STRAHLEND GRÜNER FRÜHLING

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 28. März 2011 von mapexplorestheworld

Der Frühling hat sich bereits angekündigt, während aber die Natur bisweilen noch im bescheidenen grün „erstrahlt“ hat ein geologisches Erdbeben in Fern-Ost letztendlich selbiges auf politischer Ebene ausgelöst, welches die Grünen erstrahlen lässt.

Als einem an jenem Morgen nach dem Superwahlsonntag die ersten Sonnenstrahlen  das Gemüt erheiterten, kann einem beim Bäcker auch schon mal die Überschrift einer großen deutschen Boulevard Zeitschrift inspirieren. Gleichzeitig wird bei dieser Formulierung der Tenor des Mitte-rechts orientierten Tageblatts sehr schön deutlich und ich müsste mich strahlungsfreieren weniger negativ behafteten Formulierungen bezichtigen. Aber die GDL ist schließlich Schuld, dass ich die Mitfahrt bei einem Fahrer nach Gießen bevorzugte und nur so bin ich zum Bäcker gelangt. Die Unannehmlichkeiten bei der Fahrt mit drei verschieden privaten Bahnunternehmen auf dem Weg nach Kassel über Nordstemmen und Göttingen waren vorprogrammiert. Eine schlechte Ausrede, ich weiß, am Bahnhof hätte ich selbstverständlich nicht den Zeitungskiosk gemieden. Noch schlechter waren allerdings die Erklärungen der FDP-Abgeordneten zur Wahlschlappe. Überall war zu hören: „Japan ist schuld“. Ja sicher doch, die Umfrage-Werte der FDP sind erst seit zwei Wochen in den Keller gerutscht, ja nee ist klar. Na gut, diese Fazits fielen noch im Eindruck der “achso überraschenden“ Wahlniederlage. Westerwelles inhaltslosen Parolen wie „wir werden kämpfen“ und Angriffe auf die Opposition wie „arm aber aber sexy“ mobilisieren eben keine Wähler mehr, über die Nummer mit den Steuersenkungen hüllen wir mal den Mantel des Schweigens. Nun „hat er verstanden“ der Guido. Auf die Neuorientierung der Liberalen bin ich jetzt schon gespannt.

Ebenso auf die ersten Errungenschaften des ersten Grünen Ministerpräsidenten überhaupt. Die Hoffnung bleibt, dass keine Ernüchterung folgt, wie das in der Politik halt eben so ist. Beim Atomausstieg wird der Wiederstand wohl geringer sein als beim Stopp von Stuttgart 21. Nicht das dieses Thema gleich die erste Grün-Rote Koalition gefährdet. Grün-Rot hört sich noch ungewohnter an als Moratorium, auch sind mir inzwischen mehr Lybische und Japanische Städtenamen geläufig. Dioxin und von Guttenberg sind dagegen schon wieder Schnee von gestern, der Tahir Platz wohl auch. Und was der Frühling noch für Themen bringt wird sich zeigen. Ich hoffe zumindest, dass ich bald über solche Werbeplakat nicht mehr stutzig werde, denn Fegen beim Frühjahrsputz hat genauso wenig mit Atomkraft zu tun, wie der HSV mit der zweiten Liga.


Der Springer Presse zum Trotze in eigenen Worten:

„Ich freue mich über den grünen Anstrich der Landtage im Südwesten“.

Das ist doch mal ein strahlungsfreies Statement.

Genießt die Zeitumstellung, es wird wieder nach Acht Uhr dunkel.

DREI JAHRESZEITEN

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 13. Dezember 2010 von mapexplorestheworld

Die Natur war fleißig in den letzten zwei Monaten, länger liegen diese Fotos von meinem Uniweg zeitlich nicht auseinander – drei Jahreszeiten komprimiert auf so eine kurze Zeit. Die letzten zwei Wochen schließen wettertechnisch nun auch den Kreis: Genau so winterlich war es auch bei meiner Wiederkehr aus Neuseeland, bloß dass sich selbige noch nicht ganz gejährt hat – es war ein früher Wintereinbruch. Heute Morgen der ganze Schnee weg, nicht aber am Horizont, der Bergpark am Herkules ist immer noch weiß. An die weiten Aussichten im Mittelgebirge habe ich mich noch nicht ganz gewöhnt.


Ja erst zwei Monate, schon wieder Halbzeit in der Vorlesungsphase, dieses Wochenende habe ich erstmals mit Tinas multinationaler Studientruppe die Vorzüge des Semestertickets genutzt und die historische Wartburg in Eisenach besucht, ein sehr gelungener Ausflug. Mir war gar nicht klar, dass das Bundesland der köstlichen Thüringer Bratwurst so Nahe liegt.


Nun freue ich mich auf die kommenden Weihnachtstage und wünsche noch allen Lesern eine besinnliche Adventszeit.

NEW ZEALAND BY BIKE

Veröffentlicht in Neuseeland mit den Tags , , , , am 15. November 2010 von mapexplorestheworld

„Woher bekomme ich solch ein Fahrrad“ fragte mich ein asiatischer Tourist als ich gerade früh morgens in Wellington mein Gefährt aufgesattelt hatte.

In Neuseeland ist es sehr einfach einen Abenteuerurlaub pauschal zu buchen, hierzu zählt unter anderem Fallschirmspringen, Bungeejumping sowie wilde Wassertouren mit dem Speedboat durch felsige Schluchten oder mit dem Schlauchboot auf wildem Gewässer. Eine Fahrradtour kann man sicherlich auch als einen gewissen Abenteuerurlaub betrachten, man weiß eben nie wo man am nächsten Abend übernachtet und es können Straßen und Pisten erkundet werden, die kein Bus entlang steuert. Nebenbei ist man dem teilweise unberechenbaren Wetter des Inselidylls in der Südsee ausgesetzt.

Jedoch ist es ein aufwendiges Unterfangen sich in Neuseeland eine vernünftige Ausrüstung zusammenzustellen, denn gewöhnlich erhält man beim Fahrradhändler nur ein Mountainbike ohne Gepäckträger und Schutzbleche, von den Frontbügeln ganz zu schweigen. Irgendwann habe ich auch halbwegs bezahlbare wasserdichte Satteltaschen online erstanden.

Ja und bei dem Anblick eines so reisebereiten Fahrrades ist die Frohlockung groß, selber in die Pedale treten zu wollen, Fragen kostet ja nichts, aber solch ein praktisches Unikat wollte ich nicht schon nach den ersten geschobenen Metern zur Fähre auf die Südinsel gleich wieder hergeben.

Apropos Unikat, im Land der unzähligen Campervans schien ich mit meiner Art zu Reisen aufzufallen, im Wartesalon der Fährgesellschaft wurde ich abermals angesprochen, diesmal von einem groß gewachsenem neuseeländischen Studenten aus Christchurch, er bot mir seine Wohnung an, falls ich durch seine Stadt käme. Für die letzten Tage am Ende der Reise stand bereits fest, die Kosten für ein Hostel werden mir erspart bleiben.

Sobald auf der Südinsel angekommen, wurden sofort die ersten Höhenmeter in Angriff genommen, so wie es in einer Fjordähnlichen Landschaft in den ‘Marlborough Sounds’ nicht anders zu erwarten ist. Überhaupt stellt sich die Frage, ob Neuseeland für eine Fahrradreise geeignet ist. Meines Erachtens sollte man schon etwas Erfahrung besitzen und ein überzeugter Fahrradfahrer sein. Wer allein auf das Geld schaut, wird keine Freude haben, da besonders in einsamen Gegenden das Wasser deutlich teurer ist als Sprit. Was sind Dreißig gesparte Euro bei 500 km geradelten Kilometern? Die geomorphologisch stark ausgeprägte Südinsel verlangt einem so manchen Schweißtropfen ab und nicht zuletzt leistet der Wind einen gehörigen Beitrag, der an der Ausdauer zehrt. Es gab Tage, da war ich nach 60 Kilometern fix und alle und welche, da hat nach 150 Kilometern der Sonnenuntergang den Feierabend eingeläutet. Wie gesagt, das unberechenbare Wetter, an einem Tage war es unmöglich bei starken Seitenwind sein Fahrrad in der senkrechten zu halten und Abends konnte ein Lagerfeuer bei absoluter windstill genossen werden. Ein Morgen bei Sonnenschein endete gegen Abend mit einer Fahrt durch mehrstündigen monsunartigen Regen.

Der Verkehr ist auf der Südinsel nur in besiedeltem Raum etwas stärker frequentiert. Auf den einzigen Haupstraßen über Land, kann man zeitweise mehr zehn Minuten seine Ruhe haben, bis einem ein einzelnes Fahrzeug begegnet. Außer den Lastwagen wird auf Radfahrer Rücksicht genommen, zumindest auf der Südinsel, so mein Eindruck. Auf der Nordinsel sieht es mitunter etwas anders aus, deshalb sollte die Südlichere präferiert werden. Diese Erfahrungen habe ich von Mitstreitern vernommen, denn Selbige trifft man auch irgendwann einmal unterwegs. Immerhin habe ich gut eine Woche die Fahrt mit einem Kanadier und einem Deutschen genießen dürfen: Wildcampen am See oder Fluss bei einem gepflegtem Bier am Lagerfeuer. Es gibt aber auch Phasen, da macht man mehr Begegnungen mit Kuh, Reh- oder Schafherden, es taucht auch nach über Hundert Kilometern kein einziges Lädchen auf. Trotzdem, wie bereits erwähnt, eins ist sicher, wenn man mit dem Rad unterwegs ist, man fällt auf. Nie zuvor wurde ich so oft angesprochen, „wir haben dich gestern dort in der und der Straße gesehen, heute bist du schon hier?“ oder so ähnlich. Besonders bemerkenswert war ein Wiedersehen einer international bunt gemischten Reisegruppe eines grünen „KIWI Experience“ Busses, welcher mich Nachmittags achtzig Kilometer vor dem einzigen Ort ‘Westport’ überholt hatte – Abends saßen wir trotzdem im gleichen Hostel. Ich bin sicher, dass zumindestens einige begriffen hatten, dass diese Art Buspauschalreise nicht so wirklich das wahre „Experience“ ist.

Strecken die man als Radler nicht missen sollte, ist die Westküste zwischen Greymouth and Westport, die wahren Abenteurer riskieren es weiter entlang der Westküste bis nach Haast: Außer am berühmten Franz Joseph Fox Geltscher gibt es 320 Kilometer keine Möglichkeiten zum Unterkommen und Einkaufen und dass bei äußerst rauem Klima. Als Alternative bietet es sich an, den fast einzigen Zug auf der Südinsel nach Christchurch über den Arthurs Pass zu nehmen oder den Pass mit eigener Kraft zu erklimmen. Wetterbedingt entschied ich mich für Ersteres – einmal Zugfahren in Neuseeland. Dieser fährt einmal täglich und alles erinnert einen eher an Flugzeug fliegen, eine Bordkarte mit Sitzplatz, das Fahrrad kann man schon drei Stunden vorher einchecken und am Bahnhof Springfield stand es dann da wie vorher gebucht. An diesem einsamen Ort mitten in den NZ-Alpen hielt der Zug nur wegen mir.

In der Region um Queenstown ist die Fähre zur Walters Peak zu empfehlen, danach kann man mehr als Hundert Kilometer in Einsamkeit auf Schotterwegen gen Süden genießen, einen Umweg zu den Mavora Lakes bloß nicht auslassen. Zu guter Letzt ist der „Otago Central Rail Trailhttp://www.otagorailtrail.co.nz/ ein Muss, schließlich ist dies der einzige explizit ausgewiesene Fern–Radweg in diesem Land, ausgebaut auf einer ehemaligen Eisenbahnstrecke, mehr als 2% Anstieg ist ausgeschlossen. Das letzte Stück von Pukerangi nach Dunedin durch den spektakulären ‘Taieri Gorge’ wurde für Touristenzwecke als Gleisbett aufrechterhalten, zu erleben aber nur mit dem Rad im Zug. In Dunedin schließlich habe ich die offiziell steilste (36%) Straße der Welt als Tourziel auserkoren. Von jetzt an begann die Rückreisen, zunächst mit der Fahrrad-freundlichsten Busgesellschaft „Atomic Shuttle“ bis nach Christchurch, die Strecke entlang des Highway 1 an der Küste war mir bereist gut bekannt und hemmte meine Motivation sie abzuradeln, das Wetter gab mir recht. Angekommen in der Stadt wollte ich meinen Gastgeber mit dem Handy anwählen, das Fahrrad war da, das Mobilfunkgerät aber im Bus geblieben. Ein Besuch in Reisecenter brachte Gewissheit, dass ich es wiederbekommen, würde, jedoch ich an diesem Abend, mein Zahlengedächnis rettete mir die Unterkunft. In den folgenden Tagen genoss ich zum letzten mal die Stadt, und suchte ich vergebens einen interessierten Fahrradabnehmer. Derweil wurde die Gastfreundlichkeit bei dem Neuseeländer selbst bei sechs kaum bekannten Gästen nicht überstapaziert. Umso schwieriger war es so einen asiatischen Zeitgenossen wie aus den frühesten Reisestunden aufzutreiben. Auch wenn es mitunter absurd klingt, es ist fast ratsamer sein Rad aus Europa ein- und auszufliegen zu lassen, als mit den Kiwis Fahrradgeschäfte zu machen, ein gebrauchtes Fahrrad wird definit unterbewertet. Fortan stellte ich mir die Frage wie bekomme ich mein Fahrrad los, mein alter Mitbewohner hat Glück gehabt – Freundschaftspreis.

Zusammenfassung meiner Fahrradtour vom 15. 11. bis 09.12.2009

Weitere Fotos

MASTER DESASTER

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 28. Oktober 2010 von mapexplorestheworld

Gemessen an dem Eindruck den man gewinnt, wenn man den Artikel über das Master Desaster im UniSpiegel liest hier klicken, begann die erste Begrüßungsveranstaltung mit einer großen Überraschung. Es waren gerade mal acht Studenten zugegen. Im Laufe der Vorstellungsrunde stellte sich dann noch heraus, dass vier von Ihnen Bachelor-Studenten aus dem fünften Semester waren, welche mal aus reinem Interesse reinschuppern wollten. Eine Mitarbeiterin bei der IFAT-Messe in München hatte mir noch viel Glück bei der Bewerbung gewünscht. Das einzige Glück was ich offensichtlich habe ist, dass ich den Master ohne jegliche Auflagen studieren darf und wie ich mich rumgehört habe, bin ich da so ziemlich der Einzige. Das ist der nächste Irrsinn an der ganzen Bologna-Geschichte, ein Uniwechsel mit einem Bachelorabschluss ist längst nicht so einfach wie einst angedacht. Einem weiteren Beispiel aus meinem Freundeskreis wird gerade im Nachrichtenmagazin SPIEGEL Beachtung geschenkt hier klicken und dieses ist meines Erachtens weitaus skandalöser als so ein paar Auflagen wie Kurse aus dem Bachelorstudium nachzuholen. Wer den Artikel zu Ende gelesen hat, der weiß das Tina nun auch in Kassel gelandet ist, da fühlt man sich nicht ganz so fremd an so einer anonymen Uni, der Kontrast zur Fachhochschule ist schon deutlich geworden. Auch wenn ich nur drei Mitstudenten in meinem Semester habe, sind bei der Vorlesung meist mehr als zehn Studenten anwesend, Maschinenbauer, Bauings und Verfahrenstechniker und Wirtschaftsings. Dank der mannigfaltigen Kursauswahl ist das Auditorium stehts in einer neuen Kombination besetzt, da ist ein WIR-Gefühl wie an der HS in Bremen schon im Keim erstickt.

Ich kann mich noch gut erinnern, was für ein Rumoren entstand, wenn in der ersten Vorlesungswoche der Stundenplan nicht verbindlich war, ja waren das schöne Zeiten, verglichen mit dem Chaos was hier herrscht: Jeder Fachbereich hat sein eigenes System Änderungen und Startzeiten bekannt zu geben. Bei den bis zu sieben verschiedenen Fachbereichen die unser Auswahlspektrum lehren steht man nicht selten vor verschlossenen Türen, da nicht einmal auf das Online-Vorlesungsverzeichnis verlass ist. Bis heute habe ich nicht verstanden, warum ein einwöchiges Seminar im Januar am Montagmorgen um acht Uhr gelistet ist, sicherlich eine miese Finte um den gemütlichen Studentenalltag eins auszuwischen.

So und nun noch eine Anekdote zum Thema kompliziert, wir erinnern uns in Neuseeland war alles einfach, man hatte einen Account, damit konnte man alles machen, drucken, Bücher ausleihen, Lernplattformen anwählen usw. Hier gibt es für jedes Medium einen eigenen Account und wenn man sich zum Beispiel mit der Bibliotheksausweisnummer im Rechner eingeloggt hat, muss man am Drucker die Kartennummer eingeben, obwohl es im Prinzip die gleiche Karte ist, ja das macht mal gar keinen Sinn. Meine achtstellige Matrikelnummer kann ich schon im Kopf, aber irgendwann ist auch mal Schluss mit Zahlengedächnis.

In der Auferstehungsskirche in Kassel finden Vorlesungen statt und im Kino auch, ja die Studierendenzahlen steigen, in diesem Semester wurde erstmals die magische 20.000 er Marke geknackt und es gibt akute Raumprobleme. Da passt es ins Bild, dass die Vorlesung im multimedialen Zeitalter online daheim auf dem Ipad verfolgt werden kann hier klicken.

Ich weiß nicht was für Eindruck mein Beitrag auf den Leser macht, für mich ist es irgendwie der normale Uniwahnsinn, der Spaß macht und eine neue Erfahrung ist. Als Bachelor-Ersti wäre ich damit bestimmt überfordert gewesen, somit betrachte ich die Hochschule in Bremen schon jetzt mit einem anderen Auge und die zwei Semester in Neuseeland waren ein gesunder Übergang damit die Umstellung nicht zu krass ausfällt. Mein grober Studienplan, so weit ich das abschätzen kann, steht zumindest, 33 ECTS pro Semester, dann kann man in Ruhe seine Masterthesis (24 ECTS incl. Projekt) bearbeiten. Ich hoffe das ist ein nicht zu extravagantes Ansinnen, aber wer will schon mit seinem Bachelorabschluss im Praktikantenzimmer landen.

EIN AKADEMISCHER GRAD ZUM WM-START

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 22. Juni 2010 von mapexplorestheworld

Zeit für einen Rückblick und ein paar Zahlenspiele: Am 11.11. letzten Jahres war meine letzte Prüfung als internationaler Student in Neuseeland abgelegt, nun am 11.Juni gilt gleiches für meinen Bachelor of Science. Damals am 11.12. war auch meine Zeit als Reisender verstrichen, die Vorbereitung auf den Rückweg stand an. Dazwischen liegt schon wieder ein halbes Jahr, wie die Zeit doch rennt. Die einzigen Indikatoren die plausibel erscheinen, sind das warme sommerliche Wetter und die lang anhaltende Helligkeit. Man stelle sich vor, in wenigen Tagen ist es auf einmal winterlich kalt mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Die Schafskälte am letzten Wochenende lieferte vielleicht einen leichten Eindruck. Selbst mit einer Reise nach Südafrika ist ein solcher Wetterumschwung nicht ganz nach zu empfinden, so wie er mich damals bei der Rückkehr konfrontierte.

Sehr viele von uns werden eine Reise nach Südafrika nicht antreten, dennoch sind jetzt alle Augen auf diesen Staat, wo das sportliche Großereignis stattfindet, gerichtet. Auf mich wirkt bis heute noch das fußballerische Großereignis aus Wellington nach, welches am Fünfzehnten des 11. Monats im letzten Jahr stattfand – die erfolgreiche WM-Qualifikation Neuseelands. Und da die 11 Jungs mit den roten Hosen und der Raute auf der Brust seit meiner Rückkehr an jeglichen Aufgaben für Großereignisse scheiterten, sind die Erlebnisse noch nicht verblast. Ich erwische mich öfters dabei, dass ich bisweilen mehr dem WM-Auftritt der All Whites entgegen fiebere, als dem unser Adler. Auch besitze ich derzeit noch mehr Fan-Accessoires des „Underdogs“ aus „Down Under“. Das kann sich aber noch ändern, schließlich steht ja noch nicht fest, ob das Trikot in einem Monat drei oder vier Sterne ziert. Während man mit unserer Nationalmannschaft derzeit noch ein Wechselbad der Gefühle durchleben muss, mausert sich der Außenseiter aus Ozeanien zum WM-Schreck. Nachdem ersten Remi signalisierte Trainer Ricki Herbert, dass das WM Ziel, einen Punkt zu erzielen, bereits erreicht sei. Doch nach dem zweiten Punkt gegen den amtierenden Weltmeister muss die gesunde sportliche Zielsetzung schon das Achtelfinale heißen. Ein Blick in Presse am anderen Ende der Welt zeigt, dass man schon andere Ansprüche an den sportlichen Erfolg, als ein paar Punkte in der Vorrunde zu erzielen, hegt. Journalisten hadern mit den Entscheidungen der Schiedsrichter und der Standhaftigkeit der italienischen Spieler: “Tommy Smith tugged at Daniele de Rossi’s shirt and de Rossi didn’t exactly try to resist gravity. The Leaning Tower of Pisa does a better job of trying to stay upright.“ Ein anderer Journalist monierte „Wenn die Weltmeisterschaft eine Bühne wäre, hätte Italien eindeutig die besten Schauspieler. Im neuseeländischen Staatsfernsehen wurde das Remi mit „All Whites gegen „Hollywood-Betrüger 1:1“ angekündigt.

Ja die Sportart Nummer Eins Rugby wäre nichts für italienische Weicheier. So stellten Die ARD-Experten Beckmann und Scholl zurecht ein anderes Zweikampfverhalten der Neuseeländer fest: „Die haben eben alle in der Schule Rugby gespielt“. Nach deutschem Kommentatoren-Auge hätte Volksheld Rory Fallon (schoss das 1:0 in der Quali) Gelb-Rot sehen müssen, wegen zu viel Ellbogeneinsatz beim Zweikampf. Der Trainer Herbert verstand hingegen nicht einmal, weshalb es über einmal Gelb gab. Da prallen eben zwei unterschiedliche Welten zusammen. Was in der NZ-Presse allerdings weniger betrachtet wurde, dass vor dem 1:0 gegen Italien sowohl ein Foul als auch eine Abseitsposition vorlag, somit wäre das Duell Hollywood Schauspieler gegen Rugby-Schubster ausgeglichen und da bei Wood’s Schuss in der 83.Minute die nötige Präzision fehlte ist das Unentschieden mehr als gerecht.

Wie dem auch sei, diese Ereignisse haben eine riesige Euphorie in dem Land der Weißen Wolke los getreten, der Fußball wird zumindest das Kricket als zweit bedeutendste Sportart ablösen. Es wird berichtet, dass alle Schüler in weißer Kleidung zur Schule erscheinen, sonst gilt es die Schuluniform zutragen. Ich habe hier in Deutschland ein Utensil in meinem Koffer, das in den Sportgeschäften der Kiwis ausverkauft ist, das Nationaltrikot. Schon unglaublich, damals vor acht Monaten habe ich mehrere Wochen den richtigen Sportladen gesucht um eins zu bekommen, irgendwann in der Hauptstadt bin ich fündig geworden.

An alle Menschen mit Neuseeländischen Wurzeln und einem gewissen Fußballtalent: Gemessen am Werdegang von Winston Reid (Torschütze 1:1 in der 93. Minute gegen Slowakei) ist es nicht schwer Nationalspieler der All Whites zu werden. Der Legionär von FC Midtjylland aus Dänemark hat seine Bereitschaft für die Nationalmannschaft Neuseelands anzutreten bei Facebook ‘gepostet’ und somit seine Nominierung im Mai 2010 ins Rollen gebracht, ein Blitzaufstieg à la Badstuber auf anderem Niveau. Ich denke, es lässt sich nicht in Zahlen ausdrücken, wie viele ‘Posts’ es gebraucht hätte, Thorsten Frings wieder ins Nationalteam zu befördern, wenn selbst mehrere verletzungsbedingte Ausfälle nicht ausreichend waren. Vermisst habe ich ihn bis jetzt nicht und solange die Inflation der gelben Karten nach spanischem Geschmack nicht weiter anhält, werde ich es auch nicht. Man stelle sich allerdings ein Achtelfinale ohne Herrn Schweinsteiger und Khedira vor, gar nicht so unrealistisch durch die gelbe Kartenflut des Referees Undiano Mallenco, man kann nur auf eine gewisse göttliche Gnade von Herrn Simon aus Brasilien im Spiel gegen Ghana hoffen, was Stürmer Fabiano darf, steht einem Schiedsrichter auch nicht schlecht.

Mit diesen Erzählung im Zeichen der WM möchte ich diesen Beitrag beenden und blicke mit voller Spannung auf die Spiele unser 11 Freunde beim letzten Spieltag der Vorrunde.

gelben Bürde des Referees Undiano Mallenco, man kann nur auf eine gewisse göttliche Gnade von Herrn Simon aus Brasilien hoffen, was Fabiano darf, steht einem Schiedsrichter auch nicht schlecht.

DER COUNTDOWN LÄUFT

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 11. April 2010 von mapexplorestheworld

Noch wenige Tage, dann ist Abgabe, und jetzt stand Ostern vor der Tür! Etwas ungelegen, Augen zu und durch. Ostern mal anders, statt Ostereier-und feuer, stand Word, Excel und jede Menge Bücherwälzen auf dem Tagesprogramm. Ostern mal anders, schon das zweite Jahr in Folge. Nur dass sich ein Aufwachen in einem robusten Gefährt an der Okiwi Bay etwas schöner angefühlt hat. Das Fernweh, die Erinnerungen kommen immer wieder hoch.


Bevor ich es überhaupt geschafft habe Wilhelmshaven ein paar Zeilen zu widmen, ist das Kapitel auch schon abgehakt. Dafür taucht der Name dieser Stadt in meiner Thesis bereits über Fünfzig mal auf den insgesamt 86 Seiten auf, hat die Stadt das verdient? Schwer zu sagen, so richtig warm bin ich mit ihr nicht geworden, wie denn auch , es war doch ein eiskalter Winter! Nein, ganz im Ernst, Sehenswürdigkeiten sind rar in dieser Mittelstand mit dem größten Einwohnerschwund. Na gut, wer auf Backstein und Klinker steht, der mag sich hier wohl fühlen. Das Rathaus ist kantig klotzig aus dunklem Klinker gebaut, richtig imposant aber nicht nicht sehr schön. Als richtiger Anthroposoph könnte man es als Affront betrachten – nur rechte Winkel. Klinker-Expressionismus nennt man den Baustil, entworfen durch Fritz Höger, das Chilehaus in Hamburg gefällt mir viel besser. Sogar die Straßen sind mit Backstein gepflastert, immerhin, besser mit dem Rad zu befahren als gepflasterte Straßen mit Naturstein, ich kenne da jemand der die Große Johannesstraße an der Hochschule Bremen mit dem Rad verflucht hat. ;-)

In Wilhelmshaven war ich hingegen froh wenn der Straßenpflaster mal zu sehen war, denn das war selten der Fall. Es waren Witterungsbedingungen die das Radfahren unmöglich machten, die schönste Kombi war gefrorener Schnee, welcher zuvor getaut war und dann wieder unter einer frischen Schneeschicht versteckt war. Aber geht nicht gibt’s nicht und letztendlich haben die Knochen standgehalten.

Apropos Straßen bzw. Straßennamen, auf dem Weg zur Arbeit habe ich täglich die Hamburger Straße gekreuzt, bin auf  Bremer Straße entlang gefahren, ein Palmerston Norther Straße gab es wider erwartend nicht, trotzdem hat mich der monotone Baustil der Häuser etwas an die Stadt erinnert, auch sind die meisten Straße als „Intersection“ angelegt, woran das wohl liegen mag? Ja, da habe ich gerade noch die junge Geschichte Palmerstons belächelt und schon wohne ich in einer Stadt in Deutschland, die jünger ist als meine Neuseeländische Studentenstadt. Kaiser Wilhelm brauchte dringend einen Kriegshafen, und wo ein Hafen ist muss auch eine Stadt sein, die Geburtsstunde Wilhelmshavens.


Mit dem Semesterticket war man zum Glück nicht an die Nordseestadt gefesselt, so habe ich auch schöne Eindrücke und Momente in Hamburg, Bremen, Hannover und Hildesheim erleben können.


Gerade wohne ich in der fünften WG innerhalb von zwei Jahren, mit drei Spaniern, Erasmus-Studenten, ein Zusammenleben gestaltet sich besser als gedacht, Erasmus-Studenten und ein Bachelor in seiner Endphase, geht tatsächlich. Auch Real gegen Barca gucken hat da ein ganz anderen Flair. Gleichzeitig hält man sein Englisch am Leben, naja so einigermaßen zumindest, aber in einigen Tagen läuft das Zwischenmietverhältnis auch schon aus, so schnell kann es gehen. Und danach? Dazu irgendwann mehr…

EIN JAHR IST ES HER

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 14. Januar 2010 von mapexplorestheworld

Wir schreiben den 14. Januar 2010, am gleichen Tag vor einem Jahr landete meine Maschine in Auckland um mein Jahr in Neuseeland einzuleiten. Seit rund vier Wochen bin ich nun wieder zurück in ‘Good Old Germany’. Ich muss sagen, ich habe mich wieder eingelebt, aber es war schon eine Umgewöhnung. Ganz prägnant der Rechtsverkehr, das erste Mal Autofahren war eine Katastrophe, beim Anlassen die Kupplung vergessen, beim Abbiegen Scheibenwischer angeschaltet und so weiter. Die erste Umstellung waren die Deutsch sprechenden Stewardessen auf dem letzten Flug von London nach Hamburg. Ich war umringt von spießigen Geschäftsmännern, mein Sitznachbar war einer von der ganz schlimmen Sorte. „Würden Sie bitte ihr Gepäck dort oben in der Ablage verstauen, wir sitzen am Notausgang“. „Keep Cool, ich habe einen langen Flug hinter mir “. Wenn man in solchen Momenten nicht an seine Lieben in der Heimat denkt, würde man am Liebsten wieder aus dem Flieger steigen. Die letzte Etappe verflog im Flug, schon beim Landeanflug auf Los Angeles hatte ich mich bei dem Gedanken erwischt: ‘Endlich L.A., bald geschafft!’. Klingt absurd, aber das Land der Weißen Wolke liegt so verdammt weit weg, da kommt einem die amerikanische Westküste auf dem Weg nach Europa gar nicht mehr so weit vor. Jedem, der eine solche Reise mal in Angriff nehmen möchte, empfehle ich einen Zwischenaufenthalt für mehrere Tage, denn die lästigen Reiseformalitäten für die USA müssen auch für eine zweistündige Zwischenlandung abgehandelt werden und 24 Stunden nahezu durchfliegen muss man sich nicht antun und das Kalifornien eine Reise wert ist, versteht sich von selbst.

Ein Inlandsflug in Neuseeland hingegen ist ein Erlebnis wert, keine Sicherheitskontrollen, einfach in den Flieger steigen wie beim Bus oder Zug. Die Propellermaschine hüpft so durch die Turbulenzen, dass man die Ruhe eines Langstrecken Vogels zu schätzen lernt. Dieses Erlebnis habe ich mir nach meiner Radtour von Christchurch aus genehmigt. ‘Picton – Palmy Luftlinie 140 km in 14 Std.’ wer erinnert sich? Mit dem Flieger dauert es gerade mal 1:10 Std und Christchurch liegt noch mal 325 km weiter entfernt. Eine ideale Vogelperspektive auf die Studienstadt rundete den nahenden Abschied ab. Vom Flughafen zu meiner alten WG lernte ich einen Äthiopischen Taxifahrer kennen, der sein Lebensglück in dieser Stadt gefunden hatte, ich bin ja bis zum Schluss nie richtig warm mit dem Ort geworden, auch wenn es sich dort gut Leben ließ. Auf der Fahrt erfuhr ich viel über sein spannendes Leben: Wenn man es als Äthiopier in den 80ern geschafft hat, in Budapest ein Studium abzuschließen, zum promovieren nach Deutschland geht und es schafft einen Kontakt zur Familie über den ‘Eisernen Vorhang’ aufrecht zu erhalten, dann kann man es vielleicht nachvollziehen, warum man sich hier niedergelassen hat. Hier ist das Leben einfach, ein Taxiunternehmen läuft von alleine, mit ohne oder ohne Doktortitel, man spricht eine Sprache und der Kontakt zu engsten Verwandten wird nicht durch historisch- politische Gegebenheiten beeinflusst. Historisch ist in Palmy wenig, die Geschichte von Palmerston North ist so interessant wie eine Spiel bei ‘Anno 1503′ – Häuser bauen, Wald roden, Landwirtschaft drumherum. 1866 wurde eine Siedlung gegründet, die nach dem Premierminister Viscount Palmerston benannt wurde, dieser war 1865 gestorben. Wenn man Mitte des 19. Jahrhunderts eine britischer politische Position bekleidet hatte, dann wurde nach einem eine Stadt in Neuseeland benannt, davon konnte man wohl grundsätzlich ausgehen. Ich bin ja schon stolz, dass es in Neuseeland einen Gebirgszug am Mount Cook gibt, der ‘Malte Brun’ heißt, aber damit habe ich nichts zu tun. Wie dem auch sei, die Gründung liegt erst 143 Jahre zurück und dann erfahre ich beim Abschiedsgespräch mit unserer Betreuerin an der Uni, dass wir dieses Jahr den kältesten Winter seit 140 Jahren hatten. Nebenbei erzählte sie mir, dass ich alle Scheine bestanden habe und fragte, ob ich den Sommer genossen hätte und welches Klima mich den Daheim erwarte:.„Freezing temperatures down to minus 10 degrees and snow on weekend“. So sieht es nun fast durchgehend aus seitdem ich hier bin. Ob es ein Jahrhundert Winter wird, bleibt abzuwarten, das Wetter wird ja seit 150 Jahren aufgezeichnet, da war Palmy noch ein warmer Gedanke.

Auf dem Weg zum Bachelor steht im Grunde nur noch die Ausarbeitung der Thesis an. Hierzu ist eine sechswöchige Praxisphase in Wilhelmshaven erforderlich, um Messungen auszuführen. Ansonsten werde ich in Hildesheim bei meiner Freundin wohnen und in Hannover arbeiten, während ich noch in Bremen eingeschrieben und in meiner Heimat in Etz im Hamburger Großraum gemeldet bin: Die letzten drei Tage habe ich bei meiner Mutter in Elmshorn gelebt. Was soll man da auf die Frage ‘wo ich wohne’ antworten? Am besten Norddeutschland, bis ich also richtig angekommen bin, dauert es noch ein bisschen.

WINTERLICHER EMPFANG

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 22. Dezember 2009 von mapexplorestheworld

Mittlerweile bin ich nun wieder in Deutschland und der Winter hat mich mit seiner besten Seite empfangen. Manchmal reicht eben doch bloß ein Wochenende um ein richtig winterliches Bremen zu erleben, solch ein Wetterphänomen hat es in den vier Semestern in dieser Stadt nicht gegeben. Ich wünsche allen eine schöne Weihnacht und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

RADTOUR: RÜGEN – BARCELONA

Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs mit den Tags , , , , , , , am 19. November 2009 von mapexplorestheworld

00_Fahrrad_und_Fahrer
1.Tag; 09.August 2007

Duodde – Roenne – ] FÄHRE [ Sassnitz ] ZUG [ Grimmen – Altentreptow – Neubrandenburg = 127 km

Während die Insel Bornholm noch im Nebel eingehüllt war, machte sich der ambitionierte Radfahrer Malte gemeinsam mit Martin auf den Weg. Zusammen mit den beiden Geschwistern und der Mutter hatten sie zu fünft ihren Urlaub auf dem dänischen Inselidyll genossen. Ihre Route führte die beiden zunächst die vertraute Strecke Richtung Roenne zum Fährhafen.(8 h Abfahrt der Fähre ; 11:30 Ankunft). Nach angenehmer Fährfahrt stand die große Verabschiedung an, nach dem Aufsatteln des Fahrrades war es soweit, die Reise ging richtig los, allein. Zunächst mit dem Rad zum Sassnitzer Bahnhof, die Zuganschlüsse waren so günstig, dass sich der Bremer Student wenig später in Grimmen befand. Nach letzten wichtigen Besorgungen ging es zunächst die deutsche Alleenstraße nach Loitz, ein Ort der von der Wiedervereinignung nicht profitieren konnte. Ein Auto erlaubte sich derweil auf dieser Strecke die Frechheit, aus unerklärlichen Gründen lautstark zu hupen, seit wann sind die Straßen nur für Autos bestimmt?

Danach wurde es einsamer, die Straßen leerer und schlechter, teilweise holperiger Kopfsteinpflaster, mit so viel Gepäck und ohne Federung unangenehm zu fahren. Auch durch Borgwall führte den Student sein Weg, ein trostloses Kaff, welches aus schätzungsweise 7 Ruinen und 3 bewohnten Häusern bestand. Es schien die strukturschwächste Gegend Deutschlands zu sein, irgendwo vergessen zwischen touristisch geprägter Ostseeküste und Mecklenburgischer Seenplatte. Erst vor Buchow wurde die Beschaffenheit der Fahrbahn besser. Nachdem der gebürtige Henstedt-Ulzburger Altentreptow und schließlich Neubrandenburg passiert hatte, erreichte der Student schließlich den Campingplatz am Tollensee.

Wetter: Sonnig, warm, Abends wolkig.

Km Gesamt: 127 km


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2.Tag; 10.August 2007

Neubrandenburg – Neustrelitz – Prebelow – Zechlinerhütte = 67 km

Aufgeweckt durch Regengeprassel begann der Tag für den Urlauber nicht wunschgemäß. Es sollte noch schlimmer kommen, nach den ersten zehn Kilometern überraschte den Radler gleich ein weiterer noch weitaus stärkerer Platzregen. Völlig durchnässt fand sich der nasse Student schließlich in einem halbwegs dichten Unterstand wieder, wo er sich umziehen konnte und über eine Stunde verweilte. Regenklamotten wollte sich der Fahrradfahrer erst noch kaufen, im nächsten größeren Ort. Größer und schneller war nun jedoch dieses sommerliche Gewitter. In Neustrelitz kaufte sich der arme Student nun endlich eine Regenjacke, nachdem ihn ein weiterer Regenschauer heimgesucht hatte. Sein Weg führte ihn weiter durch die ihm aus Kinder- und Jugendtagen vertrauten Orte, wie Seewalde, Prebelow und Wesenberg. Hierbei kamen in ihm Urlaubs-und Klassenfahrts Erinnerungen hoch.

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Abends nach 67 km wählte der Abenteurer einen Campingplatz nahe Zechliner- hütte. Der angehende Camper sah sich mit dem Problem konfrontiert, dass ihm 3 Euro für das erforderliche Übernachtungs-entgeld fehlten, weil ihm in Neustrelitz auf unerklärlicheweise zehn Euro abhanden gekommen waren. Die ausgehandelte Vereinbarung mit der unerbitterlichen Campingwirtin: Am folgenden Tag im 6 km entfernten Rheinsberg Geld abzuholen, verhalf ihm zu dem heutigen Etappenstopp.

Wetter: Regen mit starken Schauern, Abends trocken

Km Gesamt: 194 km

3.Tag; 11.August 2007

Rheinsberg – Gransee – Oranienburg – Berlin – Wansee = 157 km

Beim Frühstück kam der Etzer Jung mit einer Thüringer Familienclique ins Gespräch, welches ihn mit wichtigen Routentipps für das Saale-Flussgebiet und dem fehlenden Campinggeld bereicherte. Somit blieb dem ambitionierten Radfahrer das dreimalige abradeln des schönen Waldweges mit mäßiger Qualität nach Rheinsberg erspart. Danach führte ihn seine Route auf schwach frequentierten brandenburgischen Alleen durch beschauliche Ortschaften mit Ostflair gen Berlin-Kopenhagen-Radfernweg. Dieser perfekt ausgebaute Radweg leitete den fussballbegeisterten Radfahrer an einem Samstagmittag entlang der Havel, später durch saftig grüne Wälder und schließlich zu einem Fährübergang über den Kanal, wenige Stunden bevor die neue Bundesligasaison startete.

Der blühende Berliner Vorort Oranienburg sollte als Premiere-Konferenz-Zwischenrastort dienen, die Suche nach einer geeigneten Sportbar dauerte aber so lange, dass der HSV Fan nur noch in den Genuss der letzten 20 Minuten des Spiels kam. Ein nüchternes dennoch überzeugendes 1:0 bescherte dem HSV ein gelungenen Saisonstart und dem Radfahrer gute Laune, denn er hatte noch die Berlin- Umfahrung über den Berlin-Mauerweg vor sich. Diese Umfahrung unterschätze der ortsunkundige Sportler gründlich, so dass er sich beim Einsetzen der Dämmerung noch nicht am Wansee befand, sondern in Berlin-Spandau. Nach langer orientierungsloser Suche im Nobelwohngebiet Berlins fand der erschöpfte Abenteurer schließlich einen Caravancamping,wo er nach rekordverdächtigen 157 km im Dunkeln bei Taschenlampenschein sein Zelt aufbauen musste.

Wetter: sehr bedeckt, jedoch kein Niederschlag

Km Gesamt: 351 km

4.Tag; 12.August 2007

Wansee – Potsdam – Busendorf – Lehnin -Nahmitz = 66 km

Abermals durch durch Regengeprassel wurde der schlafende Student aus dem Schlaf gerissen und durfte zu seiner großen Begeisterung sein nasses Industriefaserkonstruckt zusammenbauen. So eine Radtour bringt den ein oder anderen aus dem Wochenrhythmus, das musste auch der Reisende überrascht feststellen, als er sich an einem Sonntagmorgen vor verschlossenen Supermarkttüren wiederfand – zum Glück gibt es in Zeiten, in denen fossile Rohstoffe noch vorhanden sind, Tankstellen, die mehr als raffiniertes schwarzes Gold anbieten. Im weiteren Verlauf seiner Fahrradroute kam der 21jährige in den Genuss der Landeshauptstadt Potsdam, wo er am Schloss Sansaussi schon ein ersten sprachlichen Vorgeschmack durch die Unterhaltung zahlreicher französischer Touristen bekam.Während ihn sein Weg an schönen Seen gen Tagesziel Nahmitz führte, die Heimat seiner Nachbarin aus dem Bremischen Studentenleben, änderte sich das nassfeuchte Wetter und die Sonne kämpfte sich allmählich durch die Wolkendecke. Nachdem der anmutend klingende Ort „Busendorf“ passiert war, fand sich der mit nasser Fracht geplagte Radfahrer in einem völlig unbekannten Ort wieder, in dem ihm ein gut bekanntes Gesicht die Tür öffnete. Was gibt es schöneres!

Wetter: Morgens Nieselregen, Abends heiter

Km Gesamt: 417 km

5.Tag; 13.August 2007

Nahmitz – Belzig – Lutherstadt Wittenberg – Bergwitz(see) = 106 km

Da Maltes Gastgeberin praktikumsbedingt früh aufstehen musste, nutze der Student aus Bremen ebenfalls die Gelegenheit seine Reise in der Frühe fortzusetzen. Nach einem wunderbaren Frühstück begleitete der Student seine Nachbarin aus Bremen ein Weile auf dem Weg zum Praktikum, bis zur Abzweigung nach Belzig. Ab diesem Ort kam der Radfahrer wieder in den Genuß des gut ausgebauten Europaweges „R1“ gen Lutherstadt-Wittenberg, die Heimatstadt seines guten Freundes aus Bremen (ebenfalls Nachbar).

02_Sachsen_Anhalt

Dieser war an diesem Tag jedoch nicht zugegen, sondern mit seinen ehemaligen Schulkameraden im fernen Spanien unterwegs. Der bisweilen etwas schüchterne Radfahrer leistete sich den Faux Pas, ohne klingeln das Eltern-Haus seines Studienfreundes zu passieren. Doch Wittenberg hinterließ einen bleibenden Eindruck auf den Abenteurer, so dass er sich auf dem Weg zum Bergwitzsee vornahm, diese Stadt wieder zu besuchen. Nach einem erfrischendem Bad im See lernte der Student drei Gleichgesinnte von der TU Hamburg – Harburg. kennen, die Universität die dem Umwelttechnikstudenten auch einen Platz angeboten hatte und einer von ihnen studierte Umwelttechnik.

Wetter: Bedeckt, teils sonnig, ganz kurze Schauer

Km Gesamt: 523 km

6.Tag; 14.August 2007

Bergwitz – Bad Düben – Leipzig – Kutwitzsee

Ein mittlerweile vertrautes Geräusch weckte den vom Bremer Wetter gestählten Camper, lediglich ein kurzer Schauer. Bald darauf machte sich das Studentenquartet auf den Weg, doch wenig später befand sich Malte wieder allein auf dem „Berlin – Leipzig Fernweg“. Dieser schlängelte sich zu großzügig durch Sachsens Landschaft, so dass gegen Nachmittag die stark frequentierte B2 als direkte Verbindung anvisiert wurde. Jene Hauptstraße wurde immer mehrspuriger je näher die Grostadt rückte. Schließlich auch ‘schnellstraßiger’ was ein Hupkonzert zu Folge hatte. Eine Straßenbahntrasse leitete den sichtlich desorientierten Radler letztendlich in die Innenstadt, die vom Flair des Citytunnelbaus geprägt war. Den größten Eindruck hinterließ der imposante Sackbahnhof, welcher gleichzeitig die Funktion eines Kaufhauses erfüllt. Nachdem der Fußballfan das Zentralstadion besichtigte hatte ging es stadtauswärts zum Kutwitzsee. Nachtstätte war ein vollständig umzäunter Campingplatz in dem man sich mit drei Schlüsseln ‘frei bewegen’ konnte, aber erst nach 20 Euro Pfandzahlung.

Wetter: Ab Mittag sonnig

Km Gesamt: 616 km

7.Tag; 15.August 2007

Kutwitzsee – Weißenfels – Naumburg – Camberg – Jena = 104 km

Der mittlerweile routinierte Zeltzusammenbauer wurde gleich zu Beginn seiner Tour mit starkenGegenwind konfrontiert, wenig später erfolge jedoch die Belohnung – das schöne ‘Saale’-Tal. Weinfelder säumten die Hänge und lieferten somit schon einmal einen Vorgeschmack auf südlichere Sphären.

03_Naumburg_Saale

Bald erreichte der Sportler Naumburg a.d. Saale, den Heimatort seiner Urgroßmutter. Nach einem Telefonat mit dem Großvater war der Kulturbanause mit der dringlichsten Empfehlung ausgestattet, sich den einzigartigen Dom anzuschauen – er wurde nicht enttäuscht. Doch wenig später war die Enttäuschung groß als die Weiterfahrt unverhofft an einer im Bau befindlichen Brücke behindert war und das in einem Tal. Ein wenig Orientierungssinn und der Wille Jena heute noch erreichen zu wollen, verhalfen den Fahrradfahrer aus seiner misslichen Lage, es ging querfeldein den Hang hinauf. In Jena hatte sich ein guter Schulfreund angekündigt: „Hey du Fahradjunky, sag mal wo du steckst, wo immer du bist, ich bin heute Abend da, habe einen Mietwagen! Gruß Basti“. So wurde Abends die Kneipenszene in Jena erkundet und einmal beherbergte das Zelt auch zwei Personen.

Wetter: windig, sonst sehr schön, abends schwül warm

Km Gesamt: 720 km

8.Tag; 16.August 2007

Jena – Weimar – Bad Berka – Hohenfelde = 64 km

Mittags um 12 Uhr ging die Reise für die beiden Schulkameraden weiter, Basti mit dem Auto und dem Gepäck, Malte mit dem Fahrrad. Nach ein bisschen Kultur, Wäschewaschen, Essengehen und Einkaufen stand am Nachmittag der Abschied an. Der Bremer passierte Bad Berka, den Heimatort seiner anderen Nachbarin Elisa, leider war sie auf den spontanen Ankömmling nicht vorbereitet und so musste der Campingplatz in Hohenfelde herhalten, dort fand aber gerade das ‘Highfield Festival’ statt, was ein unruhige Nacht zur Folge hatte.

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 784 km

9.Tag; 17.August 2007

Hohenfelde – Ilmenau – Eisfeld – Coburg – Seßlach = 135 km

Der ambitionierte Fahrradfahrer befand sich so gar nicht in Festivalstimmung und wollte sich zum Unverständnis vieler Zeltnachbarn schleunigst auf die Weiterfahrt begeben. Zunächst ging es das schöne ‘Ilmenau’-Tal hinauf, bei leichten Gegenwind und Anstieg. Nach einer gemütliche Pause in Ilmenau mit einer köstlichen ‘Thüringer Bratwurst’ stand nun der Thüringer Wald an. Der in der Norddeutschen Tiefebene beheimatete Radler hatte dieses Bergmassiv etwas unterschätzt, eine gewisse Kondition zahlte sich letztendlich aus, so dass die letzten 70 Kilometer in 3 Stunden meist bergabwärts bewältigt wurden und plötzlich befand sich der Bremer Student in Bayern, die Nord-Süddurchquerung der ehemaligen DDR war schon einmal geschafft.

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 919 km

10.Tag; 18.August 2007

Seßlach – Bamberg -Forchheim -Bubenreuth – Erlangen und zurück = 103 km

Heute stand als Tagesziel die Heimat des Mitbewohners des Reisenden aus dem Bremer Studentenalltag auf dem Plan, Bubenreuth.

04_Franken

Vorher galt es aber noch Bamberg zu passieren. Diese Stadt gefiel dem Studenten sehr, vor allem weil sie eine perfekte Infrastruktur für Fahrräder vorzuweisen hatte. Weiter gen Süden führte ihn eine ebene Strecke nach Forchheim entlang des Donau-Main-Kanals. Gegen 15:30 an einem Samstagnachmittag zählte für den Fußball Fan nur eins, eine Kneipe für eine kleine Pause musste her. Zur Halbzeit war sie gefunden, eine illustre Runde an Fußballfans schaute sich den Bundesliga ‘Kracher’ Nürnberg gegen Rostock an (Anmerkung des Autors: Beide Vereine sind am Saisonende abgestiegen), während in München das neue Star-Ensemble die Werder Kicker düpierte. Dies schien die Franken jedoch wenig zu interessieren und somit war das bestellte Getränk schneller geleert, als zunächst geplant. Nächstes Hindernis auf dem Weg nach Bubenreuth war eine weg gespülte Brücke bei Baiersdorf, es kann noch nicht lange her gewesen sein, dass ein Unwetter den beschaulich anmutenden Fluss in ein reißendes Ungeheuer verwandelt hatte. Dennoch erreichte der Student am frühen Abend das Haus von Christophs Familie , auch hier waren die Spuren vom Unwetter noch präsent. Doch die Gastfreundschaft war dadurch ungetrübt, der Tag klang mit einem gemütlichen Abend im Biergarten aus– typisch Bayrisch eben.

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 1022 km

11.Tag; 19.August 2007

Bubenreuth – Erlangen – Nürnberg – Oberasbach = 50 km

Erst kurz nach Mittag wies der ortskundige Christoph seinen Mitbewohner auf die richtige Fährte entlang des Kanals nach Nürnberg. Am Nachmittag war die schöne Innenstadt erkundet und ein paar Nürnberger Rostbratwürstchen im ‘Weckle’ verzehrt. Nun noch ein schönes Bier in der Kneipe, dabei erholte sich Sportler während auf der Leinwand HSV – Leverkusen lief, schon wieder ein schmuckloser 1:0 Sieg. Gegen Abend führte es den Studenten stadtauswärts gen Westen. In der Karte war ein verlockendes Campingplatzsymbol vermerkt, doch dieses entpuppte sich als Wohnmobilparkplatz des ‘Play-Mobil-Funparks’. Für Alternativen war keine Zeit mehr und so musste der karge Schotteruntergrund herhalten. Das alltägliche Zeltaufbauen war an diesem Abend das Unterhaltungsprogramm für zwei Italienische Familien. Die Väter mit ihren 0815-Wohnmobilen hatten bisher ihrem Nachwuchs die ganze Faszination des Campens vorenthalten. So ein Zelt aufbauen ist wahrscheinlich spannender als Playmobil spielen. Auf gebrochenem ‘Itadenglisch’ fanden die Konversationen statt, dass der Fahrradfahrer das Fernziel Barcelona anpeilte begriff der Italiener nicht ganz und meinte sein Wohmobil sei doch das bessere Gefährt, jaja viel Spaß beim Playmobil spielen morgen! Wenig später wurde es dunkel, tief graue Wolken zogen herauf, die sich jedoch nicht entluden.

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 1072 km

12.Tag; 20.August 2007

Oberasbach – Dietenhofen – Rothenburg o.d. T. – Kirchberg a.d. Jagst – Braunsbach = 125 km

Früh weckte sich der Deutsche Radfahrer zwischen Italienischen Wohnmobils um sich der Obhut des Parkwächters zu entziehen. In angenehmer Morgenstimmung ging es nach Rothenburg o.d. Tauber.

05_RothenburgEine sehr schöne im mittelalterlichen Stil erhaltene Stadt, wenn auch mit zahlreichen Touristen überfüllt. So kam der Reisende auch mal mit Engländern in Kontakt: „Ohh Barcelona – You will get strong legs“! „One of my cousins did the Tour de France“! Beste Voraussetzung für den weiteren Muskelaufbau waren durch die Strecke nach Rothenburg geschaffen, die Landschaft wurde zunehmend hügeliger, wenn auch gleichzeitig idyllisch Süddeutsch eben. Zum Abschluss des Tages gab es eine zügige Abfahrt ins Kochertal nach Braunsbach, das erste mal wurde die 60 kmh-Marke geknackt. Ort des Zeltens war diesmal ein Platz direkt am rauschenden Kocher.

Wetter: morgens Sonne, später bedeckt, teils Nieselregen

Km Gesamt: 1197 km

13.Tag; 21.August 2007

Braunsbach – Schwäbisch Hall – Mainhart – Sulzbach –.Winnenden – Stuttgart ] ZUG [ Karlsruhe = 71 km

Im Kochertal wurde die Fahrt in Richtung Schwäbisch Hall fortgesetzt. Dort angekommen wurde die Stadt bewundert und sämtliches abgeradeltes Kartenmaterial verpackt und nach Hause zu Mutti geschickt.

06_Schwäbisch_hallStuttgart rückte immer näher und die geomorphologisch stark ausgeprägte Landschaft machte die Fahrt nicht einfacher. Schließlich war der Vorort Winnenden erreicht, dort ereile den Studenten ein unangenehmes Telefonat, dass ihm schließlich Gewissheit bescherte, dass die Mathe Klausur aus dem zweiten Semester nicht bestanden wurde. Zwei Wochen kürzere Semesterferien waren die Konsequenz, der Abstecher über die Bretagne in den Süden zu fahren, war gedanklich schon einmal gestrichen.

Großstädte größer als eine halbe Millionen Einwohner sind mit dem Rad zum abgewöhnen, da ist es keine Schande mal die S-Bahn zu nehmen. Nach ein paar Stunden in der Stuttgarter Innenstadt war der Camper mit dem Problem der Übernachtungsmöglichkeit gegenübergestellt. In einer unbekannten Agglormeration wie in der Baden Württembergischen Hauptstadt nicht ganz so einfach, da entsann sich der Student, dass ein Klassenkamerad in Karlsruhe lebt. Nach einem kurzem SMS-Wechsel war der Nachtplatz gesichert, nur musste die Regionalbahn etwas nachhelfen, damit das Ziel noch am selben Tag zu erreichen war. Ein gemeinsamer schöner Abend in der Karlsruher Kneipenszene und ein Dach über den Kopf – der Tag war doch noch gerettet, Danke Cornelius!

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 1268 km

14.Tag; 22.August 2007

Karlsruhe – Rastatt – Rheinau -Kehl – Straßburg hin und zurück = 128 km

07_Karlsruher_SchlossWährend sein Klassenkamerad Cornelius alltagsbedingt in der Früh zur Arbeit musst, packte der Reisende seine Sachen und erkundete zunächst den schönen Schlosspark, welcher in kreisförmiger Struktur angelegt ist. Bis der Student allerdings den Weg aus der Stadt fand, dauerte es eine Weile, letztendlich war die Straße direkt am Rhein gefunden und es ging geradewegs in den Süden nach Kehl. Auf der anderen Uferseite des Flusses begann bereits Frankreich, die diagonal Durchquerung Deutschlands war nun fast geschafft. Bereits am frühen Nachmittag stand das Zelt auf dem Campingplatz direkt am Fluss, genügend Zeit um ein wenig Französische Atmosphäre zu schnuppern. Eine Fußgängerbrücke, die seit der Landesgartenschau 2004 existiert, führt über den Rhein und schon war man in La France. Nachdem der imposante Straßburger Münster besichtigt war, steuerte der Radfahrer den Hauptbahnhof an. Dieser befand sich im Umbau, aber die beeindruckende Glaskonstruktion war schon fertig. Die Französischkenntisse reichten aus um zu erfahren, dass im TGV auch die Fahrradmitnahme möglich ist. Hätte der Reisende nicht die Geheimnummer seines Sparkontos vergessen, wäre er schon der glückliche Besitzer eines Zug Tickets nach Paris gewesen, dann eben am nächsten Tag.

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 1396 km

15.Tag; 23.August 2007

Kehl – Straßburg ] TGV [ Paris = 46 km

Um 7 Uhr aufstehen im Urlaub fällt schwer, um 8 Uhr stand der Reisende auf den Beinen, um 9 Uhr war das Fahrrad gepackt, um 9:45 war das Ticket gekauft schon um 10 15 saß der Reisende samt Fahrrad im TGV und mit „grand vitesse“ fand sich der single Student bereits um 12:30 in der Stadt der Liebe wieder. An diesem Tag herrschte ein anderes Reisetempo: 500 km in 2:15 Stunden. Den ganzen Nachmittag genoss der Radfahrer das Wiedersehen mit dem Eifelturm, dem Place de la Concorde, Notre Dame und auch das Fahren auf der Champs Elysee, mit der Ausnahme des achtspurigen Kreisverkehrs um das Arc de Triomphe. Das Fahrrad war widererwartend ein geeignetes Gefährt in dieser Großstadt, nur das Wetter wurde zunehmend schlechter. Schließlich steuerte der Reisende im strömenden Regen den Viersterne-Campinplatz im Bois du Bologne an. Die vier Sterne machten sich nur im Preis bemerkbar, nicht jedoch im Comfort: Eine unruhige Nacht nahe einer stark frequentierten Straße, über den Zustand der Sanitäranlagen soll kein weiteres Wort verschwendet werden.

Wetter: Morgens bedeckt, in Paris Regenschauer und sehr bewölkt

Km Gesamt: 1442 km


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16.Tag; 24.August 2007

Paris ] S-BAHN [ Raimboilet – Chartres – Illiers – Dangeau = 92 km

Das Wetter am nächsten Morgen machte dem Studenten Paris so richtig schmackhaft – Regen! Die Millionen Agglomeration mit dem Fahrrad verlassen zu können stellte sich als hoffnungsloses Unterfangen heraus, da jede Beschilderung letztendlich auf eine Autobahn führte. Der nächst beste S-Bahn Bahnhof war schließlich die letzte Ausflucht. Eine freundliche Konversation am Infoschalter führte zum Erwerb einer Fahrkarte nach Raimboilet.

08_FranceWetter gut, die Orientierung wieder gewonnen, frohen Mutes mit neuem Elan führte es den Reisenden nach Chartes. Eine kleine Stadt die aber schon 20 Kilometer vorher an den hohen Türmen der Kathedrale 'Notre-Dame-de-Chartres' auszumachen ist. Das Interesse an diesem UNESCO-Weltkulturerbe war deshalb so hoch, da sich der Vater des Abenteurers in seiner Schulzeit mit diesem hochgotischen Sakralbau in seiner Jahresarbeit beschäftigt hatte. Trotz einer Hochzeitveranstaltung war die Kathedrale zugänglich und so bekam der Kulturbanause nicht nur die beeindruckend bunten Rosetten-Fenster zu sehen, sondern auch einen Eindruck von der unglaublichen Akustik durch die Orgelmusik. Ein schlichter Campingplatz irgendwo zwischen Paris und Loire in Dangeau war die Übernachtungsstätte an diesem Tag.

Wetter: Morgens Regen, später bedeckt, abends klarer Sternenhimmel

Km Gesamt: 1534 km

17.Tag; 25. August 2007

Dangeau – Châteaudun – Frêteval – Vendôme – Amboise = 120 km

Nachdem am Abend der Himmel aufgeklart war, war nun am Morgen die ganze Umgebung im tiefen Frühnebel eingehüllt. Die größte Überraschung erfolgte beim Bezahlen. Für die eine Nacht im Zelt, wurden nur 2,50 Euro fällig, eine Nacht zuvor waren es noch 16,70 gewesen. Diese Nacht hingegen war ruhig und die Sanitäranlagen sauber. Als der Fahrradfahrer Chateaudun erreichte, strahlte wieder die warme Mittagsonne vom Himmel und der Reisende gönnte sich eine gemütliche Mittagspause im schattigen Park. In einem Bücher Geschäft erwarb sich der Student endlich einen richtig detaillierten Straßenatlas und so ging die Reise auf kleinen Nebenstraßen weiter um dem Verkehrslärm auf den Hauptstraßen zu entgehen. Am frühen Abend überquerte der Sportler bereits die Loire und suchte den nächstbesten Campingplatz am genannten Fluss auf. Direkt nebenan fand ein fröhliches Treiben auf dem Fußballplatz statt und sobald das Zelt errichtet war, fand sich auch der Radfahrer in mitten Fußball spielender Sportler wieder. Ein Vater und Sohn aus Karlsruhe spielten auch mit, Silas (9) und Harald (50).

Wetter: Sonnig, warm, kleine Schönwetterwolken

Km Gesamt: 1654 km

18.Tag; 26. August 2007

Amboise – Blois – Chambord – La Ferte – St. Aubin – Tigy = 121 km

09_Bruecken

Aus der abendlichen Bekanntschaft resultierte am folgenden Morgen für den Reisenden eine Einladung zum Frühstück, der Reisende aß mal wieder in Gesellschaft. Danach ging es frisch gestärkt erst nach Mittag los, entlang der Loire flussaufwärts, die Besichtigung der berühmten Schlösser wurde zwischendrin als Pause genutzt. Am späten Nachmittag führte ihn seine Route durch ein waldige Gegend, es ging kilometerlang nur geradeaus und die Straße war von dichtem Grün umsäumt. Nachtstätte an diesem Abend war ein umfunktioniertes Landgut, schlicht und gut und wieder sehr günstig.

Wetter: Bedeckt, schwülwarm, wenig Sonne

Km Gesamt: 1775 km

19.Tag; 27. August 2007

Tigy – Gien – Briare – Cosne Cour – Sancerre = 111 km

10_Schloesser

Am Morgen bei Frühnebel brach der Bremer Student nach dem routinierten Zusammenpack- prozedere auf. Sein Weg führte ihn durch schöne französische Landschaften, die durch liebevoll gestaltete Ortschaften und Städtchen und Schlösser aufgewertet wurde. Gegen Abend fand der mittlerweile erfahrene Camper einen sehr attraktiv gelegenen Campingplatz an der Loire.

Wetter: Leicht bewölkt, immer wieder Sonne, warm

Km Gesamt: 1886 km

20.Tag; 28. August 2007

Sancerre – La Charité s/Loire – Nevers – Decize – Bourbon – Lancy – Feldweg bei Dion = 141 km

11_Strassen

Mit dem ehrgeizigen Ziel, bereits heute die 2000 km- Marke zu knacken, setzte der Sportler seine Route fort. Bis Nevers war die Strecke ansprechend, dort in dem schönen Städtchen gönnte sich der Radler eine Pause in einem der sehr wohl gepflegten Parks Frankreichs. Sport macht hungrig und so können in einer einzigen Mittagspause schon ein ganzes Baguette , zwei 'pains au chocolats', eine Birne, eine Möhre und ein Joghurt verzehrt werden, von den Süßigkeiten ganz zu schweigen. Die Strecke hinter Nevers stand im Sinne des Kilometer abradelns, die Gegend hatte nichts schönes zu bieten auch ein Campingplatz wollte nicht auftauchen. 12_Wild_capingAls der Tachometer schließlich 140 km als Tagesbilanz vorzuweisen hatte, wählte der Abenteurer einen einsamen Feldweg, der ihn schließlich an das Ufer der Loire führte – das erste mal Wildcampen nach knapp drei Wochen, die Loire diente als erfrischendes Naturbad, die Kühe auf der Weide schauten beim Zeltaufbauen zu.

Wetter: Leicht bewölkt, immer wieder Sonne, warm

Km Gesamt: 2027 km

21.Tag; 29. August 2007

Dion – Digoin – Mareigny – Pouily sous Charlieu - = 74 km

In der frühen Dämmerung wurde die Nachtruhe bei der Premiere des Wildcampings durch den Dieselmotor eines französischen Autoherstellers gestört, es war wohl ein Frühangler, welcher sich aber nicht am Camperdasein des Reisenden störte. Der Himmel war an diesem Tag wolkenverhangen , sobald sich der Fahrradfahrer auf den Weg machte, fing es an zu regen, zunächst nur ein Schauer. Doch gegen Mittag setzte ein kräftigerer Schauer ein, der den Sportler dazu zwang, sich in einer einsamen Scheune niederzulassen um dort sein Mittagsmal zu sich zu nehmen. Irgendwann war auch dieser Schauer vorbei und die Fahrt ging weiter, für einige Stunden im Trockenen aber schließlich näherte sich eine Gewitterfront die so lange anhielt, dass der Radler kurzentschlossen den nächstbesten Campingplatz anvisierte. Eine gute Wahl, denn der starke Niederschlag hielt bis in den Abend hinein  an, noch nie hatte der Abenteuer ein siebenstündiges Gewitter erlebt.

Wetter: bedeckt, immer dunklere Wolken, ab 14 Uhr Gewitter durchgehend bis Abends gegen 20 Uhr

Km Gesamt: 2101 km

22.Tag; 30. August 2007

Pouilly s. Charlieu – Roanne – St. Jodars-Feurs – St- Etienne – près de Versanne = 135 km

Um es vorweg zu nehmen, nach dem gestrigen vielleicht ernüchterndsten Tag, folgte für den Norddeutschen Radabenteurer heute ein Bemerkenswerter. Wettertechnisch wurde seitdem die ununterbrochene Schönwetterperiode bis zum Ende der Reise eingeleitet, die bekanntlich noch über 2 Wochen andauern sollte. Ein trockenes Zelt wurde zusammengebaut, im nächsten typischen französischen Städtchen 'Roanne' ein Baquette und 'Pain au chocolat' in der Boulangerie gekauft.

13_Loire_C_MDanach führte es den Reisenden direkt ins 'Central Massif' am Flußlauf der Loire entlang. Es ging stets bergauf-und bergab gegen Mittag erreichte der Radfahrer ein Chateau, welches mitten in die Loire errichtet wurde, der Ort an dem die heutige Mittagspause zelebriert wurde, typisch französisch wie immer. Irgendwann ist jede schöne Strecke vorbei und so fand sich der Student schließlich auf einer schnurgeraden Hauptstraße Richtung Saint Etienne wieder. Vom Rückenwind getragen wurden die 50 km bis in die Großstadt in knapp zwei Stunden bewältigt, doch vor der Großstadt das alte Problem, die Beschilderungen, welche nur auf Autos ausgelegt waren. Schließlich erreichte der tapfere Radler die Innenstadt über einen Umweg mit 7 % Anstieg über mehrere Kilometer, aber nur über eine Schnellstraße, auf der Fahrzeuge schneller 60 km/h erlaubt sind, das Gefälle machte es möglich. Nach einer Stadterkundung und einem Kebabverzehr galt es eine Unterkunft zu finden. Zunächst einmal die Großstadt verlassen und damit auch nach langer Zeit den Flußlauf der Loire. Der Abenteurer wählte eine Straße, die durch einen National Park zur Rhône führte, dazwischen ein Bergpass. Es bleibt bis heute ungeklärt was den Reisenden dazu trieb diesen Pass noch Abends nach halb Sieben nach über 120 km in Angriff zu nehmen, irgendein innerer Instinkt, der im sagte, dass sich es noch lohnen würde, muss es gewesen sein. Nach knapp eineinhalb Stunden war zumindest der Pass erreicht (1160m) und eine lange Abfahrt stand bevor. Diese wurde aber auf den folgenden Tag verlegt da ein Campinsschild auftauchte. Dieses führte den Reisenden zu einem alten idyllischen Landgut, das nunmehr als Campingplatz fungierte und von einem alten Ehepaar geführt wurde. Dieser hatte eine traumhafte Aussicht vorzuweisen, 'Belle vue' nannte ihn der Gutseigentümer.

Wetter: bedeckt, abends klarte es am Gipfel des Bergpasses auf

Km Gesamt: 2236 km

23.Tag; 31.August. 2007

La Versanne – Annonay – Sarras -Tournon – Valence – Soyons = 104 km

Blauer Himmel und Sonnenschein, ein langersehntes und bisher seltenes Wetter beglückte den Gastcamper auf dem Gut beim Zeltzusammenbauen. So sollte es auch in den nächsten Tagen bleiben, berichtete ihm der äußerst sympathische Campingwirt beim Kaffee trinken. Zu dem hatte er den Reisenden eingeladen, aber auch zu der Nacht auf dem Campingplatz, so geehrt fühlte er sich, dass ein Radfahrer, von der Ostseeküste kommend, sein Landsitz angesteuert hatte.

14_Camping_BurgaudDie ersten 25 Kilometern wurden mit Hilfe der Gravitationskraft im Flug erledigt ehe der Sportler eine Pause in Annonay mit Wäschewaschen und telefonieren verbrachte. Aber auch die Weiterfahrt vollzog sich ohne weitere Anstrengungen da der 'Mistral' den Reisenden durch das Rhône-Tal gen Süden trug. „Trop Chère!“ Dieser Ausruf entfiel dem Studenten als er am Abend den Preis von seinem gewählten Campingplatz an der Rhône erfuhr. Quartorze Euro! Mit dem Beleg aus Dangeau (2,50 Euro) wurde sich schließlich auf ein Entgelt von zehn Euro geeinigt. 15_RhôneAn diesem Abend fand eine feierliche Veranstaltung statt, bei  derlernte der Reisende das richtige Leben der Menschen in dieser Region kennen, so erlebte er live mit, wie eine Frau ihrem Mann eine riesen Szene machte, weil rausgekommen war, dass er mit der 'Dorfmatratze' fremdgegangen war - Sehr unterhaltsam. Des weiteren machte der Student Bekanntschaft mit einem deutschen Paar aus Freiburg, Judith und Andreas – sie luden ihn zum Essen ein – insgesamt ein gelungener Abend.

Wetter: sonnig, warm, Rückenwind

Km Gesamt: 2340 km

24.Tag; 1.September 2007

Soyons – Montélimar -Orange – Bédarrides = 125 km

16_Camping_Party

Der Morgen wurde durch folgende niederschmetternde Diagnose von Andreas getrübt: Der Hinterreifen des Gazelle Fahrrades war durch den Riss zweier Speichen vollständig instabil. Der durchaus erfahrene Radfahrer, war sich bisweilen der Speichenproblematik bei viel Gepäck einfach nicht bewusst. Er hatte zwar den leicht 'eiernden' Hinterreifen seit Paris bemerkt, ihn aber nicht weiter besorgt beachtet. Seitdem hatte dieser Reifen bereits weitere 800 Kilometer mehr auf dem Buckel und war arg in Mitleidenschaft gezogen, ein Fahradladen musste aufgesucht werden. Doch dies ist in Frankreich ein schwieriges Unterfangen, zumal es Samstagvormittag war und somit nicht mehr allzu viel Zeit vorhanden war. Die Fahrt gen Süden gestaltete sich weiter im Leichttritt, schwieriger hingegen die Suche nach einem Fahrradladen. Der Reifen musste über das Wochenende noch halten, eigentlich wollte der Abenteurer den Umweg über die 'Ardêche'-Region wählen, welcher viele Höhenmeter mit sich gebracht hätte, der Wind entschied sich gegen diese Route, in dem er dem Ortsunkundigen die entsprechende Karte fortblies – wohl die vernünftigere Entscheidung.

Wetter: sonnig, warm, sehr kräftiger Rückenwind

Km Gesamt: 2465 km

25.Tag; 2.September 2007

Bédarrides – Avignon – Tarascon – Nîmes – Russan = 105 km

Nach einer Nacht auf einem wiederum sehr teuren, leeren, öden Campinplatz, der zudem noch einen sehr heringunfreundlichen Boden aufwies, ging die Weiterfahrt vom Vorort Bédarrides nach Avignon fortwärts. Die Straßen wurden allmählich mit Palmen gesäumt, der mediterrane Flair wurde präsenter, nicht nur wegen dem heißen Wetter. 17_AvignonAvignon war ein Ort des Wiedersehens und schon bekannt aus frühen Jugendtagen, diesmal sah die helle Stadtmauer nicht mehr ganz so weiß aus, die Statur an der sommerlichen Papstresidenz glänzte aber immer noch im strahlenden Gold. Unter der sengenden Hitze erreichte der ehemalige Elmshorner Schüler das Städtchen 'Tarascon' , die Partnerstadt von Elmshorn. Ein netter Ort mit einer imposanten Burg und einer Kirche. Jegliche Ähnlichkeit zur Norddeutschen Schulheimat war nicht zu erkennen und die Partnerschaft nur durch ein Schild bestätigt.18_Tarascon Bald war die Rhône überquert und die nächste Stadt Nîmes erreicht, auch sie hatte den typischen französischen südlichen Flair, welcher dem Reiseenden sehr gefiel. Dennoch wurde sich der Fußballfan gewahr, dass auch bald die Toppartie HSV-Bayern angepfiffen wurde, ein Internetcafe hielt den Fan auf dem aktuellsten Stand, während mit Freunden im Skype gechattet wurde, Endstand 1:1.

19_Nimes_AreaRecht spät am Abend galt es einen Nachtplatz zu finden, doch direkt außerhalb der Stadt verirrte sich der Abenteurer zunächst in einem Militärgelände, bis das durchquert war, mussten 12 km zurückgelegt werden. Die in der Karte eingezeichneten Flüsse existierten nur noch als trockengelegtes Flußbett und so half letztendlich eine Kneipe als Wasserquelle aus, bevor schließlich ein unbedeutender Platz inmitten knochentrockenen Gestrüpps als Wildcampingsstätte auserkoren war - ungeduscht.

Wetter: sonnig, sehr warm, windstill

Km Gesamt: 2570 km

26.Tag; 3.September 2007

Russan – La Calmette – Aigremont – Sauve -Ganges – Le Vigan = 90 km

In absoluter Dürre war der Abenteurer abermals dem Problem der Wasserknappheit gegenübergestellt, nur geschätzte 500 ml für Zähneputzen und als 'Treibstoff' für die nächsten sechs Kilometer bis 'La Calmette'. Dass dieses Kaff tatsächlich einen großen Supermarkt am anderen Ortsausgang besaß, bemerkte der Sportler erst, als er sich schon das blaue Gold in einem Kiosk zu überhöhtem Preis erworben hatte. Wie dem auch sei, fortan hatte der Radler stets mehrere Liter Wasser in diesem heißen Südeuropäischen Klima an Bord. Die Reise ging weiter westwärts mit dem Fernziel Millau. Die Landschaft wurde stets bergiger, so dass der Abenteurer immer mehr schweißtreibene Anstiege zu bewältigen hatte – der Reifen hielt. 20_Le_ViganIn Le Vigan angekommen, war der vorerst letzte Campingplatz als heutiges Tagesziel gewählt. Die äußerst freundliche Campingwirtin wies den Reisenden auf ein 'Magasin de vélo' im Stadtzentrum hin. Geöffnet hatte er an diesem Abend nicht mehr und es war ungewiss, ob es am folgenden Tag der Fall sein wird.

 

Wetter: sonnig, sehr warm, leichter Wind

Km Gesamt: 2660 km

27.Tag; 4.September 2007

Le Vigan – Alzon – Sauclières - Millau = 90 km

21_MillauMit der inständigen Hoffnung, dass der Fahrradladen in 'Le Vigan' geöffnet hätte, setzte der junge Student seine Fahrt mit seinem arg in Mitleidenschaft gezogenen Hinterreifens fort. Beim Einbiegen in die Straße des Fahradhändlers erklang das Geräusch des Grauens durch die engen Gassen. Zugebenermaßen, es war nur ein dumpfes Knacken einer überforderten Fahrradspeiche.Doch die einladenen Türen des geöffneten „magasins de vélo“ linderten diesen Schreck erheblich, schon befand sich der erleichterte Radler in der Hand eines sehr kompetenten Fahradhändlers. 22_Viaduct Millau_TagezeitenBinnen zwei Stunden war der komplette Hinterreifen inklusive Ritzel und Kette gewechselt und das Portemonnaie des Reisenden trotz Montage nur um 65 Euro erleichtert. Weitaus mehr erleichtert war der Sportler selbst und erklomm hoch motiviert die Hocheben von Millau – zwanzig Kilometer stets bergauf. In dieser Hochebene machte der Student Bekanntschaft mit acht Pfadfindern, welche sich in zweier Gruppen in weitem Abständen zueinander am Straßenrand durch Trampen fortbewegten. Gegen Abend nach rasanter Abfahrt war Millau erreicht. Ein Pizzadienst erleichterte dem Reisenden von der Aufgabe des Kochens und am Abend nutzte der Brücken-Fetischist die Gelegenheit am Fuße des 'Viaduc de Millau' sein Zelt aufzuschlagen, der größten Schrägseilbrücke der Welt.

Wetter: sonnig, sehr warm, im Hochland kühl und frischer Gegenwind

Km Gesamt: 2750 km

28.Tag; 5.September 2007

Millau – St.Afrique – Camares – St. Gerevais s/Marc – Hérrépian -Causses et Veyran = 116 km

Mit der Aussicht auf ein Dach über dem Kopf zuhaben, machte sich der Sohn eines Vaters in zweiter Ehe, motiviert auf den Weg, denn Christian (der Vater der Lebensgefährtin vom Vater) besitzt ein idylischen Landsitz in nahe der Ortschaft Causses et Veyran. Zunächst schaute sich der Student die Schrägseilbrücke aus näherer Betrachtung an und war schier beeindruckt, später ging es über St. Afrique Richtung Brusque bevor zwei Bergpässe unter brennender Hitze in Angriff genommen werden mussten. Endlich in Hérrépian angekommen, benachrichtigte der Abenteurer Christian über die baldige Ankunft. 23_Viaduct MillauIrgendwo in einer von Weinfeldern umsäumten Straße trafen sie sich, das letzte Stück wurde im Auto gefahren, da das Anwesen für einen Ortsunkundigen einfach nicht zu finden ist. Nach mehren Wochen konnte der Sportler mal wieder ein richtige Bett genießen und ein herrliches Abendessen unter freien Himmel in Südfranzösischer Atmosphäre.

Wetter: sonnig, sehr warm, phasenweise erfrischender Wind

Km Gesamt: 2866 km

29.Tag; 6.September 2007

Zu Besuch bei Evelin, Christian und Michael in Einmal ins Dorf und zurück = 6 km

24_RastEin gemeinsames Frühstück zu viert bei angenehmen Sonnenschein, danach ging es für die Vier zu einem Ausflug an den 'Canal de Midi' zu einer Schleuse mit sieben Becken. Sehr interessant, so etwas hatte der Abenteurer noch nie zuvor gesehen. Danach nahmen die Vier ein Bad im Mittelmeer, welches aufgrund des ablandigen Windes sehr erfrischend war, bevor es zurück zum versteckten Landsitz ging. Gut gesättigt von einem köstlichen Abendbrot ging es nach einem Telefonat im Dorf ins Bett.

Wetter: sonnig, sehr warm, etwas windig

Km Gesamt: 2872 km

30.Tag; 7.September 2007

Immer noch zu Besuch - Nochmals ins Dorf und zurück = 6 km

Der heutige Tag stand ganz unter dem Motte Entspannung. Der Student saß den ganzen Tag auf der Terrasse unter dem Sonnensegel, las sämtliche verfügbaren Ausgaben der 'Süddeutschen Zeitung' aus vergangen Wochen und verfasste wohl auch einige Fragmente dieses Berichtes. Nach einem abermals herrlichen Abendbrot fuhr der Student wieder ins Dorf zum Telefonieren. Die frohe Kunde, dass ein Flug für den 15. September inklusive Fahrrad von Barcelona nach Hamburg gebucht wurde, ließ den Reisenden ruhig schlafen.

Wetter: wie gestern, einfach schön!

Km Gesamt: 2878 km


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31.Tag; 8.September 2007

Causses et Veyran – Capestrang – Narbonne – Sigean – Leucate -Toreilles = 116 km

Nach der Verabschiedung und zwei entspannten Tagen trat der Sportler wieder kräftig in die Pedale während an ihm eine schöne Landschaft, geprägt von leichten Bergmassiven und Weinfeldern, vorbeizog. Nach fünfzig Tageskilometern erreichte der von der Ostseeküste kommende Reisende nun endlich die Küste des Mittelmeeres, nach über vier Wochen.25_Mittelmeer Der Reiz der Gegend verflog gegen Abend insofern, als dass dem Studenten die Campingtarife abschreckten. Der niedrigste Tarif ist stets ’2 Personen inklusive Fahrzeug’, wofür über zwanzig Euro verlangt werden. Für eine Person mit Fahrrad wurde da keine Ausnahme gemacht. An manchen Plätzen hätte der Camper dafür acht Nächte bleiben dürfen. Als Konsequenz dieser Abzocke genehmigte sich der transpirierende Sportler ein Dusche zum Nulltarif und suchte sich gegen Einbruch der Dämmerung einen versteckten Schlafplatz irgendwo in der Wildnis.

Wetter: sonnig, warm, kaum Wind

Km Gesamt: 2994 km

32.Tag; 9.September 2007

Torreilles – Argéles s/Mer – Coullioure – Cerbère – [GRENZE] – Colera = 74 km

Schüsse weckten den nichtsahnenden Abenteurer am Morgen, beim Frühstück streifte ein Jäger durch das kleine bescheidene Revier des Campers. An dem Camperdasein des Reisenden störte er sich wenig und zog nach einem kleinen Klönschnack weiter seines Weges. Die morgendliche Atmosphäre war aber durch den Jagdeifer der Franzosen gestört und so machte sich der Radler so bald wie möglich auf den Weg. 25b_CollioureGegen Mittag erreichte der Sportler den malerischen Ort ‘Coullioure’ – traumhaft genauso wie es ihm seine Mutter am Telefon prophezeit hatte. Nach einer ausgiebigen Pause in welcher der Sportler in ein Gespräch mit Belgiern verwickelt wurde, sie konnten sogar Deutsch sprechen und dessen Kinder haben eine Zeit in Hamburg gelebt, standen nun die Ausläufer der Pyrenäen an der Mittelmeerküste an. Die Strecke war geprägt von langgezogen Anstiegen und Abfahrten.Die Kondition des Sportlers machte sich inzwischen deutlich bezahlt. 26_GrenzeEhe der Reisende sich besann, befand er sich in Spanien. Zwischendurch wurden immer wieder schöne Aufnahmen von der bezaubernden Aussicht gemacht, stets ist ein tief blaues Meer am Horizont zu sehen. Nach einer finalen Abfahrt wurde der vertrauens- erweckende Ort ‘Colera’ schließlich als Raststätte auserwählt. Die Zeit reichte noch für ein ausgiebiges Sonnenbad am Strand und ein Bad im Meer. Am Abend machte der Student eine weitere Bekanntschaft – Robert und Méri, er Maschinenbau–Erneuerbare Energien–Student und sie Künstlerin, in Teneriffa aufgewaschen, beide leben jetzt in Berlin.

Wetter: sonnig, warm,

Km Gesamt: 3068 km

33.Tag; 10.September 2007

Colera – Cadaques – Roses – Torroella – Palafragell – Palamós = 107 km

Die ausreichende Zeit zum Tourziel Barcelona ermöglichte dem Radler noch einen Abstecher nach ‘Cadaques’, eine Empfehlung von Robert. Die Strecke gestaltete sich mit vielen Höhenmetern, dafür auch weiterhin mit schönen Aussichten. In dem Ort selbst macht der Reisende eine Bekanntschaft mit einem Mitstreiter, dieser war bereits aus Italien kommend 3700 Kilometer gefahren und hatte kaum Gepäck dabei. 27_Pyreneen_am_MeerBevor der Spanische Ort wieder verlassen wurde, kaufte sich der Student die letzte Karte für die Tour:’Costa Brava’. Barcelona war gerade noch darauf eingezeichnet. Nach einer langen schnellen Abfahrt mit Blick in die Tiefebene blieb die Stecke lange Zeit unspektakulär. Ab ‘Palafragell begann erneut die Campingsplatzsuche. Der Erste mit dem 13,50 Euro Tarif wurde ausgeschlagen, der Zweite mit dem Übernachtungsentgelt von 9,45 Euro schließlich notgedrungen gewählt, in Palamós.

Wetter: sonnig, warm,

Km Gesamt: 3175 km

34.Tag; 11.September 2007

Palamós – St.Felieu – Tossa des Mar – Lloret des Mar = 53 km

Der Blick auf die Karte sah viel versprechend aus, die Straße bis Lloret de Mar hatte viele Schlängel aufzuweisen, die nichts anderes als zahlreichen Serpentinen bedeuten konnten und das direkt an der Küste. Doch zunächst wollte sich der Student mit Lebensmitteln eindecken, die Supermärkte in Spanien bereiteten dem Reisenden nicht so viel Freude wie noch in Frankreich, am heutigen Dienstag war auch noch ein Supermarkt nach dem anderen geschlossen und dass am 11. September. Dass es ein Feiertag in Katalonien ist, konnte der Ortsfremde nicht wissen, eine Tankstelle half aus. Der Ärger war schnell verflogen als der Radler die bereits erwähnte kurvenreiche Strecke an der Küste erreichte.28_Costa_Brava Eine grüne dichtbewachsene Strecke die stets bergauf- und ab ging und immer wieder einen traumhaften Blick auf das Meer preisgab. An dieser Prachtstraße tauchte eine vereinzelte Villa nach der anderen auf , gut möglich, dass hier der ein oder andere FC Barcelona-Spieler seinen millionenschweren Sold in diese Immobilien investiert hat. Begleitet wurde der Fahrradfahrer von einer illustren holländischen Triker-Gruppe, die in jeder Haltebucht posierte und photographierte. Während des ganzen Streckenabschnitt wurde der Radler mehrmals von lauten knatternden ‘Dreirädern’ überholt, herrlich! Kurz vor Lloret de Mar erhielt der Student einen Anruf von einem gewissen Herrn Schmidt aus Bremen, ein Studienkollege: „Hey Malte was geht, alles fit? Sag mal hast du Bock mit mir für die anstehenden Wiederholungsklausuren zu lernen? “ „Ey Kollege bleib mal gechillt, ich bin gerade mit dem Rad nach Lloret de Mar unterwegs, Party ey ! Keine Zeit, aber nächste Woche bin ich wieder in Bremen“ „Ey coole Sache man bis nächste Woche“! Je mehr sich der Fahrradfahrer der Zielstadt näherte, umso näher rückten auch die Alltagspflichten. Doch zunächst stand Lloret de Mar auf dem Programm. 29_Barca_kilometerDer Student kam einen Tag zu früh, die Hauptsaison des innerstädtischen Campingplatzes endete am 11.September, so wurden heute noch einmal 12,73 Euro fällig, einen Tag später wären es nur noch 7,20 Euro gewesen. Erst die geschlossenen Supermärkte, dann der Tarifwahnsinn und das maue Partyleben, mit Hauptsaison hatte das nicht mehr viel zu tun, es gab heute im dreifachen Sinne nichts zu feiern, aber die Erinnerungen an die schöne Strecke blieben bestehen.

Wetter: sonnig, warm,

Km Gesamt: 3228 km

35.Tag; 12.September 2007

Lloret de Mar – Mataro – BARCELONA nach 3303 km in 5 Wochen! – zurück El Masnou = 87 km

Ein Frühstück mit den Zeltnachbarn, es gab Kaffee und Nutella auf ungetostetem Weißbrot, so begann der Morgen. Heute stand das lang ersehnte Tourziel auf dem Programm. Die Strecke zum Ziel war von Urbanisation geprägt, nur das Meer verlieh ihr etwas Schönheit. Ein offizielles Barcelona Schild bekam der Radler nie zu Gesicht, auf einmal befand er sich mitten in der Stadt, ohne dass er es richtig bemerkte. Der ‘Torre Agbar’ war schließlich das Symbol des Tourziels nach 5 Wochen und 3303 Kilometern – ein tolles Gefühl.30_Barcelona Der Reisende versuchte noch ein wenig Orientierung in der lebendigen etwas chaotischen Stadt zu bekommen, bevor es gegen Abend wieder stadtauswärts zum einzigen citynahen Campingplatz in El Masnou ging. Die Illusion für einstellige Übernachtungstarife war auch hier hinfällig.

Wetter: sonnig, warm,

Km Gesamt: 3315 km

36.Tag; 13.September 2007

Barcelona erkundet = 32 km

Die S Bahn brachte den Student mit Fahrrad ohne Gepäck in die Innenstadt, eine äußerst zufriedenstellende Infrastruktur ermöglichte dem Tourist interessante Attraktionen wie die ‘Sagrada Família, das ‘Arc de Triomf’ und den alten Olympia Park mit dem Rad anzusteuern. Auch das ehrwürdige Stadion ‘Camp Nou’ wurde nicht ausgelassen. An den Ampeln jeder Kreuzung fand der Sportler immer wieder gefallen daran, sich im Wettrennen mit den zahlreichen Rollerfahrern zu messen. So ein unbepacktes Fahrrad beschleunigt so unglaublich gut und da die nächste Ampel nicht weit ist, hatte der Mensch die Chance gegen die Technik zu siegen. Am Ende des Tages brachte die Technik den Radler wieder zurück zu seinem Campingplatz.

 

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 3347 km

37.Tag; 14.September 2007

Barcelona erkundet – zum Campingplatz am Meer i.d. Nähe des Airports = 20 km

Mit Sack und Pack verließ der Reiseende seine zweitägige Campingstätte und fand sich bald am Place de Catalunya wieder. Was er genau alles noch erlebte, geben die handschriftlichen Aufzeichnung nicht wieder. Ein Erlebnis blieb jedoch in Erinnerung. Der Sportler verzehrte gerade seinen Mittagssnack und schaute dem regen Treiben der zahlreichen Tauben zu. Ein kleiner Junge, der selbiges Federvieh schadenfroh jagte, veranlasste dem Beobachter schließlich dazu, aufzustehen und ein paar Fotos zu machen. Als der Student zu seinem Platz zurückkehren wollte, saß dort eine junge Dame, das Getränk und das Fahrrad auf und an der Bank schien sie nicht zu stören. Auf spanisch sprach sie den Studenten ganz ‘überrascht’ an. Er verstand kein Wort, es müsste aber in etwa die Bedeutung gehabt haben:’Ohh ist das dein Platz? ist mir gar nicht aufgefallen, Entschuldigung!’. Jedenfalls antwortet er: „Excuse me, I don’t speak Spanish“ „Ohh sorry where are you from?“ „Germany“ „Ach du kommst auch aus Deutschland, das ist ja ein Zufall“. Beide erzählten sich interessiert ihre Geschichte warum sie jetzt hier in Barcelona seien und als von ihr irgendwann die Frage kam, was er denn heute noch so vorhabe, antwortete er nichts besseres als: „Ich muss mir am Flughafen irgendwie noch ein Campingplatz suchen.“ 31_Letzter_AbendSomit verabschiedeten sie sich und sie verschwand irgendwo in der Menschenmenge Barcelonas. Jede Antwort wäre besser gewesen, aber nicht diese. einen Campingplatz hat der Student trotzdem noch gefunden.

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 3367 km

38.Tag; 15.September 2007

Zum Airport ] FLUGZEUG [ Hamburg[AUTO] Pinneberg – Appen Etz = 15 km

Flugzeuge weckten den Camper früh morgens, bald darauf präparierte der Student im Flughafen sein Fahrrad für den Abflug , beim Einchecken wurde er in viele unterhaltsame Gespräche verwickelt, es ist eben doch auffallend wenn ein Fahrrad mit in den Flieger genommen wird. Dass dies über möglich ist , ist den gemeinen Flugpassanten gar nicht so bewusst. Innerhalb von zweieinhalb Stunden trug das Flugzeug den Sportler heimwärts, über eine Distanz, für die er mehrere Wochen gebraucht hatte. Am Flughafen nahmen ihn seine Geschwister in Empfang, was für eine Freude! Die letzten zwei Kilometer musste der überraschte Bruder dann doch noch selber mit dem Fahrrad bewältigen. Weniger später wusste er auch warum, das halbe Dorf war an der Straße versammelt, da gerade ein Straßenfest stattgefunden hatte, es war ein Empfang der in Erinnerung blieb und bevor der Student richtig ankam stand auch schon ein Journalist zur Stelle.

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 3382 km

FUSSBALL IN NEUSEELAND

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 14. November 2009 von mapexplorestheworld

NACHTRAG: Wie auch den heimischen Fussballmedien zu entnehmen ist, Neuseeland ist bei der WM dabei: http://www.kicker.de/news/fussball/wm/startseite/517082/artikel_Fallon-trifft-Paston-haelt—Neuseeland-jubelt.html. Es war ein super spannendes Spiel bis zum Schluss, da die Kiwis zu viele Chancen ausliessen. Dann fiel in der 88. Minute ein Gegentor, das zurecht nicht gegeben wurde und  im Spielbericht auch nicht auftaucht, aber als Zuschauer denkt man natuerlich zuerst, Mist das war s jetzt. Die Stimmung war unglaublich, ich wuerde sie eher mit WM Stimmung als mit Bundeligastimmung vergleichen.“There is only one Rory Fallon„, akkustisch leicht zu verwechseln mit Rudi Voeller. Ich muss zugeben, da habe ich die Kiwis deutlich unterschaetzt. Es war ein unglaubliches Fussballerlebnis, dann trifft man nach dem Spiel noch sehr freundliche Auswaertsfans aus Bahrain, haette ich  so auch nicht erwartet, da hat wohl ein Scheich ein Flug spendiert. Die Spieler haben allerdings noch unfairer gespielt als Italiener, hat bloss letztendlich nicht zum Erfolg gefuehrt. Jetzt geht es ab zur Faehre, ich erwarte einen guten Seegang.

Heute ist es soweit, der 14 November, ich bin aus meiner WG in Palmy ausgezogen und werde, bevor es mit dem Fahrrad auf  die Südinsel geht, noch das WM-Qualifikationsrückspiel der Neuseeländischen Fußballnationalmannschaft in Wellington angucken. Anlässlich dieses Ereignisses verliere ich mal ein paar Zeilen an den Fußball in Neuseeland. Die Nationalmannschaft (auch All Whites genannt, als Pendant zu den All Blacks; Rugby) rangiert derzeit auf Platz 83 in der Weltrangliste und hat sich letztmalig 1982 für eine WM Endrunde qualifiziert. Seitdem Australien jüngst die Konföderation gewechselt hat, gibt es im Ozeanischen Verband eigentlich keinen ernsthaften Gegner mehr für die ‘Kiwis’, außer vielleicht die Fidschi Inseln. Die Gegner heißen meist Tahiti, Tuvalu Neukaledonien, Tonga, Samoa, Salomonen oder Vanuatu und würden vermutlich auch bei Holstein Kiel oder FC Oberneuland unter die Räder kommen. Der Gegner bei diesem Quali-Spiel heißt Bahrain, 61. der Weltrangliste. Es ist auf dem Papier wahrlich kein Topspiel, aber es geht um viel, die WM Teilnahme. Das Hinspiel in Bahrain ging 0:0 aus, die Chancen, dass Neuseeland weiter kommt, stehen somit nicht schlecht. Am besten wäre ein Sieg , denn auf ein 0:0 mit Verlängerung habe ich wenig Lust und alle anderen torreicheren Remis wären zwar gut für die Unterhaltung, jedoch schlecht für die All Whites, da Bahrain dann mehr Auswärtstore erzielt hätte. In Gesprächen mit Kiwi-Studenten hat sich herausgestellt, dass ‘Soccer’ beliebter ist als gedacht, besonders als Freizeitsport in Vereinen. Eine Profiliga gibt es in Neuseeland aber nicht, jedoch eine Profimannschaft, genannt Pheonix Wellington. Diese Mannschaft kann in der Australischen ‘A-League’ auf eine sagenumwobene Historie von zwei Jahren zurückblicken – es wurde Anno 2007 als Nachfolgerteam der ‘New Zealand Knights’ gegründet. Diesem Team wurde nach bloß zwei Spielzeiten die Lizenz entzogen. Eine Erfolgsgeschichte sieht anderes aus und wie lange sich Phoenix Wellington halten kann bleibt abzuwarten.Die sportliche Situation lässt sich zumindest gut mit Eintracht Frankfurt oder Hannover 96 vergleichen, bloß dass es in der A League keinen Abstiegskampf gibt, also fehlt jegliche Spannung. Dieser Sachverhalt spiegelt sich auch an den Zuschauerzahlen wieder, welche von 11.000 auf 7.000 gesunkenen sind und das in einem Stadium, das mit 34.500 Zuschauern nicht viel kleiner ist als Weserstadion (ohne Stehplätze). Zusammenfassend lässt sich sagen, dass im Freizeitsport Fußball angesagt ist, jedoch kann es bei weitem nicht mit den Nationalsportarten wie Rugby und Cricket mithalten. Sollte Neuseeland sich aber für die WM qualifizieren, wäre das eine neue Chance für den Fußball. Den die Bevölkerung kann sich  an der Volkssportarten Cricket und Rugby im Fernsehen satt sehen. Beinahe täglich gibt es Liveübertrageungen über den ganzen Tag, die  für eine gewisse Art von Reizüberlflutung sorgen . Mal was neues würde da ins Bild passen. Immerhin, dieses Spiel am Wochenende ist restlos ausverkauft, dass gab es schon seit 1982 nicht mehr.

In den nächsten Wochen werde ich wenig Zeit finden weitere Artikel zu veröffentlichen. Pünktlich zur Beginn der Radtour habe ich den Bericht zur Radtour nach Barcelona  fertiggestellt, an dem kann man aufgrund des Umfangenes eine Weile lesen. Ab 19.November hier auf der Seite.

DREI SIND ALLE GUTEN DINGE

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 6. November 2009 von mapexplorestheworld

Sledge_Track

Drei sind alle guten Dinge, aber eine Klausur steht noch aus. Trotzdem ist es schon einmal eine große Erleichterung, zumal die Klausur die heute anstand, mir etwas Sorge bereitete, aber wenn man drei Stunden durchgeschrieben hat, muss es zum Bestehen reichen. Drei Stunden durchschreiben ohne einmal ins Lexikon zu gucken (es ist auch keines verfügbar), diesen Umstand hätte ich bei meinem Kenntnisstand Ende des vierten Semesters nicht für möglich gehalten. So elf Monate hinterlassen dann doch ihre Spuren, im positiven Sinne. Mit den mündlichen Fortschritten bin ich nicht ganz zufrieden, auch heute hat mich eine Kassiererin wieder gefragt: „Where are you from?“ „Germany“ Oh awesome, I like your accent!“ Ich verzichte meistens darauf, den Kiwi-Akzent zu loben. Neulich beim Friseur habe ich erneut festgestellt, dass die Lecturer an der Uni deutlich besseres Englisch sprechen, es ist wirklich nicht einfach einen Tankwart oder Friseur zu verstehen. Dass sein Großvater aus Düsseldorf kam, habe ich dann doch mitbekommen. Anyway, bei der heutigen Klausur ging es um ‘Global Environmental Issues’. Ein höchst interessantes Paper, welches einem im globalen Kontext deutlichen vor Augen führt, wie wichtig unserer Berufsfeld in der Zukunft sein wird. Über die zwölf Wochen werden jeweils ein Dutzend verschiedener Themen wie Bevölkerungswachstum, Waldrodung, Artensterben, Überfischung, Auswirkungen von Edelmetallabbau, Wüstenbildung, Alternative Energien und Abfallmanagement behandelt, um nur einige zu nennen. Jede Woche wird in bloß zwei Vorlesungen ein Thema angerissen und man wird mit ausreichend Literaturempfehlungen ausgestattet. Der Workload für das ganze Semester von 24 Stunden Vorlesungen wird mit 120 Stunden Selbststudium gegenübergestellt. Das errungene Wissen muss schließlich möglichst auf den Punkt gebracht im dreistündigen Examen wiedergegeben werden bzw. spiegelt sich auch in vier textlastigen Assignments wieder. So interessant die Themen sind, sie stimmen einen auch höchst nachdenklich und bereiten einem Sorge beim Blick in die Zukunft. Den Lebensstandard den sich wir und die ganze industrialisierte Welt leistet, ist unter nachhaltiger Betrachtungsweise nicht in fernster Hinsicht vereinbar und ist nicht über den Zeitraum von bloß einem Jahrhundert aufrecht zu halten. Das besorgniserregende ist ja, dass zwei Milliarden Menschen in Asien dorthin wollen, wo bloß ein Sechstel der Menschheit bereits jetzt angelangt ist und dieses auf Kosten des Lebensstandards von  rund anderen 5 Milliarden Menschen und der Belangen zukünftiger Generationen. Gleichzeitig sind mehr als 800 Millionen Menschen bereits jetzt unterernährt, trotz Einsatz von Düngern, da die Böden gar nicht mehr das hergeben,was von ihnen abverlangt wird. Die fossilen Rohtstoffe gehen in naher Zukunft zu neige und der Fuel- versus Food Konflikt hat gerade erst begonnen. Dass die Phosphatreserven schon vorher zu neige gehen könnten, liest man hingegen eher selten. Wie wichtig und knapp die Ressource des Lebens Wasser sein wird, liest mal allmählich immer öfter, so etabliert sich mittlerweile auch der Begriff blaues Gold und es werden Fragenstellungen ins Leben gerufen wie: Einen Burger oder 1.400 Liter Wasser? Bzw ein Pfund Kaffee oder 20.000 Liter Wasser. Dies ist jetzt echt ein kleiner zusammengefasster Auszug aus dem was in dem Paper so behandelt wird und der zum Nachdenken anregen soll. Die CO2-Emissionsdebatte scheint dagegen eine Kleinigkeit zu sein, ein Mainstream-Thema und der Zertifikathandel bloß Geldmacherei. Gerne würde ich auch noch kurz die Energiedebatte ins Gespräch bringen, unser ganzes globales Transportsystem basiert auf energiereichen fossilen Rohstoffen, welche bislang einfach aus der Erde sprudeln oder durch Minenaktivität abgebaut werden. Folgendes Gedankenbeispiel: Bloß eine Tasse Benzin beinhaltet so viel Energie (~ 7,6 Mega Joule), dass fünf Personen in einem Auto auf einer Distanz von zwei bis drei Kilometer transportiert werden können. Man stelle sich vor, man selber schiebt ein Auto unter gleichen Bedingungen vielleicht noch etwas bergauf über die gleiche Distanz. Wer danach noch die Kraft hat einen Blick auf die Tasse zu werfen, wird feststellen, die Menschheit macht es sich ganz schön bequem und kommt an die Grenzen seines Budgets, wenn für diese Menge Energie 30 Cent abverlangt werden (1,50 €/l). Der globale Energiebedarf liegt derzeit bei 450.000.000.000.000 Mega Joule im Jahr (!) bzw 450 Exa Joule, Tendenz steigend. Der meiste Teil wird durch fossile- und nukleare Rohstoffe erzeugt. Ein ‘gewisser’ Zweifel ist berechtigt, dass man diesen Anteil nicht mit Alternativen decken kann, und ‘Renewable’ und ‘Alternative’ heißt noch lange nicht umweltfreundlich und nachhaltig.

Genug der Schwarzmalerei, um sich zu trösten kann man sich ja in die Zukunftsvisionen von 1980 einlesen. Zu der Zeit hat man vor dem Jahr 2010 gewaltige Angst gehabt, die Ozonschicht gibt es immer noch und der Wald ist dem sauren Regen auch nicht erlegen. Den Eisernen Vorhang gibt es nicht mehr und die Wahrscheinlichkeit eines Atomkrieges ist auch gesunken. Trotzdem wird das kommende Jahrzehnt ein Entscheidendes für die Menschheit.

Um den Kopf ein bisschen frei zu bekommen, unternimmt man am besten einen Ausflug ins Grüne, so wie wir es zwischendurch mal gemacht haben. Einfach mal sechs Stunden wandern, die Natur genießen und sich der Spannung aussetzten, in eine einsame verlassene Platinmine zu gehen. Hat etwas unheimliches und trotzdem interessantes, Lukas Schrei, als er im Taschenlampenlicht plötzlich gruseliges Krabbelgetier erblickte werde ich nicht so schnell vergessen. Genauso wie den gestrigen Abend, welcher mich spontan in Silvesterstimmung versetzt hat. Na wer weiß was hier gefeiert wurde, ich wusste es bis jetzt nicht. Mit drei guten Tipps verabschiede ich mich ins Wochenende: 1608, König Jakob I, Guy Fawkes*.

* vom Autor nachträglich geändert!

Platin_Minen

NUR NOCH DIE EXAMEN

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 23. Oktober 2009 von mapexplorestheworld

Mana_Island

Jetzt ist es soweit, es stehen „nur“ noch die Examen an, alle 17 Assignments sind abgegeben. Einige von diesen schriftlichen oder rechnerischen Leistungsnachweisen sind auch schon wieder korrigiert zurückgegeben worden. Nach zwei herben Enttäuschungen gab es zuletzt nur noch positive Feedbacks, das nimmt ein wenig den Druck für die Klausuren. Heute hatten wir noch eine letzte ‘Revisions’-Vorlesung in dem ‘Renewable Energy’-Paper. In diesem Kurs wurden sämtliche alternativen Energien wie Solar, Wind-Turbinen, Wellen- und Gezeitenkraftwerke, Geothermie und Wasserkraft behandelt . Bei letzteren beiden lässt sich streiten, ob sie ‘renewable’ sind. In Neuseeland werden sie als solche angesehen, sonst könnte das Land auch nicht von sich behaupten, dass es nahezu zwei Drittel seiner Energie aus erneuerbaren Energien generiert. In den sechs Assignments mussten Berechnungen zu allen Bereichen durchgeführt werden. Mit den Mathevorkenntnisse aus Bremen ließen sich diese ganz gut bewältigen und wenn man sie vollständig ausgearbeitet hat, war das Ergebnis dementsprechend gut. Bei den ganzen textlastigen Leistungsnachweisen in den anderen Papern, die viel Literaturrecherche erfordern, ist das längst nicht so einfach, gerade in einer Fremdsprache.

Der Paper-Coordinator ist echt ein chaotischer Kerl. Den Vorlesungsthemenübersichtsplan zu Beginn des Semesters konnte man im Prinzip knicken, es wurde alles geändert, genauso wie der Ablauf der Assignments. Ab und zu ist auch mal ein Vorlesung ausgefallen, die Absage hat man manchmal erst 40 Minuten vor Beginn erhalten und so regelmäßig checke ich meine E Mails dann auch nicht, schon gar nicht früh morgens. Ein Tutorial fand nie statt, auch wenn es eigentlich welche geben sollte. Selbst ist der Student! Letztendlich kam man auch ohne zurecht. Rein äußerlich ist der Lecturer ein kleiner Macho, der immer hautenge Oberteile an seinem gestählten Oberkörper trägt. Im Laufe der Vorlesung haben wir so einige private Details erfahren , zum Beispiel dass seine Freundin bei der Army ist und er ihr einen Antrag im Hubschrauber gemacht hat. In den letzten Vorlesungen saßen dann seine Kinder auch mit im Raum, ganz hinten in der letzten Reihe – Familie und Beruf unter eine Hut zu bekommen ist manchmal nicht so einfach. Insgesamt war das Paper sehr interessant und lehrreich. Jedoch war mir die Ausrichtung der Berechnungen zu Effizienz- und Economic bezogen. Es ging immer darum, möglichst so viel Energie zum günstigsten Preis zu erzeugen. Bei den niedrigen Energiepreisen in NZ hat beispielsweise Solar Energy keine Chance und ist auch nicht verbreitet, da es knapp zehnmal so teuer ist und sich quasi nicht finanziell amortisiert. Wind Energy lohnt sich nur dort, wo der Kapazitätsfaktor sehr hoch ist, wie hier auf der Range hinter Palmy. Angeblich liegt der Kapazitätsfaktor hier bei über 40 %. Die USA und Australien hinken mit knapp über 20 % weit hinterher, in Deutschland liegt er angeblich angeblich nur bei 17 %. Da hat uns der Lecturer auch verwundert gefragt, was da los ist. Ich vermute in Deutschland werden die Anlagen einfach überall wo Platz ist errichtet und nicht jeder Standort wird auf dasGründlichste nach verfügbaren Windressouren überprüft. Dies ist allerdings nur eine Vermutung und ich habe auch keine weiteren Quellen dazu recherchiert. Der kritische Blick auf Renewable Energy Ressources hat vollständig gefehlt. Es wurde nicht darauf eingegangen was mit dem Wimdenergieanlagen passiert, wenn sie nach 20 Jahren Laufzeit ausgedient haben. Fragen wie: Ab wann amortisiert sich die Herstellung von Solar panels energetisch, konnte er auch nicht beantworten und wer so von Biodiesel schwärmt wie er, hat zu wenig kritische Artikel darüber gelesen. Naja, den kritischen Blick bekommen wir einem in anderen Papern. Dazu komme ich später.

Segelboot

Dieses Wochenende wird unser Field Trip-Lecturer sein Versprechen doch noch einlösen können, das Wetter hat sich gut mit unserem Vorlesungsende abgestimmt. Unser Lecturer hat uns nämlich einladen, mit seinem Segelschiff auf der Tasman Sea zu einer Insel zu schippern. Zur visuellen Aufwertung dieses Artikels habe ich die Bilder nachträglich ergänzt. Es war ein tolles Erlebnis und eine gute Erholung bevor der Ernst der Klasurphase jetzt so richtig beginnt.

KNACKIG GRÜNER HERBST

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 10. Oktober 2009 von mapexplorestheworld

Ein kleines Update meinerseits, ich finde im Moment wenig Zeit mich meinem Blog ausgiebig zu widmen. Dafür habe ich inzwischen schon 15 der 17 Assignments nahezu erledigt und in einer Woche sind auch schon die Vorlesungen vorbei, in genau einem Monat auch die letzte Klausur. Doch dieses Wochenende darf ich nochmal die schöne Gelegenheit nutzen das Nachtleben in Wellington kennenzulernen, bevor es dann auf die Zielgerade geht. Für die Zeit danach habe ich schon einen fahrbaren Untersatz gefunden, mein drittes Fahrrad hier in Neuseeland, die beiden 30 $ – Drahtesel vom ‘Green Bike Trust’ haben dann doch nicht mein Vertrauen, mich zuverlässig über die ganze Südinsel zu tragen, aber im Studentenalltag waren sie ein absolut zuverlässiger Partner. Ganz so positiv über das Wetter kann ich mich im Moment nicht äußern, ich weiß es ist eher ein Thema über das man redet, wenn man sonst gerade nicht so viel zu erzählen hat, aber ich finde es schon außergewöhnlich derzeit und ich habe es definitiv anders erwartet. Immerhin ist hier ‘Spring-time’ und das schon seit längerem. Inzwischen sind auch die Eichen in knackig grüner Pracht erwacht, dennoch regnet es seit zwei Wochen fast täglich und das Thermometer macht einen freudigen Hüpfer wenn es mal die 15 °C – Marke knackt, die 20 °C-Marke hat es seit Anfang April nicht mehr erreicht, da bin ich sicher. Es gibt immer noch Nächte in denen es um die 2 °C Grad ist, unter 10 °C ist es eigentlich immer. Diese gleiche Bild schon seit 5 Monaten, da Frage ich mich wieso die Häuser so schlecht isoliert sind, ich habe aus diesem Umstand ein milderes Klima abgeleitet und die Krönung war gestern der heftige ‘Herbst’sturm, so fühlte er sich zumindest an, wenn man auf den Kalender schaut und dieser ‘October’ anzeigt. Das einzige was nicht ins Bild passt ist das knackige Grün!

Ein schönes Wochenende, genießt die Herbstfarben und drückt die Daumen für das Spiel gegen Russland! Es wäre schon ein komisches Gefühl wenn am 14. November Neuseeland früher qualifiziert wäre als Deutschland, wo ich im Stadion in Wellington dabei sein werde und da Holland und England dieses mal schon sicher dabei sind, dürfen sich Mertesacker und Co keine Schmach erlauben!

SCHWARZ GELB

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 29. September 2009 von mapexplorestheworld

Erst Mittwoch, fünf Tage vor der Wahl, erhielt ich meine Briefwahlunterlagen, somit stand fest, dass ich meinen Beitrag zur Demokratie nicht leisten konnte. Man fühlt sich so hilflos am anderen Ende der Welt. Als einer von 62 Millionen Wahlberechtigten ist mir aber auch bewusst, dass ich keinen großen Einfluss auf das Ergebnis haben werde, selbst die erfreulichen Ergebnisse aus den Wahlkreisen wie Bremen und Freiburg konnten daran nichts ändern. Jedoch habe ich bis Montag früh inständig gehofft, dass die große Anzahl an unentschlossenen Wählern alle Umfrageergebnisse widerlegen könnten – dem war leider nicht so. Jetzt darf eine Kanzlerin die ihr schwaches Ergebnis von 2005 nicht einmal verbessern konnte mit Hilfe der „pro-business Free Democrats“weiter regieren. Den Guido als Außenminister möchte ich mir lieber gar nicht vorstellen, schon kursieren Videos von seinen Englisch Fähigkeiten:

More German Accent geht nicht! Und in Deutschland gibt es sowieso nur eine Amtssprache, wo kommen wir den da hin!?

Interessant fand ich herauszufinden, wie präsent die Bundestagwahl in den neuseeländischen Medien ist, weniger als Gedacht. In den Abend-Nachrichten auf Kanal ‘One’ fand keine Erwähnung statt. Außer der furchtbaren Flut auf den Philippinen und den Raketentests im Iran wurde nichts von internationaler Ebene berichtet. Auch auf dem Internetauftritt der New Zealand Herald unter der Kategorie ‘World’ war auf den ersten Blick kein entsprechender Bericht angeboten. Kurioserweise war ein Artikel zu finden, der sich mit den letzten Stunden ‘of the Fuehrer’ am 30. April 1945 beschäftigte – es gibt aktuellere Themen. Doch die Suchfunktion führte mich schließlich doch zu folgendem Artikel:

German Chancellor Merkel wins second term

BERLIN – German voters handed conservative Chancellor Angela Merkel a second term and a chance to create new centre-right government on Sunday, while her centre-left rivals suffered a historic defeat in the national election. Merkel succeeded in ending her „grand coalition“ with the centre-left Social Democrats led by challenger Frank-Walter Steinmeier, the current foreign minister, according to television projections. She can now form a government with the pro-business Free Democrats, who performed very strongly. „We have achieved something great,“ a beaming Merkel told supporters. „We have managed to achieve our election aim of a stable majority in Germany for a new government.“ She vowed to hold „swift and decisive“ coalition talks with the Free Democrats’ leader, Guido Westerwelle, who has been widely tipped as Germany’s next foreign minister. Merkel has argued that a change of coalition was needed to ensure stronger economic growth as Germany emerges from a deep recession. In joining with the Free Democrats, she hopes to cut taxes and halt a plan to shut down Germany’s nuclear power plants by 2021. „I think that tonight we can really celebrate, but I would say that after that there is work waiting for us,“ Merkel told the crowd at her party’s headquarters in Berlin, who chanted „Angie! Angie!“ „I would not tell anyone to remain sober, but we don’t want to forget that there are many problems in our country to be solved,“ she added. Projections by the nation’s public broadcasters, based on early vote counts and exit polls, put support for Merkel’s Christian Democrats at up to 33.8 per cent of the vote and for the Social Democrats at 23 per cent. The Free Democrats captured nearly 15 per cent, the Left Party had more than 12 per cent and the Greens were at 10 per cent or more. Both ARD and ZDF television channels said that would produce a stable centre-right majority in parliament. It was a major shift from the 2005 election, in which Merkel’s conservatives squeaked in with 35.2 per cent of the vote to the Social Democrats’ 34.2 per cent.

(The New Zealand Herald 28.09.2009)

So kurz und bündig erfährt der Kiwi was politisch in Germany passiert. Übrigens die Qualität der Berichterstattung kann bei Weitem nicht mit ARD und ZDF mithalten, Nachrichten ohne zwei Werbeunterbrechung gibt es nicht und alles im RTL Aktuell Style.

SOME GERMAN NEW ZEALAND STORIES

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 24. September 2009 von mapexplorestheworld

Im Zuge einiger Assignments darf ich im Moment viel mit Google Earth arbeiten, dabei wollte ich auch mal einer Frage auf den Grund, die mich schon seit der Kindheit auf dem Herzen liegt: Wenn man ein Loch genau durch die Mitte der Erde graben würde, kommt man dann in Neuseeland raus? Dass man spätestens nach 30 km Tiefe auf heißes Magma trifft weiß ich inzwischen, trotzdem wo würde Deutschland auf der anderen Seite der Erde liegen.

Germany_projected

Die Antwort ist irgendwo im Wasser südöstlich der Insel. Andersherum gefragt sieht die Sache schon interessanter aus. Neuseeland erstreckt sich über Spanien bis zur Straße von Gibraltar nach Afrika, da war ich etwas überrascht, mir war lediglich bewusst, dass Palmy auf der Höhe von Madrid liegt. Dass die auf den Kopf gestellte Karte von Neuseeland frappierende Ähnlichkeit mit der Landesform von Italien aufweist, wollte ich eigentlich gar nicht wissen

NZ_EU_Projected

Wie dem auch sei, die letzten Vorlesungenswochen ziehen ins Land, während sich der Frühling gerade mal von seiner launischen Seite zeigt. So bin ich doch heute tatsächlich bei starkem Regen und eiskaltem Wind zur Uni gefahren, das zweite mal Niederschlag seit Beginn des Semesters, im Grunde kann man sich nicht beklagen. Aber auf dem Weg dorthin hat mich eine Radfahrerin barfüßig mit kurzer Hose überholt, da kennen die Kiwis nichts, man sieht das ganze Jahr über Menschen in Flip-Flops oder sogar barfüßig herumlaufen auch im Winter. Nach den „Climate Change“-Vorlesungen war die Witterung so ungemütlich, dass ich das Fahrrad tatsächlich an der Uni habe stehen lassen, das Thermometer im Auto zeigte 0 °C an, so eine Kälte am Nachmittag- unglaublich! Ein Zusammenhang zu dem ‘red dust’ in Sydney sehe ich nicht, aber es spielen sich gerade komische Dinge ab in dieser Region. Ein Neuseeländischer Student erzählte mir, dass solch ein Wetter im Frühling durchaus normal sei. Wir sind eigentlich nur wegen meines Deutschen Akzentes ins Gespräch gekommen, da er schon mal in Deutschland war hat er mir erzählt dass er seine Freunde in Hamburg Berlin und Leipzig besucht hat. ‘Sehr schöne Cities!’ – ‘Tschüß See you next week’ – soweit seine Deutschkenntnisse.

Das war nun schon der Zweite Kiwi diese Woche der Deutsch konnte, am Montag habe ich den Mitbewohner meines alten Mitbewohners kennen gelernt, er hat ‘a good friend in Bavaria with overriched Eltern’. Ja hier gibt es auch Menschen die Denglisch sprechen. Irgendwie sind wir dann auch auf Rudolf Steiner gekommen, jedenfalls kam er ins Schwärmen, dass seine Zeit auf der Waldorfschule sehr toll war und das die Schulform in Neuseeland sehr geschätzt wird, nicht nur weil nicht nach Boys and Girls unterschieden wird, es muss erwähnt werden, dass die Schulen hier tatsächlich noch nach Geschlechtern unterteilt sind. Außerdem hat er von dem Großvater seines Freundes aus Bayern erzählt, der ein SS-Offizier war und seine Geliebte Jüdin. Man merkte, dass er ein bisschen mehr Hintergrundwissen über die deutsche Geschichte hatte als so manch anderer Kiwi hier und so wunderte es mich nicht, dass irgendwann diese Schlagzeile in heimischen Medien auftauchte, sonst liest man ja eher weniger über Neuseeland.

In Nazi-Uniform zum Oktoberfest

Sie wollten feiern, Spaß haben – und provozieren wollten sie wohl auch. Für ihre Wohnheimparty verkleideten sich Studenten in Neuseeland als Nazi-Schergen und KZ-Häftlinge. Die Uni-Leitung schämt sich für die Entgleisung der Studienanfänger.

Sie sollten als Deutsche kommen, hieß es. Und dann kamen sie als Nazis. Studienanfänger an der Lincoln University in Neuseeland feierten ihr Oktoberfest in ziemlich eigentümlichen Kostümen: Die Zeitungen „The Press“ und „The New Zealand Herald“ berichten, dass einige Studenten in Nazi-Uniformen zu ihrer Wohnheimparty in Canterbury erschienen, andere verkleidet als KZ-Insassen.

Den Berichten zufolge war auf den Kostümen „Sieg Heil!“ zu lesen und „Hitler ist mein Mann“; ein Partygast soll ein weißes Oberteil mit Hakenkreuzen getragen haben. Der „New Zeland Herald“ zitiert einen Studenten mit den Worten, die Partygäste hätten „Heil Hitler“ gerufen und geschmacklose Witze gemacht.

Der Vize-Kanzler der Uni, Roger Field, entschuldigte sich mittlerweile für das Verhalten der Studenten. Er bezeichnete es als unangemessen und nicht akzeptabel.

Nach Angaben der Präsidentin der Studentenverbindung, Megan Harte, war die Party vom Wohnheim organisiert worden, nicht von der Uni selbst. Die Feiernden seien nicht rassistisch gesinnt und würden auch nicht der Nazi-Ideologie anhängen, sagte sie. Viele der Studenten im ersten Jahr wüssten einfach nicht, was es mit dem Holocaust auf sich habe. Jetzt müssten Uni- und Wohnheimleitung entscheiden, ob die beteiligten Studenten bestraft werden.

Stephan Goodman, Präsident des Rates der Juden in Neuseeland, zeigte sich enttäuscht und bezeichnete die Kostümierung der Studenten als „abscheuliche Vorführung von Ahnungslosigkeit“. Es sei nicht das erste Mal und werde wohl auch nicht das letzte Mal sein, dass so etwas in Neuseeland passiere. In den meisten Fällen geschehe es jedoch aus Unwissen und nicht aus böser Absicht.

spiegel online (21.09.2009)

Und nochmal auf Englisch zum Gegenlesen

Lincoln University apologises for ‘Nazi’ party

Lincoln University has apologised for the Nazi-themed dress of first-year students celebrating Oktoberfest at a halls of residence-run party.

The party, which, encouraged people to come dressed as „Germans“ saw Lincoln University students dress in Nazi-themed costumes and as concentration camp prisoners.

Costumes featured slogans such as „Sieg Heil!“ and „Hitler’s my boi“ and one guest was seen wearing a white top with swastikas.

One student said partygoers „were heiling to Hitler and making tasteless jokes about one of the darkest periods of human history“.

The move has sparked an investigation by Lincoln University Vice-Chancellor Roger Field.

In a short statement to media, Prof Field apologised for any offence caused by the students.

He described the students’ actions as „inappropriate and clearly falls short of acceptable behaviour“.

Lincoln Students’ Association president Megan Harte said the party was organised by the halls of residence.

„It was not an issue of racism or Nazi ideals, it was a lack of understanding,“ Ms Harte said.

She said many of the students who attended were first years and may not know have known what the „holocaust was all about“.

She said the association had a policy to tell students to go home and get changed if they turn up to one of their parties in an inappropriate costume.

Ms Harte said it is up to the University and the halls of residence whether or not the students involved will face discipline.

The party was called an „abhorrent demonstration of ignorance“, by the Jewish Council of New Zealand.

New Zealand Jewish Council president Stephen Goodman said such trivialisation of the Holocaust was disappointing.

„It is not the first time and I doubt it will be the last either. In most of the cases we’ve found in New Zealand, it’s generally through a degree of ignorance that this sort of behaviour eventuates. It is not through malicious intent.“

The New Zealand Herald (21.September 2009)

Dieser Artikel gibt gut das wieder was ich hier schon erlebt habe, solche Parolen wie im Artikel genannt, werden schon mal bei Parties ganz unverhohlen in den Raum geworfen, aber in solch Kostümen habe ich hier noch niemand gesehen. Was soll man dazu sagen, man ist hier eben weit weg von Europa und kann nicht erwarten, dass sich jeder der Brisanz einer solchen Aussage bewusst ist und mit dem Prinzen aus dem Britischen Königshaus haben sie ja auch nicht das beste Vorbild.

DIRTY METALS

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 16. September 2009 von mapexplorestheworld

So mancher Student nutzt seine ‘Study Break’ im wahrsten Sinne des Wortes zum Regenerieren in der Südsee oder für einen Skiurlaub im ‘Tongariro’, nicht so aber wir. So ein Field Trip erspart einem dafür etwas Arbeit während der Vorlesungszeit, außerdem lernt man Neuseeland etwas hinter den Kulissen kennen. Weder in den Vorlesungen als Student noch als Tourist im Urlaub kann man an Diskussionen und Vorträgen in Destrict Councils oder an Führungen durch Minen und Wetlands teilnehmen, für letzteres braucht man zumindest eine Gruppe, der man sich anschließen könnte. Nebenbei kommt man auch noch viel rum, mittlerweile gab es zahlreiche Wiedersehen u.a. mit dem ‘Lake Taupo’, den schneeverhüllten Vulkanen und vielen anderen Orten aus vergangenen Urlaubstagen.

WiedersehenÜbernachtet haben wir fünf  Tage lang in einem schlichten ‘Christian-Camp’ am Fuße eines idyllischen Tales der Halbinsel ‘Coromandel’ nahe ‘Thames’. Äußerst schlicht waren die Betten sowie die Gestaltung des ganzen Schlaffraumes, es wurde stets gemeinsam der Tisch auf- und abgedeckt, Geschirrspülen inklusive, das obligatorische Gebet mit Gesang vor dem Essen durfte natürlich nicht fehlen.

WaihiThematisch bleiben vor allem die ‘Impacts of Mining’ hängen. Der gravierende Eingriff in die Umwelt durch die Edelmetallgewinnung war mir in dem Maße noch gar nicht bewusst. Neuseeland hat einige Goldreserven, noch nicht alle sind erschlossen. Die meisten Reserven lagern noch unberührt unter den landschaftlich geschützten Gebieten des DOC (Departement of Conservation). Das politische Statement vom Gerry Brownlee, dem Minister für Ressourcen und Energy, kam zeitlich wie gerufen um kontroverse Diskussionen über den Edelmetallabbau zu entfachen. Der Mister von und zu Brownlee hat doch allen ernstes in Erwägung gezogen, den ‘Conservation’-Status zahlreicher National Parks aufzuheben um den Zugang zu den Edelmetallreserven zu ermöglichen. Ziel dieser Strategie ist es, die Wirtschaft Neuseelands wieder zu beleben. Jaja das Liebe Geld! Tatsächlich würde sich Neuseeland, langfristig gesehen, selbst eine Grube graben, denn die ‘Mining’-Firmen sind international und würden Neuseeland nur ausbeuten, zusätzlich würde Neuseeland seinen Status ‘natürlich unberührte Gebiete zu besitzen’ verlieren, was sich erheblich auf den Touristensektor auswirken könnte.

Gold_and_silver_from_10_tons_rockBestes Beispiel für die Widerlegung Brownees Wirtschaftsstrategie ist ‘Waihi’. Inmitten dieses Ortes klafft ein riesiges ‘open pit’, aus dem seit 20 Jahren Gold und Silber gewonnen wird. Die Hoffnungen auf wirtschaftliche Blüte sind längst verflogen – Waihi ist die ärmste Stadt Coromandels, die Einflüsse des Edelmetallabbaus machen die Stadt einfach nicht lebenswert – tägliche Sprengbeben, Staub und Lärm. Um eine Unze Gold zu gewinnen, werden riesige Mengen Erdmassen bewegt, 10 Tonnen Fels sind nötig um eine Unze Gold und etwas mehr Gramm Silber zu gewinnen. Doch die Unmengen an ‘Waste-Rock’ die dadurch entstehen sind noch das geringste Übel. Durch die Freisetzung des Felsgesteins an die Oberfläche kommt es durch den Sauerstoffs  zu chemischen Reaktionen die das Wasser bis zu 3 pH versauern lassen.

Das Gold selbst wird mit Hilfe von Zyanid aus dem Fels gewonnen. Der ‘Waste-Rock’ wird zur Errichtung des ‘Tailingsdamm’ verwendet in dem die giftige Wasserlösung gelagert wird. Während feinste Partikel langsam in diesem Tailingbecken sedimentieren, wird das abfließende Wasser in der einer Kläranlage gereinigt und anschließend in den anliegenden Fluss geleitet. Das Problem bei diesen simpel aufgeschüttet Tailingdämmen ist, dass sie ohne geotechnische Kenntnisse errichtet wurden, kostet ja bloß unnötiges Geld. Die Gefahr, dass diese Dämme brechen und die giftige Brühe ins Tal hinab geschwemmt wird, ist präsent, so passiert auf der ‘TUI Mine’, die etwas woanders auf der gleichen Hablinsel liegt und Ende der 70er ein Umweltdisaster angerichtet hat. Die Betreiber der ‘Vorzeige’ Mine in Waihi nennen diese Mine „the ashhole of mine“, „a disgrace“, eine Mine aus dem letzten Jahrtausend, die unter den heutigen Gesetzgebungen in Neuseeland gar nicht mehr zu betreiben wäre. Mag sein, dass man aus den Fehlern gelernt hat, aber so ganz traut man den Vorgängen auf der Waihi Mine auch nicht, denn unser Lecturer hat uns mit seinem Unterlagen kritisch auf das Thema eingestellt. Außerdem gibt es da noch eine dritte Mine (Golden Cross), stillgelegt seit 12 Jahren. Die Natur hat das Gebiet schon wieder weitestgehend renaturiert, aber der Tailingdamm befindet sich auf einem instabilen Untergrund, einer ‘Landslide’, die bei jedem Starkregen abrutschen könnte. Die Betreiber meinen das Problem mittels Drainage stets im Griff zu haben, aber wer kann einen starken Sturzregen schon verhindern?

Golden_Cross_mineZurück zur Waihi Mine, die Betreiber versprechen aus dem klaffenden ‘open pit’ eines Tages einen ‘Recreational’ Lake zu kreieren, aus ökologischer Sicht ein leeres Versprechen, wer möchte sich schon in einem Wasserloch, in dem jahrelang mit schwerem Gerät und unter Umständen giftigen Fels hantiert wurde, erholen? Wo es doch genug solcher schönen natürlichen Seen in Neusseeland gibt. Bis sich dieser See mit den schlechtem Oberflächen- Tiefe-Verhältnis renaturiert hat, wird es Jahrzehnte brauchen.

Das traurige an dieser ganzen Geschichte ist,  in Neuseeland geht das Mining tatsächlich noch recht ‘umweltbewusst’ von statten, man möchte gar nicht wissen was in Afrikanischen, Südamerikanischen oder Asiatischen Ländern vorgeht, die finanziellen Bemühung für Tailingdämme und Water Treatment werden dort nicht aufgebracht, also ist das was wir hier gesehen haben Peanuts!

WetlandsZu den Wetlands werde ich mich kurz fassen, sie sehen auf dem ersten Blick nicht besonders aus, deshalb wurden sie wohl auch weitestgehend trockengelegt und als Agrarfläche benutzt. Dass sie als Lebensraum für eine Vielzahl an Arten dienen und als Pufferregion für Flutphasen des Waikoto Rivers, wurde zu spät erkannt.

Coal_mineDie Größe der coalmine in ‘Huntly’ war auch beeindruckend, sie ist bereits seit Hundert Jahren in Betrieb, die Umwelteinflüsse sind nicht ganz so schwerwiegend wie beim Edelmetallabbau, es werden jedoch unvorstellbare Mengen an Erdmassen bewegt, was Unmengen an Energie verbraucht und Emissionen erzeugt und das Endprodukt selber trägt auch einen erheblichen Teil zu Neuseelands CO2-Emissionen bei, denn es wird zum einzigen 1.600 MW Kohlekraftwerk  (eine Windturbine hier produziert 0,6 bis 3,2 MW ) und Stahlwerk Neuseelands verfrachtet.

Renatured_creekSo eine große ‘Opencast Coalmine kreuzt bisweilen auch mal den Pfad eines Flüsschens. Der ganze Stolz der Umweltingenieure ist der künstlich angelegte Fluss, welcher Mitten durch das Gelände führt, umsäumt mit einer artenreichen Anzahl an Sträuchern und Gräsern.

Sustainability – Nachhaltigkeit – in Städten wie Hamilton und Auckland kann von solch einer Lebensweise nicht die Rede sein. Gutachter von außerhalb schlagen sich die Hände über dem Kopf zusammen und können nur feststellen, so eine verschwenderische Stadt wie Auckland gibt es selten, um Hamilton steht es auch nicht viel besser. Wir waren doch nicht in Auckland, sondern in Hamilton, der Haupstadt Waikatos. Die Kapazität der Deponie Hamiltons ist nahezu ausgeschöpft, beim Durchlesen des Waste-Minimization-Guide muss man schon mal Schmunzeln, was für mich selbstverständlich klingt, müssen die Menschen hier wohl noch begreifen. Es gibt viele weitere Themen die wir behandelt haben und die ich nicht alle nähere beleuchten will, aber eines noch – Wasserknappheit, welche sich während Dürreperioden besonders verschärft, da der werte Englische Rasen gesprengt werden muss, da kann der tägliche Wasserbedarf pro Einwohner schon einmal von 220 l auf 500 l am Tag hoch schnellen, bei 200.000 Einwohnern ist dann auch irgendwann jede Wasserressource erschöpft. Deshalb wurden ‘Sprinkler-restrictions ‘ eingeführt! Aber der findige Neuseeländer ist der Englische Rasen so heilig, dass er die restrictions umgeht, indem er Kinder gegen ein Taschengeld einstellt um den Rasen zu wässern. Dann wird zwar nicht mehr ge’sprinkelt’ und das Bußgeld bleibt aus, ob dann irgendwann mal das Wasser ausbleibt scheint nicht weiter wichtig zu sein.

WAIKATO FIELD TRIP

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 30. August 2009 von mapexplorestheworld

Waikato_Source_Wikipedia

Zu Beginn der zweiten Woche der ‘Study Break’ geht es im Rahmen des zweiten Teils des Field Trips für eine Woche nach ‘Waikato’, ein anderes der 16 verwaltungspolitischen Distrikte Neuseelands, benannt nach selbigem Fluss. Nachdem ich mir in der letzten Woche einen Überblick über die 124 Text-Dateien geschafft habe (die Seitenzahlen dieser Dokumente schwanken zwischen 1 und 309, im Schnitt 10 Seiten pro Datei), werden wir uns in diesem Kurs vom Ecology Institut im Wesentlichen mit den Themen ‘Impacts of Mining’, Wetlands’ und ‘Urbanisation’ auseinandersetzten. In Waikato wurden in der Vergangenheit reichlich Edelmetalle und Kohle abgebaut, mit den riesigen Mengen an Abraum (overburden), die dabei entstanden sind, wurde nicht sachgemäß umgegangen – die Folgen und Sanierungsansätzen werden Gegenstand in diesem Feild Trip sein. Die Wetlands des Waikato River wurden zu 80 % zu trockengelegt. Über die Vorteile von Wetlands ist man sich jetzt erst klar geworden. Ja und im Norden von Waikato ist Auckland, ein besseres Beispiel für Urbanisation und seine einhergehenden Umweltprobleme gibt es nicht. Ich bin gespannt!

VIEL GEFAHREN, WENIG GESEHEN

Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 21. August 2009 von mapexplorestheworld

Heute am Freitag ist es schon wieder soweit, der letzte Vorlesungsstag vor der ‘mid – term break’. Soll heißen, drei Quartale sind schon geschafft. Trotzdem habe ich noch kein Wort über unseren letzten Ausflug in den letzten Semesterferien verloren. Nach ein paar Tagen Zuhaus sind wir noch einmal zur pazifischen Ostküste mit dem Ziel ‘Castlepoint’ aufgebrochen. Mit einem kleinen Umweg wollten wir noch eine ‘historische’ Sehenswürdigkeit mitnehmen, den ‘Stonehenge Aotearoa’. Dieser entpuppte sich aber als schlichter Nachbau aus Stahlbeton, selbst auf den Broschüren waren noch die Arbeitsfugen durch die Schalung zu erkennen, absolut schlecht gemacht. Diese ‘Attraktion’ war ihren Eintritt nicht wert, also fröhliche Weiterfahrt – wir befanden uns doch nicht in Irland und Schottland. Über eine endlos lange sich schlängelnde Straße war die Küste am frühen Abend erreicht. Ein Leuchtturm Idyll das sich gelohnt hat.

Castlepoint

Nach einer Nacht direkt am rauschenden Meer ging es Tags darauf querfeldein über Schotterpiste, das spart zwar Kilometer aber keine Zeit. Zwischenziel auf dem Weg nach Napier war der geografische Ort mit dem zweit längstem Namen der Welt: Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaun- gahoronukupokaiwhenuakitanatahu

Zu deutsch:

„Der Vorsprung des Berges, wo Tamatea, der Mann mit den großen Knien, der rutschte, kletterte und die Berge verschlang und der durch das Land reiste, für seine Liebste Flöte spielte.“

Ist eigentlich nur ein 305 m hoher Hügel, aber das Schild sollte einen Abstecher wert sein. Doch die Strecke zog sich endlos hin und ab und zu haben auch Tierherden die Straßen regiert.

NZ_Land

Endlich angekommen erfolgte die größte Enttäuschung. Am Ort mit den 85 Buchstaben war nur noch das Schild zum Schild da. Es war kaum zu glauben, ziemlich wüste Baumrohdungsarbeiten haben einfach mal die einzige Attraktion in dieser abgelegen landwirtschaftlichen Gegend zerstört! Ein altes Bild aus dem Internet zum Vergleich:

Taumata

Das ‘Cape Kidnappers’ haben wir nur noch im Dunkeln erreicht und die Klippen waren auch am folgenden Tag nicht zugänglich – Brutsaison. Nach einem Tag im schönen Napier, wo wir unter anderen das ‘National Aquarium of New Zealand’ besucht haben, ging es am Abend wieder nach Hause. Das Aquarium war schlicht gestaltet und bot wenig Lebensraum für die Fische, aber das Erlebnis einmal einen lebendigen Kiwi gesehen zu haben war es schon wert! Für mich sind dieser Tiere ein Evolutionswunder, da braucht es schon eine solch harmlose ökologische Nische wie Neuseeland, einfach putzig diese flugunfähigen Vögel.

Napier

Das war Napier, in dem Ort hat sich u.a. mein Bruder für seinen ausländischen Zivilersatzdienst beworben – nun ist es Vancouver geworden, eine sehr gute Entscheidung würde ich sagen! Also heute geht es los mit dem Flieger. Anselm, ich wünsche dir ein unvergessliches erlebnisreiches Jahr dort drüben in Kanada! Guten Flug!

DAMPF, SCHWEFEL UND SCHNEEWÜSTE

Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 8. August 2009 von mapexplorestheworld

Palmyweather7

Aus aktuellem Anlass eine vollkommen konträre Einleitung zum vorherigen Beitrag – Sonnenschein, der Frühling ist da! Jetzt definitiv, frische Nächte gehören ja dazu, nur ist die Novemberstimmung vom Mai gerade erst drei Monate her. Nachdem sich vor wenigen Tagen das Wetter noch in April-Laune zeigte, nun Sonnenschein pur! Im Park auf dem Weg zur Uni florieren alle vertrauten importierten Zwiebel- und Buschgewächse gleichzeitig. Ich kann mich nicht erinnern, dass ‘Märzglöckchen’, Narzissen, Rhododendron und Magnolie in heimatlichen Gefilden jemals zum selben Zeitpunkt geblüht haben.

Springtime_NZ

Nun zum letzten Abschnitt unser Reise, welcher mittlerweile über ein Monat zurückliegt. Wo waren wir stehen geblieben, ach ja die Dampfsäulen. Wir erreichten eines der geothermisch aktivsten Gebiete der Erde, die ganze Landschaft scheint stets zu kochen.

Steam_everywhereDie interessantesten Orte sind aber nicht ohne Eintritt zugänglich und so waren wir gezwungen den Kommerz, das ‘Thermal Wonderland’, finanziell zu unterstützen, um die faszinierenden Naturspiele einmal erleben zu können.

Thermal_Wonderland

Es hat sich gelohnt, überall blubberne Schlammtümpel und kochendes Wasser aus der Erde. Zahlreiche Grotten gaben den Geruch von Schwefel frei und waren mit einem intensiven Gelb gezeichnet.

Kerosene_Creek

Nächstes Ziel auf dem Weg nach Taupo war der ‘Kerosene Creek’, ein Geheimtipp den Annika von Neuseeländern während ihrer WWOOF-Tage erhalten hatte. In der Tat war die Anfahrt zu diesem versteckten Platz weder ausgeschildert, noch die Straße dort hin in besonders guten Zustand. Lediglich ein Schild vor Ort versicherte uns, dass wir an der richtigen Stelle waren. Was hat man sich unter einem ‘Kerosene Creek’ vorzustellen? ‘Creek’ ist nichts weiteres als ein Bach oder Flüsschen, dieser hier riecht aber nach Kerosin, weil er durch thermisch aktives Terrain fließt, er riecht aber nicht nur, sondern ist auch noch warm wie Badewasser. Am Fuße eines kleinen Wasserfalls ist die ideale Stelle um ein Naturbad alla Whirlpool bei 10 °C Lufttemperatur zu erleben. Ein super Erlebnis und zur unseren Freude absolut unkommerziell. Man selbst roch danach leicht schwefelig nach Streichholzschachtel, aber das ist es Wert.

View_Tongariro

Am Nachmittag erreichten wir den ‘Lake Taupo’, den größten See Neuseelands im Zentrum der Nordinsel. Dabei bekamen wir das Panorama vom schneeweißen Vulkanmassiv des ‘Tongariro Nationalparks’ zu sehen, die gleichen Vulkane, welche auch schon vom Windpark aus zu sehen waren, bloß aus anderer Perspektive.

Desert_Road

Die letzte Nacht verbrachten wir in der Nähe des Sees bevor wir am folgenden Tag den Highway 1 weiter entlang dieses Vulkanmassivs ansteuerten. Neuseelands Hauptstraße Nummer 1 verläuft in diesem ‘Desert’-Abschnitt über der Schneefallgrenze und ist deshalb auch manchmal gesperrt. Diesmal nicht und so hatte man einmal das Gefühl im Winter gereist zu sein – nur mit den Flip-Flops stand mir das falsche Schuhwerk zur Verfügung, die Schuhe waren noch nass von der tückischen Brandung.

Nun ist der Kontrast zur heutigen Einleitung perfekt, einen sonnigen August wünsche ich Euch!


REGEN, GEWITTER UND KEIN HEIßER STRAND

Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 24. Juli 2009 von mapexplorestheworld

Regen – während ich diesen Beitrag ausformuliere, prasselt reichlich Niederschlag auf das Dach – irgendwie gemütlich. Der ‘Met Service’ hat eine ‘Heavy rain warning’ veröffentlicht, mal sehen wie viel so runter kommt. An jenem Tag wo wir die ‘Kauri Trees’ im Regenwald besichtigt hatten, fielen die Tropfen den ganzen Tag über in großer Anzahl vom Himmel und am Abend befanden wir uns schon wieder südlich von Auckland. Die Spuren der Schlammschlacht von ‘Cape Reinga’ waren nahezu verwischt.

Vetrauenswuerdiger_Ort

Ein unscheinbarer Ort irgendwo an der Küste am Fuße der Halbinsel Coromandel war zum Verweilen auserkoren. Sehr vertrauenswürdig sah er nicht aus, denn schon am Abend hatte sich große Pfützen gebildet. Verweilen ist die korrekte Bezeichnung, da ein heftiges Gewitter in der Nacht einen ruhigen Schlaf unmöglich machte. Wir haben noch nie so helle Blitze gesehen, die Fenster waren vollständig abgehängt und wir hatten unsere Augen geschlossen. Trotzdem hatte man das Gefühl als schaue man direkt in den Blitz eines Fotoapparates und der anschließende Donner suggerierte einem ein Erdbeben.

Am folgenden Tag das gleiche Bild, Coromandel wirkte trotzdem schön: Die Zeit haben wir im Internet Cafe und einer Schmetterlings-Voliere verbracht. Eine weitere Nacht bei Sturm und Regen aber als Entschädigung gab es einen solchen Ausblick am folgenden Morgen:

Unschuldiges_Wetter

Weitere Highlights standen auf der Tagesordnung, wir erkundeten eine der einzigartigsten Küstenabschnitte Neuseelands. Zuerst die ‘Shakespeare Cliffs’.

Shakespeare_Cliff

Selbiger Dichter hat mir in Schulzeiten eher weniger Freude bereitet, hingegen waren wir von dieser malerischen Bucht umso mehr angetan. Besonders Annika als Muschel-Sammlerin befand sich im Paradies, überall Muscheln, viele ganze aber die meisten als verwaschenes Granulat, welches als so genannter Sand fungierte.

Land_unter

Während einige Landstriche von den tagelangen Niederschlägen durch Überflutungen gezeichnet waren ging es weiter zur ‘Cathredral Cove’, ein weitaus populärerer Touristenmagnet, auch jetzt zur Nebensaison. Trotzdem war diese Sehenswürdigkeit einen zweistündigen Fußmarsch wert.

Cathredral_Cove

Die Fahrt zum ebenso bekannten ‘Hot Water Beach’ hätten wir uns hingegen sparen können – schlechtes Timing. Die ‘Low Tide’ erfolgte zu diesem Zeitpunkt gegen 7 Uhr Morgens und Abends, da ist es jeweils dunkel. Durch das Erlebnis in ‘Kawhia’ war diese Enttäuschung aber verkraftbar, außerdem waren wir noch nicht in ‘Rotorua’ – eine Stadt in der es stets nach Schwefel duftet und um die die Landschaft dauerhaft zu kochen scheint , überall Dampfsäulen – man darf gespannt sein.

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