DER COUNTDOWN LÄUFT
Noch wenige Tage, dann ist Abgabe, und jetzt stand Ostern vor der Tür! Etwas ungelegen, Augen zu und durch. Ostern mal anders, statt Ostereier-und feuer, stand Word, Excel und jede Menge Bücherwälzen auf dem Tagesprogramm.
Ostern mal anders, schon das zweite Jahr in Folge. Nur dass sich ein Aufwachen in einem robusten Gefährt an der Okiwi Bay etwas schöner angefühlt hat. Das Fernweh, die Erinnerungen kommen immer wieder hoch.
Bevor ich es überhaupt geschafft habe Wilhelmshaven ein paar Zeilen zu widmen, ist das Kapitel auch schon abgehakt. Dafür taucht der Name dieser Stadt in meiner Thesis bereits über Fünfzig mal auf den insgesamt 86 Seiten auf, hat die Stadt das verdient? Schwer zu sagen, so richtig warm bin ich mit ihr nicht geworden, wie denn auch , es war doch ein eiskalter Winter! Nein, ganz im Ernst, Sehenswürdigkeiten sind rar in dieser Mittelstand mit dem größten Einwohnerschwund. Na gut, wer auf Backstein und Klinker steht, der mag sich hier wohl fühlen. Das Rathaus ist kantig klotzig aus dunklem Klinker gebaut, richtig imposant aber nicht nicht sehr schön. Als richtiger Anthroposoph könnte man es als Affront betrachten – nur rechte Winkel. Klinker-Expressionismus nennt man den Baustil, entworfen durch Fritz Höger, das Chilehaus in Hamburg gefällt mir viel besser. Sogar die Straßen sind mit Backstein gepflastert, immerhin, besser mit dem Rad zu befahren als gepflasterte Straßen mit Naturstein, ich kenne da jemand der die Große Johannesstraße an der Hochschule Bremen mit dem Rad verflucht hat.
In Wilhelmshaven war ich hingegen froh wenn der Straßenpflaster mal zu sehen war, denn das war selten der Fall. Es waren Witterungsbedingungen die das Radfahren unmöglich machten, die schönste Kombi war gefrorener Schnee, welcher zuvor getaut war und dann wieder unter einer frischen Schneeschicht versteckt war. Aber geht nicht gibt’s nicht und letztendlich haben die Knochen standgehalten.
Apropos Straßen bzw. Straßennamen, auf dem Weg zur Arbeit habe ich täglich die Hamburger Straße gekreuzt, bin auf Bremer Straße entlang gefahren, ein Palmerston Norther Straße gab es wider erwartend nicht, trotzdem hat mich der monotone Baustil der Häuser etwas an die Stadt erinnert, auch sind die meisten Straße als „Intersection“ angelegt, woran das wohl liegen mag? Ja, da habe ich gerade noch die junge Geschichte Palmerstons belächelt und schon wohne ich in einer Stadt in Deutschland, die jünger ist als meine Neuseeländische Studentenstadt. Kaiser Wilhelm brauchte dringend einen Kriegshafen, und wo ein Hafen ist muss auch eine Stadt sein, die Geburtsstunde Wilhelmshavens.
Mit dem Semesterticket war man zum Glück nicht an die Nordseestadt gefesselt, so habe ich auch schöne Eindrücke und Momente in Hamburg, Bremen, Hannover und Hildesheim erleben können.
Gerade wohne ich in der fünften WG innerhalb von zwei Jahren, mit drei Spaniern, Erasmus-Studenten, ein Zusammenleben gestaltet sich besser als gedacht, Erasmus-Studenten und ein Bachelor in seiner Endphase, geht tatsächlich. Auch Real gegen Barca gucken hat da ein ganz anderen Flair. Gleichzeitig hält man sein Englisch am Leben, naja so einigermaßen zumindest, aber in einigen Tagen läuft das Zwischenmietverhältnis auch schon aus, so schnell kann es gehen. Und danach? Dazu irgendwann mehr…



12. April 2010 um 01:14
Nach unseren netten Telefongesprächen heute mit dir nachts noch gelesen, wie immer sehr informativ, anschaulich und echt Malte erlebt geschrieben…. Bis nachher am Telefon und hoffentlich übermorgen in echt, um dich und alles, die Thesis, die mündliche Verteidigung und den Bachelor zu feiern!!!
25. April 2010 um 22:43
Hallo Malte,
auch ich möchte mich doch mal lobend zu Deinen hochinteressant geschriebenen und bebilderten Beiträgen insbesondere aus Neuseeland äußern: Wirklich sehr lesenswert und informativ!- Bei Deiner Beschreibung von Schlicktown kann ich Dich nur bestätigen, eine ziemlich öde Stadt!
Kann man denn schon zum bestandenen Bachelor gratulieren?
Konsti ist ja mit dem Thema schon seit ein paar Wochen durch und beginnt gerade sein Master Studium.
Alles Gute und bis bald mal in HH ? – Oder bei Friederike in Elmshorn.
Ralph
1. Mai 2010 um 08:33
Er war da, danke!