WINTERLICHER EMPFANG

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 22/12/2009 von mapexplorestheworld

Mittlerweile bin ich nun wieder in Deutschland und der Winter hat mich mit seiner besten Seite empfangen. Manchmal reicht eben doch bloß ein Wochenende um ein richtig winterliches Bremen zu erleben, solch ein Wetterphänomen hat es in den vier Semestern in dieser Stadt nicht gegeben. Ich wünsche allen eine schöne Weihnacht und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

RADTOUR: RÜGEN – BARCELONA

Veröffentlicht in Radtour Rügen - Barcelona mit Tags , , , , , , , am 19/11/2009 von mapexplorestheworld

00_Fahrrad_und_Fahrer
1.Tag; 09.August 2007

Duodde – Roenne – ] FÄHRE [ Sassnitz ] ZUG [ Grimmen – Altentreptow – Neubrandenburg = 127 km

Während die Insel Bornholm noch im Nebel eingehüllt war, machte sich der ambitionierte Radfahrer Malte gemeinsam mit Martin auf den Weg. Zusammen mit den beiden Geschwistern und der Mutter hatten sie zu fünft ihren Urlaub auf dem dänischen Inselidyll genossen. Ihre Route führte die beiden zunächst die vertraute Strecke Richtung Roenne zum Fährhafen.(8 h Abfahrt der Fähre ; 11:30 Ankunft). Nach angenehmer Fährfahrt stand die große Verabschiedung an, nach dem Aufsatteln des Fahrrades war es soweit, die Reise ging richtig los, allein. Zunächst mit dem Rad zum Sassnitzer Bahnhof, die Zuganschlüsse waren so günstig, dass sich der Bremer Student wenig später in Grimmen befand. Nach letzten wichtigen Besorgungen ging es zunächst die deutsche Alleenstraße nach Loitz, ein Ort der von der Wiedervereinignung nicht profitieren konnte. Ein Auto erlaubte sich derweil auf dieser Strecke die Frechheit, aus unerklärlichen Gründen lautstark zu hupen, seit wann sind die Straßen nur für Autos bestimmt?

Danach wurde es einsamer, die Straßen leerer und schlechter, teilweise holperiger Kopfsteinpflaster, mit so viel Gepäck und ohne Federung unangenehm zu fahren. Auch durch Borgwall führte den Student sein Weg, ein trostloses Kaff, welches aus schätzungsweise 7 Ruinen und 3 bewohnten Häusern bestand. Es schien die strukturschwächste Gegend Deutschlands zu sein, irgendwo vergessen zwischen touristisch geprägter Ostseeküste und Mecklenburgischer Seenplatte. Erst vor Buchow wurde die Beschaffenheit der Fahrbahn besser. Nachdem der gebürtige Henstedt-Ulzburger Altentreptow und schließlich Neubrandenburg passiert hatte, erreichte der Student schließlich den Campingplatz am Tollensee.

Wetter: Sonnig, warm, Abends wolkig.

Km Gesamt: 127 km


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2.Tag; 10.August 2007

Neubrandenburg – Neustrelitz – Prebelow - Zechlinerhütte = 67 km

Aufgeweckt durch Regengeprassel begann der Tag für den Urlauber nicht wunschgemäß. Es sollte noch schlimmer kommen, nach den ersten zehn Kilometern überraschte den Radler gleich ein weiterer noch weitaus stärkerer Platzregen. Völlig durchnässt fand sich der nasse Student schließlich in einem halbwegs dichten Unterstand wieder, wo er sich umziehen konnte und über eine Stunde verweilte. Regenklamotten wollte sich der Fahrradfahrer erst noch kaufen, im nächsten größeren Ort. Größer und schneller war nun jedoch dieses sommerliche Gewitter. In Neustrelitz kaufte sich der arme Student nun endlich eine Regenjacke, nachdem ihn ein weiterer Regenschauer heimgesucht hatte. Sein Weg führte ihn weiter durch die ihm aus Kinder- und Jugendtagen vertrauten Orte, wie Seewalde, Prebelow und Wesenberg. Hierbei kamen in ihm Urlaubs-und Klassenfahrts Erinnerungen hoch.

01_Brandenburg

Abends nach 67 km wählte der Abenteurer einen Campingplatz nahe Zechliner- hütte. Der angehende Camper sah sich mit dem Problem konfrontiert, dass ihm 3 Euro für das erforderliche Übernachtungs-entgeld fehlten, weil ihm in Neustrelitz auf unerklärlicheweise zehn Euro abhanden gekommen waren. Die ausgehandelte Vereinbarung mit der unerbitterlichen Campingwirtin: Am folgenden Tag im 6 km entfernten Rheinsberg Geld abzuholen, verhalf ihm zu dem heutigen Etappenstopp.

Wetter: Regen mit starken Schauern, Abends trocken

Km Gesamt: 194 km

3.Tag; 11.August 2007

Rheinsberg – Gransee – Oranienburg – Berlin – Wansee = 157 km

Beim Frühstück kam der Etzer Jung mit einer Thüringer Familienclique ins Gespräch, welches ihn mit wichtigen Routentipps für das Saale-Flussgebiet und dem fehlenden Campinggeld bereicherte. Somit blieb dem ambitionierten Radfahrer das dreimalige abradeln des schönen Waldweges mit mäßiger Qualität nach Rheinsberg erspart. Danach führte ihn seine Route auf schwach frequentierten brandenburgischen Alleen durch beschauliche Ortschaften mit Ostflair gen Berlin-Kopenhagen-Radfernweg. Dieser perfekt ausgebaute Radweg leitete den fussballbegeisterten Radfahrer an einem Samstagmittag entlang der Havel, später durch saftig grüne Wälder und schließlich zu einem Fährübergang über den Kanal, wenige Stunden bevor die neue Bundesligasaison startete.

Der blühende Berliner Vorort Oranienburg sollte als Premiere-Konferenz-Zwischenrastort dienen, die Suche nach einer geeigneten Sportbar dauerte aber so lange, dass der HSV Fan nur noch in den Genuss der letzten 20 Minuten des Spiels kam. Ein nüchternes dennoch überzeugendes 1:0 bescherte dem HSV ein gelungenen Saisonstart und dem Radfahrer gute Laune, denn er hatte noch die Berlin- Umfahrung über den Berlin-Mauerweg vor sich. Diese Umfahrung unterschätze der ortsunkundige Sportler gründlich, so dass er sich beim Einsetzen der Dämmerung noch nicht am Wansee befand, sondern in Berlin-Spandau. Nach langer orientierungsloser Suche im Nobelwohngebiet Berlins fand der erschöpfte Abenteurer schließlich einen Caravancamping,wo er nach rekordverdächtigen 157 km im Dunkeln bei Taschenlampenschein sein Zelt aufbauen musste.

Wetter: sehr bedeckt, jedoch kein Niederschlag

Km Gesamt: 351 km

4.Tag; 12.August 2007

Wansee – Potsdam – Busendorf – Lehnin -Nahmitz = 66 km

Abermals durch durch Regengeprassel wurde der schlafende Student aus dem Schlaf gerissen und durfte zu seiner großen Begeisterung sein nasses Industriefaserkonstruckt zusammenbauen. So eine Radtour bringt den ein oder anderen aus dem Wochenrhythmus, das musste auch der Reisende überrascht feststellen, als er sich an einem Sonntagmorgen vor verschlossenen Supermarkttüren wiederfand – zum Glück gibt es in Zeiten, in denen fossile Rohstoffe noch vorhanden sind, Tankstellen, die mehr als raffiniertes schwarzes Gold anbieten. Im weiteren Verlauf seiner Fahrradroute kam der 21jährige in den Genuss der Landeshauptstadt Potsdam, wo er am Schloss Sansaussi schon ein ersten sprachlichen Vorgeschmack durch die Unterhaltung zahlreicher französischer Touristen bekam.Während ihn sein Weg an schönen Seen gen Tagesziel Nahmitz führte, die Heimat seiner Nachbarin aus dem Bremischen Studentenleben, änderte sich das nassfeuchte Wetter und die Sonne kämpfte sich allmählich durch die Wolkendecke. Nachdem der anmutend klingende Ort „Busendorf“ passiert war, fand sich der mit nasser Fracht geplagte Radfahrer in einem völlig unbekannten Ort wieder, in dem ihm ein gut bekanntes Gesicht die Tür öffnete. Was gibt es schöneres!

Wetter: Morgens Nieselregen, Abends heiter

Km Gesamt: 417 km

5.Tag; 13.August 2007

Nahmitz – Belzig – Lutherstadt Wittenberg – Bergwitz(see) = 106 km

Da Maltes Gastgeberin praktikumsbedingt früh aufstehen musste, nutze der Student aus Bremen ebenfalls die Gelegenheit seine Reise in der Frühe fortzusetzen. Nach einem wunderbaren Frühstück begleitete der Student seine Nachbarin aus Bremen ein Weile auf dem Weg zum Praktikum, bis zur Abzweigung nach Belzig. Ab diesem Ort kam der Radfahrer wieder in den Genuß des gut ausgebauten Europaweges „R1“ gen Lutherstadt-Wittenberg, die Heimatstadt seines guten Freundes aus Bremen (ebenfalls Nachbar).

02_Sachsen_Anhalt

Dieser war an diesem Tag jedoch nicht zugegen, sondern mit seinen ehemaligen Schulkameraden im fernen Spanien unterwegs. Der bisweilen etwas schüchterne Radfahrer leistete sich den Faux Pas, ohne klingeln das Eltern-Haus seines Studienfreundes zu passieren. Doch Wittenberg hinterließ einen bleibenden Eindruck auf den Abenteurer, so dass er sich auf dem Weg zum Bergwitzsee vornahm, diese Stadt wieder zu besuchen. Nach einem erfrischendem Bad im See lernte der Student drei Gleichgesinnte von der TU Hamburg – Harburg. kennen, die Universität die dem Umwelttechnikstudenten auch einen Platz angeboten hatte und einer von ihnen studierte Umwelttechnik.

Wetter: Bedeckt, teils sonnig, ganz kurze Schauer

Km Gesamt: 523 km

6.Tag; 14.August 2007

Bergwitz – Bad Düben – Leipzig – Kutwitzsee

Ein mittlerweile vertrautes Geräusch weckte den vom Bremer Wetter gestählten Camper, lediglich ein kurzer Schauer. Bald darauf machte sich das Studentenquartet auf den Weg, doch wenig später befand sich Malte wieder allein auf dem „Berlin – Leipzig Fernweg“. Dieser schlängelte sich zu großzügig durch Sachsens Landschaft, so dass gegen Nachmittag die stark frequentierte B2 als direkte Verbindung anvisiert wurde. Jene Hauptstraße wurde immer mehrspuriger je näher die Grostadt rückte. Schließlich auch 'schnellstraßiger' was ein Hupkonzert zu Folge hatte. Eine Straßenbahntrasse leitete den sichtlich desorientierten Radler letztendlich in die Innenstadt, die vom Flair des Citytunnelbaus geprägt war. Den größten Eindruck hinterließ der imposante Sackbahnhof, welcher gleichzeitig die Funktion eines Kaufhauses erfüllt. Nachdem der Fußballfan das Zentralstadion besichtigte hatte ging es stadtauswärts zum Kutwitzsee. Nachtstätte war ein vollständig umzäunter Campingplatz in dem man sich mit drei Schlüsseln 'frei bewegen' konnte, aber erst nach 20 Euro Pfandzahlung.

Wetter: Ab Mittag sonnig

Km Gesamt: 616 km

7.Tag; 15.August 2007

Kutwitzsee – Weißenfels – Naumburg – Camberg – Jena = 104 km

Der mittlerweile routinierte Zeltzusammenbauer wurde gleich zu Beginn seiner Tour mit starkenGegenwind konfrontiert, wenig später erfolge jedoch die Belohnung – das schöne 'Saale'-Tal. Weinfelder säumten die Hänge und lieferten somit schon einmal einen Vorgeschmack auf südlichere Sphären.

03_Naumburg_Saale

Bald erreichte der Sportler Naumburg a.d. Saale, den Heimatort seiner Urgroßmutter. Nach einem Telefonat mit dem Großvater war der Kulturbanause mit der dringlichsten Empfehlung ausgestattet, sich den einzigartigen Dom anzuschauen – er wurde nicht enttäuscht. Doch wenig später war die Enttäuschung groß als die Weiterfahrt unverhofft an einer im Bau befindlichen Brücke behindert war und das in einem Tal. Ein wenig Orientierungssinn und der Wille Jena heute noch erreichen zu wollen, verhalfen den Fahrradfahrer aus seiner misslichen Lage, es ging querfeldein den Hang hinauf. In Jena hatte sich ein guter Schulfreund angekündigt: „Hey du Fahradjunky, sag mal wo du steckst, wo immer du bist, ich bin heute Abend da, habe einen Mietwagen! Gruß Basti“. So wurde Abends die Kneipenszene in Jena erkundet und einmal beherbergte das Zelt auch zwei Personen.

Wetter: windig, sonst sehr schön, abends schwül warm

Km Gesamt: 720 km

8.Tag; 16.August 2007

Jena – Weimar – Bad Berka – Hohenfelde = 64 km

Mittags um 12 Uhr ging die Reise für die beiden Schulkameraden weiter, Basti mit dem Auto und dem Gepäck, Malte mit dem Fahrrad. Nach ein bisschen Kultur, Wäschewaschen, Essengehen und Einkaufen stand am Nachmittag der Abschied an. Der Bremer passierte Bad Berka, den Heimatort seiner anderen Nachbarin Elisa, leider war sie auf den spontanen Ankömmling nicht vorbereitet und so musste der Campingplatz in Hohenfelde herhalten, dort fand aber gerade das 'Highfield Festival' statt, was ein unruhige Nacht zur Folge hatte.

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 784 km

9.Tag; 17.August 2007

Hohenfelde – Ilmenau – Eisfeld – Coburg – Seßlach = 135 km

Der ambitionierte Fahrradfahrer befand sich so gar nicht in Festivalstimmung und wollte sich zum Unverständnis vieler Zeltnachbarn schleunigst auf die Weiterfahrt begeben. Zunächst ging es das schöne 'Ilmenau'-Tal hinauf, bei leichten Gegenwind und Anstieg. Nach einer gemütliche Pause in Ilmenau mit einer köstlichen 'Thüringer Bratwurst' stand nun der Thüringer Wald an. Der in der Norddeutschen Tiefebene beheimatete Radler hatte dieses Bergmassiv etwas unterschätzt, eine gewisse Kondition zahlte sich letztendlich aus, so dass die letzten 70 Kilometer in 3 Stunden meist bergabwärts bewältigt wurden und plötzlich befand sich der Bremer Student in Bayern, die Nord-Süddurchquerung der ehemaligen DDR war schon einmal geschafft.

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 919 km

10.Tag; 18.August 2007

Seßlach – Bamberg -Forchheim -Bubenreuth – Erlangen und zurück = 103 km

Heute stand als Tagesziel die Heimat des Mitbewohners des Reisenden aus dem Bremer Studentenalltag auf dem Plan, Bubenreuth.

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Vorher galt es aber noch Bamberg zu passieren. Diese Stadt gefiel dem Studenten sehr, vor allem weil sie eine perfekte Infrastruktur für Fahrräder vorzuweisen hatte. Weiter gen Süden führte ihn eine ebene Strecke nach Forchheim entlang des Donau-Main-Kanals. Gegen 15:30 an einem Samstagnachmittag zählte für den Fußball Fan nur eins, eine Kneipe für eine kleine Pause musste her. Zur Halbzeit war sie gefunden, eine illustre Runde an Fußballfans schaute sich den Bundesliga 'Kracher' Nürnberg gegen Rostock an (Anmerkung des Autors: Beide Vereine sind am Saisonende abgestiegen), während in München das neue Star-Ensemble die Werder Kicker düpierte. Dies schien die Franken jedoch wenig zu interessieren und somit war das bestellte Getränk schneller geleert, als zunächst geplant. Nächstes Hindernis auf dem Weg nach Bubenreuth war eine weg gespülte Brücke bei Baiersdorf, es kann noch nicht lange her gewesen sein, dass ein Unwetter den beschaulich anmutenden Fluss in ein reißendes Ungeheuer verwandelt hatte. Dennoch erreichte der Student am frühen Abend das Haus von Christophs Familie , auch hier waren die Spuren vom Unwetter noch präsent. Doch die Gastfreundschaft war dadurch ungetrübt, der Tag klang mit einem gemütlichen Abend im Biergarten aus– typisch Bayrisch eben.

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 1022 km

11.Tag; 19.August 2007

Bubenreuth – Erlangen – Nürnberg – Oberasbach = 50 km

Erst kurz nach Mittag wies der ortskundige Christoph seinen Mitbewohner auf die richtige Fährte entlang des Kanals nach Nürnberg. Am Nachmittag war die schöne Innenstadt erkundet und ein paar Nürnberger Rostbratwürstchen im 'Weckle' verzehrt. Nun noch ein schönes Bier in der Kneipe, dabei erholte sich Sportler während auf der Leinwand HSV - Leverkusen lief, schon wieder ein schmuckloser 1:0 Sieg. Gegen Abend führte es den Studenten stadtauswärts gen Westen. In der Karte war ein verlockendes Campingplatzsymbol vermerkt, doch dieses entpuppte sich als Wohnmobilparkplatz des 'Play-Mobil-Funparks'. Für Alternativen war keine Zeit mehr und so musste der karge Schotteruntergrund herhalten. Das alltägliche Zeltaufbauen war an diesem Abend das Unterhaltungsprogramm für zwei Italienische Familien. Die Väter mit ihren 0815-Wohnmobilen hatten bisher ihrem Nachwuchs die ganze Faszination des Campens vorenthalten. So ein Zelt aufbauen ist wahrscheinlich spannender als Playmobil spielen. Auf gebrochenem 'Itadenglisch' fanden die Konversationen statt, dass der Fahrradfahrer das Fernziel Barcelona anpeilte begriff der Italiener nicht ganz und meinte sein Wohmobil sei doch das bessere Gefährt, jaja viel Spaß beim Playmobil spielen morgen! Wenig später wurde es dunkel, tief graue Wolken zogen herauf, die sich jedoch nicht entluden.

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 1072 km

12.Tag; 20.August 2007

Oberasbach – Dietenhofen – Rothenburg o.d. T. – Kirchberg a.d. Jagst – Braunsbach = 125 km

Früh weckte sich der Deutsche Radfahrer zwischen Italienischen Wohnmobils um sich der Obhut des Parkwächters zu entziehen. In angenehmer Morgenstimmung ging es nach Rothenburg o.d. Tauber.

05_RothenburgEine sehr schöne im mittelalterlichen Stil erhaltene Stadt, wenn auch mit zahlreichen Touristen überfüllt. So kam der Reisende auch mal mit Engländern in Kontakt: „Ohh Barcelona - You will get strong legs“! „One of my cousins did the Tour de France“! Beste Voraussetzung für den weiteren Muskelaufbau waren durch die Strecke nach Rothenburg geschaffen, die Landschaft wurde zunehmend hügeliger, wenn auch gleichzeitig idyllisch Süddeutsch eben. Zum Abschluss des Tages gab es eine zügige Abfahrt ins Kochertal nach Braunsbach, das erste mal wurde die 60 kmh-Marke geknackt. Ort des Zeltens war diesmal ein Platz direkt am rauschenden Kocher.

Wetter: morgens Sonne, später bedeckt, teils Nieselregen

Km Gesamt: 1197 km

13.Tag; 21.August 2007

Braunsbach – Schwäbisch Hall – Mainhart - Sulzbach –.Winnenden - Stuttgart ] ZUG [ Karlsruhe = 71 km

Im Kochertal wurde die Fahrt in Richtung Schwäbisch Hall fortgesetzt. Dort angekommen wurde die Stadt bewundert und sämtliches abgeradeltes Kartenmaterial verpackt und nach Hause zu Mutti geschickt.

06_Schwäbisch_hallStuttgart rückte immer näher und die geomorphologisch stark ausgeprägte Landschaft machte die Fahrt nicht einfacher. Schließlich war der Vorort Winnenden erreicht, dort ereile den Studenten ein unangenehmes Telefonat, dass ihm schließlich Gewissheit bescherte, dass die Mathe Klausur aus dem zweiten Semester nicht bestanden wurde. Zwei Wochen kürzere Semesterferien waren die Konsequenz, der Abstecher über die Bretagne in den Süden zu fahren, war gedanklich schon einmal gestrichen.

Großstädte größer als eine halbe Millionen Einwohner sind mit dem Rad zum abgewöhnen, da ist es keine Schande mal die S-Bahn zu nehmen. Nach ein paar Stunden in der Stuttgarter Innenstadt war der Camper mit dem Problem der Übernachtungsmöglichkeit gegenübergestellt. In einer unbekannten Agglormeration wie in der Baden Württembergischen Hauptstadt nicht ganz so einfach, da entsann sich der Student, dass ein Klassenkamerad in Karlsruhe lebt. Nach einem kurzem SMS-Wechsel war der Nachtplatz gesichert, nur musste die Regionalbahn etwas nachhelfen, damit das Ziel noch am selben Tag zu erreichen war. Ein gemeinsamer schöner Abend in der Karlsruher Kneipenszene und ein Dach über den Kopf – der Tag war doch noch gerettet, Danke Cornelius!

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 1268 km

14.Tag; 22.August 2007

Karlsruhe – Rastatt – Rheinau -Kehl – Straßburg hin und zurück = 128 km

07_Karlsruher_SchlossWährend sein Klassenkamerad Cornelius alltagsbedingt in der Früh zur Arbeit musst, packte der Reisende seine Sachen und erkundete zunächst den schönen Schlosspark, welcher in kreisförmiger Struktur angelegt ist. Bis der Student allerdings den Weg aus der Stadt fand, dauerte es eine Weile, letztendlich war die Straße direkt am Rhein gefunden und es ging geradewegs in den Süden nach Kehl. Auf der anderen Uferseite des Flusses begann bereits Frankreich, die diagonal Durchquerung Deutschlands war nun fast geschafft. Bereits am frühen Nachmittag stand das Zelt auf dem Campingplatz direkt am Fluss, genügend Zeit um ein wenig Französische Atmosphäre zu schnuppern. Eine Fußgängerbrücke, die seit der Landesgartenschau 2004 existiert, führt über den Rhein und schon war man in La France. Nachdem der imposante Straßburger Münster besichtigt war, steuerte der Radfahrer den Hauptbahnhof an. Dieser befand sich im Umbau, aber die beeindruckende Glaskonstruktion war schon fertig. Die Französischkenntisse reichten aus um zu erfahren, dass im TGV auch die Fahrradmitnahme möglich ist. Hätte der Reisende nicht die Geheimnummer seines Sparkontos vergessen, wäre er schon der glückliche Besitzer eines Zug Tickets nach Paris gewesen, dann eben am nächsten Tag.

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 1396 km

15.Tag; 23.August 2007

Kehl – Straßburg ] TGV [ Paris = 46 km

Um 7 Uhr aufstehen im Urlaub fällt schwer, um 8 Uhr stand der Reisende auf den Beinen, um 9 Uhr war das Fahrrad gepackt, um 9:45 war das Ticket gekauft schon um 10 15 saß der Reisende samt Fahrrad im TGV und mit „grand vitesse“ fand sich der single Student bereits um 12:30 in der Stadt der Liebe wieder. An diesem Tag herrschte ein anderes Reisetempo: 500 km in 2:15 Stunden. Den ganzen Nachmittag genoss der Radfahrer das Wiedersehen mit dem Eifelturm, dem Place de la Concorde, Notre Dame und auch das Fahren auf der Champs Elysee, mit der Ausnahme des achtspurigen Kreisverkehrs um das Arc de Triomphe. Das Fahrrad war widererwartend ein geeignetes Gefährt in dieser Großstadt, nur das Wetter wurde zunehmend schlechter. Schließlich steuerte der Reisende im strömenden Regen den Viersterne-Campinplatz im Bois du Bologne an. Die vier Sterne machten sich nur im Preis bemerkbar, nicht jedoch im Comfort: Eine unruhige Nacht nahe einer stark frequentierten Straße, über den Zustand der Sanitäranlagen soll kein weiteres Wort verschwendet werden.

Wetter: Morgens bedeckt, in Paris Regenschauer und sehr bewölkt

Km Gesamt: 1442 km


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16.Tag; 24.August 2007

Paris ] S-BAHN [ Raimboilet – Chartres – Illiers – Dangeau = 92 km

Das Wetter am nächsten Morgen machte dem Studenten Paris so richtig schmackhaft – Regen! Die Millionen Agglomeration mit dem Fahrrad verlassen zu können stellte sich als hoffnungsloses Unterfangen heraus, da jede Beschilderung letztendlich auf eine Autobahn führte. Der nächst beste S-Bahn Bahnhof war schließlich die letzte Ausflucht. Eine freundliche Konversation am Infoschalter führte zum Erwerb einer Fahrkarte nach Raimboilet.

08_FranceWetter gut, die Orientierung wieder gewonnen, frohen Mutes mit neuem Elan führte es den Reisenden nach Chartes. Eine kleine Stadt die aber schon 20 Kilometer vorher an den hohen Türmen der Kathedrale 'Notre-Dame-de-Chartres' auszumachen ist. Das Interesse an diesem UNESCO-Weltkulturerbe war deshalb so hoch, da sich der Vater des Abenteurers in seiner Schulzeit mit diesem hochgotischen Sakralbau in seiner Jahresarbeit beschäftigt hatte. Trotz einer Hochzeitveranstaltung war die Kathedrale zugänglich und so bekam der Kulturbanause nicht nur die beeindruckend bunten Rosetten-Fenster zu sehen, sondern auch einen Eindruck von der unglaublichen Akustik durch die Orgelmusik. Ein schlichter Campingplatz irgendwo zwischen Paris und Loire in Dangeau war die Übernachtungsstätte an diesem Tag.

Wetter: Morgens Regen, später bedeckt, abends klarer Sternenhimmel

Km Gesamt: 1534 km

17.Tag; 25. August 2007

Dangeau – Châteaudun – Frêteval – Vendôme – Amboise = 120 km

Nachdem am Abend der Himmel aufgeklart war, war nun am Morgen die ganze Umgebung im tiefen Frühnebel eingehüllt. Die größte Überraschung erfolgte beim Bezahlen. Für die eine Nacht im Zelt, wurden nur 2,50 Euro fällig, eine Nacht zuvor waren es noch 16,70 gewesen. Diese Nacht hingegen war ruhig und die Sanitäranlagen sauber. Als der Fahrradfahrer Chateaudun erreichte, strahlte wieder die warme Mittagsonne vom Himmel und der Reisende gönnte sich eine gemütliche Mittagspause im schattigen Park. In einem Bücher Geschäft erwarb sich der Student endlich einen richtig detaillierten Straßenatlas und so ging die Reise auf kleinen Nebenstraßen weiter um dem Verkehrslärm auf den Hauptstraßen zu entgehen. Am frühen Abend überquerte der Sportler bereits die Loire und suchte den nächstbesten Campingplatz am genannten Fluss auf. Direkt nebenan fand ein fröhliches Treiben auf dem Fußballplatz statt und sobald das Zelt errichtet war, fand sich auch der Radfahrer in mitten Fußball spielender Sportler wieder. Ein Vater und Sohn aus Karlsruhe spielten auch mit, Silas (9) und Harald (50).

Wetter: Sonnig, warm, kleine Schönwetterwolken

Km Gesamt: 1654 km

18.Tag; 26. August 2007

Amboise – Blois – Chambord – La Ferte – St. Aubin – Tigy = 121 km

09_Bruecken

Aus der abendlichen Bekanntschaft resultierte am folgenden Morgen für den Reisenden eine Einladung zum Frühstück, der Reisende aß mal wieder in Gesellschaft. Danach ging es frisch gestärkt erst nach Mittag los, entlang der Loire flussaufwärts, die Besichtigung der berühmten Schlösser wurde zwischendrin als Pause genutzt. Am späten Nachmittag führte ihn seine Route durch ein waldige Gegend, es ging kilometerlang nur geradeaus und die Straße war von dichtem Grün umsäumt. Nachtstätte an diesem Abend war ein umfunktioniertes Landgut, schlicht und gut und wieder sehr günstig.

Wetter: Bedeckt, schwülwarm, wenig Sonne

Km Gesamt: 1775 km

19.Tag; 27. August 2007

Tigy – Gien – Briare – Cosne Cour – Sancerre = 111 km

10_Schloesser

Am Morgen bei Frühnebel brach der Bremer Student nach dem routinierten Zusammenpack- prozedere auf. Sein Weg führte ihn durch schöne französische Landschaften, die durch liebevoll gestaltete Ortschaften und Städtchen und Schlösser aufgewertet wurde. Gegen Abend fand der mittlerweile erfahrene Camper einen sehr attraktiv gelegenen Campingplatz an der Loire.

Wetter: Leicht bewölkt, immer wieder Sonne, warm

Km Gesamt: 1886 km

20.Tag; 28. August 2007

Sancerre – La Charité s/Loire – Nevers – Decize – Bourbon – Lancy – Feldweg bei Dion = 141 km

11_Strassen

Mit dem ehrgeizigen Ziel, bereits heute die 2000 km- Marke zu knacken, setzte der Sportler seine Route fort. Bis Nevers war die Strecke ansprechend, dort in dem schönen Städtchen gönnte sich der Radler eine Pause in einem der sehr wohl gepflegten Parks Frankreichs. Sport macht hungrig und so können in einer einzigen Mittagspause schon ein ganzes Baguette , zwei 'pains au chocolats', eine Birne, eine Möhre und ein Joghurt verzehrt werden, von den Süßigkeiten ganz zu schweigen. Die Strecke hinter Nevers stand im Sinne des Kilometer abradelns, die Gegend hatte nichts schönes zu bieten auch ein Campingplatz wollte nicht auftauchen. 12_Wild_capingAls der Tachometer schließlich 140 km als Tagesbilanz vorzuweisen hatte, wählte der Abenteurer einen einsamen Feldweg, der ihn schließlich an das Ufer der Loire führte – das erste mal Wildcampen nach knapp drei Wochen, die Loire diente als erfrischendes Naturbad, die Kühe auf der Weide schauten beim Zeltaufbauen zu.

Wetter: Leicht bewölkt, immer wieder Sonne, warm

Km Gesamt: 2027 km

21.Tag; 29. August 2007

Dion – Digoin – Mareigny – Pouily sous Charlieu - = 74 km

In der frühen Dämmerung wurde die Nachtruhe bei der Premiere des Wildcampings durch den Dieselmotor eines französischen Autoherstellers gestört, es war wohl ein Frühangler, welcher sich aber nicht am Camperdasein des Reisenden störte. Der Himmel war an diesem Tag wolkenverhangen , sobald sich der Fahrradfahrer auf den Weg machte, fing es an zu regen, zunächst nur ein Schauer. Doch gegen Mittag setzte ein kräftigerer Schauer ein, der den Sportler dazu zwang, sich in einer einsamen Scheune niederzulassen um dort sein Mittagsmal zu sich zu nehmen. Irgendwann war auch dieser Schauer vorbei und die Fahrt ging weiter, für einige Stunden im Trockenen aber schließlich näherte sich eine Gewitterfront die so lange anhielt, dass der Radler kurzentschlossen den nächstbesten Campingplatz anvisierte. Eine gute Wahl, denn der starke Niederschlag hielt bis in den Abend hinein  an, noch nie hatte der Abenteuer ein siebenstündiges Gewitter erlebt.

Wetter: bedeckt, immer dunklere Wolken, ab 14 Uhr Gewitter durchgehend bis Abends gegen 20 Uhr

Km Gesamt: 2101 km

22.Tag; 30. August 2007

Pouilly s. Charlieu – Roanne – St. Jodars-Feurs – St- Etienne – près de Versanne = 135 km

Um es vorweg zu nehmen, nach dem gestrigen vielleicht ernüchterndsten Tag, folgte für den Norddeutschen Radabenteurer heute ein Bemerkenswerter. Wettertechnisch wurde seitdem die ununterbrochene Schönwetterperiode bis zum Ende der Reise eingeleitet, die bekanntlich noch über 2 Wochen andauern sollte. Ein trockenes Zelt wurde zusammengebaut, im nächsten typischen französischen Städtchen 'Roanne' ein Baquette und 'Pain au chocolat' in der Boulangerie gekauft.

13_Loire_C_MDanach führte es den Reisenden direkt ins 'Central Massif' am Flußlauf der Loire entlang. Es ging stets bergauf-und bergab gegen Mittag erreichte der Radfahrer ein Chateau, welches mitten in die Loire errichtet wurde, der Ort an dem die heutige Mittagspause zelebriert wurde, typisch französisch wie immer. Irgendwann ist jede schöne Strecke vorbei und so fand sich der Student schließlich auf einer schnurgeraden Hauptstraße Richtung Saint Etienne wieder. Vom Rückenwind getragen wurden die 50 km bis in die Großstadt in knapp zwei Stunden bewältigt, doch vor der Großstadt das alte Problem, die Beschilderungen, welche nur auf Autos ausgelegt waren. Schließlich erreichte der tapfere Radler die Innenstadt über einen Umweg mit 7 % Anstieg über mehrere Kilometer, aber nur über eine Schnellstraße, auf der Fahrzeuge schneller 60 km/h erlaubt sind, das Gefälle machte es möglich. Nach einer Stadterkundung und einem Kebabverzehr galt es eine Unterkunft zu finden. Zunächst einmal die Großstadt verlassen und damit auch nach langer Zeit den Flußlauf der Loire. Der Abenteurer wählte eine Straße, die durch einen National Park zur Rhône führte, dazwischen ein Bergpass. Es bleibt bis heute ungeklärt was den Reisenden dazu trieb diesen Pass noch Abends nach halb Sieben nach über 120 km in Angriff zu nehmen, irgendein innerer Instinkt, der im sagte, dass sich es noch lohnen würde, muss es gewesen sein. Nach knapp eineinhalb Stunden war zumindest der Pass erreicht (1160m) und eine lange Abfahrt stand bevor. Diese wurde aber auf den folgenden Tag verlegt da ein Campinsschild auftauchte. Dieses führte den Reisenden zu einem alten idyllischen Landgut, das nunmehr als Campingplatz fungierte und von einem alten Ehepaar geführt wurde. Dieser hatte eine traumhafte Aussicht vorzuweisen, 'Belle vue' nannte ihn der Gutseigentümer.

Wetter: bedeckt, abends klarte es am Gipfel des Bergpasses auf

Km Gesamt: 2236 km

23.Tag; 31.August. 2007

La Versanne – Annonay – Sarras -Tournon – Valence – Soyons = 104 km

Blauer Himmel und Sonnenschein, ein langersehntes und bisher seltenes Wetter beglückte den Gastcamper auf dem Gut beim Zeltzusammenbauen. So sollte es auch in den nächsten Tagen bleiben, berichtete ihm der äußerst sympathische Campingwirt beim Kaffee trinken. Zu dem hatte er den Reisenden eingeladen, aber auch zu der Nacht auf dem Campingplatz, so geehrt fühlte er sich, dass ein Radfahrer, von der Ostseeküste kommend, sein Landsitz angesteuert hatte.

14_Camping_BurgaudDie ersten 25 Kilometern wurden mit Hilfe der Gravitationskraft im Flug erledigt ehe der Sportler eine Pause in Annonay mit Wäschewaschen und telefonieren verbrachte. Aber auch die Weiterfahrt vollzog sich ohne weitere Anstrengungen da der 'Mistral' den Reisenden durch das Rhône-Tal gen Süden trug. „Trop Chère!“ Dieser Ausruf entfiel dem Studenten als er am Abend den Preis von seinem gewählten Campingplatz an der Rhône erfuhr. Quartorze Euro! Mit dem Beleg aus Dangeau (2,50 Euro) wurde sich schließlich auf ein Entgelt von zehn Euro geeinigt. 15_RhôneAn diesem Abend fand eine feierliche Veranstaltung statt, bei  derlernte der Reisende das richtige Leben der Menschen in dieser Region kennen, so erlebte er live mit, wie eine Frau ihrem Mann eine riesen Szene machte, weil rausgekommen war, dass er mit der 'Dorfmatratze' fremdgegangen war - Sehr unterhaltsam. Des weiteren machte der Student Bekanntschaft mit einem deutschen Paar aus Freiburg, Judith und Andreas – sie luden ihn zum Essen ein – insgesamt ein gelungener Abend.

Wetter: sonnig, warm, Rückenwind

Km Gesamt: 2340 km

24.Tag; 1.September 2007

Soyons – Montélimar -Orange – Bédarrides = 125 km

16_Camping_Party

Der Morgen wurde durch folgende niederschmetternde Diagnose von Andreas getrübt: Der Hinterreifen des Gazelle Fahrrades war durch den Riss zweier Speichen vollständig instabil. Der durchaus erfahrene Radfahrer, war sich bisweilen der Speichenproblematik bei viel Gepäck einfach nicht bewusst. Er hatte zwar den leicht 'eiernden' Hinterreifen seit Paris bemerkt, ihn aber nicht weiter besorgt beachtet. Seitdem hatte dieser Reifen bereits weitere 800 Kilometer mehr auf dem Buckel und war arg in Mitleidenschaft gezogen, ein Fahradladen musste aufgesucht werden. Doch dies ist in Frankreich ein schwieriges Unterfangen, zumal es Samstagvormittag war und somit nicht mehr allzu viel Zeit vorhanden war. Die Fahrt gen Süden gestaltete sich weiter im Leichttritt, schwieriger hingegen die Suche nach einem Fahrradladen. Der Reifen musste über das Wochenende noch halten, eigentlich wollte der Abenteurer den Umweg über die 'Ardêche'-Region wählen, welcher viele Höhenmeter mit sich gebracht hätte, der Wind entschied sich gegen diese Route, in dem er dem Ortsunkundigen die entsprechende Karte fortblies – wohl die vernünftigere Entscheidung.

Wetter: sonnig, warm, sehr kräftiger Rückenwind

Km Gesamt: 2465 km

25.Tag; 2.September 2007

Bédarrides – Avignon – Tarascon – Nîmes – Russan = 105 km

Nach einer Nacht auf einem wiederum sehr teuren, leeren, öden Campinplatz, der zudem noch einen sehr heringunfreundlichen Boden aufwies, ging die Weiterfahrt vom Vorort Bédarrides nach Avignon fortwärts. Die Straßen wurden allmählich mit Palmen gesäumt, der mediterrane Flair wurde präsenter, nicht nur wegen dem heißen Wetter. 17_AvignonAvignon war ein Ort des Wiedersehens und schon bekannt aus frühen Jugendtagen, diesmal sah die helle Stadtmauer nicht mehr ganz so weiß aus, die Statur an der sommerlichen Papstresidenz glänzte aber immer noch im strahlenden Gold. Unter der sengenden Hitze erreichte der ehemalige Elmshorner Schüler das Städtchen 'Tarascon' , die Partnerstadt von Elmshorn. Ein netter Ort mit einer imposanten Burg und einer Kirche. Jegliche Ähnlichkeit zur Norddeutschen Schulheimat war nicht zu erkennen und die Partnerschaft nur durch ein Schild bestätigt.18_Tarascon Bald war die Rhône überquert und die nächste Stadt Nîmes erreicht, auch sie hatte den typischen französischen südlichen Flair, welcher dem Reiseenden sehr gefiel. Dennoch wurde sich der Fußballfan gewahr, dass auch bald die Toppartie HSV-Bayern angepfiffen wurde, ein Internetcafe hielt den Fan auf dem aktuellsten Stand, während mit Freunden im Skype gechattet wurde, Endstand 1:1.

19_Nimes_AreaRecht spät am Abend galt es einen Nachtplatz zu finden, doch direkt außerhalb der Stadt verirrte sich der Abenteurer zunächst in einem Militärgelände, bis das durchquert war, mussten 12 km zurückgelegt werden. Die in der Karte eingezeichneten Flüsse existierten nur noch als trockengelegtes Flußbett und so half letztendlich eine Kneipe als Wasserquelle aus, bevor schließlich ein unbedeutender Platz inmitten knochentrockenen Gestrüpps als Wildcampingsstätte auserkoren war - ungeduscht.

Wetter: sonnig, sehr warm, windstill

Km Gesamt: 2570 km

26.Tag; 3.September 2007

Russan – La Calmette – Aigremont – Sauve -Ganges – Le Vigan = 90 km

In absoluter Dürre war der Abenteurer abermals dem Problem der Wasserknappheit gegenübergestellt, nur geschätzte 500 ml für Zähneputzen und als 'Treibstoff' für die nächsten sechs Kilometer bis 'La Calmette'. Dass dieses Kaff tatsächlich einen großen Supermarkt am anderen Ortsausgang besaß, bemerkte der Sportler erst, als er sich schon das blaue Gold in einem Kiosk zu überhöhtem Preis erworben hatte. Wie dem auch sei, fortan hatte der Radler stets mehrere Liter Wasser in diesem heißen Südeuropäischen Klima an Bord. Die Reise ging weiter westwärts mit dem Fernziel Millau. Die Landschaft wurde stets bergiger, so dass der Abenteurer immer mehr schweißtreibene Anstiege zu bewältigen hatte – der Reifen hielt. 20_Le_ViganIn Le Vigan angekommen, war der vorerst letzte Campingplatz als heutiges Tagesziel gewählt. Die äußerst freundliche Campingwirtin wies den Reisenden auf ein 'Magasin de vélo' im Stadtzentrum hin. Geöffnet hatte er an diesem Abend nicht mehr und es war ungewiss, ob es am folgenden Tag der Fall sein wird.

Wetter: sonnig, sehr warm, leichter Wind

Km Gesamt: 2660 km

27.Tag; 4.September 2007

Le Vigan – Alzon – Sauclières - Millau = 90 km

21_MillauMit der inständigen Hoffnung, dass der Fahrradladen in 'Le Vigan' geöffnet hätte, setzte der junge Student seine Fahrt mit seinem arg in Mitleidenschaft gezogenen Hinterreifens fort. Beim Einbiegen in die Straße des Fahradhändlers erklang das Geräusch des Grauens durch die engen Gassen. Zugebenermaßen, es war nur ein dumpfes Knacken einer überforderten Fahrradspeiche.Doch die einladenen Türen des geöffneten „magasins de vélo“ linderten diesen Schreck erheblich, schon befand sich der erleichterte Radler in der Hand eines sehr kompetenten Fahradhändlers. 22_Viaduct Millau_TagezeitenBinnen zwei Stunden war der komplette Hinterreifen inklusive Ritzel und Kette gewechselt und das Portemonnaie des Reisenden trotz Montage nur um 65 Euro erleichtert. Weitaus mehr erleichtert war der Sportler selbst und erklomm hoch motiviert die Hocheben von Millau – zwanzig Kilometer stets bergauf. In dieser Hochebene machte der Student Bekanntschaft mit acht Pfadfindern, welche sich in zweier Gruppen in weitem Abständen zueinander am Straßenrand durch Trampen fortbewegten. Gegen Abend nach rasanter Abfahrt war Millau erreicht. Ein Pizzadienst erleichterte dem Reisenden von der Aufgabe des Kochens und am Abend nutzte der Brücken-Fetischist die Gelegenheit am Fuße des 'Viaduc de Millau' sein Zelt aufzuschlagen, der größten Schrägseilbrücke der Welt.

Wetter: sonnig, sehr warm, im Hochland kühl und frischer Gegenwind

Km Gesamt: 2750 km

28.Tag; 5.September 2007

Millau – St.Afrique – Camares – St. Gerevais s/Marc – Hérrépian -Causses et Veyran = 116 km

Mit der Aussicht auf ein Dach über dem Kopf zuhaben, machte sich der Sohn eines Vaters in zweiter Ehe, motiviert auf den Weg, denn Christian (der Vater der Lebensgefährtin vom Vater) besitzt ein idylischen Landsitz in nahe der Ortschaft Causses et Veyran. Zunächst schaute sich der Student die Schrägseilbrücke aus näherer Betrachtung an und war schier beeindruckt, später ging es über St. Afrique Richtung Brusque bevor zwei Bergpässe unter brennender Hitze in Angriff genommen werden mussten. Endlich in Hérrépian angekommen, benachrichtigte der Abenteurer Christian über die baldige Ankunft. 23_Viaduct MillauIrgendwo in einer von Weinfeldern umsäumten Straße trafen sie sich, das letzte Stück wurde im Auto gefahren, da das Anwesen für einen Ortsunkundigen einfach nicht zu finden ist. Nach mehren Wochen konnte der Sportler mal wieder ein richtige Bett genießen und ein herrliches Abendessen unter freien Himmel in Südfranzösischer Atmosphäre.

Wetter: sonnig, sehr warm, phasenweise erfrischender Wind

Km Gesamt: 2866 km

29.Tag; 6.September 2007

Zu Besuch bei Evelin, Christian und Michael in Einmal ins Dorf und zurück = 6 km

24_RastEin gemeinsames Frühstück zu viert bei angenehmen Sonnenschein, danach ging es für die Vier zu einem Ausflug an den 'Canal de Midi' zu einer Schleuse mit sieben Becken. Sehr interessant, so etwas hatte der Abenteurer noch nie zuvor gesehen. Danach nahmen die Vier ein Bad im Mittelmeer, welches aufgrund des ablandigen Windes sehr erfrischend war, bevor es zurück zum versteckten Landsitz ging. Gut gesättigt von einem köstlichen Abendbrot ging es nach einem Telefonat im Dorf ins Bett.

Wetter: sonnig, sehr warm, etwas windig

Km Gesamt: 2872 km

30.Tag; 7.September 2007

Immer noch zu Besuch - Nochmals ins Dorf und zurück = 6 km

Der heutige Tag stand ganz unter dem Motte Entspannung. Der Student saß den ganzen Tag auf der Terrasse unter dem Sonnensegel, las sämtliche verfügbaren Ausgaben der 'Süddeutschen Zeitung' aus vergangen Wochen und verfasste wohl auch einige Fragmente dieses Berichtes. Nach einem abermals herrlichen Abendbrot fuhr der Student wieder ins Dorf zum Telefonieren. Die frohe Kunde, dass ein Flug für den 15. September inklusive Fahrrad von Barcelona nach Hamburg gebucht wurde, ließ den Reisenden ruhig schlafen.

Wetter: wie gestern, einfach schön!

Km Gesamt: 2878 km


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31.Tag; 8.September 2007

Causses et Veyran – Capestrang – Narbonne – Sigean – Leucate -Toreilles = 116 km

Nach der Verabschiedung und zwei entspannten Tagen trat der Sportler wieder kräftig in die Pedale während an ihm eine schöne Landschaft, geprägt von leichten Bergmassiven und Weinfeldern, vorbeizog. Nach fünfzig Tageskilometern erreichte der von der Ostseeküste kommende Reisende nun endlich die Küste des Mittelmeeres, nach über vier Wochen.25_Mittelmeer Der Reiz der Gegend verflog gegen Abend insofern, als dass dem Studenten die Campingtarife abschreckten. Der niedrigste Tarif ist stets '2 Personen inklusive Fahrzeug', wofür über zwanzig Euro verlangt werden. Für eine Person mit Fahrrad wurde da keine Ausnahme gemacht. An manchen Plätzen hätte der Camper dafür acht Nächte bleiben dürfen. Als Konsequenz dieser Abzocke genehmigte sich der transpirierende Sportler ein Dusche zum Nulltarif und suchte sich gegen Einbruch der Dämmerung einen versteckten Schlafplatz irgendwo in der Wildnis.

Wetter: sonnig, warm, kaum Wind

Km Gesamt: 2994 km

32.Tag; 9.September 2007

Torreilles – Argéles s/Mer – Coullioure – Cerbère – [GRENZE] – Colera = 74 km

Schüsse weckten den nichtsahnenden Abenteurer am Morgen, beim Frühstück streifte ein Jäger durch das kleine bescheidene Revier des Campers. An dem Camperdasein des Reisenden störte er sich wenig und zog nach einem kleinen Klönschnack weiter seines Weges. Die morgendliche Atmosphäre war aber durch den Jagdeifer der Franzosen gestört und so machte sich der Radler so bald wie möglich auf den Weg. 25b_CollioureGegen Mittag erreichte der Sportler den malerischen Ort ‘Coullioure’ – traumhaft genauso wie es ihm seine Mutter am Telefon prophezeit hatte. Nach einer ausgiebigen Pause in welcher der Sportler in ein Gespräch mit Belgiern verwickelt wurde, sie konnten sogar Deutsch sprechen und dessen Kinder haben eine Zeit in Hamburg gelebt, standen nun die Ausläufer der Pyrenäen an der Mittelmeerküste an. Die Strecke war geprägt von langgezogen Anstiegen und Abfahrten.Die Kondition des Sportlers machte sich inzwischen deutlich bezahlt. 26_GrenzeEhe der Reisende sich besann, befand er sich in Spanien. Zwischendurch wurden immer wieder schöne Aufnahmen von der bezaubernden Aussicht gemacht, stets ist ein tief blaues Meer am Horizont zu sehen. Nach einer finalen Abfahrt wurde der vertrauens- erweckende Ort ‘Colera’ schließlich als Raststätte auserwählt. Die Zeit reichte noch für ein ausgiebiges Sonnenbad am Strand und ein Bad im Meer. Am Abend machte der Student eine weitere Bekanntschaft – Robert und Méri, er Maschinenbau–Erneuerbare Energien–Student und sie Künstlerin, in Teneriffa aufgewaschen, beide leben jetzt in Berlin.

Wetter: sonnig, warm,

Km Gesamt: 3068 km

33.Tag; 10.September 2007

Colera – Cadaques – Roses – Torroella – Palafragell – Palamós = 107 km

Die ausreichende Zeit zum Tourziel Barcelona ermöglichte dem Radler noch einen Abstecher nach ‘Cadaques’, eine Empfehlung von Robert. Die Strecke gestaltete sich mit vielen Höhenmetern, dafür auch weiterhin mit schönen Aussichten. In dem Ort selbst macht der Reisende eine Bekanntschaft mit einem Mitstreiter, dieser war bereits aus Italien kommend 3700 Kilometer gefahren und hatte kaum Gepäck dabei. 27_Pyreneen_am_MeerBevor der Spanische Ort wieder verlassen wurde, kaufte sich der Student die letzte Karte für die Tour:’Costa Brava’. Barcelona war gerade noch darauf eingezeichnet. Nach einer langen schnellen Abfahrt mit Blick in die Tiefebene blieb die Stecke lange Zeit unspektakulär. Ab ‘Palafragell begann erneut die Campingsplatzsuche. Der Erste mit dem 13,50 Euro Tarif wurde ausgeschlagen, der Zweite mit dem Übernachtungsentgelt von 9,45 Euro schließlich notgedrungen gewählt, in Palamós.

Wetter: sonnig, warm,

Km Gesamt: 3175 km

34.Tag; 11.September 2007

Palamós – St.Felieu – Tossa des Mar – Lloret des Mar = 53 km

Der Blick auf die Karte sah viel versprechend aus, die Straße bis Lloret de Mar hatte viele Schlängel aufzuweisen, die nichts anderes als zahlreichen Serpentinen bedeuten konnten und das direkt an der Küste. Doch zunächst wollte sich der Student mit Lebensmitteln eindecken, die Supermärkte in Spanien bereiteten dem Reisenden nicht so viel Freude wie noch in Frankreich, am heutigen Dienstag war auch noch ein Supermarkt nach dem anderen geschlossen und dass am 11. September. Dass es ein Feiertag in Katalonien ist, konnte der Ortsfremde nicht wissen, eine Tankstelle half aus. Der Ärger war schnell verflogen als der Radler die bereits erwähnte kurvenreiche Strecke an der Küste erreichte.28_Costa_Brava Eine grüne dichtbewachsene Strecke die stets bergauf- und ab ging und immer wieder einen traumhaften Blick auf das Meer preisgab. An dieser Prachtstraße tauchte eine vereinzelte Villa nach der anderen auf , gut möglich, dass hier der ein oder andere FC Barcelona-Spieler seinen millionenschweren Sold in diese Immobilien investiert hat. Begleitet wurde der Fahrradfahrer von einer illustren holländischen Triker-Gruppe, die in jeder Haltebucht posierte und photographierte. Während des ganzen Streckenabschnitt wurde der Radler mehrmals von lauten knatternden ‘Dreirädern’ überholt, herrlich! Kurz vor Lloret de Mar erhielt der Student einen Anruf von einem gewissen Herrn Schmidt aus Bremen, ein Studienkollege: „Hey Malte was geht, alles fit? Sag mal hast du Bock mit mir für die anstehenden Wiederholungsklausuren zu lernen? “ „Ey Kollege bleib mal gechillt, ich bin gerade mit dem Rad nach Lloret de Mar unterwegs, Party ey ! Keine Zeit, aber nächste Woche bin ich wieder in Bremen“ „Ey coole Sache man bis nächste Woche“! Je mehr sich der Fahrradfahrer der Zielstadt näherte, umso näher rückten auch die Alltagspflichten. Doch zunächst stand Lloret de Mar auf dem Programm. 29_Barca_kilometerDer Student kam einen Tag zu früh, die Hauptsaison des innerstädtischen Campingplatzes endete am 11.September, so wurden heute noch einmal 12,73 Euro fällig, einen Tag später wären es nur noch 7,20 Euro gewesen. Erst die geschlossenen Supermärkte, dann der Tarifwahnsinn und das maue Partyleben, mit Hauptsaison hatte das nicht mehr viel zu tun, es gab heute im dreifachen Sinne nichts zu feiern, aber die Erinnerungen an die schöne Strecke blieben bestehen.

Wetter: sonnig, warm,

Km Gesamt: 3228 km

35.Tag; 12.September 2007

Lloret de Mar – Mataro – BARCELONA nach 3303 km in 5 Wochen! – zurück El Masnou = 87 km

Ein Frühstück mit den Zeltnachbarn, es gab Kaffee und Nutella auf ungetostetem Weißbrot, so begann der Morgen. Heute stand das lang ersehnte Tourziel auf dem Programm. Die Strecke zum Ziel war von Urbanisation geprägt, nur das Meer verlieh ihr etwas Schönheit. Ein offizielles Barcelona Schild bekam der Radler nie zu Gesicht, auf einmal befand er sich mitten in der Stadt, ohne dass er es richtig bemerkte. Der ‘Torre Agbar’ war schließlich das Symbol des Tourziels nach 5 Wochen und 3303 Kilometern – ein tolles Gefühl.30_Barcelona Der Reisende versuchte noch ein wenig Orientierung in der lebendigen etwas chaotischen Stadt zu bekommen, bevor es gegen Abend wieder stadtauswärts zum einzigen citynahen Campingplatz in El Masnou ging. Die Illusion für einstellige Übernachtungstarife war auch hier hinfällig.

Wetter: sonnig, warm,

Km Gesamt: 3315 km

36.Tag; 13.September 2007

Barcelona erkundet = 32 km

Die S Bahn brachte den Student mit Fahrrad ohne Gepäck in die Innenstadt, eine äußerst zufriedenstellende Infrastruktur ermöglichte dem Tourist interessante Attraktionen wie die ‘Sagrada Família, das ‘Arc de Triomf’ und den alten Olympia Park mit dem Rad anzusteuern. Auch das ehrwürdige Stadion ‘Camp Nou’ wurde nicht ausgelassen. An den Ampeln jeder Kreuzung fand der Sportler immer wieder gefallen daran, sich im Wettrennen mit den zahlreichen Rollerfahrern zu messen. So ein unbepacktes Fahrrad beschleunigt so unglaublich gut und da die nächste Ampel nicht weit ist, hatte der Mensch die Chance gegen die Technik zu siegen. Am Ende des Tages brachte die Technik den Radler wieder zurück zu seinem Campingplatz.

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 3347 km

37.Tag; 14.September 2007

Barcelona erkundet – zum Campingplatz am Meer i.d. Nähe des Airports = 20 km

Mit Sack und Pack verließ der Reiseende seine zweitägige Campingstätte und fand sich bald am Place de Catalunya wieder. Was er genau alles noch erlebte, geben die handschriftlichen Aufzeichnung nicht wieder. Ein Erlebnis blieb jedoch in Erinnerung. Der Sportler verzehrte gerade seinen Mittagssnack und schaute dem regen Treiben der zahlreichen Tauben zu. Ein kleiner Junge, der selbiges Federvieh schadenfroh jagte, veranlasste dem Beobachter schließlich dazu, aufzustehen und ein paar Fotos zu machen. Als der Student zu seinem Platz zurückkehren wollte, saß dort eine junge Dame, das Getränk und das Fahrrad auf und an der Bank schien sie nicht zu stören. Auf spanisch sprach sie den Studenten ganz ‘überrascht’ an. Er verstand kein Wort, es müsste aber in etwa die Bedeutung gehabt haben:’Ohh ist das dein Platz? ist mir gar nicht aufgefallen, Entschuldigung!’. Jedenfalls antwortet er: „Excuse me, I don’t speak Spanish“ „Ohh sorry where are you from?“ „Germany“ „Ach du kommst auch aus Deutschland, das ist ja ein Zufall“. Beide erzählten sich interessiert ihre Geschichte warum sie jetzt hier in Barcelona seien und als von ihr irgendwann die Frage kam, was er denn heute noch so vorhabe, antwortete er nichts besseres als: „Ich muss mir am Flughafen irgendwie noch ein Campingplatz suchen.“ 31_Letzter_AbendSomit verabschiedeten sie sich und sie verschwand irgendwo in der Menschenmenge Barcelonas. Jede Antwort wäre besser gewesen, aber nicht diese. einen Campingplatz hat der Student trotzdem noch gefunden.

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 3367 km

38.Tag; 15.September 2007

Zum Airport ] FLUGZEUG [ Hamburg[AUTO] Pinneberg – Appen Etz = 15 km

Flugzeuge weckten den Camper früh morgens, bald darauf präparierte der Student im Flughafen sein Fahrrad für den Abflug , beim Einchecken wurde er in viele unterhaltsame Gespräche verwickelt, es ist eben doch auffallend wenn ein Fahrrad mit in den Flieger genommen wird. Dass dies über möglich ist , ist den gemeinen Flugpassanten gar nicht so bewusst. Innerhalb von zweieinhalb Stunden trug das Flugzeug den Sportler heimwärts, über eine Distanz, für die er mehrere Wochen gebraucht hatte. Am Flughafen nahmen ihn seine Geschwister in Empfang, was für eine Freude! Die letzten zwei Kilometer musste der überraschte Bruder dann doch noch selber mit dem Fahrrad bewältigen. Weniger später wusste er auch warum, das halbe Dorf war an der Straße versammelt, da gerade ein Straßenfest stattgefunden hatte, es war ein Empfang der in Erinnerung blieb und bevor der Student richtig ankam stand auch schon ein Journalist zur Stelle.

Wetter: leicht bewölkt, teils sonnig

Km Gesamt: 3382 km

FUSSBALL IN NEUSEELAND

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 14/11/2009 von mapexplorestheworld

NACHTRAG: Wie auch den heimischen Fussballmedien zu entnehmen ist, Neuseeland ist bei der WM dabei: http://www.kicker.de/news/fussball/wm/startseite/517082/artikel_Fallon-trifft-Paston-haelt—Neuseeland-jubelt.html. Es war ein super spannendes Spiel bis zum Schluss, da die Kiwis zu viele Chancen ausliessen. Dann fiel in der 88. Minute ein Gegentor, das zurecht nicht gegeben wurde und  im Spielbericht auch nicht auftaucht, aber als Zuschauer denkt man natuerlich zuerst, Mist das war s jetzt. Die Stimmung war unglaublich, ich wuerde sie eher mit WM Stimmung als mit Bundeligastimmung vergleichen.“There is only one Rory Fallon„, akkustisch leicht zu verwechseln mit Rudi Voeller. Ich muss zugeben, da habe ich die Kiwis deutlich unterschaetzt. Es war ein unglaubliches Fussballerlebnis, dann trifft man nach dem Spiel noch sehr freundliche Auswaertsfans aus Bahrain, haette ich  so auch nicht erwartet, da hat wohl ein Scheich ein Flug spendiert. Die Spieler haben allerdings noch unfairer gespielt als Italiener, hat bloss letztendlich nicht zum Erfolg gefuehrt. Jetzt geht es ab zur Faehre, ich erwarte einen guten Seegang.

Heute ist es soweit, der 14 November, ich bin aus meiner WG in Palmy ausgezogen und werde, bevor es mit dem Fahrrad auf  die Südinsel geht, noch das WM-Qualifikationsrückspiel der Neuseeländischen Fußballnationalmannschaft in Wellington angucken. Anlässlich dieses Ereignisses verliere ich mal ein paar Zeilen an den Fußball in Neuseeland. Die Nationalmannschaft (auch All Whites genannt, als Pendant zu den All Blacks; Rugby) rangiert derzeit auf Platz 83 in der Weltrangliste und hat sich letztmalig 1982 für eine WM Endrunde qualifiziert. Seitdem Australien jüngst die Konföderation gewechselt hat, gibt es im Ozeanischen Verband eigentlich keinen ernsthaften Gegner mehr für die ‘Kiwis’, außer vielleicht die Fidschi Inseln. Die Gegner heißen meist Tahiti, Tuvalu Neukaledonien, Tonga, Samoa, Salomonen oder Vanuatu und würden vermutlich auch bei Holstein Kiel oder FC Oberneuland unter die Räder kommen. Der Gegner bei diesem Quali-Spiel heißt Bahrain, 61. der Weltrangliste. Es ist auf dem Papier wahrlich kein Topspiel, aber es geht um viel, die WM Teilnahme. Das Hinspiel in Bahrain ging 0:0 aus, die Chancen, dass Neuseeland weiter kommt, stehen somit nicht schlecht. Am besten wäre ein Sieg , denn auf ein 0:0 mit Verlängerung habe ich wenig Lust und alle anderen torreicheren Remis wären zwar gut für die Unterhaltung, jedoch schlecht für die All Whites, da Bahrain dann mehr Auswärtstore erzielt hätte. In Gesprächen mit Kiwi-Studenten hat sich herausgestellt, dass ‘Soccer’ beliebter ist als gedacht, besonders als Freizeitsport in Vereinen. Eine Profiliga gibt es in Neuseeland aber nicht, jedoch eine Profimannschaft, genannt Pheonix Wellington. Diese Mannschaft kann in der Australischen ‘A-League’ auf eine sagenumwobene Historie von zwei Jahren zurückblicken – es wurde Anno 2007 als Nachfolgerteam der ‘New Zealand Knights’ gegründet. Diesem Team wurde nach bloß zwei Spielzeiten die Lizenz entzogen. Eine Erfolgsgeschichte sieht anderes aus und wie lange sich Phoenix Wellington halten kann bleibt abzuwarten.Die sportliche Situation lässt sich zumindest gut mit Eintracht Frankfurt oder Hannover 96 vergleichen, bloß dass es in der A League keinen Abstiegskampf gibt, also fehlt jegliche Spannung. Dieser Sachverhalt spiegelt sich auch an den Zuschauerzahlen wieder, welche von 11.000 auf 7.000 gesunkenen sind und das in einem Stadium, das mit 34.500 Zuschauern nicht viel kleiner ist als Weserstadion (ohne Stehplätze). Zusammenfassend lässt sich sagen, dass im Freizeitsport Fußball angesagt ist, jedoch kann es bei weitem nicht mit den Nationalsportarten wie Rugby und Cricket mithalten. Sollte Neuseeland sich aber für die WM qualifizieren, wäre das eine neue Chance für den Fußball. Den die Bevölkerung kann sich  an der Volkssportarten Cricket und Rugby im Fernsehen satt sehen. Beinahe täglich gibt es Liveübertrageungen über den ganzen Tag, die  für eine gewisse Art von Reizüberlflutung sorgen . Mal was neues würde da ins Bild passen. Immerhin, dieses Spiel am Wochenende ist restlos ausverkauft, dass gab es schon seit 1982 nicht mehr.

In den nächsten Wochen werde ich wenig Zeit finden weitere Artikel zu veröffentlichen. Pünktlich zur Beginn der Radtour habe ich den Bericht zur Radtour nach Barcelona  fertiggestellt, an dem kann man aufgrund des Umfangenes eine Weile lesen. Ab 19.November hier auf der Seite.

DREI SIND ALLE GUTEN DINGE

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 06/11/2009 von mapexplorestheworld

Sledge_Track

Drei sind alle guten Dinge, aber eine Klausur steht noch aus. Trotzdem ist es schon einmal eine große Erleichterung, zumal die Klausur die heute anstand, mir etwas Sorge bereitete, aber wenn man drei Stunden durchgeschrieben hat, muss es zum Bestehen reichen. Drei Stunden durchschreiben ohne einmal ins Lexikon zu gucken (es ist auch keines verfügbar), diesen Umstand hätte ich bei meinem Kenntnisstand Ende des vierten Semesters nicht für möglich gehalten. So elf Monate hinterlassen dann doch ihre Spuren, im positiven Sinne. Mit den mündlichen Fortschritten bin ich nicht ganz zufrieden, auch heute hat mich eine Kassiererin wieder gefragt: „Where are you from?“ „Germany“ Oh awesome, I like your accent!“ Ich verzichte meistens darauf, den Kiwi-Akzent zu loben. Neulich beim Friseur habe ich erneut festgestellt, dass die Lecturer an der Uni deutlich besseres Englisch sprechen, es ist wirklich nicht einfach einen Tankwart oder Friseur zu verstehen. Dass sein Großvater aus Düsseldorf kam, habe ich dann doch mitbekommen. Anyway, bei der heutigen Klausur ging es um ‘Global Environmental Issues’. Ein höchst interessantes Paper, welches einem im globalen Kontext deutlichen vor Augen führt, wie wichtig unserer Berufsfeld in der Zukunft sein wird. Über die zwölf Wochen werden jeweils ein Dutzend verschiedener Themen wie Bevölkerungswachstum, Waldrodung, Artensterben, Überfischung, Auswirkungen von Edelmetallabbau, Wüstenbildung, Alternative Energien und Abfallmanagement behandelt, um nur einige zu nennen. Jede Woche wird in bloß zwei Vorlesungen ein Thema angerissen und man wird mit ausreichend Literaturempfehlungen ausgestattet. Der Workload für das ganze Semester von 24 Stunden Vorlesungen wird mit 120 Stunden Selbststudium gegenübergestellt. Das errungene Wissen muss schließlich möglichst auf den Punkt gebracht im dreistündigen Examen wiedergegeben werden bzw. spiegelt sich auch in vier textlastigen Assignments wieder. So interessant die Themen sind, sie stimmen einen auch höchst nachdenklich und bereiten einem Sorge beim Blick in die Zukunft. Den Lebensstandard den sich wir und die ganze industrialisierte Welt leistet, ist unter nachhaltiger Betrachtungsweise nicht in fernster Hinsicht vereinbar und ist nicht über den Zeitraum von bloß einem Jahrhundert aufrecht zu halten. Das besorgniserregende ist ja, dass zwei Milliarden Menschen in Asien dorthin wollen, wo bloß ein Sechstel der Menschheit bereits jetzt angelangt ist und dieses auf Kosten des Lebensstandards von  rund anderen 5 Milliarden Menschen und der Belangen zukünftiger Generationen. Gleichzeitig sind mehr als 800 Millionen Menschen bereits jetzt unterernährt, trotz Einsatz von Düngern, da die Böden gar nicht mehr das hergeben,was von ihnen abverlangt wird. Die fossilen Rohtstoffe gehen in naher Zukunft zu neige und der Fuel- versus Food Konflikt hat gerade erst begonnen. Dass die Phosphatreserven schon vorher zu neige gehen könnten, liest man hingegen eher selten. Wie wichtig und knapp die Ressource des Lebens Wasser sein wird, liest mal allmählich immer öfter, so etabliert sich mittlerweile auch der Begriff blaues Gold und es werden Fragenstellungen ins Leben gerufen wie: Einen Burger oder 1.400 Liter Wasser? Bzw ein Pfund Kaffee oder 20.000 Liter Wasser. Dies ist jetzt echt ein kleiner zusammengefasster Auszug aus dem was in dem Paper so behandelt wird und der zum Nachdenken anregen soll. Die CO2-Emissionsdebatte scheint dagegen eine Kleinigkeit zu sein, ein Mainstream-Thema und der Zertifikathandel bloß Geldmacherei. Gerne würde ich auch noch kurz die Energiedebatte ins Gespräch bringen, unser ganzes globales Transportsystem basiert auf energiereichen fossilen Rohstoffen, welche bislang einfach aus der Erde sprudeln oder durch Minenaktivität abgebaut werden. Folgendes Gedankenbeispiel: Bloß eine Tasse Benzin beinhaltet so viel Energie (~ 7,6 Mega Joule), dass fünf Personen in einem Auto auf einer Distanz von zwei bis drei Kilometer transportiert werden können. Man stelle sich vor, man selber schiebt ein Auto unter gleichen Bedingungen vielleicht noch etwas bergauf über die gleiche Distanz. Wer danach noch die Kraft hat einen Blick auf die Tasse zu werfen, wird feststellen, die Menschheit macht es sich ganz schön bequem und kommt an die Grenzen seines Budgets, wenn für diese Menge Energie 30 Cent abverlangt werden (1,50 €/l). Der globale Energiebedarf liegt derzeit bei 450.000.000.000.000 Mega Joule im Jahr (!) bzw 450 Exa Joule, Tendenz steigend. Der meiste Teil wird durch fossile- und nukleare Rohstoffe erzeugt. Ein ‘gewisser’ Zweifel ist berechtigt, dass man diesen Anteil nicht mit Alternativen decken kann, und ‘Renewable’ und ‘Alternative’ heißt noch lange nicht umweltfreundlich und nachhaltig.

Genug der Schwarzmalerei, um sich zu trösten kann man sich ja in die Zukunftsvisionen von 1980 einlesen. Zu der Zeit hat man vor dem Jahr 2010 gewaltige Angst gehabt, die Ozonschicht gibt es immer noch und der Wald ist dem sauren Regen auch nicht erlegen. Den Eisernen Vorhang gibt es nicht mehr und die Wahrscheinlichkeit eines Atomkrieges ist auch gesunken. Trotzdem wird das kommende Jahrzehnt ein Entscheidendes für die Menschheit.

Um den Kopf ein bisschen frei zu bekommen, unternimmt man am besten einen Ausflug ins Grüne, so wie wir es zwischendurch mal gemacht haben. Einfach mal sechs Stunden wandern, die Natur genießen und sich der Spannung aussetzten, in eine einsame verlassene Platinmine zu gehen. Hat etwas unheimliches und trotzdem interessantes, Lukas Schrei, als er im Taschenlampenlicht plötzlich gruseliges Krabbelgetier erblickte werde ich nicht so schnell vergessen. Genauso wie den gestrigen Abend, welcher mich spontan in Silvesterstimmung versetzt hat. Na wer weiß was hier gefeiert wurde, ich wusste es bis jetzt nicht. Mit drei guten Tipps verabschiede ich mich ins Wochenende: 1608, König Jakob I, Guy Fawkes*.

* vom Autor nachträglich geändert!

Platin_Minen

NUR NOCH DIE EXAMEN

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 23/10/2009 von mapexplorestheworld

Mana_Island

Jetzt ist es soweit, es stehen „nur“ noch die Examen an, alle 17 Assignments sind abgegeben. Einige von diesen schriftlichen oder rechnerischen Leistungsnachweisen sind auch schon wieder korrigiert zurückgegeben worden. Nach zwei herben Enttäuschungen gab es zuletzt nur noch positive Feedbacks, das nimmt ein wenig den Druck für die Klausuren. Heute hatten wir noch eine letzte ‘Revisions’-Vorlesung in dem ‘Renewable Energy’-Paper. In diesem Kurs wurden sämtliche alternativen Energien wie Solar, Wind-Turbinen, Wellen- und Gezeitenkraftwerke, Geothermie und Wasserkraft behandelt . Bei letzteren beiden lässt sich streiten, ob sie ‘renewable’ sind. In Neuseeland werden sie als solche angesehen, sonst könnte das Land auch nicht von sich behaupten, dass es nahezu zwei Drittel seiner Energie aus erneuerbaren Energien generiert. In den sechs Assignments mussten Berechnungen zu allen Bereichen durchgeführt werden. Mit den Mathevorkenntnisse aus Bremen ließen sich diese ganz gut bewältigen und wenn man sie vollständig ausgearbeitet hat, war das Ergebnis dementsprechend gut. Bei den ganzen textlastigen Leistungsnachweisen in den anderen Papern, die viel Literaturrecherche erfordern, ist das längst nicht so einfach, gerade in einer Fremdsprache.

Der Paper-Coordinator ist echt ein chaotischer Kerl. Den Vorlesungsthemenübersichtsplan zu Beginn des Semesters konnte man im Prinzip knicken, es wurde alles geändert, genauso wie der Ablauf der Assignments. Ab und zu ist auch mal ein Vorlesung ausgefallen, die Absage hat man manchmal erst 40 Minuten vor Beginn erhalten und so regelmäßig checke ich meine E Mails dann auch nicht, schon gar nicht früh morgens. Ein Tutorial fand nie statt, auch wenn es eigentlich welche geben sollte. Selbst ist der Student! Letztendlich kam man auch ohne zurecht. Rein äußerlich ist der Lecturer ein kleiner Macho, der immer hautenge Oberteile an seinem gestählten Oberkörper trägt. Im Laufe der Vorlesung haben wir so einige private Details erfahren , zum Beispiel dass seine Freundin bei der Army ist und er ihr einen Antrag im Hubschrauber gemacht hat. In den letzten Vorlesungen saßen dann seine Kinder auch mit im Raum, ganz hinten in der letzten Reihe – Familie und Beruf unter eine Hut zu bekommen ist manchmal nicht so einfach. Insgesamt war das Paper sehr interessant und lehrreich. Jedoch war mir die Ausrichtung der Berechnungen zu Effizienz- und Economic bezogen. Es ging immer darum, möglichst so viel Energie zum günstigsten Preis zu erzeugen. Bei den niedrigen Energiepreisen in NZ hat beispielsweise Solar Energy keine Chance und ist auch nicht verbreitet, da es knapp zehnmal so teuer ist und sich quasi nicht finanziell amortisiert. Wind Energy lohnt sich nur dort, wo der Kapazitätsfaktor sehr hoch ist, wie hier auf der Range hinter Palmy. Angeblich liegt der Kapazitätsfaktor hier bei über 40 %. Die USA und Australien hinken mit knapp über 20 % weit hinterher, in Deutschland liegt er angeblich angeblich nur bei 17 %. Da hat uns der Lecturer auch verwundert gefragt, was da los ist. Ich vermute in Deutschland werden die Anlagen einfach überall wo Platz ist errichtet und nicht jeder Standort wird auf dasGründlichste nach verfügbaren Windressouren überprüft. Dies ist allerdings nur eine Vermutung und ich habe auch keine weiteren Quellen dazu recherchiert. Der kritische Blick auf Renewable Energy Ressources hat vollständig gefehlt. Es wurde nicht darauf eingegangen was mit dem Wimdenergieanlagen passiert, wenn sie nach 20 Jahren Laufzeit ausgedient haben. Fragen wie: Ab wann amortisiert sich die Herstellung von Solar panels energetisch, konnte er auch nicht beantworten und wer so von Biodiesel schwärmt wie er, hat zu wenig kritische Artikel darüber gelesen. Naja, den kritischen Blick bekommen wir einem in anderen Papern. Dazu komme ich später.

Segelboot

Dieses Wochenende wird unser Field Trip-Lecturer sein Versprechen doch noch einlösen können, das Wetter hat sich gut mit unserem Vorlesungsende abgestimmt. Unser Lecturer hat uns nämlich einladen, mit seinem Segelschiff auf der Tasman Sea zu einer Insel zu schippern. Zur visuellen Aufwertung dieses Artikels habe ich die Bilder nachträglich ergänzt. Es war ein tolles Erlebnis und eine gute Erholung bevor der Ernst der Klasurphase jetzt so richtig beginnt.

KNACKIG GRÜNER HERBST

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 10/10/2009 von mapexplorestheworld

Ein kleines Update meinerseits, ich finde im Moment wenig Zeit mich meinem Blog ausgiebig zu widmen. Dafür habe ich inzwischen schon 15 der 17 Assignments nahezu erledigt und in einer Woche sind auch schon die Vorlesungen vorbei, in genau einem Monat auch die letzte Klausur. Doch dieses Wochenende darf ich nochmal die schöne Gelegenheit nutzen das Nachtleben in Wellington kennenzulernen, bevor es dann auf die Zielgerade geht. Für die Zeit danach habe ich schon einen fahrbaren Untersatz gefunden, mein drittes Fahrrad hier in Neuseeland, die beiden 30 $ – Drahtesel vom ‘Green Bike Trust’ haben dann doch nicht mein Vertrauen, mich zuverlässig über die ganze Südinsel zu tragen, aber im Studentenalltag waren sie ein absolut zuverlässiger Partner. Ganz so positiv über das Wetter kann ich mich im Moment nicht äußern, ich weiß es ist eher ein Thema über das man redet, wenn man sonst gerade nicht so viel zu erzählen hat, aber ich finde es schon außergewöhnlich derzeit und ich habe es definitiv anders erwartet. Immerhin ist hier ‘Spring-time’ und das schon seit längerem. Inzwischen sind auch die Eichen in knackig grüner Pracht erwacht, dennoch regnet es seit zwei Wochen fast täglich und das Thermometer macht einen freudigen Hüpfer wenn es mal die 15 °C – Marke knackt, die 20 °C-Marke hat es seit Anfang April nicht mehr erreicht, da bin ich sicher. Es gibt immer noch Nächte in denen es um die 2 °C Grad ist, unter 10 °C ist es eigentlich immer. Diese gleiche Bild schon seit 5 Monaten, da Frage ich mich wieso die Häuser so schlecht isoliert sind, ich habe aus diesem Umstand ein milderes Klima abgeleitet und die Krönung war gestern der heftige ‘Herbst’sturm, so fühlte er sich zumindest an, wenn man auf den Kalender schaut und dieser ‘October’ anzeigt. Das einzige was nicht ins Bild passt ist das knackige Grün!

Ein schönes Wochenende, genießt die Herbstfarben und drückt die Daumen für das Spiel gegen Russland! Es wäre schon ein komisches Gefühl wenn am 14. November Neuseeland früher qualifiziert wäre als Deutschland, wo ich im Stadion in Wellington dabei sein werde und da Holland und England dieses mal schon sicher dabei sind, dürfen sich Mertesacker und Co keine Schmach erlauben!

SCHWARZ GELB

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 29/09/2009 von mapexplorestheworld

Erst Mittwoch, fünf Tage vor der Wahl, erhielt ich meine Briefwahlunterlagen, somit stand fest, dass ich meinen Beitrag zur Demokratie nicht leisten konnte. Man fühlt sich so hilflos am anderen Ende der Welt. Als einer von 62 Millionen Wahlberechtigten ist mir aber auch bewusst, dass ich keinen großen Einfluss auf das Ergebnis haben werde, selbst die erfreulichen Ergebnisse aus den Wahlkreisen wie Bremen und Freiburg konnten daran nichts ändern. Jedoch habe ich bis Montag früh inständig gehofft, dass die große Anzahl an unentschlossenen Wählern alle Umfrageergebnisse widerlegen könnten – dem war leider nicht so. Jetzt darf eine Kanzlerin die ihr schwaches Ergebnis von 2005 nicht einmal verbessern konnte mit Hilfe der „pro-business Free Democrats“weiter regieren. Den Guido als Außenminister möchte ich mir lieber gar nicht vorstellen, schon kursieren Videos von seinen Englisch Fähigkeiten:

More German Accent geht nicht! Und in Deutschland gibt es sowieso nur eine Amtssprache, wo kommen wir den da hin!?

Interessant fand ich herauszufinden, wie präsent die Bundestagwahl in den neuseeländischen Medien ist, weniger als Gedacht. In den Abend-Nachrichten auf Kanal ‘One’ fand keine Erwähnung statt. Außer der furchtbaren Flut auf den Philippinen und den Raketentests im Iran wurde nichts von internationaler Ebene berichtet. Auch auf dem Internetauftritt der New Zealand Herald unter der Kategorie ‘World’ war auf den ersten Blick kein entsprechender Bericht angeboten. Kurioserweise war ein Artikel zu finden, der sich mit den letzten Stunden ‘of the Fuehrer’ am 30. April 1945 beschäftigte – es gibt aktuellere Themen. Doch die Suchfunktion führte mich schließlich doch zu folgendem Artikel:

German Chancellor Merkel wins second term

BERLIN – German voters handed conservative Chancellor Angela Merkel a second term and a chance to create new centre-right government on Sunday, while her centre-left rivals suffered a historic defeat in the national election. Merkel succeeded in ending her „grand coalition“ with the centre-left Social Democrats led by challenger Frank-Walter Steinmeier, the current foreign minister, according to television projections. She can now form a government with the pro-business Free Democrats, who performed very strongly. „We have achieved something great,“ a beaming Merkel told supporters. „We have managed to achieve our election aim of a stable majority in Germany for a new government.“ She vowed to hold „swift and decisive“ coalition talks with the Free Democrats’ leader, Guido Westerwelle, who has been widely tipped as Germany’s next foreign minister. Merkel has argued that a change of coalition was needed to ensure stronger economic growth as Germany emerges from a deep recession. In joining with the Free Democrats, she hopes to cut taxes and halt a plan to shut down Germany’s nuclear power plants by 2021. „I think that tonight we can really celebrate, but I would say that after that there is work waiting for us,“ Merkel told the crowd at her party’s headquarters in Berlin, who chanted „Angie! Angie!“ „I would not tell anyone to remain sober, but we don’t want to forget that there are many problems in our country to be solved,“ she added. Projections by the nation’s public broadcasters, based on early vote counts and exit polls, put support for Merkel’s Christian Democrats at up to 33.8 per cent of the vote and for the Social Democrats at 23 per cent. The Free Democrats captured nearly 15 per cent, the Left Party had more than 12 per cent and the Greens were at 10 per cent or more. Both ARD and ZDF television channels said that would produce a stable centre-right majority in parliament. It was a major shift from the 2005 election, in which Merkel’s conservatives squeaked in with 35.2 per cent of the vote to the Social Democrats’ 34.2 per cent.

(The New Zealand Herald 28.09.2009)

So kurz und bündig erfährt der Kiwi was politisch in Germany passiert. Übrigens die Qualität der Berichterstattung kann bei Weitem nicht mit ARD und ZDF mithalten, Nachrichten ohne zwei Werbeunterbrechung gibt es nicht und alles im RTL Aktuell Style.

SOME GERMAN NEW ZEALAND STORIES

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 24/09/2009 von mapexplorestheworld

Im Zuge einiger Assignments darf ich im Moment viel mit Google Earth arbeiten, dabei wollte ich auch mal einer Frage auf den Grund, die mich schon seit der Kindheit auf dem Herzen liegt: Wenn man ein Loch genau durch die Mitte der Erde graben würde, kommt man dann in Neuseeland raus? Dass man spätestens nach 30 km Tiefe auf heißes Magma trifft weiß ich inzwischen, trotzdem wo würde Deutschland auf der anderen Seite der Erde liegen.

Germany_projected

Die Antwort ist irgendwo im Wasser südöstlich der Insel. Andersherum gefragt sieht die Sache schon interessanter aus. Neuseeland erstreckt sich über Spanien bis zur Straße von Gibraltar nach Afrika, da war ich etwas überrascht, mir war lediglich bewusst, dass Palmy auf der Höhe von Madrid liegt. Dass die auf den Kopf gestellte Karte von Neuseeland frappierende Ähnlichkeit mit der Landesform von Italien aufweist, wollte ich eigentlich gar nicht wissen

NZ_EU_Projected

Wie dem auch sei, die letzten Vorlesungenswochen ziehen ins Land, während sich der Frühling gerade mal von seiner launischen Seite zeigt. So bin ich doch heute tatsächlich bei starkem Regen und eiskaltem Wind zur Uni gefahren, das zweite mal Niederschlag seit Beginn des Semesters, im Grunde kann man sich nicht beklagen. Aber auf dem Weg dorthin hat mich eine Radfahrerin barfüßig mit kurzer Hose überholt, da kennen die Kiwis nichts, man sieht das ganze Jahr über Menschen in Flip-Flops oder sogar barfüßig herumlaufen auch im Winter. Nach den „Climate Change“-Vorlesungen war die Witterung so ungemütlich, dass ich das Fahrrad tatsächlich an der Uni habe stehen lassen, das Thermometer im Auto zeigte 0 °C an, so eine Kälte am Nachmittag- unglaublich! Ein Zusammenhang zu dem ‘red dust’ in Sydney sehe ich nicht, aber es spielen sich gerade komische Dinge ab in dieser Region. Ein Neuseeländischer Student erzählte mir, dass solch ein Wetter im Frühling durchaus normal sei. Wir sind eigentlich nur wegen meines Deutschen Akzentes ins Gespräch gekommen, da er schon mal in Deutschland war hat er mir erzählt dass er seine Freunde in Hamburg Berlin und Leipzig besucht hat. ‘Sehr schöne Cities!’ – ‘Tschüß See you next week’ – soweit seine Deutschkenntnisse.

Das war nun schon der Zweite Kiwi diese Woche der Deutsch konnte, am Montag habe ich den Mitbewohner meines alten Mitbewohners kennen gelernt, er hat ‘a good friend in Bavaria with overriched Eltern’. Ja hier gibt es auch Menschen die Denglisch sprechen. Irgendwie sind wir dann auch auf Rudolf Steiner gekommen, jedenfalls kam er ins Schwärmen, dass seine Zeit auf der Waldorfschule sehr toll war und das die Schulform in Neuseeland sehr geschätzt wird, nicht nur weil nicht nach Boys and Girls unterschieden wird, es muss erwähnt werden, dass die Schulen hier tatsächlich noch nach Geschlechtern unterteilt sind. Außerdem hat er von dem Großvater seines Freundes aus Bayern erzählt, der ein SS-Offizier war und seine Geliebte Jüdin. Man merkte, dass er ein bisschen mehr Hintergrundwissen über die deutsche Geschichte hatte als so manch anderer Kiwi hier und so wunderte es mich nicht, dass irgendwann diese Schlagzeile in heimischen Medien auftauchte, sonst liest man ja eher weniger über Neuseeland.

In Nazi-Uniform zum Oktoberfest

Sie wollten feiern, Spaß haben – und provozieren wollten sie wohl auch. Für ihre Wohnheimparty verkleideten sich Studenten in Neuseeland als Nazi-Schergen und KZ-Häftlinge. Die Uni-Leitung schämt sich für die Entgleisung der Studienanfänger.

Sie sollten als Deutsche kommen, hieß es. Und dann kamen sie als Nazis. Studienanfänger an der Lincoln University in Neuseeland feierten ihr Oktoberfest in ziemlich eigentümlichen Kostümen: Die Zeitungen „The Press“ und „The New Zealand Herald“ berichten, dass einige Studenten in Nazi-Uniformen zu ihrer Wohnheimparty in Canterbury erschienen, andere verkleidet als KZ-Insassen.

Den Berichten zufolge war auf den Kostümen „Sieg Heil!“ zu lesen und „Hitler ist mein Mann“; ein Partygast soll ein weißes Oberteil mit Hakenkreuzen getragen haben. Der „New Zeland Herald“ zitiert einen Studenten mit den Worten, die Partygäste hätten „Heil Hitler“ gerufen und geschmacklose Witze gemacht.

Der Vize-Kanzler der Uni, Roger Field, entschuldigte sich mittlerweile für das Verhalten der Studenten. Er bezeichnete es als unangemessen und nicht akzeptabel.

Nach Angaben der Präsidentin der Studentenverbindung, Megan Harte, war die Party vom Wohnheim organisiert worden, nicht von der Uni selbst. Die Feiernden seien nicht rassistisch gesinnt und würden auch nicht der Nazi-Ideologie anhängen, sagte sie. Viele der Studenten im ersten Jahr wüssten einfach nicht, was es mit dem Holocaust auf sich habe. Jetzt müssten Uni- und Wohnheimleitung entscheiden, ob die beteiligten Studenten bestraft werden.

Stephan Goodman, Präsident des Rates der Juden in Neuseeland, zeigte sich enttäuscht und bezeichnete die Kostümierung der Studenten als „abscheuliche Vorführung von Ahnungslosigkeit“. Es sei nicht das erste Mal und werde wohl auch nicht das letzte Mal sein, dass so etwas in Neuseeland passiere. In den meisten Fällen geschehe es jedoch aus Unwissen und nicht aus böser Absicht.

spiegel online (21.09.2009)

Und nochmal auf Englisch zum Gegenlesen

Lincoln University apologises for ‘Nazi’ party

Lincoln University has apologised for the Nazi-themed dress of first-year students celebrating Oktoberfest at a halls of residence-run party.

The party, which, encouraged people to come dressed as „Germans“ saw Lincoln University students dress in Nazi-themed costumes and as concentration camp prisoners.

Costumes featured slogans such as „Sieg Heil!“ and „Hitler’s my boi“ and one guest was seen wearing a white top with swastikas.

One student said partygoers „were heiling to Hitler and making tasteless jokes about one of the darkest periods of human history“.

The move has sparked an investigation by Lincoln University Vice-Chancellor Roger Field.

In a short statement to media, Prof Field apologised for any offence caused by the students.

He described the students’ actions as „inappropriate and clearly falls short of acceptable behaviour“.

Lincoln Students’ Association president Megan Harte said the party was organised by the halls of residence.

„It was not an issue of racism or Nazi ideals, it was a lack of understanding,“ Ms Harte said.

She said many of the students who attended were first years and may not know have known what the „holocaust was all about“.

She said the association had a policy to tell students to go home and get changed if they turn up to one of their parties in an inappropriate costume.

Ms Harte said it is up to the University and the halls of residence whether or not the students involved will face discipline.

The party was called an „abhorrent demonstration of ignorance“, by the Jewish Council of New Zealand.

New Zealand Jewish Council president Stephen Goodman said such trivialisation of the Holocaust was disappointing.

„It is not the first time and I doubt it will be the last either. In most of the cases we’ve found in New Zealand, it’s generally through a degree of ignorance that this sort of behaviour eventuates. It is not through malicious intent.“

The New Zealand Herald (21.September 2009)

Dieser Artikel gibt gut das wieder was ich hier schon erlebt habe, solche Parolen wie im Artikel genannt, werden schon mal bei Parties ganz unverhohlen in den Raum geworfen, aber in solch Kostümen habe ich hier noch niemand gesehen. Was soll man dazu sagen, man ist hier eben weit weg von Europa und kann nicht erwarten, dass sich jeder der Brisanz einer solchen Aussage bewusst ist und mit dem Prinzen aus dem Britischen Königshaus haben sie ja auch nicht das beste Vorbild.

DIRTY METALS

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 16/09/2009 von mapexplorestheworld

So mancher Student nutzt seine ‘Study Break’ im wahrsten Sinne des Wortes zum Regenerieren in der Südsee oder für einen Skiurlaub im ‘Tongariro’, nicht so aber wir. So ein Field Trip erspart einem dafür etwas Arbeit während der Vorlesungszeit, außerdem lernt man Neuseeland etwas hinter den Kulissen kennen. Weder in den Vorlesungen als Student noch als Tourist im Urlaub kann man an Diskussionen und Vorträgen in Destrict Councils oder an Führungen durch Minen und Wetlands teilnehmen, für letzteres braucht man zumindest eine Gruppe, der man sich anschließen könnte. Nebenbei kommt man auch noch viel rum, mittlerweile gab es zahlreiche Wiedersehen u.a. mit dem ‘Lake Taupo’, den schneeverhüllten Vulkanen und vielen anderen Orten aus vergangenen Urlaubstagen.

WiedersehenÜbernachtet haben wir fünf  Tage lang in einem schlichten ‘Christian-Camp’ am Fuße eines idyllischen Tales der Halbinsel ‘Coromandel’ nahe ‘Thames’. Äußerst schlicht waren die Betten sowie die Gestaltung des ganzen Schlaffraumes, es wurde stets gemeinsam der Tisch auf- und abgedeckt, Geschirrspülen inklusive, das obligatorische Gebet mit Gesang vor dem Essen durfte natürlich nicht fehlen.

WaihiThematisch bleiben vor allem die ‘Impacts of Mining’ hängen. Der gravierende Eingriff in die Umwelt durch die Edelmetallgewinnung war mir in dem Maße noch gar nicht bewusst. Neuseeland hat einige Goldreserven, noch nicht alle sind erschlossen. Die meisten Reserven lagern noch unberührt unter den landschaftlich geschützten Gebieten des DOC (Departement of Conservation). Das politische Statement vom Gerry Brownlee, dem Minister für Ressourcen und Energy, kam zeitlich wie gerufen um kontroverse Diskussionen über den Edelmetallabbau zu entfachen. Der Mister von und zu Brownlee hat doch allen ernstes in Erwägung gezogen, den ‘Conservation’-Status zahlreicher National Parks aufzuheben um den Zugang zu den Edelmetallreserven zu ermöglichen. Ziel dieser Strategie ist es, die Wirtschaft Neuseelands wieder zu beleben. Jaja das Liebe Geld! Tatsächlich würde sich Neuseeland, langfristig gesehen, selbst eine Grube graben, denn die ‘Mining’-Firmen sind international und würden Neuseeland nur ausbeuten, zusätzlich würde Neuseeland seinen Status ‘natürlich unberührte Gebiete zu besitzen’ verlieren, was sich erheblich auf den Touristensektor auswirken könnte.

Gold_and_silver_from_10_tons_rockBestes Beispiel für die Widerlegung Brownees Wirtschaftsstrategie ist ‘Waihi’. Inmitten dieses Ortes klafft ein riesiges ‘open pit’, aus dem seit 20 Jahren Gold und Silber gewonnen wird. Die Hoffnungen auf wirtschaftliche Blüte sind längst verflogen – Waihi ist die ärmste Stadt Coromandels, die Einflüsse des Edelmetallabbaus machen die Stadt einfach nicht lebenswert – tägliche Sprengbeben, Staub und Lärm. Um eine Unze Gold zu gewinnen, werden riesige Mengen Erdmassen bewegt, 10 Tonnen Fels sind nötig um eine Unze Gold und etwas mehr Gramm Silber zu gewinnen. Doch die Unmengen an ‘Waste-Rock’ die dadurch entstehen sind noch das geringste Übel. Durch die Freisetzung des Felsgesteins an die Oberfläche kommt es durch den Sauerstoffs  zu chemischen Reaktionen die das Wasser bis zu 3 pH versauern lassen.

Das Gold selbst wird mit Hilfe von Zyanid aus dem Fels gewonnen. Der ‘Waste-Rock’ wird zur Errichtung des ‘Tailingsdamm’ verwendet in dem die giftige Wasserlösung gelagert wird. Während feinste Partikel langsam in diesem Tailingbecken sedimentieren, wird das abfließende Wasser in der einer Kläranlage gereinigt und anschließend in den anliegenden Fluss geleitet. Das Problem bei diesen simpel aufgeschüttet Tailingdämmen ist, dass sie ohne geotechnische Kenntnisse errichtet wurden, kostet ja bloß unnötiges Geld. Die Gefahr, dass diese Dämme brechen und die giftige Brühe ins Tal hinab geschwemmt wird, ist präsent, so passiert auf der ‘TUI Mine’, die etwas woanders auf der gleichen Hablinsel liegt und Ende der 70er ein Umweltdisaster angerichtet hat. Die Betreiber der ‘Vorzeige’ Mine in Waihi nennen diese Mine „the ashhole of mine“, „a disgrace“, eine Mine aus dem letzten Jahrtausend, die unter den heutigen Gesetzgebungen in Neuseeland gar nicht mehr zu betreiben wäre. Mag sein, dass man aus den Fehlern gelernt hat, aber so ganz traut man den Vorgängen auf der Waihi Mine auch nicht, denn unser Lecturer hat uns mit seinem Unterlagen kritisch auf das Thema eingestellt. Außerdem gibt es da noch eine dritte Mine (Golden Cross), stillgelegt seit 12 Jahren. Die Natur hat das Gebiet schon wieder weitestgehend renaturiert, aber der Tailingdamm befindet sich auf einem instabilen Untergrund, einer ‘Landslide’, die bei jedem Starkregen abrutschen könnte. Die Betreiber meinen das Problem mittels Drainage stets im Griff zu haben, aber wer kann einen starken Sturzregen schon verhindern?

Golden_Cross_mineZurück zur Waihi Mine, die Betreiber versprechen aus dem klaffenden ‘open pit’ eines Tages einen ‘Recreational’ Lake zu kreieren, aus ökologischer Sicht ein leeres Versprechen, wer möchte sich schon in einem Wasserloch, in dem jahrelang mit schwerem Gerät und unter Umständen giftigen Fels hantiert wurde, erholen? Wo es doch genug solcher schönen natürlichen Seen in Neusseeland gibt. Bis sich dieser See mit den schlechtem Oberflächen- Tiefe-Verhältnis renaturiert hat, wird es Jahrzehnte brauchen.

Das traurige an dieser ganzen Geschichte ist,  in Neuseeland geht das Mining tatsächlich noch recht ‘umweltbewusst’ von statten, man möchte gar nicht wissen was in Afrikanischen, Südamerikanischen oder Asiatischen Ländern vorgeht, die finanziellen Bemühung für Tailingdämme und Water Treatment werden dort nicht aufgebracht, also ist das was wir hier gesehen haben Peanuts!

WetlandsZu den Wetlands werde ich mich kurz fassen, sie sehen auf dem ersten Blick nicht besonders aus, deshalb wurden sie wohl auch weitestgehend trockengelegt und als Agrarfläche benutzt. Dass sie als Lebensraum für eine Vielzahl an Arten dienen und als Pufferregion für Flutphasen des Waikoto Rivers, wurde zu spät erkannt.

Coal_mineDie Größe der coalmine in ‘Huntly’ war auch beeindruckend, sie ist bereits seit Hundert Jahren in Betrieb, die Umwelteinflüsse sind nicht ganz so schwerwiegend wie beim Edelmetallabbau, es werden jedoch unvorstellbare Mengen an Erdmassen bewegt, was Unmengen an Energie verbraucht und Emissionen erzeugt und das Endprodukt selber trägt auch einen erheblichen Teil zu Neuseelands CO2-Emissionen bei, denn es wird zum einzigen 1.600 MW Kohlekraftwerk  (eine Windturbine hier produziert 0,6 bis 3,2 MW ) und Stahlwerk Neuseelands verfrachtet.

Renatured_creekSo eine große ‘Opencast Coalmine kreuzt bisweilen auch mal den Pfad eines Flüsschens. Der ganze Stolz der Umweltingenieure ist der künstlich angelegte Fluss, welcher Mitten durch das Gelände führt, umsäumt mit einer artenreichen Anzahl an Sträuchern und Gräsern.

Sustainability – Nachhaltigkeit – in Städten wie Hamilton und Auckland kann von solch einer Lebensweise nicht die Rede sein. Gutachter von außerhalb schlagen sich die Hände über dem Kopf zusammen und können nur feststellen, so eine verschwenderische Stadt wie Auckland gibt es selten, um Hamilton steht es auch nicht viel besser. Wir waren doch nicht in Auckland, sondern in Hamilton, der Haupstadt Waikatos. Die Kapazität der Deponie Hamiltons ist nahezu ausgeschöpft, beim Durchlesen des Waste-Minimization-Guide muss man schon mal Schmunzeln, was für mich selbstverständlich klingt, müssen die Menschen hier wohl noch begreifen. Es gibt viele weitere Themen die wir behandelt haben und die ich nicht alle nähere beleuchten will, aber eines noch – Wasserknappheit, welche sich während Dürreperioden besonders verschärft, da der werte Englische Rasen gesprengt werden muss, da kann der tägliche Wasserbedarf pro Einwohner schon einmal von 220 l auf 500 l am Tag hoch schnellen, bei 200.000 Einwohnern ist dann auch irgendwann jede Wasserressource erschöpft. Deshalb wurden ‘Sprinkler-restrictions ‘ eingeführt! Aber der findige Neuseeländer ist der Englische Rasen so heilig, dass er die restrictions umgeht, indem er Kinder gegen ein Taschengeld einstellt um den Rasen zu wässern. Dann wird zwar nicht mehr ge’sprinkelt’ und das Bußgeld bleibt aus, ob dann irgendwann mal das Wasser ausbleibt scheint nicht weiter wichtig zu sein.

WAIKATO FIELD TRIP

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 30/08/2009 von mapexplorestheworld

Waikato_Source_Wikipedia

Zu Beginn der zweiten Woche der ‘Study Break’ geht es im Rahmen des zweiten Teils des Field Trips für eine Woche nach ‘Waikato’, ein anderes der 16 verwaltungspolitischen Distrikte Neuseelands, benannt nach selbigem Fluss. Nachdem ich mir in der letzten Woche einen Überblick über die 124 Text-Dateien geschafft habe (die Seitenzahlen dieser Dokumente schwanken zwischen 1 und 309, im Schnitt 10 Seiten pro Datei), werden wir uns in diesem Kurs vom Ecology Institut im Wesentlichen mit den Themen ‘Impacts of Mining’, Wetlands’ und ‘Urbanisation’ auseinandersetzten. In Waikato wurden in der Vergangenheit reichlich Edelmetalle und Kohle abgebaut, mit den riesigen Mengen an Abraum (overburden), die dabei entstanden sind, wurde nicht sachgemäß umgegangen – die Folgen und Sanierungsansätzen werden Gegenstand in diesem Feild Trip sein. Die Wetlands des Waikato River wurden zu 80 % zu trockengelegt. Über die Vorteile von Wetlands ist man sich jetzt erst klar geworden. Ja und im Norden von Waikato ist Auckland, ein besseres Beispiel für Urbanisation und seine einhergehenden Umweltprobleme gibt es nicht. Ich bin gespannt!

VIEL GEFAHREN, WENIG GESEHEN

Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 21/08/2009 von mapexplorestheworld

Heute am Freitag ist es schon wieder soweit, der letzte Vorlesungsstag vor der ‘mid – term break’. Soll heißen, drei Quartale sind schon geschafft. Trotzdem habe ich noch kein Wort über unseren letzten Ausflug in den letzten Semesterferien verloren. Nach ein paar Tagen Zuhaus sind wir noch einmal zur pazifischen Ostküste mit dem Ziel ‘Castlepoint’ aufgebrochen. Mit einem kleinen Umweg wollten wir noch eine ‘historische’ Sehenswürdigkeit mitnehmen, den ‘Stonehenge Aotearoa’. Dieser entpuppte sich aber als schlichter Nachbau aus Stahlbeton, selbst auf den Broschüren waren noch die Arbeitsfugen durch die Schalung zu erkennen, absolut schlecht gemacht. Diese ‘Attraktion’ war ihren Eintritt nicht wert, also fröhliche Weiterfahrt – wir befanden uns doch nicht in Irland und Schottland. Über eine endlos lange sich schlängelnde Straße war die Küste am frühen Abend erreicht. Ein Leuchtturm Idyll das sich gelohnt hat.

Castlepoint

Nach einer Nacht direkt am rauschenden Meer ging es Tags darauf querfeldein über Schotterpiste, das spart zwar Kilometer aber keine Zeit. Zwischenziel auf dem Weg nach Napier war der geografische Ort mit dem zweit längstem Namen der Welt: Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaun- gahoronukupokaiwhenuakitanatahu

Zu deutsch:

„Der Vorsprung des Berges, wo Tamatea, der Mann mit den großen Knien, der rutschte, kletterte und die Berge verschlang und der durch das Land reiste, für seine Liebste Flöte spielte.“

Ist eigentlich nur ein 305 m hoher Hügel, aber das Schild sollte einen Abstecher wert sein. Doch die Strecke zog sich endlos hin und ab und zu haben auch Tierherden die Straßen regiert.

NZ_Land

Endlich angekommen erfolgte die größte Enttäuschung. Am Ort mit den 85 Buchstaben war nur noch das Schild zum Schild da. Es war kaum zu glauben, ziemlich wüste Baumrohdungsarbeiten haben einfach mal die einzige Attraktion in dieser abgelegen landwirtschaftlichen Gegend zerstört! Ein altes Bild aus dem Internet zum Vergleich:

Taumata

Das ‘Cape Kidnappers’ haben wir nur noch im Dunkeln erreicht und die Klippen waren auch am folgenden Tag nicht zugänglich – Brutsaison. Nach einem Tag im schönen Napier, wo wir unter anderen das ‘National Aquarium of New Zealand’ besucht haben, ging es am Abend wieder nach Hause. Das Aquarium war schlicht gestaltet und bot wenig Lebensraum für die Fische, aber das Erlebnis einmal einen lebendigen Kiwi gesehen zu haben war es schon wert! Für mich sind dieser Tiere ein Evolutionswunder, da braucht es schon eine solch harmlose ökologische Nische wie Neuseeland, einfach putzig diese flugunfähigen Vögel.

Napier

Das war Napier, in dem Ort hat sich u.a. mein Bruder für seinen ausländischen Zivilersatzdienst beworben – nun ist es Vancouver geworden, eine sehr gute Entscheidung würde ich sagen! Also heute geht es los mit dem Flieger. Anselm, ich wünsche dir ein unvergessliches erlebnisreiches Jahr dort drüben in Kanada! Guten Flug!

DAMPF, SCHWEFEL UND SCHNEEWÜSTE

Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 08/08/2009 von mapexplorestheworld

Palmyweather7

Aus aktuellem Anlass eine vollkommen konträre Einleitung zum vorherigen Beitrag – Sonnenschein, der Frühling ist da! Jetzt definitiv, frische Nächte gehören ja dazu, nur ist die Novemberstimmung vom Mai gerade erst drei Monate her. Nachdem sich vor wenigen Tagen das Wetter noch in April-Laune zeigte, nun Sonnenschein pur! Im Park auf dem Weg zur Uni florieren alle vertrauten importierten Zwiebel- und Buschgewächse gleichzeitig. Ich kann mich nicht erinnern, dass ‘Märzglöckchen’, Narzissen, Rhododendron und Magnolie in heimatlichen Gefilden jemals zum selben Zeitpunkt geblüht haben.

Springtime_NZ

Nun zum letzten Abschnitt unser Reise, welcher mittlerweile über ein Monat zurückliegt. Wo waren wir stehen geblieben, ach ja die Dampfsäulen. Wir erreichten eines der geothermisch aktivsten Gebiete der Erde, die ganze Landschaft scheint stets zu kochen.

Steam_everywhereDie interessantesten Orte sind aber nicht ohne Eintritt zugänglich und so waren wir gezwungen den Kommerz, das ‘Thermal Wonderland’, finanziell zu unterstützen, um die faszinierenden Naturspiele einmal erleben zu können.

Thermal_Wonderland

Es hat sich gelohnt, überall blubberne Schlammtümpel und kochendes Wasser aus der Erde. Zahlreiche Grotten gaben den Geruch von Schwefel frei und waren mit einem intensiven Gelb gezeichnet.

Kerosene_Creek

Nächstes Ziel auf dem Weg nach Taupo war der ‘Kerosene Creek’, ein Geheimtipp den Annika von Neuseeländern während ihrer WWOOF-Tage erhalten hatte. In der Tat war die Anfahrt zu diesem versteckten Platz weder ausgeschildert, noch die Straße dort hin in besonders guten Zustand. Lediglich ein Schild vor Ort versicherte uns, dass wir an der richtigen Stelle waren. Was hat man sich unter einem ‘Kerosene Creek’ vorzustellen? ‘Creek’ ist nichts weiteres als ein Bach oder Flüsschen, dieser hier riecht aber nach Kerosin, weil er durch thermisch aktives Terrain fließt, er riecht aber nicht nur, sondern ist auch noch warm wie Badewasser. Am Fuße eines kleinen Wasserfalls ist die ideale Stelle um ein Naturbad alla Whirlpool bei 10 °C Lufttemperatur zu erleben. Ein super Erlebnis und zur unseren Freude absolut unkommerziell. Man selbst roch danach leicht schwefelig nach Streichholzschachtel, aber das ist es Wert.

View_Tongariro

Am Nachmittag erreichten wir den ‘Lake Taupo’, den größten See Neuseelands im Zentrum der Nordinsel. Dabei bekamen wir das Panorama vom schneeweißen Vulkanmassiv des ‘Tongariro Nationalparks’ zu sehen, die gleichen Vulkane, welche auch schon vom Windpark aus zu sehen waren, bloß aus anderer Perspektive.

Desert_Road

Die letzte Nacht verbrachten wir in der Nähe des Sees bevor wir am folgenden Tag den Highway 1 weiter entlang dieses Vulkanmassivs ansteuerten. Neuseelands Hauptstraße Nummer 1 verläuft in diesem ‘Desert’-Abschnitt über der Schneefallgrenze und ist deshalb auch manchmal gesperrt. Diesmal nicht und so hatte man einmal das Gefühl im Winter gereist zu sein – nur mit den Flip-Flops stand mir das falsche Schuhwerk zur Verfügung, die Schuhe waren noch nass von der tückischen Brandung.

Nun ist der Kontrast zur heutigen Einleitung perfekt, einen sonnigen August wünsche ich Euch!


REGEN, GEWITTER UND KEIN HEIßER STRAND

Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 24/07/2009 von mapexplorestheworld

Regen – während ich diesen Beitrag ausformuliere, prasselt reichlich Niederschlag auf das Dach – irgendwie gemütlich. Der ‘Met Service’ hat eine ‘Heavy rain warning’ veröffentlicht, mal sehen wie viel so runter kommt. An jenem Tag wo wir die ‘Kauri Trees’ im Regenwald besichtigt hatten, fielen die Tropfen den ganzen Tag über in großer Anzahl vom Himmel und am Abend befanden wir uns schon wieder südlich von Auckland. Die Spuren der Schlammschlacht von ‘Cape Reinga’ waren nahezu verwischt.

Vetrauenswuerdiger_Ort

Ein unscheinbarer Ort irgendwo an der Küste am Fuße der Halbinsel Coromandel war zum Verweilen auserkoren. Sehr vertrauenswürdig sah er nicht aus, denn schon am Abend hatte sich große Pfützen gebildet. Verweilen ist die korrekte Bezeichnung, da ein heftiges Gewitter in der Nacht einen ruhigen Schlaf unmöglich machte. Wir haben noch nie so helle Blitze gesehen, die Fenster waren vollständig abgehängt und wir hatten unsere Augen geschlossen. Trotzdem hatte man das Gefühl als schaue man direkt in den Blitz eines Fotoapparates und der anschließende Donner suggerierte einem ein Erdbeben.

Am folgenden Tag das gleiche Bild, Coromandel wirkte trotzdem schön: Die Zeit haben wir im Internet Cafe und einer Schmetterlings-Voliere verbracht. Eine weitere Nacht bei Sturm und Regen aber als Entschädigung gab es einen solchen Ausblick am folgenden Morgen:

Unschuldiges_Wetter

Weitere Highlights standen auf der Tagesordnung, wir erkundeten eine der einzigartigsten Küstenabschnitte Neuseelands. Zuerst die ‘Shakespeare Cliffs’.

Shakespeare_Cliff

Selbiger Dichter hat mir in Schulzeiten eher weniger Freude bereitet, hingegen waren wir von dieser malerischen Bucht umso mehr angetan. Besonders Annika als Muschel-Sammlerin befand sich im Paradies, überall Muscheln, viele ganze aber die meisten als verwaschenes Granulat, welches als so genannter Sand fungierte.

Land_unter

Während einige Landstriche von den tagelangen Niederschlägen durch Überflutungen gezeichnet waren ging es weiter zur ‘Cathredral Cove’, ein weitaus populärerer Touristenmagnet, auch jetzt zur Nebensaison. Trotzdem war diese Sehenswürdigkeit einen zweistündigen Fußmarsch wert.

Cathredral_Cove

Die Fahrt zum ebenso bekannten ‘Hot Water Beach’ hätten wir uns hingegen sparen können – schlechtes Timing. Die ‘Low Tide’ erfolgte zu diesem Zeitpunkt gegen 7 Uhr Morgens und Abends, da ist es jeweils dunkel. Durch das Erlebnis in ‘Kawhia’ war diese Enttäuschung aber verkraftbar, außerdem waren wir noch nicht in ‘Rotorua’ – eine Stadt in der es stets nach Schwefel duftet und um die die Landschaft dauerhaft zu kochen scheint , überall Dampfsäulen – man darf gespannt sein.

MIT MOLTIE IN NEUSEELAND UNTERWEGS

Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 17/07/2009 von mapexplorestheworld

Am sechsten Tag unserer Reise stand Auckland und sein Wahrzeichen auf der Liste. Das Wetter war gerade noch zufriedenstellend und die Aussicht auf Neuseelands größte Stadt sehr beeindruckend, wenn auch mehr als schwindelerregend. Die Neuseeländer lieben wohl den extremen Nervenkitzel. Das fängt damit an, dass der komplette Fahrstuhlschacht mit Fenstern ausgestattet ist. Angekommen, wird einem aber nicht unbedingt wesentlich besser vom Gefühl her, sondern eher noch schlechter, da auch hier in gemäßen Abständen der Betonboden durch Glas ausgewechselt ist. Auf dieser Ebene ging es mir nicht gut, zudem der Skytower auch noch leicht hin und her schwankte. Doch da wir beide Decks bezahlt hatten, ging es auch noch auf die zweite Plattform, nochmal 40 Meter höher über der Erde. Alles mit dem Unterschied, dass man sich dort gleich angenehm wohler fühlt, die Fenster im Boden fehlten. Ansonsten ist Auckland eine überfüllte, wenig hübsche Stadt und vor allem sehr teuer, was das Parken betrifft.

Auckland

Unsere Übernachtungsstelle war wie schon so oft in der Pampa, wo sich “Has und Fuchs Gut Nacht saget“, aber wir hatten Handyempfang und als hätte ich nichts anderes zu tun, habe ich mir ein WG Zimmer in Hildesheim besorgt. Wann regelt man den auch schon so etwas vom anderen Ende der Welt an einem einsamen Strand?

Scenic_lookout

‘Whangarei’ überraschte uns dann den Tag darauf, endlich das erste Mal richtig Duschen, Wäsche waschen, und zudem noch nicht mal hässlich.

Stay_near_on a_sea

Genauso wenig hässlich, sondern vielmehr eine super angenehme Abwechslung zu dem tristen, aber immerhin doch sehr gutem Angebot an öffentlichen Toiletten, sind die ‚Hundertwassertoiletten‘ in ‘Kawakawa’. Ich finde die Toiletten super, zumal sie mich an zu Hause erinnerten und was gibt es abgefahreneres, als in Neuseeland Dinge anzuschauen, mit denen man aufgewachsen ist.

Hundertwasser_WC

Noch am gleichen Tag haben wir den Nördlichsten Teil Neuseelands angesehen, das ‘Cape Reinga’. Nun ja, wegen dem Cape alleine sich diese Strecke anzutun würde sich nicht lohnen, wobei einen die Infrastruktur an diesem schon etwas verlassenen Teil der Insel faszinieren kann; Toiletten für bestimmt 40 Personen und zwei riesige Parkplätze. War wohl gut, dass wir im Winter da waren, zu der Zeit, in der nicht der größte Ansturm stattfindet. Zum Glück ist nicht unweit des Capes ein Campingplatz, welcher das Nötigste bietet, und uns eine lange Rückfahrt ersparte.

Diese Nacht war angenehm warm, irgendwie zu warm, da wir uns entscheiden mussten, entweder von den kleinen fiesen Sandflies gestochen zu werden oder unter der Decke weiter zu schmachten. Hat Malte ja eh weniger gestört, da diese Viecher mich als Hauptziel ausgesucht hatten. Danke dafür, noch nach 2 Wochen juckts!

Cape_Reinga

Auf jeden Fall hatte es die ganze Nacht durch geregnet, und die unbefestigte Straße, wie es sie so oft gibt, in eine schlammige Angelegenheit verwandelt. ABER: mit Vierrad läuft es wie geschmiert. Geschmeidig wie Butter zog ‘Wilma Feuerstein’ durch die aufgeweichte Straße. Zu allem Überfluss, oder Maltes großer Freude und der Baugeilheit der Neuseeländer, ist der Vierrad viele Kilometer eingeschaltet geblieben und Wilma sah am Ende aus, als hätte sie es mit dem Make-up übertrieben.

Egal, die dreckige Wilma war schnell vergessen, als wir sie an den ‘Largest Sanddunes’ zum abtropfen abgestellt hatten. Ein riesen großer Sandkasten lag vor unseren Füssen, doch wie groß diese Sanddünen wirklich sind, bemerkten wir erst, als wir die ersten Hügel hochgekrabbelt waren. Einfach genial, da geht man ein paar Meter und schon steht man in einer kleinen Wüste, so kam es einem manchmal nämlich vor, wenn man außer dem Sand nichts anderes mehr sehen konnte. Allerdings wollten wir Hoch hinauf, was im Auf- Allen- Vieren eine hohe Düne hochkrabbeln endete, wobei mich Malte in der richtigen Krabbeltechnik unterrichtete. Sah bestimmt recht bekloppt aus wie wir da hoch sind und ziemlich anstrengend dazu, aber endlich konnte man den ‘Ninethy Mile Beach’ sehen, der jedoch noch richtig weit entfernt lag. Unser Spaziergang endete mit einer Bachwanderung,welcher gleichzeitig auch die offizielle Straße zum Auto-Strand ist.

Sanddunes

Alles Wettermässige nach den Sanddünen will niemand wissen, da es einfach nur ätzend regnerisch war. Somit konnten wir auch mein, oder unser Motto voll ausleben, das heißt: Nicht  irgendwo lange hin laufen, um irgendwas anzuschauen sondern unnötige Anstrengungen vermeiden; dabei kam uns das Schild 5 Minuten mit Zurücklaufen zu dem größten Kauri Tree Neuseelands sehr entgegen.

Ferry_View

Diese Bäume sind schlichtweg beeindruckend, wie sie riesig majestätisch im Wald stehen, und nicht umsonst von den Maori mit den Titel ‘Wächter des Waldes’ bezeichnet werden.

Kauri_Trees

Meine Schlussworte:

Schaut euch die Nordinsel ganz genau an, und glaubt nicht jedem schlechten Reiseführer, der einem suggeriert die Südinsel ist viel schöner.

Danke für die Aufmerksamkeit, Annika

SCHWARZE STRÄNDE VERGESSENE WELTEN UND EIN NATURBAD

Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 10/07/2009 von mapexplorestheworld

Gleich nach der letzten Klausur wurden die letzten Vorbereitungen für unseren mehrwöchigen Roadtrip getroffen. Da Annika schon fleißig war, während ich für die letzte Prüfung lernte, war nicht mehr viel zu erledigen und so ging es bereits am folgenden Tag gegen frühen Nachmittag los. Zunächst gen Westen Richtung ‘Mount Taranaki’. Der erste Übernachtungsort befand sich unmittelbar am schwarzen Strand in der Nähe von ‘Wanganui’.

Black_beach_Coast

Am nächsten Tag konnte Annika einen versteckten malerischen Standabschnitt mit Felsbogen ausmachen. Hier war der Sand ebenso beeindruckend dunkel. Der ‘Mount Taranaki’ war leider in Wolken gehüllt, so blieb uns die winterliche weiße Vulkanspitze verwehrt und wir schlugen in den ‘Forgotten World Highway’ ein. Auf diesem gibt es 150 km lang keine Tankstelle und kaum eine Ortschaft. Endlose grüne Hügel und Gebirgszüge und  an manchen Streckenabschnitten ging es auch noch durch erhaltenen Regenwald. Der eine Ort hieß ‘Douglas’, zu diesem passt am besten das Motto: „come in and you ll found nothing“ – klein und bedeutungslos eben.

Eine andere Gemeinde im vergessen Land nennt sich ‘Whangamomona’ bzw. bezeichnet sich selber auch als eine Republik (!). Nach einem Zwist mit der NZ-Regierung hat sich diese Ortschaft selbständig gemacht, da man sich vernachlässigt fühlte. Diese ‘Republik’ ist durch einige Schilder und durch eine blecherne Zollbude gekennzeichnet. Im einzigen Hotel des ‘Landes’ kann man sich auch noch eine Aufenthaltsgenehmigung bewilligen lassen, diese dient dann aber eher doch als Souvenir. Genächtigt haben wir auf einem Parkplatz mitten im Regenwald.

Forgotten_Highway

Tags darauf passierten wir noch die viel trostlosere Ortschaft ‘Ohura’. Ich würde sie eine Geisterstadt nennen. Überall verfallene Häuser, geschlossene ‘Take aways’ und selbst gemalte Kunstwerke für 150 $ standen in vergilbten Schaufenstern. Einzig nützlich waren die schlichten ‘Public Toilets’, welche wie überall in Neuseeland in ziemlich gutem Zustand waren.

ohura

Nach einer stündlichen Wanderung zu den ‘Omaru Falls’ buchten wir am Abend in ‘Waitomo’ die Tickets für eine Führung durch die Glühwurm Grotte und die ‘Aranui’-Tropfsteinhöhle für den nächsten Tag.

omaru_falls

Während man in einem Boot auf einem unterirdischen Fluss gleitet, bilden tausende von diesen Insekten über einem eine Art nächtlichen Sternhimmel – beeindruckend und faszinierend, gleiches gilt für die ‘Aranui’ Höhle.

aranui_cave

Gegen Abend erreichten wir wieder die Westküste in Höhe ‘Kawhia’. Dort war eine so genannte ‘Hot Spring’ in der Karte eingezeichnet. Ich konnte mir darunter noch nicht so richtig etwas vorstellen, war aber umso mehr überrascht und fasziniert als ich am schwarzen Strand mit den Händen im Sand buddelte und heißes Grundwasser (geschätzte 50 bis 60 °C) zum Vorschein kam. Wenige Meter weiter kam nur kaltes Wasser hervor. Zum Glück war gerade Ebbe und eine kleine Gruppe Einheimischer war zugegen. Diese liehen uns eine Schaufel und so gruben wir uns eine ‘Wanne’ und genossen ein Bad bei 10 °C Lufttemperatur und Sonnenuntergang. Dieser ereignete sich gegen 17 Uhr am 22 Juni, an dem bekanntlich die längste Nacht in NZ ist. Ich denke nicht, dass ich jemals am 22. Dezember in den ‘Werdersee’ oder in die Baggergruppe baden gehen werde. Jedenfalls war dieser Abend Natur-Wellness pur und einfach mal eine besondere Erfahrung.

Hot_SpringWenig später wurde unsere Wanne von den herannahenden Fluten verspühlt, wir hatten also wirklich Glück gehabt mit dem Timing.

SEMESTERFERIEN

Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 03/07/2009 von mapexplorestheworld

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Wenn man sich so die Wasserstandsmeldungen der Handy Einträge so durchliest könnte man schon etwas besorgt sein, aber wir sind seit einigen Stunden sicher zurückgekehrt. Die letzten Tage waren noch sehr aufregend und standen im Zeichen des Vulkanismus in Neuseeland, einfach faszinierend.

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Die guten Wetteraussichten hatten sich bewahrheitet, doch die nächsten Tage sehen nicht so verheißungsvoll aus, so sind wir etwas früher als zunächst geplant nach Palmy zurückgekehrt und haben und die Ostküste erst einmal ausgelassen.

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Bis jetzt waren in den zwei Wochen nur zwei Tage von Regen geprägt, in den restlichen ließ es sich gut im Auto leben. Der Preis für gutes Wetter sind nun mal erfahrungsgemäß kalte klare Nächte, in denen es im Auto bloß 2 bis 3 °C waren, ganz im Norden war es uns mit 15 °C schon fast zu warm. So unterschiedlich kann der Winter hier sein.

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In den nächsten Wochen erscheinen weitere Beiträge mit detaillierteren Berichten über einzelne Erlebnisse und weiteren Fotos während hier wieder der Studienalltag im zweiten Semester in NZ beginnt. Zunächst erst einmal einige ‘Road-Collagen’ die das Facetten- Reichtum dieser Nordinsel deutlich machen. Vielleicht ist die Südinsel schöner, wie viele meinen, aber an Abwechselung kann sie mit der Nordinsel nicht mithalten.

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Abschließend noch eine Karte mit unserer Route, knapp 3000 km sind es jetzt schon ohne das ‘East Cape’ und die ‘Hawkes Bay’ geworden.

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HANDY AN BLOG DIE ZWEITE

Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 29/06/2009 von mapexplorestheworld

Wieder Handyempfang , Akku aufgeladen und immer noch Regen, Coromandel ist trotzdem schön. Inzwischen haben sich die Bäche in Flüsse verwandelt, selbst die Zufahrt zu einem Campingplast war ein Fluss. Jetzt stehen wir am Meer, welches tobt durch den Sturm. Gestern haben wir ein Gewitter in NZ erlebt, ganz schön heftig. Wir haben noch nie so helle Blitze gesehen und beim Donner wusste man auch nicht ob ein Vulkan ausbricht oder die Erde bebt. Naja, die Wetteraussichten sehen besser aus. Also genießt den Sommer! Fotos kann man mit dieser Technik noch nicht hochladen, wär ja auch zu schön.

BERICHT VOM HANDY

Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 28/06/2009 von mapexplorestheworld

Heute Abend ein Rarität, Handyempfang am Übernachtungsort. Das 2te Mal. Aber diesmal die Zeit etwas zu schreiben. Nach einer wunderbaren ersten Woche regnete es heute den ganzen Tag. Uns geht es. Akku gleich leer… Ciao soweit.

EIN VULKAN GEHT AUF

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 19/06/2009 von mapexplorestheworld

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Als ich damals von Westen kommend das erste mal nach Palmerston North anreiste, dachte ich na super, sieht ja fast aus wie in Niedersachsen, alles flach! Aber direkt hinter meiner Studienstadt im Osten ist ja der schöne Gebirgszug, welcher sich von Nord nach Süden erstreckt.

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In Höhe Palmy ist er am niedrigsten und bildet somit einer ideale Windschneise für einen Windpark. Das Wetter war einen Tag nach dem Strandausflug immer noch über den ganzen hinüber Tag äußerst klar und somit bot sich einmal die Gelegenheit gegen Abend dort hinauf zu fahren um die gute Aussicht mit einer Besichtigung des größten Windparks der südlich Hemisphäre zu verbinden.

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Dort angekommen, war die Landschaft auf der anderen Seite des Gebirgszugs vollständig mit Wolken überzogen, man fühlte wich wie im Flugzeug. Für den Sonnenuntergang wählten wir aber eine anderen Stelle, an der die Aussicht gen Westen noch besser war.

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Die klare Sicht in die Tiefebene war beeindruckend. Richtung Norden waren zwei Bergmassive zu erkennen, oder besser gesagt zwei Vulkane, der ‘Mount Ruapehu’ und der ‘Mount Ngaurohoe’, dessen wurden wir uns aber erst etwas später gewahr, uns war nicht klar, dass man über 100 km weit sehen konnte

mount ruapehu_mount_ngauruheo

Die Sonne verschwand am Horizont, und auf einmal tauchte eine kegelförmige Silhouette auf, der ‘Mount Taranaki’, dort wo wir im April den Field trip absolviert haben, über 3 Stunden hat die Busfahrt dorthin gedauert, man konnte an diesem Abend also auch knapp 200 km weit sehen.

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sunset

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Ein tolles Erlebnis – und das Ausflugsziel war direkt nebenan!

BIOTECHNOLOGY

Veröffentlicht in Studium - Alltag am 11/06/2009 von mapexplorestheworld

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Im Rahmen des Papers ‘Environmental Biotechnolgy’ ging es wie schon zuvor erwähnt zu einer weiteren Kläranlage (mittlerweile die dritte in NZ) nach ‘Paraparaumu’, einer aufstreben Stadt mit stetigen Einwohnerzuwachst an der ‘Kapiti Coast’. So kam es, dass die Anlage nicht schon in den 60ern eröffnet wurde wie in Palmerston North und Feilding, sondern erst vor einigen Jahren. Deshalb ist diese Anlage auch mit einer Nährstoff Eliminierung (Nitrifikation und Denitrifikation ) ausgestattet, diese biologische Raffinesse hielt man in den 60ern noch nicht für notwendig.

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Das Wetter konnte ungemütlicher kaum sein, kalter Wind südpolaren Ursprungs und Regen, viel Spaß hat es nicht gemacht, aber besonders fasziniert hat mich die Klärschlammtrocknung, da ich bisher noch nie Klärschlamm mit 80 % Trockenmasse in der Hand gehabt, der ist hart wie Stein, auf der Anlage in Sachsen waren 30 % ein Topwert, erreicht nur durch Zentrifugation, in diesem Zustand sieht er noch aus wie Blumenerde. Die anschließende Trocknung verbraucht aber auch Unmengen an Energie , knapp 1 MW, wenn man da mit 0,03 MW auf 30% kommt müsste es unter dem Strich ökonomischer sein. Genug der Rechnerei, vor dem ‘Field Trip’ kam extra ein Ingenieur aus Auckland eingeflogen um uns mit dem theoretischen Vorwissen auszustatten. Viel Neues war nicht dabei, außer das ganze Fachvokabular in Englisch.

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Nach ‘Paraparaumu’ging unsere Tour noch zu einem ‘Pondsystem’, an welches ein ‘Wetland’ hintergeschaltet war. Die ‘Treatment Plant’ lag irgendwo versteckt im Weide-Hinterland, so dass unser unser Bus von der Hauptstraße aus eine Weile brauchte, bis er über eine schlammige Schotterpiste den Ort der simplen Wasser Reinigung erreicht hatte, denn auch über drei Zauntore mussten geöffnet werden. Ponds sind im Prinzip flach und großflächig angelegte Teiche, in denen mittels natürlichen Prozess die organischen Inhaltstoffe abgebaut werden. Der chemische Sauerstoffbedarf (CSB) „is broken down“ – einer der Lieblingssätze unserer Lecturerin. Die Nährstoffeneliminierung ist jedoch verschwindend gering, Phosphor wird chemisch ausgefällt und im anschließenden ‘Wetland’ wird versucht durch das Wachstum spezieller Pflanzen dem Abwasser so viel Stickstoff wie möglich zu entziehen. Diesen Part referierte meine favorisierteste Lecturerin, da sehr gut verständliche Aussprache und immer im Zeitplan und gut organisiert.

Ansonsten wird die Vorlesung meist von einem Franzosen gehalten, in Englischer Sprache natürlich, aber den Dialekt hört man schon heraus, gefällt mir im Grunde. Als Stationen im Lebenslauf kann er Singapur, Schweden, Amerika und natürlich Frankreich vorweisen. In seinen Vorlesungen wird man nur so von Formeln und biochemischen Stöchiometrien überhäuft, danach ist man echt K.O. zum Glück dauert ein Vorlesung nur 45 Minuten, wenn er jemals im Zeitplan lag, aber man ist fit in sämtlichen Berechnungen wie Sauertsoffverbauch Nitrifikation oder Ethanol-demand einer Denitrifikation und was nicht alles. Insgesamt war mir die Vorlesungen zu theoretisch und sobald er anfing was an die Tafel anzuschreiben und zu erklären wurde es bald unübersichtlich. Je älter dass Semester umso hochschwangerer wurde seine Frau bald klingelte sein Handy in der Vorlesung, aber sein Sohn ist dann schließlich an einem Samstag auf die Welt gekommen. In der letzten Vorlesung musste er sich dann mit Cola fithalten, die letzten Nächte schienen wohl unruhig gewesen zu sein. Als Leistungnachweis muss man ein Gruppen Assignment vorlegen und ein ‘mid term home exam’ schreiben und natürlich die Klausur am Ende des Semesters.

Alles in allem habe ich es aber nicht bereut dieses Paper gewählt zu haben und man hat viel dazu gelernt.