Mittlerweile bin ich nun wieder in Deutschland und der Winter hat mich mit seiner besten Seite empfangen. Manchmal reicht eben doch bloß ein Wochenende um ein richtig winterliches Bremen zu erleben, solch ein Wetterphänomen hat es in den vier Semestern in dieser Stadt nicht gegeben. Ich wünsche allen eine schöne Weihnacht und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
FUSSBALL IN NEUSEELAND
Veröffentlicht in Studium - Alltag am 14/11/2009 von mapexplorestheworldNACHTRAG: Wie auch den heimischen Fussballmedien zu entnehmen ist, Neuseeland ist bei der WM dabei: http://www.kicker.de/news/fussball/wm/startseite/517082/artikel_Fallon-trifft-Paston-haelt—Neuseeland-jubelt.html. Es war ein super spannendes Spiel bis zum Schluss, da die Kiwis zu viele Chancen ausliessen. Dann fiel in der 88. Minute ein Gegentor, das zurecht nicht gegeben wurde und im Spielbericht auch nicht auftaucht, aber als Zuschauer denkt man natuerlich zuerst, Mist das war s jetzt. Die Stimmung war unglaublich, ich wuerde sie eher mit WM Stimmung als mit Bundeligastimmung vergleichen.“There is only one Rory Fallon„, akkustisch leicht zu verwechseln mit Rudi Voeller. Ich muss zugeben, da habe ich die Kiwis deutlich unterschaetzt. Es war ein unglaubliches Fussballerlebnis, dann trifft man nach dem Spiel noch sehr freundliche Auswaertsfans aus Bahrain, haette ich so auch nicht erwartet, da hat wohl ein Scheich ein Flug spendiert. Die Spieler haben allerdings noch unfairer gespielt als Italiener, hat bloss letztendlich nicht zum Erfolg gefuehrt. Jetzt geht es ab zur Faehre, ich erwarte einen guten Seegang.
Heute ist es soweit, der 14 November, ich bin aus meiner WG in Palmy ausgezogen und werde, bevor es mit dem Fahrrad auf die Südinsel geht, noch das WM-Qualifikationsrückspiel der Neuseeländischen Fußballnationalmannschaft in Wellington angucken. Anlässlich dieses Ereignisses verliere ich mal ein paar Zeilen an den Fußball in Neuseeland. Die Nationalmannschaft (auch All Whites genannt, als Pendant zu den All Blacks; Rugby) rangiert derzeit auf Platz 83 in der Weltrangliste und hat sich letztmalig 1982 für eine WM Endrunde qualifiziert. Seitdem Australien jüngst die Konföderation gewechselt hat, gibt es im Ozeanischen Verband eigentlich keinen ernsthaften Gegner mehr für die ‘Kiwis’, außer vielleicht die Fidschi Inseln. Die Gegner heißen meist Tahiti, Tuvalu Neukaledonien, Tonga, Samoa, Salomonen oder Vanuatu und würden vermutlich auch bei Holstein Kiel oder FC Oberneuland unter die Räder kommen. Der Gegner bei diesem Quali-Spiel heißt Bahrain, 61. der Weltrangliste. Es ist auf dem Papier wahrlich kein Topspiel, aber es geht um viel, die WM Teilnahme. Das Hinspiel in Bahrain ging 0:0 aus, die Chancen, dass Neuseeland weiter kommt, stehen somit nicht schlecht. Am besten wäre ein Sieg , denn auf ein 0:0 mit Verlängerung habe ich wenig Lust und alle anderen torreicheren Remis wären zwar gut für die Unterhaltung, jedoch schlecht für die All Whites, da Bahrain dann mehr Auswärtstore erzielt hätte. In Gesprächen mit Kiwi-Studenten hat sich herausgestellt, dass ‘Soccer’ beliebter ist als gedacht, besonders als Freizeitsport in Vereinen. Eine Profiliga gibt es in Neuseeland aber nicht, jedoch eine Profimannschaft, genannt Pheonix Wellington. Diese Mannschaft kann in der Australischen ‘A-League’ auf eine sagenumwobene Historie von zwei Jahren zurückblicken – es wurde Anno 2007 als Nachfolgerteam der ‘New Zealand Knights’ gegründet. Diesem Team wurde nach bloß zwei Spielzeiten die Lizenz entzogen. Eine Erfolgsgeschichte sieht anderes aus und wie lange sich Phoenix Wellington halten kann bleibt abzuwarten.Die sportliche Situation lässt sich zumindest gut mit Eintracht Frankfurt oder Hannover 96 vergleichen, bloß dass es in der A League keinen Abstiegskampf gibt, also fehlt jegliche Spannung. Dieser Sachverhalt spiegelt sich auch an den Zuschauerzahlen wieder, welche von 11.000 auf 7.000 gesunkenen sind und das in einem Stadium, das mit 34.500 Zuschauern nicht viel kleiner ist als Weserstadion (ohne Stehplätze). Zusammenfassend lässt sich sagen, dass im Freizeitsport Fußball angesagt ist, jedoch kann es bei weitem nicht mit den Nationalsportarten wie Rugby und Cricket mithalten. Sollte Neuseeland sich aber für die WM qualifizieren, wäre das eine neue Chance für den Fußball. Den die Bevölkerung kann sich an der Volkssportarten Cricket und Rugby im Fernsehen satt sehen. Beinahe täglich gibt es Liveübertrageungen über den ganzen Tag, die für eine gewisse Art von Reizüberlflutung sorgen . Mal was neues würde da ins Bild passen. Immerhin, dieses Spiel am Wochenende ist restlos ausverkauft, dass gab es schon seit 1982 nicht mehr.
In den nächsten Wochen werde ich wenig Zeit finden weitere Artikel zu veröffentlichen. Pünktlich zur Beginn der Radtour habe ich den Bericht zur Radtour nach Barcelona fertiggestellt, an dem kann man aufgrund des Umfangenes eine Weile lesen. Ab 19.November hier auf der Seite.
DREI SIND ALLE GUTEN DINGE
Veröffentlicht in Studium - Alltag am 06/11/2009 von mapexplorestheworldDrei sind alle guten Dinge, aber eine Klausur steht noch aus. Trotzdem ist es schon einmal eine große Erleichterung, zumal die Klausur die heute anstand, mir etwas Sorge bereitete, aber wenn man drei Stunden durchgeschrieben hat, muss es zum Bestehen reichen. Drei Stunden durchschreiben ohne einmal ins Lexikon zu gucken (es ist auch keines verfügbar), diesen Umstand hätte ich bei meinem Kenntnisstand Ende des vierten Semesters nicht für möglich gehalten. So elf Monate hinterlassen dann doch ihre Spuren, im positiven Sinne. Mit den mündlichen Fortschritten bin ich nicht ganz zufrieden, auch heute hat mich eine Kassiererin wieder gefragt: „Where are you from?“ „Germany“ Oh awesome, I like your accent!“ Ich verzichte meistens darauf, den Kiwi-Akzent zu loben. Neulich beim Friseur habe ich erneut festgestellt, dass die Lecturer an der Uni deutlich besseres Englisch sprechen, es ist wirklich nicht einfach einen Tankwart oder Friseur zu verstehen. Dass sein Großvater aus Düsseldorf kam, habe ich dann doch mitbekommen. Anyway, bei der heutigen Klausur ging es um ‘Global Environmental Issues’. Ein höchst interessantes Paper, welches einem im globalen Kontext deutlichen vor Augen führt, wie wichtig unserer Berufsfeld in der Zukunft sein wird. Über die zwölf Wochen werden jeweils ein Dutzend verschiedener Themen wie Bevölkerungswachstum, Waldrodung, Artensterben, Überfischung, Auswirkungen von Edelmetallabbau, Wüstenbildung, Alternative Energien und Abfallmanagement behandelt, um nur einige zu nennen. Jede Woche wird in bloß zwei Vorlesungen ein Thema angerissen und man wird mit ausreichend Literaturempfehlungen ausgestattet. Der Workload für das ganze Semester von 24 Stunden Vorlesungen wird mit 120 Stunden Selbststudium gegenübergestellt. Das errungene Wissen muss schließlich möglichst auf den Punkt gebracht im dreistündigen Examen wiedergegeben werden bzw. spiegelt sich auch in vier textlastigen Assignments wieder. So interessant die Themen sind, sie stimmen einen auch höchst nachdenklich und bereiten einem Sorge beim Blick in die Zukunft. Den Lebensstandard den sich wir und die ganze industrialisierte Welt leistet, ist unter nachhaltiger Betrachtungsweise nicht in fernster Hinsicht vereinbar und ist nicht über den Zeitraum von bloß einem Jahrhundert aufrecht zu halten. Das besorgniserregende ist ja, dass zwei Milliarden Menschen in Asien dorthin wollen, wo bloß ein Sechstel der Menschheit bereits jetzt angelangt ist und dieses auf Kosten des Lebensstandards von rund anderen 5 Milliarden Menschen und der Belangen zukünftiger Generationen. Gleichzeitig sind mehr als 800 Millionen Menschen bereits jetzt unterernährt, trotz Einsatz von Düngern, da die Böden gar nicht mehr das hergeben,was von ihnen abverlangt wird. Die fossilen Rohtstoffe gehen in naher Zukunft zu neige und der Fuel- versus Food Konflikt hat gerade erst begonnen. Dass die Phosphatreserven schon vorher zu neige gehen könnten, liest man hingegen eher selten. Wie wichtig und knapp die Ressource des Lebens Wasser sein wird, liest mal allmählich immer öfter, so etabliert sich mittlerweile auch der Begriff blaues Gold und es werden Fragenstellungen ins Leben gerufen wie: Einen Burger oder 1.400 Liter Wasser? Bzw ein Pfund Kaffee oder 20.000 Liter Wasser. Dies ist jetzt echt ein kleiner zusammengefasster Auszug aus dem was in dem Paper so behandelt wird und der zum Nachdenken anregen soll. Die CO2-Emissionsdebatte scheint dagegen eine Kleinigkeit zu sein, ein Mainstream-Thema und der Zertifikathandel bloß Geldmacherei. Gerne würde ich auch noch kurz die Energiedebatte ins Gespräch bringen, unser ganzes globales Transportsystem basiert auf energiereichen fossilen Rohstoffen, welche bislang einfach aus der Erde sprudeln oder durch Minenaktivität abgebaut werden. Folgendes Gedankenbeispiel: Bloß eine Tasse Benzin beinhaltet so viel Energie (~ 7,6 Mega Joule), dass fünf Personen in einem Auto auf einer Distanz von zwei bis drei Kilometer transportiert werden können. Man stelle sich vor, man selber schiebt ein Auto unter gleichen Bedingungen vielleicht noch etwas bergauf über die gleiche Distanz. Wer danach noch die Kraft hat einen Blick auf die Tasse zu werfen, wird feststellen, die Menschheit macht es sich ganz schön bequem und kommt an die Grenzen seines Budgets, wenn für diese Menge Energie 30 Cent abverlangt werden (1,50 €/l). Der globale Energiebedarf liegt derzeit bei 450.000.000.000.000 Mega Joule im Jahr (!) bzw 450 Exa Joule, Tendenz steigend. Der meiste Teil wird durch fossile- und nukleare Rohstoffe erzeugt. Ein ‘gewisser’ Zweifel ist berechtigt, dass man diesen Anteil nicht mit Alternativen decken kann, und ‘Renewable’ und ‘Alternative’ heißt noch lange nicht umweltfreundlich und nachhaltig.
Genug der Schwarzmalerei, um sich zu trösten kann man sich ja in die Zukunftsvisionen von 1980 einlesen. Zu der Zeit hat man vor dem Jahr 2010 gewaltige Angst gehabt, die Ozonschicht gibt es immer noch und der Wald ist dem sauren Regen auch nicht erlegen. Den Eisernen Vorhang gibt es nicht mehr und die Wahrscheinlichkeit eines Atomkrieges ist auch gesunken. Trotzdem wird das kommende Jahrzehnt ein Entscheidendes für die Menschheit.
Um den Kopf ein bisschen frei zu bekommen, unternimmt man am besten einen Ausflug ins Grüne, so wie wir es zwischendurch mal gemacht haben. Einfach mal sechs Stunden wandern, die Natur genießen und sich der Spannung aussetzten, in eine einsame verlassene Platinmine zu gehen. Hat etwas unheimliches und trotzdem interessantes, Lukas Schrei, als er im Taschenlampenlicht plötzlich gruseliges Krabbelgetier erblickte werde ich nicht so schnell vergessen. Genauso wie den gestrigen Abend, welcher mich spontan in Silvesterstimmung versetzt hat. Na wer weiß was hier gefeiert wurde, ich wusste es bis jetzt nicht. Mit drei guten Tipps verabschiede ich mich ins Wochenende: 1608, König Jakob I, Guy Fawkes*.
* vom Autor nachträglich geändert!
NUR NOCH DIE EXAMEN
Veröffentlicht in Studium - Alltag am 23/10/2009 von mapexplorestheworldJetzt ist es soweit, es stehen „nur“ noch die Examen an, alle 17 Assignments sind abgegeben. Einige von diesen schriftlichen oder rechnerischen Leistungsnachweisen sind auch schon wieder korrigiert zurückgegeben worden. Nach zwei herben Enttäuschungen gab es zuletzt nur noch positive Feedbacks, das nimmt ein wenig den Druck für die Klausuren. Heute hatten wir noch eine letzte ‘Revisions’-Vorlesung in dem ‘Renewable Energy’-Paper. In diesem Kurs wurden sämtliche alternativen Energien wie Solar, Wind-Turbinen, Wellen- und Gezeitenkraftwerke, Geothermie und Wasserkraft behandelt . Bei letzteren beiden lässt sich streiten, ob sie ‘renewable’ sind. In Neuseeland werden sie als solche angesehen, sonst könnte das Land auch nicht von sich behaupten, dass es nahezu zwei Drittel seiner Energie aus erneuerbaren Energien generiert. In den sechs Assignments mussten Berechnungen zu allen Bereichen durchgeführt werden. Mit den Mathevorkenntnisse aus Bremen ließen sich diese ganz gut bewältigen und wenn man sie vollständig ausgearbeitet hat, war das Ergebnis dementsprechend gut. Bei den ganzen textlastigen Leistungsnachweisen in den anderen Papern, die viel Literaturrecherche erfordern, ist das längst nicht so einfach, gerade in einer Fremdsprache.
Der Paper-Coordinator ist echt ein chaotischer Kerl. Den Vorlesungsthemenübersichtsplan zu Beginn des Semesters konnte man im Prinzip knicken, es wurde alles geändert, genauso wie der Ablauf der Assignments. Ab und zu ist auch mal ein Vorlesung ausgefallen, die Absage hat man manchmal erst 40 Minuten vor Beginn erhalten und so regelmäßig checke ich meine E Mails dann auch nicht, schon gar nicht früh morgens. Ein Tutorial fand nie statt, auch wenn es eigentlich welche geben sollte. Selbst ist der Student! Letztendlich kam man auch ohne zurecht. Rein äußerlich ist der Lecturer ein kleiner Macho, der immer hautenge Oberteile an seinem gestählten Oberkörper trägt. Im Laufe der Vorlesung haben wir so einige private Details erfahren , zum Beispiel dass seine Freundin bei der Army ist und er ihr einen Antrag im Hubschrauber gemacht hat. In den letzten Vorlesungen saßen dann seine Kinder auch mit im Raum, ganz hinten in der letzten Reihe – Familie und Beruf unter eine Hut zu bekommen ist manchmal nicht so einfach. Insgesamt war das Paper sehr interessant und lehrreich. Jedoch war mir die Ausrichtung der Berechnungen zu Effizienz- und Economic bezogen. Es ging immer darum, möglichst so viel Energie zum günstigsten Preis zu erzeugen. Bei den niedrigen Energiepreisen in NZ hat beispielsweise Solar Energy keine Chance und ist auch nicht verbreitet, da es knapp zehnmal so teuer ist und sich quasi nicht finanziell amortisiert. Wind Energy lohnt sich nur dort, wo der Kapazitätsfaktor sehr hoch ist, wie hier auf der Range hinter Palmy. Angeblich liegt der Kapazitätsfaktor hier bei über 40 %. Die USA und Australien hinken mit knapp über 20 % weit hinterher, in Deutschland liegt er angeblich angeblich nur bei 17 %. Da hat uns der Lecturer auch verwundert gefragt, was da los ist. Ich vermute in Deutschland werden die Anlagen einfach überall wo Platz ist errichtet und nicht jeder Standort wird auf dasGründlichste nach verfügbaren Windressouren überprüft. Dies ist allerdings nur eine Vermutung und ich habe auch keine weiteren Quellen dazu recherchiert. Der kritische Blick auf Renewable Energy Ressources hat vollständig gefehlt. Es wurde nicht darauf eingegangen was mit dem Wimdenergieanlagen passiert, wenn sie nach 20 Jahren Laufzeit ausgedient haben. Fragen wie: Ab wann amortisiert sich die Herstellung von Solar panels energetisch, konnte er auch nicht beantworten und wer so von Biodiesel schwärmt wie er, hat zu wenig kritische Artikel darüber gelesen. Naja, den kritischen Blick bekommen wir einem in anderen Papern. Dazu komme ich später.
Dieses Wochenende wird unser Field Trip-Lecturer sein Versprechen doch noch einlösen können, das Wetter hat sich gut mit unserem Vorlesungsende abgestimmt. Unser Lecturer hat uns nämlich einladen, mit seinem Segelschiff auf der Tasman Sea zu einer Insel zu schippern. Zur visuellen Aufwertung dieses Artikels habe ich die Bilder nachträglich ergänzt. Es war ein tolles Erlebnis und eine gute Erholung bevor der Ernst der Klasurphase jetzt so richtig beginnt.
KNACKIG GRÜNER HERBST
Veröffentlicht in Studium - Alltag am 10/10/2009 von mapexplorestheworldEin kleines Update meinerseits, ich finde im Moment wenig Zeit mich meinem Blog ausgiebig zu widmen. Dafür habe ich inzwischen schon 15 der 17 Assignments nahezu erledigt und in einer Woche sind auch schon die Vorlesungen vorbei, in genau einem Monat auch die letzte Klausur. Doch dieses Wochenende darf ich nochmal die schöne Gelegenheit nutzen das Nachtleben in Wellington kennenzulernen, bevor es dann auf die Zielgerade geht. Für die Zeit danach habe ich schon einen fahrbaren Untersatz gefunden, mein drittes Fahrrad hier in Neuseeland, die beiden 30 $ – Drahtesel vom ‘Green Bike Trust’ haben dann doch nicht mein Vertrauen, mich zuverlässig über die ganze Südinsel zu tragen, aber im Studentenalltag waren sie ein absolut zuverlässiger Partner. Ganz so positiv über das Wetter kann ich mich im Moment nicht äußern, ich weiß es ist eher ein Thema über das man redet, wenn man sonst gerade nicht so viel zu erzählen hat, aber ich finde es schon außergewöhnlich derzeit und ich habe es definitiv anders erwartet. Immerhin ist hier ‘Spring-time’ und das schon seit längerem. Inzwischen sind auch die Eichen in knackig grüner Pracht erwacht, dennoch regnet es seit zwei Wochen fast täglich und das Thermometer macht einen freudigen Hüpfer wenn es mal die 15 °C – Marke knackt, die 20 °C-Marke hat es seit Anfang April nicht mehr erreicht, da bin ich sicher. Es gibt immer noch Nächte in denen es um die 2 °C Grad ist, unter 10 °C ist es eigentlich immer. Diese gleiche Bild schon seit 5 Monaten, da Frage ich mich wieso die Häuser so schlecht isoliert sind, ich habe aus diesem Umstand ein milderes Klima abgeleitet und die Krönung war gestern der heftige ‘Herbst’sturm, so fühlte er sich zumindest an, wenn man auf den Kalender schaut und dieser ‘October’ anzeigt. Das einzige was nicht ins Bild passt ist das knackige Grün!
Ein schönes Wochenende, genießt die Herbstfarben und drückt die Daumen für das Spiel gegen Russland! Es wäre schon ein komisches Gefühl wenn am 14. November Neuseeland früher qualifiziert wäre als Deutschland, wo ich im Stadion in Wellington dabei sein werde und da Holland und England dieses mal schon sicher dabei sind, dürfen sich Mertesacker und Co keine Schmach erlauben!
SCHWARZ GELB
Veröffentlicht in Studium - Alltag am 29/09/2009 von mapexplorestheworldErst Mittwoch, fünf Tage vor der Wahl, erhielt ich meine Briefwahlunterlagen, somit stand fest, dass ich meinen Beitrag zur Demokratie nicht leisten konnte. Man fühlt sich so hilflos am anderen Ende der Welt. Als einer von 62 Millionen Wahlberechtigten ist mir aber auch bewusst, dass ich keinen großen Einfluss auf das Ergebnis haben werde, selbst die erfreulichen Ergebnisse aus den Wahlkreisen wie Bremen und Freiburg konnten daran nichts ändern. Jedoch habe ich bis Montag früh inständig gehofft, dass die große Anzahl an unentschlossenen Wählern alle Umfrageergebnisse widerlegen könnten – dem war leider nicht so. Jetzt darf eine Kanzlerin die ihr schwaches Ergebnis von 2005 nicht einmal verbessern konnte mit Hilfe der „pro-business Free Democrats“weiter regieren. Den Guido als Außenminister möchte ich mir lieber gar nicht vorstellen, schon kursieren Videos von seinen Englisch Fähigkeiten:
More German Accent geht nicht! Und in Deutschland gibt es sowieso nur eine Amtssprache, wo kommen wir den da hin!?
Interessant fand ich herauszufinden, wie präsent die Bundestagwahl in den neuseeländischen Medien ist, weniger als Gedacht. In den Abend-Nachrichten auf Kanal ‘One’ fand keine Erwähnung statt. Außer der furchtbaren Flut auf den Philippinen und den Raketentests im Iran wurde nichts von internationaler Ebene berichtet. Auch auf dem Internetauftritt der New Zealand Herald unter der Kategorie ‘World’ war auf den ersten Blick kein entsprechender Bericht angeboten. Kurioserweise war ein Artikel zu finden, der sich mit den letzten Stunden ‘of the Fuehrer’ am 30. April 1945 beschäftigte – es gibt aktuellere Themen. Doch die Suchfunktion führte mich schließlich doch zu folgendem Artikel:
German Chancellor Merkel wins second term
BERLIN – German voters handed conservative Chancellor Angela Merkel a second term and a chance to create new centre-right government on Sunday, while her centre-left rivals suffered a historic defeat in the national election. Merkel succeeded in ending her „grand coalition“ with the centre-left Social Democrats led by challenger Frank-Walter Steinmeier, the current foreign minister, according to television projections. She can now form a government with the pro-business Free Democrats, who performed very strongly. „We have achieved something great,“ a beaming Merkel told supporters. „We have managed to achieve our election aim of a stable majority in Germany for a new government.“ She vowed to hold „swift and decisive“ coalition talks with the Free Democrats’ leader, Guido Westerwelle, who has been widely tipped as Germany’s next foreign minister. Merkel has argued that a change of coalition was needed to ensure stronger economic growth as Germany emerges from a deep recession. In joining with the Free Democrats, she hopes to cut taxes and halt a plan to shut down Germany’s nuclear power plants by 2021. „I think that tonight we can really celebrate, but I would say that after that there is work waiting for us,“ Merkel told the crowd at her party’s headquarters in Berlin, who chanted „Angie! Angie!“ „I would not tell anyone to remain sober, but we don’t want to forget that there are many problems in our country to be solved,“ she added. Projections by the nation’s public broadcasters, based on early vote counts and exit polls, put support for Merkel’s Christian Democrats at up to 33.8 per cent of the vote and for the Social Democrats at 23 per cent. The Free Democrats captured nearly 15 per cent, the Left Party had more than 12 per cent and the Greens were at 10 per cent or more. Both ARD and ZDF television channels said that would produce a stable centre-right majority in parliament. It was a major shift from the 2005 election, in which Merkel’s conservatives squeaked in with 35.2 per cent of the vote to the Social Democrats’ 34.2 per cent.
(The New Zealand Herald 28.09.2009)
So kurz und bündig erfährt der Kiwi was politisch in Germany passiert. Übrigens die Qualität der Berichterstattung kann bei Weitem nicht mit ARD und ZDF mithalten, Nachrichten ohne zwei Werbeunterbrechung gibt es nicht und alles im RTL Aktuell Style.
SOME GERMAN NEW ZEALAND STORIES
Veröffentlicht in Studium - Alltag am 24/09/2009 von mapexplorestheworldIm Zuge einiger Assignments darf ich im Moment viel mit Google Earth arbeiten, dabei wollte ich auch mal einer Frage auf den Grund, die mich schon seit der Kindheit auf dem Herzen liegt: Wenn man ein Loch genau durch die Mitte der Erde graben würde, kommt man dann in Neuseeland raus? Dass man spätestens nach 30 km Tiefe auf heißes Magma trifft weiß ich inzwischen, trotzdem wo würde Deutschland auf der anderen Seite der Erde liegen.
Die Antwort ist irgendwo im Wasser südöstlich der Insel. Andersherum gefragt sieht die Sache schon interessanter aus. Neuseeland erstreckt sich über Spanien bis zur Straße von Gibraltar nach Afrika, da war ich etwas überrascht, mir war lediglich bewusst, dass Palmy auf der Höhe von Madrid liegt. Dass die auf den Kopf gestellte Karte von Neuseeland frappierende Ähnlichkeit mit der Landesform von Italien aufweist, wollte ich eigentlich gar nicht wissen
Wie dem auch sei, die letzten Vorlesungenswochen ziehen ins Land, während sich der Frühling gerade mal von seiner launischen Seite zeigt. So bin ich doch heute tatsächlich bei starkem Regen und eiskaltem Wind zur Uni gefahren, das zweite mal Niederschlag seit Beginn des Semesters, im Grunde kann man sich nicht beklagen. Aber auf dem Weg dorthin hat mich eine Radfahrerin barfüßig mit kurzer Hose überholt, da kennen die Kiwis nichts, man sieht das ganze Jahr über Menschen in Flip-Flops oder sogar barfüßig herumlaufen auch im Winter. Nach den „Climate Change“-Vorlesungen war die Witterung so ungemütlich, dass ich das Fahrrad tatsächlich an der Uni habe stehen lassen, das Thermometer im Auto zeigte 0 °C an, so eine Kälte am Nachmittag- unglaublich! Ein Zusammenhang zu dem ‘red dust’ in Sydney sehe ich nicht, aber es spielen sich gerade komische Dinge ab in dieser Region. Ein Neuseeländischer Student erzählte mir, dass solch ein Wetter im Frühling durchaus normal sei. Wir sind eigentlich nur wegen meines Deutschen Akzentes ins Gespräch gekommen, da er schon mal in Deutschland war hat er mir erzählt dass er seine Freunde in Hamburg Berlin und Leipzig besucht hat. ‘Sehr schöne Cities!’ – ‘Tschüß See you next week’ – soweit seine Deutschkenntnisse.
Das war nun schon der Zweite Kiwi diese Woche der Deutsch konnte, am Montag habe ich den Mitbewohner meines alten Mitbewohners kennen gelernt, er hat ‘a good friend in Bavaria with overriched Eltern’. Ja hier gibt es auch Menschen die Denglisch sprechen. Irgendwie sind wir dann auch auf Rudolf Steiner gekommen, jedenfalls kam er ins Schwärmen, dass seine Zeit auf der Waldorfschule sehr toll war und das die Schulform in Neuseeland sehr geschätzt wird, nicht nur weil nicht nach Boys and Girls unterschieden wird, es muss erwähnt werden, dass die Schulen hier tatsächlich noch nach Geschlechtern unterteilt sind. Außerdem hat er von dem Großvater seines Freundes aus Bayern erzählt, der ein SS-Offizier war und seine Geliebte Jüdin. Man merkte, dass er ein bisschen mehr Hintergrundwissen über die deutsche Geschichte hatte als so manch anderer Kiwi hier und so wunderte es mich nicht, dass irgendwann diese Schlagzeile in heimischen Medien auftauchte, sonst liest man ja eher weniger über Neuseeland.
In Nazi-Uniform zum Oktoberfest
Sie wollten feiern, Spaß haben – und provozieren wollten sie wohl auch. Für ihre Wohnheimparty verkleideten sich Studenten in Neuseeland als Nazi-Schergen und KZ-Häftlinge. Die Uni-Leitung schämt sich für die Entgleisung der Studienanfänger.
Sie sollten als Deutsche kommen, hieß es. Und dann kamen sie als Nazis. Studienanfänger an der Lincoln University in Neuseeland feierten ihr Oktoberfest in ziemlich eigentümlichen Kostümen: Die Zeitungen „The Press“ und „The New Zealand Herald“ berichten, dass einige Studenten in Nazi-Uniformen zu ihrer Wohnheimparty in Canterbury erschienen, andere verkleidet als KZ-Insassen.
Den Berichten zufolge war auf den Kostümen „Sieg Heil!“ zu lesen und „Hitler ist mein Mann“; ein Partygast soll ein weißes Oberteil mit Hakenkreuzen getragen haben. Der „New Zeland Herald“ zitiert einen Studenten mit den Worten, die Partygäste hätten „Heil Hitler“ gerufen und geschmacklose Witze gemacht.
Der Vize-Kanzler der Uni, Roger Field, entschuldigte sich mittlerweile für das Verhalten der Studenten. Er bezeichnete es als unangemessen und nicht akzeptabel.
Nach Angaben der Präsidentin der Studentenverbindung, Megan Harte, war die Party vom Wohnheim organisiert worden, nicht von der Uni selbst. Die Feiernden seien nicht rassistisch gesinnt und würden auch nicht der Nazi-Ideologie anhängen, sagte sie. Viele der Studenten im ersten Jahr wüssten einfach nicht, was es mit dem Holocaust auf sich habe. Jetzt müssten Uni- und Wohnheimleitung entscheiden, ob die beteiligten Studenten bestraft werden.
Stephan Goodman, Präsident des Rates der Juden in Neuseeland, zeigte sich enttäuscht und bezeichnete die Kostümierung der Studenten als „abscheuliche Vorführung von Ahnungslosigkeit“. Es sei nicht das erste Mal und werde wohl auch nicht das letzte Mal sein, dass so etwas in Neuseeland passiere. In den meisten Fällen geschehe es jedoch aus Unwissen und nicht aus böser Absicht.
spiegel online (21.09.2009)
Und nochmal auf Englisch zum Gegenlesen
Lincoln University apologises for ‘Nazi’ party
Lincoln University has apologised for the Nazi-themed dress of first-year students celebrating Oktoberfest at a halls of residence-run party.
The party, which, encouraged people to come dressed as „Germans“ saw Lincoln University students dress in Nazi-themed costumes and as concentration camp prisoners.
Costumes featured slogans such as „Sieg Heil!“ and „Hitler’s my boi“ and one guest was seen wearing a white top with swastikas.
One student said partygoers „were heiling to Hitler and making tasteless jokes about one of the darkest periods of human history“.
The move has sparked an investigation by Lincoln University Vice-Chancellor Roger Field.
In a short statement to media, Prof Field apologised for any offence caused by the students.
He described the students’ actions as „inappropriate and clearly falls short of acceptable behaviour“.
Lincoln Students’ Association president Megan Harte said the party was organised by the halls of residence.
„It was not an issue of racism or Nazi ideals, it was a lack of understanding,“ Ms Harte said.
She said many of the students who attended were first years and may not know have known what the „holocaust was all about“.
She said the association had a policy to tell students to go home and get changed if they turn up to one of their parties in an inappropriate costume.
Ms Harte said it is up to the University and the halls of residence whether or not the students involved will face discipline.
The party was called an „abhorrent demonstration of ignorance“, by the Jewish Council of New Zealand.
New Zealand Jewish Council president Stephen Goodman said such trivialisation of the Holocaust was disappointing.
„It is not the first time and I doubt it will be the last either. In most of the cases we’ve found in New Zealand, it’s generally through a degree of ignorance that this sort of behaviour eventuates. It is not through malicious intent.“
The New Zealand Herald (21.September 2009)
Dieser Artikel gibt gut das wieder was ich hier schon erlebt habe, solche Parolen wie im Artikel genannt, werden schon mal bei Parties ganz unverhohlen in den Raum geworfen, aber in solch Kostümen habe ich hier noch niemand gesehen. Was soll man dazu sagen, man ist hier eben weit weg von Europa und kann nicht erwarten, dass sich jeder der Brisanz einer solchen Aussage bewusst ist und mit dem Prinzen aus dem Britischen Königshaus haben sie ja auch nicht das beste Vorbild.
DIRTY METALS
Veröffentlicht in Studium - Alltag am 16/09/2009 von mapexplorestheworldSo mancher Student nutzt seine ‘Study Break’ im wahrsten Sinne des Wortes zum Regenerieren in der Südsee oder für einen Skiurlaub im ‘Tongariro’, nicht so aber wir. So ein Field Trip erspart einem dafür etwas Arbeit während der Vorlesungszeit, außerdem lernt man Neuseeland etwas hinter den Kulissen kennen. Weder in den Vorlesungen als Student noch als Tourist im Urlaub kann man an Diskussionen und Vorträgen in Destrict Councils oder an Führungen durch Minen und Wetlands teilnehmen, für letzteres braucht man zumindest eine Gruppe, der man sich anschließen könnte. Nebenbei kommt man auch noch viel rum, mittlerweile gab es zahlreiche Wiedersehen u.a. mit dem ‘Lake Taupo’, den schneeverhüllten Vulkanen und vielen anderen Orten aus vergangenen Urlaubstagen.
Übernachtet haben wir fünf Tage lang in einem schlichten ‘Christian-Camp’ am Fuße eines idyllischen Tales der Halbinsel ‘Coromandel’ nahe ‘Thames’. Äußerst schlicht waren die Betten sowie die Gestaltung des ganzen Schlaffraumes, es wurde stets gemeinsam der Tisch auf- und abgedeckt, Geschirrspülen inklusive, das obligatorische Gebet mit Gesang vor dem Essen durfte natürlich nicht fehlen.
Thematisch bleiben vor allem die ‘Impacts of Mining’ hängen. Der gravierende Eingriff in die Umwelt durch die Edelmetallgewinnung war mir in dem Maße noch gar nicht bewusst. Neuseeland hat einige Goldreserven, noch nicht alle sind erschlossen. Die meisten Reserven lagern noch unberührt unter den landschaftlich geschützten Gebieten des DOC (Departement of Conservation). Das politische Statement vom Gerry Brownlee, dem Minister für Ressourcen und Energy, kam zeitlich wie gerufen um kontroverse Diskussionen über den Edelmetallabbau zu entfachen. Der Mister von und zu Brownlee hat doch allen ernstes in Erwägung gezogen, den ‘Conservation’-Status zahlreicher National Parks aufzuheben um den Zugang zu den Edelmetallreserven zu ermöglichen. Ziel dieser Strategie ist es, die Wirtschaft Neuseelands wieder zu beleben. Jaja das Liebe Geld! Tatsächlich würde sich Neuseeland, langfristig gesehen, selbst eine Grube graben, denn die ‘Mining’-Firmen sind international und würden Neuseeland nur ausbeuten, zusätzlich würde Neuseeland seinen Status ‘natürlich unberührte Gebiete zu besitzen’ verlieren, was sich erheblich auf den Touristensektor auswirken könnte.
Bestes Beispiel für die Widerlegung Brownees Wirtschaftsstrategie ist ‘Waihi’. Inmitten dieses Ortes klafft ein riesiges ‘open pit’, aus dem seit 20 Jahren Gold und Silber gewonnen wird. Die Hoffnungen auf wirtschaftliche Blüte sind längst verflogen – Waihi ist die ärmste Stadt Coromandels, die Einflüsse des Edelmetallabbaus machen die Stadt einfach nicht lebenswert – tägliche Sprengbeben, Staub und Lärm. Um eine Unze Gold zu gewinnen, werden riesige Mengen Erdmassen bewegt, 10 Tonnen Fels sind nötig um eine Unze Gold und etwas mehr Gramm Silber zu gewinnen. Doch die Unmengen an ‘Waste-Rock’ die dadurch entstehen sind noch das geringste Übel. Durch die Freisetzung des Felsgesteins an die Oberfläche kommt es durch den Sauerstoffs zu chemischen Reaktionen die das Wasser bis zu 3 pH versauern lassen.
Das Gold selbst wird mit Hilfe von Zyanid aus dem Fels gewonnen. Der ‘Waste-Rock’ wird zur Errichtung des ‘Tailingsdamm’ verwendet in dem die giftige Wasserlösung gelagert wird. Während feinste Partikel langsam in diesem Tailingbecken sedimentieren, wird das abfließende Wasser in der einer Kläranlage gereinigt und anschließend in den anliegenden Fluss geleitet. Das Problem bei diesen simpel aufgeschüttet Tailingdämmen ist, dass sie ohne geotechnische Kenntnisse errichtet wurden, kostet ja bloß unnötiges Geld. Die Gefahr, dass diese Dämme brechen und die giftige Brühe ins Tal hinab geschwemmt wird, ist präsent, so passiert auf der ‘TUI Mine’, die etwas woanders auf der gleichen Hablinsel liegt und Ende der 70er ein Umweltdisaster angerichtet hat. Die Betreiber der ‘Vorzeige’ Mine in Waihi nennen diese Mine „the ashhole of mine“, „a disgrace“, eine Mine aus dem letzten Jahrtausend, die unter den heutigen Gesetzgebungen in Neuseeland gar nicht mehr zu betreiben wäre. Mag sein, dass man aus den Fehlern gelernt hat, aber so ganz traut man den Vorgängen auf der Waihi Mine auch nicht, denn unser Lecturer hat uns mit seinem Unterlagen kritisch auf das Thema eingestellt. Außerdem gibt es da noch eine dritte Mine (Golden Cross), stillgelegt seit 12 Jahren. Die Natur hat das Gebiet schon wieder weitestgehend renaturiert, aber der Tailingdamm befindet sich auf einem instabilen Untergrund, einer ‘Landslide’, die bei jedem Starkregen abrutschen könnte. Die Betreiber meinen das Problem mittels Drainage stets im Griff zu haben, aber wer kann einen starken Sturzregen schon verhindern?
Zurück zur Waihi Mine, die Betreiber versprechen aus dem klaffenden ‘open pit’ eines Tages einen ‘Recreational’ Lake zu kreieren, aus ökologischer Sicht ein leeres Versprechen, wer möchte sich schon in einem Wasserloch, in dem jahrelang mit schwerem Gerät und unter Umständen giftigen Fels hantiert wurde, erholen? Wo es doch genug solcher schönen natürlichen Seen in Neusseeland gibt. Bis sich dieser See mit den schlechtem Oberflächen- Tiefe-Verhältnis renaturiert hat, wird es Jahrzehnte brauchen.
Das traurige an dieser ganzen Geschichte ist, in Neuseeland geht das Mining tatsächlich noch recht ‘umweltbewusst’ von statten, man möchte gar nicht wissen was in Afrikanischen, Südamerikanischen oder Asiatischen Ländern vorgeht, die finanziellen Bemühung für Tailingdämme und Water Treatment werden dort nicht aufgebracht, also ist das was wir hier gesehen haben Peanuts!
Zu den Wetlands werde ich mich kurz fassen, sie sehen auf dem ersten Blick nicht besonders aus, deshalb wurden sie wohl auch weitestgehend trockengelegt und als Agrarfläche benutzt. Dass sie als Lebensraum für eine Vielzahl an Arten dienen und als Pufferregion für Flutphasen des Waikoto Rivers, wurde zu spät erkannt.
Die Größe der coalmine in ‘Huntly’ war auch beeindruckend, sie ist bereits seit Hundert Jahren in Betrieb, die Umwelteinflüsse sind nicht ganz so schwerwiegend wie beim Edelmetallabbau, es werden jedoch unvorstellbare Mengen an Erdmassen bewegt, was Unmengen an Energie verbraucht und Emissionen erzeugt und das Endprodukt selber trägt auch einen erheblichen Teil zu Neuseelands CO2-Emissionen bei, denn es wird zum einzigen 1.600 MW Kohlekraftwerk (eine Windturbine hier produziert 0,6 bis 3,2 MW ) und Stahlwerk Neuseelands verfrachtet.
So eine große ‘Opencast Coalmine kreuzt bisweilen auch mal den Pfad eines Flüsschens. Der ganze Stolz der Umweltingenieure ist der künstlich angelegte Fluss, welcher Mitten durch das Gelände führt, umsäumt mit einer artenreichen Anzahl an Sträuchern und Gräsern.
Sustainability – Nachhaltigkeit – in Städten wie Hamilton und Auckland kann von solch einer Lebensweise nicht die Rede sein. Gutachter von außerhalb schlagen sich die Hände über dem Kopf zusammen und können nur feststellen, so eine verschwenderische Stadt wie Auckland gibt es selten, um Hamilton steht es auch nicht viel besser. Wir waren doch nicht in Auckland, sondern in Hamilton, der Haupstadt Waikatos. Die Kapazität der Deponie Hamiltons ist nahezu ausgeschöpft, beim Durchlesen des Waste-Minimization-Guide muss man schon mal Schmunzeln, was für mich selbstverständlich klingt, müssen die Menschen hier wohl noch begreifen. Es gibt viele weitere Themen die wir behandelt haben und die ich nicht alle nähere beleuchten will, aber eines noch – Wasserknappheit, welche sich während Dürreperioden besonders verschärft, da der werte Englische Rasen gesprengt werden muss, da kann der tägliche Wasserbedarf pro Einwohner schon einmal von 220 l auf 500 l am Tag hoch schnellen, bei 200.000 Einwohnern ist dann auch irgendwann jede Wasserressource erschöpft. Deshalb wurden ‘Sprinkler-restrictions ‘ eingeführt! Aber der findige Neuseeländer ist der Englische Rasen so heilig, dass er die restrictions umgeht, indem er Kinder gegen ein Taschengeld einstellt um den Rasen zu wässern. Dann wird zwar nicht mehr ge’sprinkelt’ und das Bußgeld bleibt aus, ob dann irgendwann mal das Wasser ausbleibt scheint nicht weiter wichtig zu sein.
WAIKATO FIELD TRIP
Veröffentlicht in Studium - Alltag am 30/08/2009 von mapexplorestheworldZu Beginn der zweiten Woche der ‘Study Break’ geht es im Rahmen des zweiten Teils des Field Trips für eine Woche nach ‘Waikato’, ein anderes der 16 verwaltungspolitischen Distrikte Neuseelands, benannt nach selbigem Fluss. Nachdem ich mir in der letzten Woche einen Überblick über die 124 Text-Dateien geschafft habe (die Seitenzahlen dieser Dokumente schwanken zwischen 1 und 309, im Schnitt 10 Seiten pro Datei), werden wir uns in diesem Kurs vom Ecology Institut im Wesentlichen mit den Themen ‘Impacts of Mining’, Wetlands’ und ‘Urbanisation’ auseinandersetzten. In Waikato wurden in der Vergangenheit reichlich Edelmetalle und Kohle abgebaut, mit den riesigen Mengen an Abraum (overburden), die dabei entstanden sind, wurde nicht sachgemäß umgegangen – die Folgen und Sanierungsansätzen werden Gegenstand in diesem Feild Trip sein. Die Wetlands des Waikato River wurden zu 80 % zu trockengelegt. Über die Vorteile von Wetlands ist man sich jetzt erst klar geworden. Ja und im Norden von Waikato ist Auckland, ein besseres Beispiel für Urbanisation und seine einhergehenden Umweltprobleme gibt es nicht. Ich bin gespannt!
VIEL GEFAHREN, WENIG GESEHEN
Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 21/08/2009 von mapexplorestheworldHeute am Freitag ist es schon wieder soweit, der letzte Vorlesungsstag vor der ‘mid – term break’. Soll heißen, drei Quartale sind schon geschafft. Trotzdem habe ich noch kein Wort über unseren letzten Ausflug in den letzten Semesterferien verloren. Nach ein paar Tagen Zuhaus sind wir noch einmal zur pazifischen Ostküste mit dem Ziel ‘Castlepoint’ aufgebrochen. Mit einem kleinen Umweg wollten wir noch eine ‘historische’ Sehenswürdigkeit mitnehmen, den ‘Stonehenge Aotearoa’. Dieser entpuppte sich aber als schlichter Nachbau aus Stahlbeton, selbst auf den Broschüren waren noch die Arbeitsfugen durch die Schalung zu erkennen, absolut schlecht gemacht. Diese ‘Attraktion’ war ihren Eintritt nicht wert, also fröhliche Weiterfahrt – wir befanden uns doch nicht in Irland und Schottland. Über eine endlos lange sich schlängelnde Straße war die Küste am frühen Abend erreicht. Ein Leuchtturm Idyll das sich gelohnt hat.
Nach einer Nacht direkt am rauschenden Meer ging es Tags darauf querfeldein über Schotterpiste, das spart zwar Kilometer aber keine Zeit. Zwischenziel auf dem Weg nach Napier war der geografische Ort mit dem zweit längstem Namen der Welt: ‘Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaun- gahoronukupokaiwhenuakitanatahu‘
Zu deutsch:
„Der Vorsprung des Berges, wo Tamatea, der Mann mit den großen Knien, der rutschte, kletterte und die Berge verschlang und der durch das Land reiste, für seine Liebste Flöte spielte.“
Ist eigentlich nur ein 305 m hoher Hügel, aber das Schild sollte einen Abstecher wert sein. Doch die Strecke zog sich endlos hin und ab und zu haben auch Tierherden die Straßen regiert.
Endlich angekommen erfolgte die größte Enttäuschung. Am Ort mit den 85 Buchstaben war nur noch das Schild zum Schild da. Es war kaum zu glauben, ziemlich wüste Baumrohdungsarbeiten haben einfach mal die einzige Attraktion in dieser abgelegen landwirtschaftlichen Gegend zerstört! Ein altes Bild aus dem Internet zum Vergleich:
Das ‘Cape Kidnappers’ haben wir nur noch im Dunkeln erreicht und die Klippen waren auch am folgenden Tag nicht zugänglich – Brutsaison. Nach einem Tag im schönen Napier, wo wir unter anderen das ‘National Aquarium of New Zealand’ besucht haben, ging es am Abend wieder nach Hause. Das Aquarium war schlicht gestaltet und bot wenig Lebensraum für die Fische, aber das Erlebnis einmal einen lebendigen Kiwi gesehen zu haben war es schon wert! Für mich sind dieser Tiere ein Evolutionswunder, da braucht es schon eine solch harmlose ökologische Nische wie Neuseeland, einfach putzig diese flugunfähigen Vögel.
Das war Napier, in dem Ort hat sich u.a. mein Bruder für seinen ausländischen Zivilersatzdienst beworben – nun ist es Vancouver geworden, eine sehr gute Entscheidung würde ich sagen! Also heute geht es los mit dem Flieger. Anselm, ich wünsche dir ein unvergessliches erlebnisreiches Jahr dort drüben in Kanada! Guten Flug!
DAMPF, SCHWEFEL UND SCHNEEWÜSTE
Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 08/08/2009 von mapexplorestheworldAus aktuellem Anlass eine vollkommen konträre Einleitung zum vorherigen Beitrag – Sonnenschein, der Frühling ist da! Jetzt definitiv, frische Nächte gehören ja dazu, nur ist die Novemberstimmung vom Mai gerade erst drei Monate her. Nachdem sich vor wenigen Tagen das Wetter noch in April-Laune zeigte, nun Sonnenschein pur! Im Park auf dem Weg zur Uni florieren alle vertrauten importierten Zwiebel- und Buschgewächse gleichzeitig. Ich kann mich nicht erinnern, dass ‘Märzglöckchen’, Narzissen, Rhododendron und Magnolie in heimatlichen Gefilden jemals zum selben Zeitpunkt geblüht haben.
Nun zum letzten Abschnitt unser Reise, welcher mittlerweile über ein Monat zurückliegt. Wo waren wir stehen geblieben, ach ja die Dampfsäulen. Wir erreichten eines der geothermisch aktivsten Gebiete der Erde, die ganze Landschaft scheint stets zu kochen.
Die interessantesten Orte sind aber nicht ohne Eintritt zugänglich und so waren wir gezwungen den Kommerz, das ‘Thermal Wonderland’, finanziell zu unterstützen, um die faszinierenden Naturspiele einmal erleben zu können.
Es hat sich gelohnt, überall blubberne Schlammtümpel und kochendes Wasser aus der Erde. Zahlreiche Grotten gaben den Geruch von Schwefel frei und waren mit einem intensiven Gelb gezeichnet.
Nächstes Ziel auf dem Weg nach Taupo war der ‘Kerosene Creek’, ein Geheimtipp den Annika von Neuseeländern während ihrer WWOOF-Tage erhalten hatte. In der Tat war die Anfahrt zu diesem versteckten Platz weder ausgeschildert, noch die Straße dort hin in besonders guten Zustand. Lediglich ein Schild vor Ort versicherte uns, dass wir an der richtigen Stelle waren. Was hat man sich unter einem ‘Kerosene Creek’ vorzustellen? ‘Creek’ ist nichts weiteres als ein Bach oder Flüsschen, dieser hier riecht aber nach Kerosin, weil er durch thermisch aktives Terrain fließt, er riecht aber nicht nur, sondern ist auch noch warm wie Badewasser. Am Fuße eines kleinen Wasserfalls ist die ideale Stelle um ein Naturbad alla Whirlpool bei 10 °C Lufttemperatur zu erleben. Ein super Erlebnis und zur unseren Freude absolut unkommerziell. Man selbst roch danach leicht schwefelig nach Streichholzschachtel, aber das ist es Wert.
Am Nachmittag erreichten wir den ‘Lake Taupo’, den größten See Neuseelands im Zentrum der Nordinsel. Dabei bekamen wir das Panorama vom schneeweißen Vulkanmassiv des ‘Tongariro Nationalparks’ zu sehen, die gleichen Vulkane, welche auch schon vom Windpark aus zu sehen waren, bloß aus anderer Perspektive.
Die letzte Nacht verbrachten wir in der Nähe des Sees bevor wir am folgenden Tag den Highway 1 weiter entlang dieses Vulkanmassivs ansteuerten. Neuseelands Hauptstraße Nummer 1 verläuft in diesem ‘Desert’-Abschnitt über der Schneefallgrenze und ist deshalb auch manchmal gesperrt. Diesmal nicht und so hatte man einmal das Gefühl im Winter gereist zu sein – nur mit den Flip-Flops stand mir das falsche Schuhwerk zur Verfügung, die Schuhe waren noch nass von der tückischen Brandung.
Nun ist der Kontrast zur heutigen Einleitung perfekt, einen sonnigen August wünsche ich Euch!
REGEN, GEWITTER UND KEIN HEIßER STRAND
Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 24/07/2009 von mapexplorestheworldRegen – während ich diesen Beitrag ausformuliere, prasselt reichlich Niederschlag auf das Dach – irgendwie gemütlich. Der ‘Met Service’ hat eine ‘Heavy rain warning’ veröffentlicht, mal sehen wie viel so runter kommt. An jenem Tag wo wir die ‘Kauri Trees’ im Regenwald besichtigt hatten, fielen die Tropfen den ganzen Tag über in großer Anzahl vom Himmel und am Abend befanden wir uns schon wieder südlich von Auckland. Die Spuren der Schlammschlacht von ‘Cape Reinga’ waren nahezu verwischt.
Ein unscheinbarer Ort irgendwo an der Küste am Fuße der Halbinsel Coromandel war zum Verweilen auserkoren. Sehr vertrauenswürdig sah er nicht aus, denn schon am Abend hatte sich große Pfützen gebildet. Verweilen ist die korrekte Bezeichnung, da ein heftiges Gewitter in der Nacht einen ruhigen Schlaf unmöglich machte. Wir haben noch nie so helle Blitze gesehen, die Fenster waren vollständig abgehängt und wir hatten unsere Augen geschlossen. Trotzdem hatte man das Gefühl als schaue man direkt in den Blitz eines Fotoapparates und der anschließende Donner suggerierte einem ein Erdbeben.
Am folgenden Tag das gleiche Bild, Coromandel wirkte trotzdem schön: Die Zeit haben wir im Internet Cafe und einer Schmetterlings-Voliere verbracht. Eine weitere Nacht bei Sturm und Regen aber als Entschädigung gab es einen solchen Ausblick am folgenden Morgen:
Weitere Highlights standen auf der Tagesordnung, wir erkundeten eine der einzigartigsten Küstenabschnitte Neuseelands. Zuerst die ‘Shakespeare Cliffs’.
Selbiger Dichter hat mir in Schulzeiten eher weniger Freude bereitet, hingegen waren wir von dieser malerischen Bucht umso mehr angetan. Besonders Annika als Muschel-Sammlerin befand sich im Paradies, überall Muscheln, viele ganze aber die meisten als verwaschenes Granulat, welches als so genannter Sand fungierte.
Während einige Landstriche von den tagelangen Niederschlägen durch Überflutungen gezeichnet waren ging es weiter zur ‘Cathredral Cove’, ein weitaus populärerer Touristenmagnet, auch jetzt zur Nebensaison. Trotzdem war diese Sehenswürdigkeit einen zweistündigen Fußmarsch wert.
Die Fahrt zum ebenso bekannten ‘Hot Water Beach’ hätten wir uns hingegen sparen können – schlechtes Timing. Die ‘Low Tide’ erfolgte zu diesem Zeitpunkt gegen 7 Uhr Morgens und Abends, da ist es jeweils dunkel. Durch das Erlebnis in ‘Kawhia’ war diese Enttäuschung aber verkraftbar, außerdem waren wir noch nicht in ‘Rotorua’ – eine Stadt in der es stets nach Schwefel duftet und um die die Landschaft dauerhaft zu kochen scheint , überall Dampfsäulen – man darf gespannt sein.
MIT MOLTIE IN NEUSEELAND UNTERWEGS
Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 17/07/2009 von mapexplorestheworldAm sechsten Tag unserer Reise stand Auckland und sein Wahrzeichen auf der Liste. Das Wetter war gerade noch zufriedenstellend und die Aussicht auf Neuseelands größte Stadt sehr beeindruckend, wenn auch mehr als schwindelerregend. Die Neuseeländer lieben wohl den extremen Nervenkitzel. Das fängt damit an, dass der komplette Fahrstuhlschacht mit Fenstern ausgestattet ist. Angekommen, wird einem aber nicht unbedingt wesentlich besser vom Gefühl her, sondern eher noch schlechter, da auch hier in gemäßen Abständen der Betonboden durch Glas ausgewechselt ist. Auf dieser Ebene ging es mir nicht gut, zudem der Skytower auch noch leicht hin und her schwankte. Doch da wir beide Decks bezahlt hatten, ging es auch noch auf die zweite Plattform, nochmal 40 Meter höher über der Erde. Alles mit dem Unterschied, dass man sich dort gleich angenehm wohler fühlt, die Fenster im Boden fehlten. Ansonsten ist Auckland eine überfüllte, wenig hübsche Stadt und vor allem sehr teuer, was das Parken betrifft.
Unsere Übernachtungsstelle war wie schon so oft in der Pampa, wo sich “Has und Fuchs Gut Nacht saget“, aber wir hatten Handyempfang und als hätte ich nichts anderes zu tun, habe ich mir ein WG Zimmer in Hildesheim besorgt. Wann regelt man den auch schon so etwas vom anderen Ende der Welt an einem einsamen Strand?
‘Whangarei’ überraschte uns dann den Tag darauf, endlich das erste Mal richtig Duschen, Wäsche waschen, und zudem noch nicht mal hässlich.
Genauso wenig hässlich, sondern vielmehr eine super angenehme Abwechslung zu dem tristen, aber immerhin doch sehr gutem Angebot an öffentlichen Toiletten, sind die ‚Hundertwassertoiletten‘ in ‘Kawakawa’. Ich finde die Toiletten super, zumal sie mich an zu Hause erinnerten und was gibt es abgefahreneres, als in Neuseeland Dinge anzuschauen, mit denen man aufgewachsen ist.
Noch am gleichen Tag haben wir den Nördlichsten Teil Neuseelands angesehen, das ‘Cape Reinga’. Nun ja, wegen dem Cape alleine sich diese Strecke anzutun würde sich nicht lohnen, wobei einen die Infrastruktur an diesem schon etwas verlassenen Teil der Insel faszinieren kann; Toiletten für bestimmt 40 Personen und zwei riesige Parkplätze. War wohl gut, dass wir im Winter da waren, zu der Zeit, in der nicht der größte Ansturm stattfindet. Zum Glück ist nicht unweit des Capes ein Campingplatz, welcher das Nötigste bietet, und uns eine lange Rückfahrt ersparte.
Diese Nacht war angenehm warm, irgendwie zu warm, da wir uns entscheiden mussten, entweder von den kleinen fiesen Sandflies gestochen zu werden oder unter der Decke weiter zu schmachten. Hat Malte ja eh weniger gestört, da diese Viecher mich als Hauptziel ausgesucht hatten. Danke dafür, noch nach 2 Wochen juckts!
Auf jeden Fall hatte es die ganze Nacht durch geregnet, und die unbefestigte Straße, wie es sie so oft gibt, in eine schlammige Angelegenheit verwandelt. ABER: mit Vierrad läuft es wie geschmiert. Geschmeidig wie Butter zog ‘Wilma Feuerstein’ durch die aufgeweichte Straße. Zu allem Überfluss, oder Maltes großer Freude und der Baugeilheit der Neuseeländer, ist der Vierrad viele Kilometer eingeschaltet geblieben und Wilma sah am Ende aus, als hätte sie es mit dem Make-up übertrieben.
Egal, die dreckige Wilma war schnell vergessen, als wir sie an den ‘Largest Sanddunes’ zum abtropfen abgestellt hatten. Ein riesen großer Sandkasten lag vor unseren Füssen, doch wie groß diese Sanddünen wirklich sind, bemerkten wir erst, als wir die ersten Hügel hochgekrabbelt waren. Einfach genial, da geht man ein paar Meter und schon steht man in einer kleinen Wüste, so kam es einem manchmal nämlich vor, wenn man außer dem Sand nichts anderes mehr sehen konnte. Allerdings wollten wir Hoch hinauf, was im Auf- Allen- Vieren eine hohe Düne hochkrabbeln endete, wobei mich Malte in der richtigen Krabbeltechnik unterrichtete. Sah bestimmt recht bekloppt aus wie wir da hoch sind und ziemlich anstrengend dazu, aber endlich konnte man den ‘Ninethy Mile Beach’ sehen, der jedoch noch richtig weit entfernt lag. Unser Spaziergang endete mit einer Bachwanderung,welcher gleichzeitig auch die offizielle Straße zum Auto-Strand ist.
Alles Wettermässige nach den Sanddünen will niemand wissen, da es einfach nur ätzend regnerisch war. Somit konnten wir auch mein, oder unser Motto voll ausleben, das heißt: Nicht irgendwo lange hin laufen, um irgendwas anzuschauen sondern unnötige Anstrengungen vermeiden; dabei kam uns das Schild 5 Minuten mit Zurücklaufen zu dem größten Kauri Tree Neuseelands sehr entgegen.
Diese Bäume sind schlichtweg beeindruckend, wie sie riesig majestätisch im Wald stehen, und nicht umsonst von den Maori mit den Titel ‘Wächter des Waldes’ bezeichnet werden.
Meine Schlussworte:
Schaut euch die Nordinsel ganz genau an, und glaubt nicht jedem schlechten Reiseführer, der einem suggeriert die Südinsel ist viel schöner.
Danke für die Aufmerksamkeit, Annika
SCHWARZE STRÄNDE VERGESSENE WELTEN UND EIN NATURBAD
Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 10/07/2009 von mapexplorestheworldGleich nach der letzten Klausur wurden die letzten Vorbereitungen für unseren mehrwöchigen Roadtrip getroffen. Da Annika schon fleißig war, während ich für die letzte Prüfung lernte, war nicht mehr viel zu erledigen und so ging es bereits am folgenden Tag gegen frühen Nachmittag los. Zunächst gen Westen Richtung ‘Mount Taranaki’. Der erste Übernachtungsort befand sich unmittelbar am schwarzen Strand in der Nähe von ‘Wanganui’.
Am nächsten Tag konnte Annika einen versteckten malerischen Standabschnitt mit Felsbogen ausmachen. Hier war der Sand ebenso beeindruckend dunkel. Der ‘Mount Taranaki’ war leider in Wolken gehüllt, so blieb uns die winterliche weiße Vulkanspitze verwehrt und wir schlugen in den ‘Forgotten World Highway’ ein. Auf diesem gibt es 150 km lang keine Tankstelle und kaum eine Ortschaft. Endlose grüne Hügel und Gebirgszüge und an manchen Streckenabschnitten ging es auch noch durch erhaltenen Regenwald. Der eine Ort hieß ‘Douglas’, zu diesem passt am besten das Motto: „come in and you ll found nothing“ – klein und bedeutungslos eben.
Eine andere Gemeinde im vergessen Land nennt sich ‘Whangamomona’ bzw. bezeichnet sich selber auch als eine Republik (!). Nach einem Zwist mit der NZ-Regierung hat sich diese Ortschaft selbständig gemacht, da man sich vernachlässigt fühlte. Diese ‘Republik’ ist durch einige Schilder und durch eine blecherne Zollbude gekennzeichnet. Im einzigen Hotel des ‘Landes’ kann man sich auch noch eine Aufenthaltsgenehmigung bewilligen lassen, diese dient dann aber eher doch als Souvenir. Genächtigt haben wir auf einem Parkplatz mitten im Regenwald.
Tags darauf passierten wir noch die viel trostlosere Ortschaft ‘Ohura’. Ich würde sie eine Geisterstadt nennen. Überall verfallene Häuser, geschlossene ‘Take aways’ und selbst gemalte Kunstwerke für 150 $ standen in vergilbten Schaufenstern. Einzig nützlich waren die schlichten ‘Public Toilets’, welche wie überall in Neuseeland in ziemlich gutem Zustand waren.
Nach einer stündlichen Wanderung zu den ‘Omaru Falls’ buchten wir am Abend in ‘Waitomo’ die Tickets für eine Führung durch die Glühwurm Grotte und die ‘Aranui’-Tropfsteinhöhle für den nächsten Tag.
Während man in einem Boot auf einem unterirdischen Fluss gleitet, bilden tausende von diesen Insekten über einem eine Art nächtlichen Sternhimmel – beeindruckend und faszinierend, gleiches gilt für die ‘Aranui’ Höhle.
Gegen Abend erreichten wir wieder die Westküste in Höhe ‘Kawhia’. Dort war eine so genannte ‘Hot Spring’ in der Karte eingezeichnet. Ich konnte mir darunter noch nicht so richtig etwas vorstellen, war aber umso mehr überrascht und fasziniert als ich am schwarzen Strand mit den Händen im Sand buddelte und heißes Grundwasser (geschätzte 50 bis 60 °C) zum Vorschein kam. Wenige Meter weiter kam nur kaltes Wasser hervor. Zum Glück war gerade Ebbe und eine kleine Gruppe Einheimischer war zugegen. Diese liehen uns eine Schaufel und so gruben wir uns eine ‘Wanne’ und genossen ein Bad bei 10 °C Lufttemperatur und Sonnenuntergang. Dieser ereignete sich gegen 17 Uhr am 22 Juni, an dem bekanntlich die längste Nacht in NZ ist. Ich denke nicht, dass ich jemals am 22. Dezember in den ‘Werdersee’ oder in die Baggergruppe baden gehen werde. Jedenfalls war dieser Abend Natur-Wellness pur und einfach mal eine besondere Erfahrung.
Wenig später wurde unsere Wanne von den herannahenden Fluten verspühlt, wir hatten also wirklich Glück gehabt mit dem Timing.
SEMESTERFERIEN
Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 03/07/2009 von mapexplorestheworldWenn man sich so die Wasserstandsmeldungen der Handy Einträge so durchliest könnte man schon etwas besorgt sein, aber wir sind seit einigen Stunden sicher zurückgekehrt. Die letzten Tage waren noch sehr aufregend und standen im Zeichen des Vulkanismus in Neuseeland, einfach faszinierend.
Die guten Wetteraussichten hatten sich bewahrheitet, doch die nächsten Tage sehen nicht so verheißungsvoll aus, so sind wir etwas früher als zunächst geplant nach Palmy zurückgekehrt und haben und die Ostküste erst einmal ausgelassen.
Bis jetzt waren in den zwei Wochen nur zwei Tage von Regen geprägt, in den restlichen ließ es sich gut im Auto leben. Der Preis für gutes Wetter sind nun mal erfahrungsgemäß kalte klare Nächte, in denen es im Auto bloß 2 bis 3 °C waren, ganz im Norden war es uns mit 15 °C schon fast zu warm. So unterschiedlich kann der Winter hier sein.
In den nächsten Wochen erscheinen weitere Beiträge mit detaillierteren Berichten über einzelne Erlebnisse und weiteren Fotos während hier wieder der Studienalltag im zweiten Semester in NZ beginnt. Zunächst erst einmal einige ‘Road-Collagen’ die das Facetten- Reichtum dieser Nordinsel deutlich machen. Vielleicht ist die Südinsel schöner, wie viele meinen, aber an Abwechselung kann sie mit der Nordinsel nicht mithalten.
Abschließend noch eine Karte mit unserer Route, knapp 3000 km sind es jetzt schon ohne das ‘East Cape’ und die ‘Hawkes Bay’ geworden.
HANDY AN BLOG DIE ZWEITE
Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 29/06/2009 von mapexplorestheworldWieder Handyempfang , Akku aufgeladen und immer noch Regen, Coromandel ist trotzdem schön. Inzwischen haben sich die Bäche in Flüsse verwandelt, selbst die Zufahrt zu einem Campingplast war ein Fluss. Jetzt stehen wir am Meer, welches tobt durch den Sturm. Gestern haben wir ein Gewitter in NZ erlebt, ganz schön heftig. Wir haben noch nie so helle Blitze gesehen und beim Donner wusste man auch nicht ob ein Vulkan ausbricht oder die Erde bebt. Naja, die Wetteraussichten sehen besser aus. Also genießt den Sommer! Fotos kann man mit dieser Technik noch nicht hochladen, wär ja auch zu schön.
BERICHT VOM HANDY
Veröffentlicht in Auf Umwegen Unterwegs am 28/06/2009 von mapexplorestheworldHeute Abend ein Rarität, Handyempfang am Übernachtungsort. Das 2te Mal. Aber diesmal die Zeit etwas zu schreiben. Nach einer wunderbaren ersten Woche regnete es heute den ganzen Tag. Uns geht es. Akku gleich leer… Ciao soweit.
EIN VULKAN GEHT AUF
Veröffentlicht in Studium - Alltag am 19/06/2009 von mapexplorestheworld
Als ich damals von Westen kommend das erste mal nach Palmerston North anreiste, dachte ich na super, sieht ja fast aus wie in Niedersachsen, alles flach! Aber direkt hinter meiner Studienstadt im Osten ist ja der schöne Gebirgszug, welcher sich von Nord nach Süden erstreckt.
In Höhe Palmy ist er am niedrigsten und bildet somit einer ideale Windschneise für einen Windpark. Das Wetter war einen Tag nach dem Strandausflug immer noch über den ganzen hinüber Tag äußerst klar und somit bot sich einmal die Gelegenheit gegen Abend dort hinauf zu fahren um die gute Aussicht mit einer Besichtigung des größten Windparks der südlich Hemisphäre zu verbinden.
Dort angekommen, war die Landschaft auf der anderen Seite des Gebirgszugs vollständig mit Wolken überzogen, man fühlte wich wie im Flugzeug. Für den Sonnenuntergang wählten wir aber eine anderen Stelle, an der die Aussicht gen Westen noch besser war.
Die klare Sicht in die Tiefebene war beeindruckend. Richtung Norden waren zwei Bergmassive zu erkennen, oder besser gesagt zwei Vulkane, der ‘Mount Ruapehu’ und der ‘Mount Ngaurohoe’, dessen wurden wir uns aber erst etwas später gewahr, uns war nicht klar, dass man über 100 km weit sehen konnte
Die Sonne verschwand am Horizont, und auf einmal tauchte eine kegelförmige Silhouette auf, der ‘Mount Taranaki’, dort wo wir im April den Field trip absolviert haben, über 3 Stunden hat die Busfahrt dorthin gedauert, man konnte an diesem Abend also auch knapp 200 km weit sehen.
Ein tolles Erlebnis – und das Ausflugsziel war direkt nebenan!
BIOTECHNOLOGY
Veröffentlicht in Studium - Alltag am 11/06/2009 von mapexplorestheworldIm Rahmen des Papers ‘Environmental Biotechnolgy’ ging es wie schon zuvor erwähnt zu einer weiteren Kläranlage (mittlerweile die dritte in NZ) nach ‘Paraparaumu’, einer aufstreben Stadt mit stetigen Einwohnerzuwachst an der ‘Kapiti Coast’. So kam es, dass die Anlage nicht schon in den 60ern eröffnet wurde wie in Palmerston North und Feilding, sondern erst vor einigen Jahren. Deshalb ist diese Anlage auch mit einer Nährstoff Eliminierung (Nitrifikation und Denitrifikation ) ausgestattet, diese biologische Raffinesse hielt man in den 60ern noch nicht für notwendig.
Das Wetter konnte ungemütlicher kaum sein, kalter Wind südpolaren Ursprungs und Regen, viel Spaß hat es nicht gemacht, aber besonders fasziniert hat mich die Klärschlammtrocknung, da ich bisher noch nie Klärschlamm mit 80 % Trockenmasse in der Hand gehabt, der ist hart wie Stein, auf der Anlage in Sachsen waren 30 % ein Topwert, erreicht nur durch Zentrifugation, in diesem Zustand sieht er noch aus wie Blumenerde. Die anschließende Trocknung verbraucht aber auch Unmengen an Energie , knapp 1 MW, wenn man da mit 0,03 MW auf 30% kommt müsste es unter dem Strich ökonomischer sein. Genug der Rechnerei, vor dem ‘Field Trip’ kam extra ein Ingenieur aus Auckland eingeflogen um uns mit dem theoretischen Vorwissen auszustatten. Viel Neues war nicht dabei, außer das ganze Fachvokabular in Englisch.
Nach ‘Paraparaumu’ging unsere Tour noch zu einem ‘Pondsystem’, an welches ein ‘Wetland’ hintergeschaltet war. Die ‘Treatment Plant’ lag irgendwo versteckt im Weide-Hinterland, so dass unser unser Bus von der Hauptstraße aus eine Weile brauchte, bis er über eine schlammige Schotterpiste den Ort der simplen Wasser Reinigung erreicht hatte, denn auch über drei Zauntore mussten geöffnet werden. Ponds sind im Prinzip flach und großflächig angelegte Teiche, in denen mittels natürlichen Prozess die organischen Inhaltstoffe abgebaut werden. Der chemische Sauerstoffbedarf (CSB) „is broken down“ – einer der Lieblingssätze unserer Lecturerin. Die Nährstoffeneliminierung ist jedoch verschwindend gering, Phosphor wird chemisch ausgefällt und im anschließenden ‘Wetland’ wird versucht durch das Wachstum spezieller Pflanzen dem Abwasser so viel Stickstoff wie möglich zu entziehen. Diesen Part referierte meine favorisierteste Lecturerin, da sehr gut verständliche Aussprache und immer im Zeitplan und gut organisiert.
Ansonsten wird die Vorlesung meist von einem Franzosen gehalten, in Englischer Sprache natürlich, aber den Dialekt hört man schon heraus, gefällt mir im Grunde. Als Stationen im Lebenslauf kann er Singapur, Schweden, Amerika und natürlich Frankreich vorweisen. In seinen Vorlesungen wird man nur so von Formeln und biochemischen Stöchiometrien überhäuft, danach ist man echt K.O. zum Glück dauert ein Vorlesung nur 45 Minuten, wenn er jemals im Zeitplan lag, aber man ist fit in sämtlichen Berechnungen wie Sauertsoffverbauch Nitrifikation oder Ethanol-demand einer Denitrifikation und was nicht alles. Insgesamt war mir die Vorlesungen zu theoretisch und sobald er anfing was an die Tafel anzuschreiben und zu erklären wurde es bald unübersichtlich. Je älter dass Semester umso hochschwangerer wurde seine Frau bald klingelte sein Handy in der Vorlesung, aber sein Sohn ist dann schließlich an einem Samstag auf die Welt gekommen. In der letzten Vorlesung musste er sich dann mit Cola fithalten, die letzten Nächte schienen wohl unruhig gewesen zu sein. Als Leistungnachweis muss man ein Gruppen Assignment vorlegen und ein ‘mid term home exam’ schreiben und natürlich die Klausur am Ende des Semesters.
Alles in allem habe ich es aber nicht bereut dieses Paper gewählt zu haben und man hat viel dazu gelernt.





















































































