karte sah viel versprechend aus, die Straße bis Lloret de Mar hatte viele Schlängel aufzuweisen, die nichts anderes als zahlreichen Serpentinen bedeuten konnten und das direkt an der Küste. Doch zunächst wollte sich der Student mit Lebensmitteln eindecken, die Supermärkte in Spanien bereiteten dem Reisenden nicht so viel Freude wie noch in Frankreich, am heutigen Dienstag war auch noch ein Supermarkt nach dem anderen geschlossen und dass am 11. September. Dass es ein Feiertag in Katalonien ist, konnte der Ortsfremde nicht wissen, eine Tankstelle half aus. Der Ärger war schnell verflogen als der Radler die bereits erwähnte kurvenreiche Strecke an der Küste erreichte.
Eine grüne dichtbewachsene Strecke die stets bergauf- und ab ging und immer wieder einen traumhaften Blick auf das Meer preisgab. An dieser Prachtstraße tauchte eine vereinzelte Villa nach der anderen auf , gut möglich, dass hier der ein oder andere FC Barcelona-Spieler seinen millionenschweren Sold in diese Immobilien investiert hat. Begleitet wurde der Fahrradfahrer von einer illustren holländischen Triker-Gruppe, die in jeder Haltebucht posierte und photographierte. Während des ganzen Streckenabschnitt wurde der Radler mehrmals von lauten knatternden ‘Dreirädern’ überholt, herrlich! Kurz vor Lloret de Mar erhielt der Student einen Anruf von einem gewissen Herrn Schmidt aus Bremen, ein Studienkollege: „Hey Malte was geht, alles fit? Sag mal hast du Bock mit mir für die anstehenden Wiederholungsklausuren zu lernen? “ „Ey Kollege bleib mal gechillt, ich bin gerade mit dem Rad nach Lloret de Mar unterwegs, Party ey ! Keine Zeit, aber nächste Woche bin ich wieder in Bremen“ „Ey coole Sache man bis nächste Woche“! Je mehr sich der Fahrradfahrer der Zielstadt näherte, umso näher rückten auch die Alltagspflichten. Doch zunächst stand Lloret de Mar auf dem Programm.
Der Student kam einen Tag zu früh, die Hauptsaison des innerstädtischen Campingplatzes endete am 11.September, so wurden heute noch einmal 12,73 Euro fällig, einen Tag später wären es nur noch 7,20 Euro gewesen. Erst die geschlossenen Supermärkte, dann der Tarifwahnsinn und das maue Partyleben, mit Hauptsaison hatte das nicht mehr viel zu tun, es gab heute im dreifachen Sinne nichts zu feiern, aber die Erinnerungen an die schöne Strecke blieben bestehen.
Wetter: sonnig, warm,
∑Km Gesamt: 3228 km
35.Tag; 12.September 2007
Lloret de Mar – Mataro – BARCELONA nach 3303 km in 5 Wochen! – zurück El Masnou = 87 km
Ein Frühstück mit den Zeltnachbarn, es gab Kaffee und Nutella auf ungetostetem Weißbrot, so begann der Morgen. Heute stand das lang ersehnte Tourziel auf dem Programm. Die Strecke zum Ziel war von Urbanisation geprägt, nur das Meer verlieh ihr etwas Schönheit. Ein offizielles Barcelona Schild bekam der Radler nie zu Gesicht, auf einmal befand er sich mitten in der Stadt, ohne dass er es richtig bemerkte. Der ‘Torre Agbar’ war schließlich das Symbol des Tourziels nach 5 Wochen und 3303 Kilometern – ein tolles Gefühl.
Der Reisende versuchte noch ein wenig Orientierung in der lebendigen etwas chaotischen Stadt zu bekommen, bevor es gegen Abend wieder stadtauswärts zum einzigen citynahen Campingplatz in El Masnou ging. Die Illusion für einstellige Übernachtungstarife war auch hier hinfällig.
Wetter: sonnig, warm,
∑Km Gesamt: 3315 km
36.Tag; 13.September 2007
Barcelona erkundet = 32 km
Die S Bahn brachte den Student mit Fahrrad ohne Gepäck in die Innenstadt, eine äußerst zufriedenstellende Infrastruktur ermöglichte dem Tourist interessante Attraktionen wie die ‘Sagrada Família, das ‘Arc de Triomf’ und den alten Olympia Park mit dem Rad anzusteuern. Auch das ehrwürdige Stadion ‘Camp Nou’ wurde nicht ausgelassen. An den Ampeln jeder Kreuzung fand der Sportler immer wieder gefallen daran, sich im Wettrennen mit den zahlreichen Rollerfahrern zu messen. So ein unbepacktes Fahrrad beschleunigt so unglaublich gut und da die nächste Ampel nicht weit ist, hatte der Mensch die Chance gegen die Technik zu siegen. Am Ende des Tages brachte die Technik den Radler wieder zurück zu seinem Campingplatz.
Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig
∑Km Gesamt: 3347 km
37.Tag; 14.September 2007
Barcelona erkundet – zum Campingplatz am Meer i.d. Nähe des Airports = 20 km
Mit Sack und Pack verließ der Reiseende seine zweitägige Campingstätte und fand sich bald am Place de Catalunya wieder. Was er genau alles noch erlebte, geben die handschriftlichen Aufzeichnung nicht wieder. Ein Erlebnis blieb jedoch in Erinnerung. Der Sportler verzehrte gerade seinen Mittagssnack und schaute dem regen Treiben der zahlreichen Tauben zu. Ein kleiner Junge, der selbiges Federvieh schadenfroh jagte, veranlasste dem Beobachter schließlich dazu, aufzustehen und ein paar Fotos zu machen. Als der Student zu seinem Platz zurückkehren wollte, saß dort eine junge Dame, das Getränk und das Fahrrad auf und an der Bank schien sie nicht zu stören. Auf spanisch sprach sie den Studenten ganz ‘überrascht’ an. Er verstand kein Wort, es müsste aber in etwa die Bedeutung gehabt haben:’Ohh ist das dein Platz? ist mir gar nicht aufgefallen, Entschuldigung!’. Jedenfalls antwortet er: „Excuse me, I don’t speak Spanish“ „Ohh sorry where are you from?“ „Germany“ „Ach du kommst auch aus Deutschland, das ist ja ein Zufall“. Beide erzählten sich interessiert ihre Geschichte warum sie jetzt hier in Barcelona seien und als von ihr irgendwann die Frage kam, was er denn heute noch so vorhabe, antwortete er nichts besseres als: „Ich muss mir am Flughafen irgendwie noch ein Campingplatz suchen.“
Somit verabschiedeten sie sich und sie verschwand irgendwo in der Menschenmenge Barcelonas. Jede Antwort wäre besser gewesen, aber nicht diese. einen Campingplatz hat der Student trotzdem noch gefunden.
Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig
∑Km Gesamt: 3367 km
38.Tag; 15.September 2007
Zum Airport ] FLUGZEUG [ Hamburg[AUTO] Pinneberg – Appen Etz = 15 km
Flugzeuge weckten den Camper früh morgens, bald darauf präparierte der Student im Flughafen sein Fahrrad für den Abflug , beim Einchecken wurde er in viele unterhaltsame Gespräche verwickelt, es ist eben doch auffallend wenn ein Fahrrad mit in den Flieger genommen wird. Dass dies über möglich ist , ist den gemeinen Flugpassanten gar nicht so bewusst. Innerhalb von zweieinhalb Stunden trug das Flugzeug den Sportler heimwärts, über eine Distanz, für die er mehrere Wochen gebraucht hatte. Am Flughafen nahmen ihn seine Geschwister in Empfang, was für eine Freude! Die letzten zwei Kilometer musste der überraschte Bruder dann doch noch selber mit dem Fahrrad bewältigen. Weniger später wusste er auch warum, das halbe Dorf war an der Straße versammelt, da gerade ein Straßenfest stattgefunden hatte, es war ein Empfang der in Erinnerung blieb und bevor der Student richtig ankam stand auch schon ein Journalist zur Stelle.
Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig
∑Km Gesamt: 3382 km